04.03.2022

Crypto Weekly #47: Kursgewinne trotz Ukraine-Kriegs – Bitcoin über 40.000 Dollar

Entkoppeln sich die Kryptokurse wieder vom US-Aktienmarkt? Und wie plausibel ist es, dass eine steigende Nachfrage aus Russland die Preise antreibt? Außerdem: Krypto-Spenden an die Ukraine belaufen sich mittlerweile auf über 55 Mio. Dollar. Und wie dezentral ist MetaMask wirklich?
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Bitcoin
Foto: xresch/Pixaybay

Im brutkasten Crypto Weekly, das hier per Mail abonniert werden kann, blicken wir jeden Freitag auf die wichtigsten Kursbewegungen und Nachrichten der Krypto-Woche zurück. Wie immer starten wir dabei mit einem Blick auf…


…die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): 41.700 US-Dollar (+7 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche)
  • Ethereum (ETH): 2.700 Dollar (-3 %)
  • Binance Coin (BNB): 400 Dollar (+9 %)
  • Cardano (ADA): 0,88 Dollar (+3 %)
  • Solana (SOL): 93 Dollar (+3 %)
  • Polkadot (DOT): 17 Dollar (+8 %)
  • Terra (LUNA): 90 Dollar (+36 %)

Bitcoin-Wochenhoch bei über 45.000 Dollar

Die Fakten: Auch diese Woche noch einmal vorweg: Von allen Auswirkungen, die der Krieg in der Ukraine hat, sind jene auf die Finanzmärkte wohl die unwichtigsten. Das bestimmende Thema am Kryptomarkt sind die Geschehnisse rund um den Konflikt aber dennoch. Entspannung ist im Krieg in der Ukraine keine in Sicht. Mit den Krypto-Kursen ging es diese Woche aber dennoch nach oben.

Schon in der Vorwoche war der Abverkauf am Donnerstag – dem Tag des russischen Einmarsches in die Ukraine – nicht von Dauer gewesen. Bitcoin etwa hatte bereits am Freitag seine Kursverluste wieder aufgeholt. Dann bewegte sich der Kurs zunächst seitwärts – bevor er am Montagabend stark von rund 38.000 Dollar auf über 43.000 Dollar anzog. Am Mittwoch überschritt er sogar die 45.000-Dollar-Marke und erreichten den höchsten Stand seit Anfang Februar. Danach kam es wieder zu einer leichten Konsolidierung. Der Kurs hielt sich am Freitagnachmittag jedoch klar über der 40.000-Dollar-Schwelle.

Der Kontext: Besonders interessant war in dieser Woche der Dienstag: Der Bitcoin-Kurs legte deutlich zu – während es am US-Aktienmarkt gleichzeitig stark abwärts ging. Der wichtigste Tech-Index Nasdaq-100 etwa gab um 1,6 Prozent nach. Warum ist das bedeutsam? Das Marktgeschehen war in den vergangenen Wochen vor allem von einer Thematik geprägt – der starken Korrelation zwischen Krypto- und US-Aktienmarkt. 

Kaum eine Woche verging, in dem nicht auch hier im Crypto Weekly darauf hingewiesen wurde: Im schwierigen Marktumfeld wurden “Risk Assets” immer wieder abverkauft – und neben Tech-Aktien betraf dies so gut wie immer auch den Kryptomarkt inklusive Bitcoin. Gefragt waren dann “sichere Häfen” wie Gold. Das Muster zeigte sich auch wieder unmittelbar nach Beginn des Kriegs in der Ukraine, als Gold stieg und Bitcoin fiel. Sogar Mainstream-Medien wurden darauf aufmerksam, dass das “digitale Gold”-Narrativ für Bitcoin (noch?) nicht der Realität entspricht. 

Entkoppeln sich Krypto- und US-Aktienmarkt?

