05.10.2023

So funktioniert der neue KI-Chatbot der Erste Bank

Die Erste Bank will mit künstlicher Intelligenz das Finanzwissen der Österreicher:innen verbessern - und präsentierte nun einen Chatbot-Prototyp, der auf OpenAI-Technologie basiert.
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Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO Erste Bank
Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO Erste Bank Österreich | Foto: Marlena-König

Um die Finanzbildung ist es in Österreich nicht zum Besten bestellt – das zeigen Studien immer wieder. Wie man das ändern könnte, dafür gibt es unterschiedliche Ansätze: So beschäftigen sich etwa Fintechs mit dem Thema, es gibt wissenschatliche Einrichtungen dafür und auch die Bundesregierung hat vor zwei Jahren eine Strategie zur Finanzbildung präsentiert – um nur einige Beispiele zu nennen.

Aber auch künstliche Intelligenz (KI) kann beim Aufbau von Finanzwissen helfen. Davon ist man zumindest bei der Erste Bank überzeugt, die nun einen Chatbot vorgestellt hat, der genau das leisten soll.

Der Bot ist als Prototyp ausgeschildert – und Erste-Bank-Österreich-CEO Gerda Holzinger-Burgstaller betonte am Donnerstag bei einem Pressegespräch: „Das ist keine Beratungsleistung einer Bank. Es ist ein Experiment und wir laden alle ein, mitzumachen“. Dementsprechend trägt der Bot den Namen „Financial Health Prototype“.

„Spielerisch und leicht verständlich“ Finanzwissen vermitteln

Der Anspruch: Der Bot soll spielerisch und leicht verständlich Finanzwissen vermitteln. Um konkrete Anlageempfehlungen geht es dabei explizit nicht: „Es ist als Information gedacht“, sagt Holzinger-Burgstaller. Der Bot ist außerdem eine Stand-Alone-Lösung – er ist nicht mit herkömmlichen Bank-Anwendungen verbunden.

Auch verarbeitet er keine Kundendaten. Tatsächlich sei der Chatbot sogar so konzipiert, dass man keine Kundendaten eingeben könne, erläutert die Erste-Bank-Chefin: „Man kann keine IBANs eingeben, das akzeptiert der Chatbot nicht“.

Chatbot baut auf OpenAI-Modellen auf

Technisch setzt die Erste Bank für den Bot auf die GPT-Sprachmodelle von OpenAI, die unter anderem auch die Grundlage für ChatGPT bilden. Allerdings wurden diese ergänzt mit spezifischen Daten der Bank: Dazu wurden Inhalte aus sämtlichen Webseiten, Publikationen und Wissensunterlagen des Finanzinstituts herangezogen und daraus eine Datenbank mit 3.400 Einträgen erstellt.

Umgesetzt hat die Erste Bank das Projekt mit dem Wiener Tech- und Design-Unternehmen wild und der Kreativagentur papabogner GmbH. Was die OpenAI-Modelle angeht, kommen sowohl GPT-3.5, das ursprünglich die Basis für ChatGPT bildete, als auch das im März 2023 veröffentlichte fortgeschrittenere GTP-4-Modell zur Anwendung.

Tom Schönmann, Innovation Tech Lead bei wild, erläuterte auf brutkasten-Rückfrage: „Der Algorithmus entscheidet, welches Modell konkret genutzt wird. Der Input wird nach verschiedenen Kriterien klassifiziert und wenn er zu komplex ist, um mit GPT-3.5 verlässlich beantwortet zu werden, nutzen wir GPT-4“. Hintergrund sind die damit verbundenen Kosten, Abfragen über das GPT-4-Modell sind deutlich teurer.

Chatbot könnte langfristig auch in George integriert werden

Aktuell ist der Chatbot, wie eingangs erwähnt, nicht mit anderen Anwendungen der Erste verbunden – ist aber perspektivisch geplant, KI-Anwendungen wie den etwa in die Online-Banking-Plattform George einzubauen? Holzinger-Burgstaller bejaht dies: „Es wird ganz sicher in irgendeiner Form in George einfließen. Ich kann nicht sagen, wann und ich kann nicht sagen, in welcher Form“. Aber es werde daran gearbeitet.

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Hivesense
© Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer - Alexander Moosmann (l.) und Florian Entleitner von Hivesense.

Die beiden FH-Absolventen Florian Entleitner und Alexander Moosmann teilen eine Leidenschaft namens IT-Security. Daraus ist ein Startup geworden: Mit Hivesense entwickelten beide eine sogenannte Deception-Plattform, die Cyberangriffe frühzeitig erkennt, indem sie Angreifende mit gezielt platzierten digitalen Fallen aufdeckt und dadurch wichtige Informationen für Cyberdefense liefert. Dabei setzen sie bewusst auf europäische Infrastruktur und digitale Souveränität. Die Idee entstand im Studium an der FH Salzburg.

Hivesense mit „Deception Technology“

Konkret haben sich Entleitner und Moosmann im Studium Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg kennengelernt. Die Idee für das Startup entstand schließlich im Rahmen von Entleitners Abschlussarbeit. „Ich habe mich in meiner Masterarbeit intensiv mit sogenannten ‚Honeypots‘ beschäftigt, einem Teilbereich der Täuschungstechnologie. Dabei wurde mir klar, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt“, erklärt er.

Die Founder pitchten ihre Idee beim FHStartup Center und wurden im Herbst 2025 in die Startup Factory des Netzwerks Startup Salzburg aufgenommen. Im März 2026 gründeten sie schlussendlich ihr Unternehmen.

Hivesense entwickelt – wie erwähnt – eine „Deception Technology“, eine – eigenen Angaben nach – noch wenig verbreitete Form der Cyberabwehr. Das Prinzip: Im Netzwerk eines Unternehmens werden gezielt „Stolperdrähte“ platziert. Angreifer, die sich im System bewegen, sollen dann darauf stoßen und erkannt werden, so der Claim.

„Wir bauen keine klassische Schutzmauer“, sagt Entleitner. „Wir legen bewusst falsche Spuren und warten, bis jemand darüber stolpert – vergleichbar mit einem Stolperdraht, an dem ein Glöckchen platziert wurde.“ Moosmann ergänzt: „Viele Sicherheitslösungen erkennen nur bekannte Bedrohungen. Wir gehen einen Schritt weiter: Wir erkennen Verhalten und interagieren direkt mit Angreifern.“ Dabei setzt Hivesense im Inneren des Netzwerks an, einem der, wie beide Gründer sagen, kritischsten Bereiche.

Erste Pilotkunden

Die Decoy-Plattform von Hivesense befindet sich im Einsatz bei ersten Pilotkunden. Das Team treibt den Markteintritt im DACH-Raum aktiv voran und sucht weiterhin nach Unternehmen, die die Plattform in ihrer Infrastruktur einsetzen und gemeinsam mit Hivesense weiterentwickeln möchten.

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