05.10.2020

„Die Höhle der Löwen“: Deutsches Startup möchte Kinder in den Sack stecken

In dieser Folge der "Höhle der Löwen" ging es um autoschützende Kindersäcke, Schnupfen-Duschen und simulierten Sauerstoffmangel beim Trainieren. Zudem versuchte ein Wiener Startup, sein Lichttherapie-Wearable an die Löwen zu bringen.
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Höhle der Löwen, Nico Rosberg, Pocket Sky
Nico Rosberg bei "Die Höhle der Löwen" | (c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer
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Den Anfang der Höhle der Löwen – die immer Montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – machten die Brüder Bastian (40), Diplomingenieur und ehemaliger Fitnesstrainer, und Lukas Erdmann (36), Diplom-Wirtschaft- und Sportwissenschaftler, sowie ehemaliger Profisportler aus der Leichtathletik. Sie präsentierten den Löwen ihre mybimaxx Bandage.

Trainingsgewicht reduzieren

„Mit den schweren Gewichten werden die Übungen oft nicht korrekt und viel zu schnell ausgeführt“, sagt Bastian Erdmann. Die Folge ist nicht selten eine Verletzung. Mit mybimaxx soll das der Vergangenheit angehören. „Das ist eine Fitnessbandage, mit der zum einen die Trainingszeit und zum anderen das Trainingsgewicht um über 50 Prozent reduziert werden kann – und das bei mindestens gleichem Muskelaufbau“, so die Gründer.

Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Investorin Judith Williams probiert die Fitnessbandage für Muskelaufbau von „mybimaxx“.

Durchblutung mindern

Durch die Bandage soll die Durchblutung während des Trainings gezielt vermindert werden. Dies habe eine verringerte Sauerstoffzufuhr zur Folge. Wie die Gründer wissen ist die Muskulatur schneller erschöpft und daher sendet das Gehirn den Auftrag zum Muskelaufbau. Die deshalb mehr ausgeschütteten Wachstumshormone sollen dafür sorgen, dass die Muskulatur schneller, größer und stärker wird.

Für drei Muskelgruppen

Die Gründer bieten ihre mybimaxx Bandagen für die drei verschiedenen Muskelgruppen Arme, Beine und Waden an. Die Produkte sind aus atmungsaktivem und strapazierfähigem Material gefertigt und können nach Gebrauch in der Waschmaschine gereinigt werden. Um mybimaxx groß rauszubringen, benötigen die Gründer 80.000 Euro und bieten den Löwen dafür 25 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Mit weniger Gewicht bessere Ergebnisse

Nach dem Pitch testete Beauty Queen Judith Williams das Produkt, wirkte zufrieden, während Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl nach einem Nachweis für die Behauptungen der Gründer verlangte, die meinten, mit ihrem Produkt würde der Muskel mit weniger Gewicht schneller aufgebaut werden.

Japanische Studien

Die Gründer erzählten von japanischen Studien, die bereits existierten, während Konzernchef Nils Glagau auf die Konkurrenz zu sprechen kam. Das Duo erwähnte daraufhin ihr Sicherheitsfeature als USP, das dafür sorge, dass man sich beim Training nicht die Arterien zuschnüre.

Kritik von Glagau

Glagau stutzte die Idee der Founder darauf herab, dass es sich „nur“ um eine weitere Neuerung im Trainingsgeschäft handle, die schnelle Ergebnisse verspreche. Er stieg aus.

Geschäftsmodell nicht attraktiv

Medieninvestor Georg Kofler fand das Geschäftsmodell nicht attraktiv und stieg als nächster aus. Alt-Löwe Ralf Dümmel nannte den Auftritt der Gründer gut, verabschiedete sich aber auch als der falsche Löwe für das Startup. Auch Wöhrl stieß in die gleiche Kerbe und ging ebenfalls.