Und genau deshalb war der Dienstag so interessant: Plötzlich verzeichnete der US-Aktienmarkt starke Verluste – und der Kryptomarkt stieg dennoch. Nach Angaben der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg ist die Korrelation zwischen Bitcoin und dem breiten US-Aktienindex S&P-500 übrigens zuletzt spürbar gesunken – und zwar von 0,7 auf 0,55. Ein Wert von 1 würde bedeuten, dass beide Assets sich in perfektem Gleichklang bewegen, während ein Wert von 0 signalisieren würde, dass die Kursbewegungen der beiden Assets völlig unabhängig voneinander sind. Die Korrelation ist also weiterhin recht hoch, aber nicht mehr ganz so stark wie sie es kürzlich noch war.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wird sich der Trend vom Dienstag fortsetzen? Sehen die Anleger Bitcoin plötzlich nun doch als “Safe Haven”-Asset? Hier muss man ganz klar sagen: Diese Schlussfolgerung wäre zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Klar, geopolitische Ereignisse in der Dimension des Ukraine-Kriegs haben natürlich das Potenzial, Narrative am Finanzmarkt über den Haufen zu werfen. Aber dazu müsste sich diese Tendenz erst festigen und bestätigen. Ein oder zwei Handelstage sind dafür zu wenig. Zumal es diese Muster auch in der Vergangenheit an einzelnen Tagen zu beobachten gab.

Adam Phillips, Portfolio-Stratege bei EP Wealth Advisors, sagte gegenüber dem Bloomberg, dass er weiterhin zur Vorsicht rate und bemühte einen etwas unkonventionellen Vergleich: “Wir dürfen nicht vergessen, dass es Bitcoin noch nicht so lange gibt und wir betrachten es als eine Art Teenager in einer Welt voll reifer Assets. Teenager verhalten sich manchmal etwas erratisch und man kann ihr Verhalten dann nicht wirklich verstehen. Das ist einer diese Tage”.

Treibt zusätzliche Nachfrage aus Russland die Kryptokurse?

Nicht alle sehen es jedoch so wie Phillips: Immer wieder wurde zuletzt auch darauf verwiesen, dass vor allem die verhängten Sanktionen gegen Russland zu einer verstärkten Nachfrage nach Bitcoin führen würden. Eben weil es dadurch vielen nicht mehr möglich sein wird, das traditionelle Finanzsystem zu nutzen. Das Bitcoin-Handelsvolumen in Rubel ist in der Vorwoche auch tatsächlich gestiegen

Ob dies bisher jedoch in einer relevanten Größenordnung geschehen ist, kann ebenfalls angezweifelt werden – zu den Skeptikern zählen hier etwa die Analysten der US-Großbank Citi: “Die russischen Volumen waren bisher relativ niedrig, was darauf hindeutet, dass die Preisbewegungen stärker darauf zurückgehen, dass sich Investoren für einen erwarteten Nachfrageanstieg aus Russland positionieren und weniger auf die tatsächliche Nachfrage aus Russland”, heißt es in einer aktuellen Einschätzung.

Anderes formuliert: Leute kaufen demnach, weil sie den Einstieg russischer Investoren – und den damit verbundenen erwarteten Kursanstieg – vorwegnehmen wollen. Damit pushen sie den Preis – und (noch?) nicht die tatsächliche Nachfrage aus Russland. Ungewöhnlich wäre ein solches Muster jedenfalls nicht. Am Kryptomarkt kennt man dies vor allem in Zusammenhang mit dem Einstieg institutioneller Investoren, den ebenfalls viele vorwegnehmen wollten. Sowohl im Bullenmarkt von 2017 als auch 2021 war dies eines der dominierenden Narrative.

