20.02.2025
FÖRDERUNG

EIC-Accelerator: Zwei Ö-Startups holen sich Millionenförderung

Das European Innovation Council (EIC) vergibt über den EIC-Accelerator insgesamt 387 Millionen Euro an 71 europäische Startups. Mit Holloid und Easelink kommen zwei davon aus Österreich. Easelink sicherte sich ganze 11,5 Millionen Euro.
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Das Holloid-Team (c) Laszlo Toth

Insgesamt 387 Millionen Euro Fördergeld vergibt das European Innovation Council (EIC) über den EIC-Accelerator, davon 226 Millionen In Form von Beteiligungen und 161 Millionen in form von Garantien. Nun wurden 71 europäische Startups genannt, die im aktuellen Durchgang gefördert werden. Im Durchschnitt entfallen auf diese je 5,45 Millionen Euro Fördergeld. Der Großteil – fast 80 Prozent – erhalten eine Mischung aus Beteiligungskapital und Garantien.

Von 1.200 auf 71 im EIC-Accelerator

Der Auswahlprozess gilt als hoch-kompetitiv. Das EIC bezeichnet den aktuellen Durchgang in seiner Kommunikation sogar als „bisher wettbewerbsintensivste Finanzierungsrunde seit dem Start des Accelerators im Rahmen von Horizon Europe“. Rund 1.200 Startups kamen dabei in die erste Auswahl und mussten sich in einem mehrstufigen Prozess durchsetzen. Um die Förderung zu erhalten, müssen die Startups unter anderem von einer Jury aus drei Gutachter:innen neun von neun Punkten erhalten, bevor sie eine internationale Jury aus Unternehmer:innen und Wissenschaftler:innen bei einer 45-minütigen Live-Präsentation und einem Interview in Brüssel überzeugen müssen.

„Es ist wie 2 Minuten, 2 Millionen – nur professioneller“

„Es ist wie 2 Minuten, 2 Millionen – nur professioneller“, erzählt Marcus Lebesmühlbacher, CEO des Wiener BioTech-Startups Holloid. Es ist eines von zwei heimischen Unternehmen, die es in die Endauswahl geschafft haben. Als eines von nur zehn Startups, erhielt Holloid eine reine Garantie-Finanzierung. Auch das Grazer Startup Easelink, das ein E-Auto-Ladesystem entwickelt hat, ist mit dabei – und bekam eine Misch-Finanzierung aus Beteiligungskapital und Garantien. Dominiert wird die Gruppe der 71 ausgewählten Unternehmen von Startups aus Deutschland (15), den Niederlanden (11) und Schweden (7). Nicht nur Firmen aus EU-Länder, sondern etwa auch aus dem Vereinigten Königreich und Israel werden gefördert.

Holloid überzeugt mit Usecase im Bereich Präzisionsfermentation

Holloid hat ein Echtzeit-Monitoring-System zur Überwachung von Mikroorganismen entwickelt – brutkasten berichtete bereits. Die EIC-Jury überzeugte man mit einem Usecase im Bereich Präzisionsfermentation. „Die Bereitstellung einer Schlüsseltechnologie, die es der Pharma-, Lebensmittel- und Chemiebranche ermöglicht, ihre Wertschöpfungsketten umzugestalten, hat die Jury zu Recht begeistert“, kommentiert CEO Lebesmühlbacher. Auch viele zahlende Beta-Kunden und die Liste potenzieller Kooperationspartner habe die Jury überzeugt.

Easelink aus Graz hat ein System für automatisiertes E-Auto-Laden entwickelt. Damit konnte das Startup bereits zahlreiche internationale Kooperationen in der Auto-Branche, aber etwa auch mit E-Taxi-Anbietern in Österreich gewinnen. Auch finanzierungsseitig kann Easelink bereits einiges vorweisen. 2022 holte sich das Unternehmen in seiner Series-A-Finanzierungsrunde 8,3 Millionen Euro. Zuletzt stieg Verbund X Ventures im Herbst 2024 mit weiteren 1,5 Millionen Euro als strategischer Investor ein. Aus dem EIC-Accelerator-Topf bekam das Grazer Startup nun ganze 11,5 Millionen Euro.