Die letzte Löwin

Judith Williams, die selbst seit kurzem Muskelaufbautraining betreibt und sich – wie sie erzählt – seit neuestem „beim Aussteigen aus der Dusche sehr gefällt“, sah die Notwendigkeit, in einem gewissen Alter die eigenen Muskeln zu stärken. Sie stieg dennoch aus, da ihr die Kommunikation mit den Zielpersonen nicht „gut genug“ erschien. Kein Deal für mybimaxx.

Duschschaum in der Höhle der Löwen

Als zweite in der „Höhle der Löwen“ folgte die Pharmareferentin Jacqueline Torres Martinez (38). Sie bietet mit MediDusch einen Duschschaum an, der ätherische Öle in die tägliche Körperpflege integriert: eine Mischung aus den Erkältungszeit-Klassikern Eukalyptus und Menthol, sowie pflegendem Avocado- und Mandelöl. Zudem ist das Produkt frei von Silikonen, Parfüm und Mikroplastik. Die Forderung: Ein Investment von 75.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firmenanteile.

Höhle der Löwen, MediDusch
TVNOW / Stefan Gregorowius – Jacqueline Torres Martinez präsentierte mit „MediDusch“ einen Dusch-Schaum bei Erkältung.

Wie Arthur Dent aus dem Buch „Per Anhalter durch die Galxis“ betrat Martinez das Studio im Bademantel und bezauberte die Jury mit ihrer Präsentation. Danach schäumten sich die Löwen ein, wobei Williams meinte, ätherische Öle seien für Schleimhäute reizend und weniger gut geeignet für Personen mit sensibler Haut.

Nicht für „unten“ geeignet

Multiinvestor Carsten Maschmeyer fragte nach möglichen Reizungen im Intimbereich, wenn man das Produkt beim Duschen verwende. Die Gründerin verwies auf die Ausgewogenheit der Inhaltsstoffe, warnte aber davor, es gezielt im unteren Bereich zu benutzen.

Konkurrenz zu Aspuraclip?

Mit der Zeit zeigten sich Kofler und Williams angetan von der Unternehmerin. Ersterer bot die 75.000 Euro für 25 Prozent, während Maschmeyer meinte, Martinez erfülle das wichtigste Kriterium für ein Investment: Verkäuferisches Können oder auch Akquise-Willen. Sie würde gut an seine Seite passen, allerdings sei er mit Dümmel an Aspuraclip (Mini-Inhalator) beteiligt und wollte nicht einsteigen.

Maschmeyer ändert Meinung

Dümmel hingegen sah die Sache etwas anders und MediDusch nicht als Konkurrenz zum Aspuraclip. Dies holte Maschmeyer wieder zurück ins Rennen, der Dümmel nach hinten zur stillen Beratung bat.

Das Apotheken-Netzwerk

Glagau versprach indes mit seinem Apotheken-Netzwerk „größer zu skalieren“ und bot die geforderte Summe für 20 Prozent Anteile. Maschmeyer und Dümmel stellten indes bundesweite Plakate im Wert von einer halben Million Euro und Prospekte, sowie 10.000 Filialen, in denen MediDusch gelistet werden könne, in Aussicht. Sie boten 100.000 Euro plus die Plakat-Aktion für 30 Prozent Anteile.

Noch eine Löwin möchte einsteigen

Die Gründerin zeigte sich daraufhin gerührt und hatte Tränen in den Augen, als Judith Williams ihr riet, den Moment zu genießen. Sie argumentierte damit, dass MediDusch auch sicher online gut gehen würde. Und bot 100.000 Euro für 30 Prozent.

Das Nachziehen der Löwen

Danach legte Georg Kofler nach, bot ebenfalls 100.000 Euro für 30 Prozent und versprach eine starke Social-Media-Kampagne, als ihn Nils Glagau unterbrach. Der Konzernchef machte ein neues Angebot: 100.000 Euro für 20 Prozent.

Deal für…

Jacqueline Torres Martinez musste dann zwischen drei Einzelangeboten und einem Kombiangebot wählen. Nach kurzer Beratung nahm die Gründerin Maschmeyer und Dümmel mit ins Boot. Deal für MediDusch.