Auch andere Daten deuten darauf hin: Zahlen des Datenanalyse-Unternehmen Chainalysis zufolge sind Krypto-Aktivitäten in Rubel zuletzt sogar wieder gesunken: Demnach lagen sie am gestrigen Donnerstag mit rund 34 Mio. Dollar nur mehr halb so hoch wie am Donnerstag der Vorwoche. Gleichzeitig gilt aber: Sowohl die Citi-Einschätzung als auch die Chainalysis-Zahlen beziehen sich auf die jüngste Vergangenheit. Wie sich die Sanktionen mittel- und langfristig auf die Krypto-Adaption in Russland auswirken werden, ist natürlich noch offen.

Neuer regulatorischer Druck in der EU und den USA

Einen anderen Aspekt darf man aber nicht außer Acht lassen: Sollten Kryptowährungen tatsächlich in größerem Umfang eingesetzt werden, um Sanktionen zu umgehen – oder auch nur dieser Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen – ist wiederum mit stärkerem Druck von regulatorischer Seite zu rechnen. 

Genau das zeichnet sich, wie berichtet, auch bereits ab: Sowohl in der EU als auch in den USA gibt es entsprechende Überlegungen. In Europa hat der französische Finanzminister Bruno Le Maire Maßnahmen angekündigt, mit denen verhindert werden soll, dass Kryptowährungen zur Umgehung von Sanktionen genützt werden können. In den USA wiederum hat das Justizministerium eine Task Force zu dem Thema eingesetzt. Wie solche Maßnahmen in der Praxis aussehen könnte, ist derzeit noch völlig offen – und ebenso, ob sie überhaupt den postulierten Zweck erfüllen können.

User aus Venezuela von Wallets ausgesperrt – wie dezentral ist MetaMask wirklich?

Einen kleinen Vorgeschmack wie so etwas – zumindest bei Ethereum – aussehen könnte, gab es diese Woche für venezolanische User der populären Wallet MetaMask. Diese hatten plötzlich keinen Zugriff mehre auf ihre Wallets. Hintergrund: MetaMask nutzt den Dienst Infura für Zugriff auf die Ethereum-Blockchain. Und Infura setzte nun Sanktionen um. 

Venezolanische User dürften davon allerdings nur versehentlich betroffen gewesen sein. Man habe manche Konfigurationen, die aufgrund neuer Sanktionen notwendig geworden waren, unabsichtlich zu breit vorgenommen, hieß es in einer auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme. Das Problem sei mittlerweile gelöst.

Wie Decrypt berichtete, habe Infura eigentlich User aus den von russischen Separatisten kontrollierten ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk sperren wollen. Neben diesen beiden Gebieten seien auch der Iran, Nordkorea, Kuba, Syrien und die Krim betroffen, zitierte das Magazin einen Sprecher von ConsenSys, dem Unternehmen, das sowohl hinter MetaMask als auch hinter Infura steht.

Der Kontext: Die Angelegenheit sorgte auf Social Media für erhitzte Gemüter – wirft sie doch wieder einmal Fragen auf, wie dezentralisiert manche Krypto-Anwendungen tatsächlich sind. Wenn MetaMask und Infura dafür offen seien, Länder über ihre IP-Adressen zu blockieren, sei es nur “eine Frage der Zeit, bis sich von den Behörden dazu gezwungen werden, die IP-Adressen von Einzelpersonen zu zensieren”, schrieb etwa Larry Cermak, Director of Research bei The Block, auf Twitter. “Wir brauchen sofort Alternativen”. Er hoffe, dass Alchemy – ein Infura-Konkurrent – und andere Anbieten nicht so vorgehen würden. 

Tatsächlich ist es jedoch nicht neu, dass Infura vorgegebenen Sanktionsrichtlinien folgt. Die Episode hat allerdings wieder einmal gezeigt: Blockchains mögen ja “permissionless” sein – aber das heißt nicht, dass es auch die Anwendungen sind, mit denen User auf die Chains zugreifen. In der Praxis kommt das dann für viele User einem Aussperren von der Blockchain gleich. Diese Lektion lässt sich wohl auch auf andere Fälle übertragen: Behörden können den Zugriff auf Blockchains nicht verhindern. Aber sie können ihn sehr, sehr mühsam machen.