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Isabell Claus, Ashley Zvaniashvili, Eva Reder (v. l.) | (c) xchannels.ai

Das Wiener KI-Startup xchannels.ai setzt seinen internationalen Expansionskurs fort. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab, geht es eine strategische Partnerschaft mit der im Silicon Valley ansässigen Marketingagentur GrowthMasters.io ein. Für das von Isabell Claus und Ashley Zvaniashvili geführte Startup ist die Kooperation der nächste Schritt seiner internationalen Wachstumsstrategie. „Die Präsenz im Silicon Valley ist für uns keine symbolische Geste, sondern essentieller Teil unserer Strategie“, sagt Ashley Zvaniashvili, Co-Geschäftsführerin von xchannels.ai.

Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht der Wissenstransfer zwischen dem Silicon Valley und Europa. Xchannels.ai will die lokale Marktkenntnis und das Netzwerk von GrowthMasters.io nutzen, um neue Entwicklungen rund um KI, digitales Marketing und AI Visibility direkt im US-Markt aufzugreifen. AI Visibility bezeichnet die Sichtbarkeit von Unternehmen in KI-gestützten Such- und Antwortsystemen wie ChatGPT.

„Im Silicon Valley entstehen nahezu alle Trends, die später weltweit Marketingstrategien und digitale Geschäftsmodelle bestimmen. Europäische Unternehmen – insbesondere KMU – haben häufig erst mit starker Verzögerung Zugang zu diesem Wissen“, sagt Co-Geschäftsführerin Isabell Claus. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den USA will xchannels.ai in konkrete Marketinglösungen übersetzen, die die europäischen Kunden nutzen können.

US-Marketingagentur mit österreichischen Wurzeln

Mit GrowthMasters.io holt sich xchannels.ai einen Partner an Bord, der bereits seit mehreren Jahren im US-amerikanischen Marketingmarkt tätig ist. Die Agentur wurde von der Oberösterreicherin Eva Reder gegründet und ist auf LinkedIn-Content, digitales Marketing und bezahlte Werbekampagnen spezialisiert.

Der Kontakt zwischen den beiden Unternehmen entstand durch ein anderes österreichisches Startup. GrowthMasters.io sei auf der Suche nach einer technischen Lösung gewesen, wie sie xchannels.ai anbietet, erklärt Claus. Die Zusammenarbeit soll dabei in beide Richtungen funktionieren: Während GrowthMasters.io seine Erfahrung und sein Netzwerk im US-Markt einbringt, stellt xchannels.ai seine KI-basierte Marketingplattform zur Verfügung. Diese unterstützt Unternehmen dabei, Marketinginhalte automatisiert zu erstellen und über verschiedene digitale Kanäle zu verbreiten. GrowthMasters.io will die Plattform künftig auch für seine eigenen Kunden in den USA einsetzen.

Erste US-Kunden über GrowthMasters.io erwartet

Die Partnerschaft markiert laut Claus erst den Beginn der US-Expansion. Das Startup, dass in Kürze erste Bestandskunden von GrowthMasters.io auch die Plattform von xchannels.ai nutzen werden.

Darüber hinaus plant das Unternehmen noch vor Jahresende eine Reise in die USA, um potenzielle Geschäftspartner zu treffen, die eigene Plattform vorzustellen und sein Netzwerk weiter auszubauen. Neben dem Silicon Valley steht dabei auch New York im Fokus. Vor allem die dort stark vertretene Kreativ- und Werbeindustrie mache den Standort für xchannels.ai interessant.

Von acht auf zehn internationale Märkte

Auch in Europa setzt xchannels.ai seinen Wachstumskurs fort. Bereits im August war das Startup nach eigenen Angaben mit rund 50 Unternehmenskunden in acht Ländern aktiv. Mittlerweile zählt das Unternehmen laut Claus 86 Kunden und zehn Mitarbeitende. Die Zahl der internationalen Märkte ist auf zehn gestiegen, zuletzt kamen Lettland und Italien hinzu.

Beim internationalen Wachstum setzt xchannels.ai weiterhin auf strategische Partnerschaften. Unter anderem arbeitet das Startup bereits mit der Deutschen Telekom zusammen. Die nun geschlossene Kooperation mit GrowthMasters.io soll diesen Ansatz auf den amerikanischen Markt ausweiten.

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