Kinder in den Sack

Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34). Beide Gründer haben ein Herz für Schmutzfinken. Um dem Problem, nach dem Park schmutzige Kinder ins Auto zu setzen, Herr zu werden, hat das Duo eine Lösung entwickelt: Die beiden Familienväter haben Schmuki – der Schmutzsack für Kinder zwischen drei und sechs Jahren – erfunden.

Für Kindersitze geeignet

Die Idee: Statt die Kinder umzuziehen oder das Auto abzudecken, soll man mit Schmuki die kleinen Schmutzfinken einfach – so dreckig wie sie sind – einpacken. Der Schmutzsack ist für alle Kindersitze sowie Buggys geeignet, aus strapazierfähigem, wasserdichtem Material, waschbar und damit immer wiederverwendbar. Aktuell ist Schmuki über ihren kleinen Onlineshop erhältlich. Sie forderten 100.000 Euro und boten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Schmuki,
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Marc Duttel (l.) und David Seidewitz, sowie die kleine Nayla zeigten den Löwen wie „Schmuki“ der Schmutzschutz für Kinder funktioniert.

Nach der Live-Demonstration mit der kleinen Nayla meinte Williams, sie kenne das Problem mit dem Schmutz nach einem Parkausflug und nannte Schmuki einen Problemlöser.

Bisher nur 15 Stück verkauft

Sämtliche Juroren zeigten sich allesamt interessiert und ebenso irritiert, als die Gründer erwähnten, dass bisher nur 15 Stück des Produkts verkauft wurden.

Nachproduktion bereits gestartet

Die Erklärung: Duttle und Seidewitz mussten den Verkauf stoppen, da sich der Druck auf dem Sack beim Waschen ablöste. Deshalb wurde der Lieferant kontaktiert und die Nachproduktion in Gang gebracht.

Designmusterschutz statt Patent

Auch dass Schmuki nicht patentierbar sei, stellte sich als kleines Problem für die Löwen dar. Zumindest der Designmusterschutz sei am Laufen. Die Gründer würden stark auf das Prinzip „first to market“ setzen.

Zwei Absagen in der Höhle der Löwen

Dennoch stieg aus den oben genannten Gründen Dagmar Wöhrl aus. Williams hingegen sah es zwar etwas anders und hatte kein Problem mit potentiellen Nachahmern, ging aber ebenfalls.

Nicht nur „Ein-Produkt-Firma“

Ebenso erging es Georg Kofler, der in der „Ein-Produkt-Firma“ kein Investment-Case sah. Die Gründer erwähnten daraufhin, dass sie andere Produkte in Planung hätten, wie etwa Stulpenstiefel namens „Schmoots“ oder auch Säcke für größere Kinder.

Der Schweigsame redet und der andere erschreckt

Nils Glagau, der bisher sehr schweigsam war, sah es anders als der Rest und bot 100.000 Euro für 35 Prozent. Ralf Dümmel zog nach, bat die Gründer sich nicht zu schrecken und wollte mit 100.000 Euro für 40 Prozent Beteiligung bei Schmuki einsteigen. Er fügte an, er halbiere damit zwar die Firma, um dann aber mit seinem Team den Turbo zu zünden. Die Gründer entschieden sich für Ralf Dümmel. Deal für Schmuki.

Anästhesistin in der „Höhle der Löwen“

„Bei uns dreht sich alles um gesunde Ernährung“, versprach Ella della Rovere, die vierte Pitcherin in der „Höhle der Löwen“. Die 69-Jährige ist mit 25 Jahren und ihrem kleinen Sohn von Polen nach Deutschland gekommen. Ohne Geld und Deutschkenntnisse, aber mit einem Arztdiplom in der Tasche. Nach jahrelanger Erfahrung als Anästhesistin und Schmerztherapeutin gründete sie 1991 eine Klinik, welche sie 20 Jahre lang erfolgreich führte. 2010 ist sie dann in Pension gegangen.

