17.06.2019

DutySimple: Wiener Startup erinnert Unternehmen an ihre Prüfpflichten

Feuerlöscher, Prüfplaketten, Erste Hilfe-Kästen: Unternehmen müssen sich, neben dem eigentlichen Geschäft, mit vielen zusätzlichen Verpflichtungen auseinandersetzen. Die Online-Plattform des Wiener Startups DutySimple erinnert sie daran und ermöglicht die ordnungsgemäße Dokumentation dazu.
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Wiener Startup DutySimple erinnert Unternehmen an ihre Prüfpflichten
(c) DutySimple: Die Co-Founder Alexander Stolar und Helmut Niessner

Der Kunde hat immer Priorität – diese simple Prämisse gilt heute in den meisten Unternehmen. Alles andere hintanzustellen kann aber bekanntlich zu Problemen führen. Es sind gerade vermeintliche Kleinigkeiten, die im meist stressigen Unternehmensalltag vergessen oder übersehen werden können – etwa die regelmäßige Wartung von Feuerlöschern, die Auffrischung von Erste Hilfe-Kursen oder das „Pickerl“ für Firmenautos. Dazu kommt die Aufrechterhaltung von ISO-Zertifizierungen. Das Wiener Startup DutySimple will Unternehmen mit seiner Plattform genau bei diesen Prüfpflichten unter die Arme greifen.

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Wenn dann etwas passiert…

„Prüfpflichten werden dann zum Problem, wenn man sie vergisst und es passiert etwas. Und davor wollen wir schützen“, sagt DutySimple-Co-Gründer und Geschäftsführer Helmut Niessner. Denn Unternehmen, die Fristen übersehen oder Prüfungen nicht zeitgerecht umsetzen und ordnungsgemäß dokumentieren, würden Einbußen durch den Verlust etwaiger Zertifizierungen, behördliche Strafen oder Schadenersatzforderungen drohen – und im schlimmsten Fall sogar die Schließung der Betriebsanlage.

DutySimple: Finden, verwalten und erinnert werden

DutySimple startete nun mit seiner Online-Plattform in die öffentliche Beta-Phase – das erste Jahr ist für User derzeit noch gratis. Mit der Plattform können Unternehmen ihre regelmäßigen Prüfpflichten finden und verwalten und werden an sie erinnert. Ebenso können zu den einzelnen Prüfungen Dokumente (z.B. Prüfbescheinigungen) hochgeladen und somit zentral abgelegt werden, um sie bei Bedarf jederzeit und überall zur Verfügung zu haben – beispielsweise bei einer Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat.

Prüfpflichten an verschiedene Personen vergeben

„Der Nutzer muss nur den Typ des Gegenstandes oder der Pflicht auswählen, das Datum der letzten Überprüfung oder der Neuanschaffung angeben und sieht sofort das Datum der nächsten Überprüfung – inklusive genauer Frist und berechtigter Prüforgane. Die Prüfpflichten jedes Unternehmens können in strukturierte Bereiche (z.B. Standorte, Abteilungen etc.) zusammengefasst, an verschiedene Personen vergeben und so gezielt verwaltet werden“, heißt es in einer Erklärung des Startups. User können zudem die Einträge in den eigenen Kalender exportieren und sich auf Wunsch per E-Mail rechtzeitig an alle anstehenden Pflichten erinnern lassen.

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Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs | (c) Peter Drechsler / SAL

Das österreichische Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) hat nach eigenen Angaben das weltweit dünnste bidirektionale 11-Kilowatt-Bordladegerät für Elektroautos entwickelt. Die sogenannte „Tiny Power Box 2.0“ ist nur fünf Zentimeter hoch und soll Autoherstellern neue Möglichkeiten beim Einbau bieten. Entwickelt wurde der Prototyp von Forschungsteams in Villach und Graz gemeinsam mit den Industriepartnern Infineon, AVL, TDK, Fronius und MetaSystem. Das Forschungsprojekt hatte ein Volumen von 7,2 Millionen Euro.

Laden und Strom zurückspeisen

Jedes Elektroauto verfügt über einen sogenannten On-Board-Charger. Dieser wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose oder Wallbox in Gleichstrom um, den die Fahrzeugbatterie speichern kann. Die Tiny Power Box 2.0 übernimmt dabei gleich drei Funktionen: Sie lädt die Batterie mit bis zu elf Kilowatt, kann Strom aus dem Fahrzeug zurück ins Haus oder öffentliche Netz speisen und versorgt über einen integrierten Wandler auch das 12-Volt-Bordnetz. Darüber werden unter anderem Beleuchtung, Steuergeräte und Infotainment betrieben. Dafür ist bislang häufig ein separates Bauteil notwendig.

Durch die bidirektionale Funktion könnte ein geparktes Elektroauto künftig auch als Stromspeicher dienen. Beispielsweise ließe sich tagsüber erzeugter Solarstrom in der Fahrzeugbatterie speichern und bei Bedarf wieder im Haushalt nutzen.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Wärme gewesen, die beim Umwandeln des Stroms entsteht, heißt es von SAL. Je kompakter das Ladegerät, desto schwieriger wird es, diese abzuführen.

„Bei 50 Millimetern Bauhöhe liegt die eigentliche Herausforderung in der Wärmeentwicklung, die auf sehr kleinem Raum abgeführt werden muss. Wir haben Kühlung, magnetische Komponenten und Isolation deshalb in kombinierten Designprozessen als ein gemeinsames Gesamtsystem simuliert und entwickelt. Nur so lassen sich 11 Kilowatt bidirektional auf engstem Bauraum umsetzen“, erklärt Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs.

Die Entwicklung baut auf einem Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2022 auf. Damals hatte SAL bereits ein kompaktes Ladegerät mit sieben Kilowatt Leistung entwickelt. Die neue Generation erreicht elf Kilowatt und kommt dabei mit einer deutlich geringeren Bauhöhe aus.

Forschungsergebnisse für weitere Anwendungen

Nach dreieinhalb Jahren Forschung liegt die Tiny Power Box 2.0 nun als Prototyp vor. Mit fast allen beteiligten Industriepartnern laufen bereits Folgeprojekte. Dabei sollen die entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, in industriellen Gleichstromnetzen oder bei der Stromversorgung von Rechenzentren.

Ob und wann die Tiny Power Box 2.0 selbst in Serienfahrzeugen eingesetzt werden könnte, ist derzeit offen. Interesse gibt es laut SAL aber bereits von europäischen und internationalen Autoherstellern.

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