Krankheiten Folgen von schlechter Ernährung

Doch an den Ruhestand dachte die Gründerin noch lange nicht. Während ihrer Zeit als praktizierende Ärztin konnte sie, wie sie erklärt, wichtige Erkenntnisse über die Krankheiten ihrer Patienten sammeln und schon früh erkennen, dass viele davon unmittelbar mit der Ernährung zusammenhängen.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Ella della Rovere und ihre Partner Marcin Glowacki und Konrad Geiger sind „Ellas Basenbande“, die Säure-Base-basierte Fertiggerichte produzieren.

Prinzip der Säure-Base

Ella fand leider in den Regalen von Supermärkten keine Fertiggerichte, die wirklich frei von Zuckerzusätzen und Süßungsmitteln, Füllstoffen, Emulgatoren oder Konservierungsstoffen waren. Und so entstand die Idee, ein Fertiggericht selbst zu entwickeln, das auf dem Prinzip der Säure-Base-basierten Ernährung aufbaut.

Die Bande der Fertiggerichte

Das bedeutet basisch, vegan, reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Marcin Glowacki (47) und dem Koch Konrad Geiger (51) bildet sie Ella’s Basenbande. Gemeinsam bieten sie basische, vegane Fertiggerichte in Gläsern an, die ausschließlich aus Gemüse, Kräutern, Gewürzen und Ölen bestehen. Um weiter wachsen zu können, hofft Ella, ein neues Mitglied in ihrer Basenbande begrüßen zu können. Ihr Angebot an die Löwen: 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

9000 verkaufte Gläser

Nach der Kostprobe meinte Wöhrl, es schmecke wie „selbstgemacht“, während die Gründerin erzählte, dass im Dach-Raum bisher 9000 Gläser verkauft wurden.

Zu wenig Kalorien?

Nico Rosberg meinte indes, dafür dass das das Fertiggericht als eine Mahlzeit zähle, ihm im Glas zu wenig Kalorien (35) stecken würden. Die Gründerin erklärte, dass reine basische Ernährung zeitlich begrenzt sein müsse und ein Stück Fleisch oder Brot zu ihrem Produkt nicht schade.

Zwei Löwen raus

Georg Kofler stieg als erster aus. Es sei nicht sein Bereich, sagte er. Rosberg meinte, das Startup sei zu nischig und ging ebenfalls. Die Gründer wehrten sich, meinten ihr Produkt passe zu allen Ernährungsrichtungen. Sie würden einfach allen Empfehlungen von Ernährungsexperten folgen, die seit jeher sagen: „Essen Sie mehr Gemüse“.

Hält gesund

Glagau stimmte zu und erwähnte, dass Studien belegen würden, dass basenreiche Ernährung gesundheitserhaltend sei. Als man drauf kam, dass Ellas Basenbande eine Kühlkette im Verkauf brauche, stieg Wöhrl aus. Auch Dümmel ärgerte sich.

Das Kühlwaren-Problem

Die Founder wären spitze, sagte der Löwe, jedoch sei Kühlware ein schweres Geschäft. Sein Unternehmen sei für diesen Bereich nicht aufgestellt. Ella della Rovere gab nicht auf, erzählte von einer gesunden Suppe im Sortiment, die 90 Tage haltbar sei.

Der richtige Partner

Glagau meinte daraufhin, dass er einen Kooperationspartner im Sinn habe, der richtig für ihr Startup sei. Er bot 150.000 Euro für 20 Prozent. Deal für die Bande.

Lichttherapie-Wearable

Die letzten in der „Höhle der Löwen“ waren Mark Wallerberger (45) und Michael Geyer (58) aus Wien. Sie stellen den Löwen Pocket Sky vor: „Das kleinste und leichteste Lichttherapie-Wearable der Welt“, wie Mark erklärt. Pocket Sky wird wie eine Brille getragen und soll eine leistungssteigernde Wirkung haben. Hervorgerufen wird der Effekt durch ein spezielles blaues Licht, damit soll das Schlafhormon Melatonin unterdrückt werden.

Von B2B in den Einzelhandel

„Nach ungefähr 20 Minuten schaltet sich das Wearable ab, denn dann hat der Körper die richtige Dosis Licht erhalten und der Nutzer ist fühlbar wacher und aktiver“, führt Michael aus. Pocket Sky soll stimmungsaufhellend sein, Vielfliegern dabei helfen, ihren Jetlag zu überwinden oder Schichtarbeitern, durch die unnatürlichen Arbeitszeiten zu kommen. Zunächst setzten die Gründer auf eine B2B-Strategie, sie wollen aber mit Hilfe der Löwen ihr Produkt auch bald im Einzelhandel anbieten und eine zugehörige App entwickeln. Die Gründer suchen einen strategischen Partner und boten daher den Löwen 200.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Schlafprofessor

Nach dem Pitch setzten die Investoren die Lichtbrille auf und wirkten wie eine Zukunftsversion ihrer selbst. Rosberg erzählte von seiner Zusammenarbeit mit einem Harvard-Schlafprofessor, um seinen Melatoninpegel künstlich hochzufahren, um besser zu schlafen. So ein Gerät wie das der beiden Wiener habe er damals leider nicht gehabt, so der F1-Weltmeister weiter.

Ein Löwe geht

Bisher wurden 1000 Stück von Pocket Sky über den Online-Shop in knapp acht Monaten vertrieben. Glagau lobte die Brille, die Verpackung und den Style. Jedoch sah er es als saisonales Produkt und war raus.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Die Wiener Mark Wallerberger (l.) und Michael Geyer präsentieren den Löwen die Sonnenlichtbrille „Pocket Sky“.

Zwie weitere Abschiede

Kofler nannte Pocket Sky zwar ein Onlineprodukt, aber zu spezifisch. 200.000 Euro waren ihm zu viel, um einzusteigen. Auch Ralf Dümmel stieg kurz danach aus.

Spannendes Thema, aber…

Die Gründer erklärten, dass es ihnen nicht ums Kapital gehe, sie bräuchten die Expertise der Investoren. Wöhrl empfand das Thema spannend, scheiterte aber zu sehen, wie sie den Gründern helfen könne. So blieb nur Nico Rosberg über.

Wirksamkeitsstudie

Jener fragte nach bewiesenen Studien für die Wirkung des Produkts. Geyer erzählte von einer Wirksamkeitsstudie, in der gezeigt werden konnte, dass man den Anstieg des Melatoninspiegels gestoppt hat. Rosberg erkannte das Thema als wichtig an, war dann aber aufgrund von diversen Faktoren und Herausforderungen bezüglich Messbarkeit und Individualisierungs-Effekten draußen. Kein Deal für Pocket Sky.

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Q.ANT-Gründer und CEO Michael Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel | (c) Martin Pacher / brutkasten

Photonic Computing gilt als eine der großen Wetten auf die nächste Generation der Recheninfrastruktur: Statt mit Strom wird mit Licht gerechnet – was drastisch weniger Energie verbraucht und in Zeiten explodierender KI-Rechenlast zum entscheidenden Faktor werden könnte.

Mit Q.ANT hat sich ein Stuttgarter Deep-Tech-Startup an die Spitze dieses Feldes gesetzt: Nach eigenen Angaben ist es weltweit das einzige Unternehmen, das photonische Prozessoren bereits in Rechenzentren ausliefert. Für Gründer und CEO Michael Förtsch ist die Technologie mehr als ein Effizienzversprechen. Sie ist für ihn eine der wenigen realistischen Chancen, mit denen Europa im nächsten KI-Zyklus doch noch eigene Champions hervorbringen kann. Getroffen haben wir Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel.


brutkasten: Michael, für alle, die sich mit Photonic Computing noch nie beschäftigt haben – wo steht Q.ANT aktuell?

Michael Förtsch: Wir sind im Moment die einzige Firma weltweit, die Prozessoren basierend auf dieser Technologie liefern kann. Könnten wir heute die Stückzahlen eines Nvidia stemmen? Nein. Aber wir sind in kleineren Stückzahlen genau in den Rechenzentren verbaut, wo Nvidia in größeren Mengen installiert ist. Auf der Skala der Technology Readiness Levels würde ich uns zwischen sieben und acht eingruppieren – unsere Serversysteme kann man inzwischen per Cloud-Service buchen. Das funktioniert nicht nur im Labor unter zwangsbeatmeten Konditionen, sondern im regulären Rechenbetrieb als Co-Processing-Unit im Rechenzentrum. Was uns noch fehlt, um zu den ganz Großen aufzuschließen, ist die Produktionsfähigkeit. Das werden wir nicht alleine hinkriegen, sondern mit Partnern aus der Halbleiterindustrie.

Mit den ganz Großen meinst du Nvidia – oder auch Lightmatter aus den USA?

Lightmatter ist kein Competitor. Wenn man Photonik und Computing zusammenbringt, gibt es zwei Strömungen. Die erste ist das Interconnect-Thema: Da geht es nur darum, Licht zu nutzen, um Datenpakete schneller an den klassischen Prozessor heranzubringen – die sogenannten Co-Packaged Optics. Dort ist Lightmatter unterwegs, genauso Ayar Labs oder Intel. Der zweite Bereich ist der Prozessor-Markt: Da wird mit Licht statt Strom tatsächlich gerechnet. Wir waren 2024 weltweit die Ersten, denen es gelungen ist, einen Prozessor aufzubauen, der wirklich rechnen konnte – und diese Führungsposition haben wir bis heute gehalten. Wir führen das Feld im photonischen Computingbereich an, nicht im Datentransport.

Ihr challengt also Nvidia?

Nuanciert betrachtet: Ich sehe nicht, dass wir die Grafikkarte ergänzen. Stell dir den Computer als Fuhrpark vor. Die Host-CPU ist der VW Passat – das universellste Teil im Stack, kann alles, aber nichts besonders schnell. Die GPU ist der Viertelmeilen-Dragster: Sie kann genau eine Rechenoperation brutal gut, die Vektor-Matrix-Multiplikation, mehr nicht. Wir sind das Formel-1-Auto. Wir beherrschen deutlich mehr Befehle als die GPU – auch hochkomplexe mathematische Zusammenhänge in einem Takt. Mit uns solltest du nicht zum Bäcker fahren, aber am Nürburgring sind wir die Schnellsten. Und der Quantencomputer ist das Boot: Der fährt gar nicht auf der Straße.

Ihr steht bereits in Rechenzentren. Was heißt das konkret für die Effizienz?

Das schönste Beispiel ist das Hochleistungsrechenzentrum in München. Dort stehen unsere Server direkt neben denen von Nvidia. Vor deren Grafikkarten-Rechenschrank herrschen sechzig Grad Innentemperatur – so viel Hitze entsteht da drin. Bei uns stehst du davor und es ist kühl. Da laufen keine Wasserleitungen zum Kühlen rein, du siehst einfach nur Server, die rechnen. Man erlebt die Effizienz physisch. Und wir haben in den letzten drei Jahren gezeigt, dass wir von Prozessorgeneration zu Prozessorgeneration hundertmal schneller geworden sind – das entspricht zehn Jahren Digitalindustrie pro Jahr. Nächstes Jahr werden wir in bestimmten Anwendungen den State of the Art der Digitalindustrie überholt haben.

Welche Anwendungen sind das?

Erstens Bilderkennung: Wie viele Bilder identifizierst du korrekt pro Sekunde – und wie viel Strom hat es gekostet? Ob Robotics oder Autonomous Driving, überall werden Bilddaten verarbeitet. Zweitens Next-Level-LLMs. Der weltweite Strombedarf von LLMs wird bald so groß sein wie der von Japan; skaliert man das weiter, wären wir 2035 beim weltweiten Energiebedarf. Das wird nicht funktionieren. Es braucht die Revolution in der Revolution – Ende des Jahres zeigen wir, wie wir uns das vorstellen. Und drittens Physical AI: Wenn du einen Roboter mit KI versorgen willst, willst du ihm keinen seitenlangen Text geben, sondern das Problem auf Signalebene beschreiben – so wie wir Menschen. Da werden wir als einer der heißesten Kandidaten für den effizienten Einstieg gehandelt.

Das Rennen um generative KI hat Europa gegen die USA verloren. Ist Physical AI das Feld, wo Europa noch mitspielen kann?

Alle haben Sorge, wir hätten im KI-Zeitalter alles verloren. Aber jede neue KI-Welle bietet Europa die Chance auf eigene Champions. Nur weil OpenAI und Anthropic heute gut sind, heißt das nicht, dass sie die nächste Welle automatisch gewonnen haben. Wir haben jüngst gemeinsam mit NXAI, dem österreichischen Startup von Sepp Hochreiter, ein erstes TiRex-Modell auf unserer photonischen Hardware gezeigt. Wir haben Hochreiter und Björn Ommer, die mit Time Series Prediction und Diffusion Models Weltstandards gesetzt haben. Wir haben Mistral, Aleph Alpha, Black Forest Labs, wir haben Q.ANT – Europa hat eigentlich alles in der Hand, um vom Prozessor bis zum KI-Modell alles zu machen. Man muss nur sagen: Wir investieren jetzt eher in der Kategorie zehn Milliarden in dieses Ökosystem, um wirklich einen großen Schuss zu landen. Während die Amerikaner Milliardenbeträge in ihre AI Factories gesteckt haben, hieß es bei uns: Fünfhundert Millionen sind schon ein Haufen Geld. Wenn deine Kapitalisierung um Faktoren unterschiedlich ist, hast du keine Chance in dem Rennen.

Fehlt das Kapital in Europa?

Das Kapital ist da – der Mut muss kommen. Venture Capital ist kein High-Risk-Gambling, sondern hochstrategisches Investment in die innovative Zukunft dieser Region. Was Europa nicht verstanden hat, ist die Geschwindigkeit. Bei einem großen US-VC liegen zwischen Erstgespräch und Datenraumzugang zwei Wochen. Wir haben in den USA ungelogen null Pitchdeck gebraucht: Fünfzeiler per E-Mail, dann sitzt dir jemand gegenüber, der brutaler Experte ist, selbst schon zwei Firmen im Halbleiterbereich groß gemacht hat und dich im Erstgespräch technologisch grillt. In drei, vier Wochen redet man über ein Termsheet. In Europa ist man dagegen oft sehr Governance-getragen: Der Erste hat keine Entscheidungsbefugnis, dann entscheidet ein Board, das gar nicht weiß, worum es geht.

Trotzdem habt ihr fast ausschließlich europäische Investoren – untypisch für Deep Tech.

Genau das ist ein Signal für ein Wiedererwachen Europas. Wir haben international gesucht und international Zuspruch bekommen. IMEC, Xpand, Cherry Ventures, UVC und Venionaire waren wirklich schnell und gut und so haben wir die Series A in Europa zusammenbekommen – mit der nötigen Geschwindigkeit und dem technologischen Zutrauen. Europa hat äquivalente Optionen geboten wie die USA, also blieb ich in Europa. Aber eben nicht im Selbstaufgabemodus, sondern nur, weil Europa die besten Konditionen geboten hat.

Wie sieht die weitere Roadmap aus – kauft euch irgendwann Nvidia?

Ich habe die Firma gegründet, um sie an die Börse zu führen und einen neuen Weltmarktführer in der Prozessortechnologie zu bauen. Einen Verkauf schließe ich nicht kategorisch aus – als Gründer muss man in Varianten denken. Aber das Ziel ist: ein, zwei Finanzierungsrunden, dann ein IPO zum richtigen Zeitpunkt. Mein Wunsch ist, dass diese Firma ihr Headquarter in Europa hat und in Europa gelistet ist. Aber immer mit wirtschaftlichem Rational: Warum soll ich Geld aus patriotischen Gründen liegen lassen? Aktuell ist die Valuation bei einem europäischen IPO gerade im Deep-Tech-Bereich nicht so gut wie in den USA. Gleichzeitig erlebe ich, dass Europa aufwacht – es fängt an, seine eigene Technologiegeschichte wieder schreiben zu wollen. Bis zum Ende der Dekade soll Photonic Computing jedenfalls ein ganz normaler, integraler Bestandteil des Compute Stacks sein – wie die Grafikkarte heute.

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AI Summaries

„Die Höhle der Löwen“: Deutsches Startup möchte Kinder in den Sack stecken

  • „Mybimaxx ist eine Fitnessbandage, mit der zum einen die Trainingszeit und zum anderen das Trainingsgewicht um über 50 Prozent reduziert werden kann – und das bei mindestens gleichem Muskelaufbau“, sagen die Gründer.
  • Maschmeyer und Dümmel stellten für MediDusch indes bundesweite Plakate im Wert von einer halben Million Euro und Prospekte, sowie 10.000 Filialen in Aussicht.
  • Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34) mit dem Kindersack Schmuki.
  • Die Gründer würden stark auf das Prinzip „first to market“ setzen.
  • „Bei uns dreht sich alles um gesunde Ernährung“, versprach Ella della Rovere, die vierte Pitcherin in der „Höhle der Löwen“, die ihre basenbasierenden Fertiggerichte vorstellte.
  • Die letzten in der „Höhle der Löwen“ waren Mark Wallerberger (45) und Michael Geyer (58) aus Wien. Die Gründer haben mit Pocket Sky eine Lichttherapie-Brille entwickelt und suchen einen strategischen Partner.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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  • Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34) mit dem Kindersack Schmuki.
  • Die Gründer würden stark auf das Prinzip „first to market“ setzen.
  • „Bei uns dreht sich alles um gesunde Ernährung“, versprach Ella della Rovere, die vierte Pitcherin in der „Höhle der Löwen“, die ihre basenbasierenden Fertiggerichte vorstellte.
  • Die letzten in der „Höhle der Löwen“ waren Mark Wallerberger (45) und Michael Geyer (58) aus Wien. Die Gründer haben mit Pocket Sky eine Lichttherapie-Brille entwickelt und suchen einen strategischen Partner.

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  • Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34) mit dem Kindersack Schmuki.
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„Die Höhle der Löwen“: Deutsches Startup möchte Kinder in den Sack stecken

  • „Mybimaxx ist eine Fitnessbandage, mit der zum einen die Trainingszeit und zum anderen das Trainingsgewicht um über 50 Prozent reduziert werden kann – und das bei mindestens gleichem Muskelaufbau“, sagen die Gründer.
  • Maschmeyer und Dümmel stellten für MediDusch indes bundesweite Plakate im Wert von einer halben Million Euro und Prospekte, sowie 10.000 Filialen in Aussicht.
  • Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34) mit dem Kindersack Schmuki.
  • Die Gründer würden stark auf das Prinzip „first to market“ setzen.
  • „Bei uns dreht sich alles um gesunde Ernährung“, versprach Ella della Rovere, die vierte Pitcherin in der „Höhle der Löwen“, die ihre basenbasierenden Fertiggerichte vorstellte.
  • Die letzten in der „Höhle der Löwen“ waren Mark Wallerberger (45) und Michael Geyer (58) aus Wien. Die Gründer haben mit Pocket Sky eine Lichttherapie-Brille entwickelt und suchen einen strategischen Partner.

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  • Maschmeyer und Dümmel stellten für MediDusch indes bundesweite Plakate im Wert von einer halben Million Euro und Prospekte, sowie 10.000 Filialen in Aussicht.
  • Die dritten in der „Höhle der Löwen“ waren Marc Duttle (40) und David Seidewitz (34) mit dem Kindersack Schmuki.
  • Die Gründer würden stark auf das Prinzip „first to market“ setzen.
  • „Bei uns dreht sich alles um gesunde Ernährung“, versprach Ella della Rovere, die vierte Pitcherin in der „Höhle der Löwen“, die ihre basenbasierenden Fertiggerichte vorstellte.
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  • „Mybimaxx ist eine Fitnessbandage, mit der zum einen die Trainingszeit und zum anderen das Trainingsgewicht um über 50 Prozent reduziert werden kann – und das bei mindestens gleichem Muskelaufbau“, sagen die Gründer.
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