Über 55 Mio. Dollar Krypto-Spenden an die Ukraine, Airdrop soll aber durch NFTs ersetzt werden

Kommen wir abschließend noch einmal zur Ukraine. Wie mehrfach berichtet, nimmt der Staat Spenden in Form von Kryptowährungen entgegen – unter anderem in Bitcoin, Ether, Tether und Polkadot. Den neuesten verfügbaren Zahlen von Elliptic zufolge sind so mittlerweile über 56 Mio. US-Dollar eingenommen worden. 5 davon kamen übrigens von Gavin Wood, dem Mitgründer von Ethereum und Polkadot.

Ein ursprünglich ebenfalls angekündigter Airdrop wurde dagegen wieder abgesagt. Stattdessen wolle man demnächst NFTs anbieten, mit denen man das ukrainische Militär unterstützen könne, schrieb der für Digitalisierung zuständige stellvertretende Ministerpräsident Mykhailo Fedorov am Donnerstag auf Twitter. Details zum Airdrop – etwa welche Token dabei ausgegeben worden wären – waren ohnehin noch keine bekannt gewesen.

Weitere News diese Woche:

  • das österreichische Krypto-Startup Coinpanion wird einer der Sponsoren des Fußballvereins Sturm Graz. Zum Artikel geht’s hier.
  • Mit 1. März hat sich in Österreich die Versteuerung von Krypto-Assets geändert. Alle Details zu der umfassenden Reform gibt’s hier.
  • Einer On-Chain-Auswertung des Datenanalyseunternehmens Glassnode zufolge hat ein Großteil jener Personen, die Bitcoin im vergangenen November am Rekordhoch gekauft hatten, mittlerweile wieder mit Verlust verkauft. Zum Artikel geht’s hier.

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Foto: OTS Amt der Oö. Landesregierung

Das Land Oberösterreich holt einen prominenten Player aus dem Silicon Valley dauerhaft nach Linz: Am Campus der Johannes Kepler Universität (JKU) entsteht das erste „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ von Plug and Play innerhalb der Europäischen Union. Das gaben Landeshauptmann Thomas Stelzer und Vertreter der beteiligten Unternehmen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Landhaus Linz bekannt.

Plug and Play wurde 2006 im Silicon Valley gegründet und betreibt ein internationales Netzwerk für Innovation und Startup-Kooperationen. Nach eigenen Angaben zählt das Unternehmen zu den aktivsten Early-Stage-Venture-Capital-Investoren der Welt, mit mehr als 65 Standorten auf fünf Kontinenten, über 550 Unternehmenspartnern, rund 250 Startup-Investments pro Jahr und mehr als 2.500 Unternehmen im Portfolio, darunter über 35 Unicorns.

Neu ist Plug and Play in Österreich dabei nicht: Seit 2019 kooperiert das Netzwerk mit dem Flughafen Wien, 2021 eröffnete es dort sein österreichisches Headquarter (brutkasten berichtete). In den ersten fünf Jahren dieser Partnerschaft wurden mehr als 700 Startups gemeinsam gescreent, rund zwei Dutzend Projekte in Bereichen wie Robotics, Predictive Maintenance und KI entstanden daraus. Geleitet wird Plug and Play Austria von Managing Director Nik Munaretto. Mit dem Exzellenzzentrum in Linz kommt nun ein dauerhafter Standort mit industriellem Fokus hinzu.

Fünf Industrie-Schwergewichte als Anchor-Partner

Mit Keba, Primetals Technologies, Swietelsky, TGW Logistics und voestalpine beteiligen sich fünf oberösterreichische Industrieunternehmen als künftige Anchor-Partner an der Gründungsrunde. Als Gründungspartner erhalten sie besondere Mitgestaltungsmöglichkeiten und können industrielle Aufgabenstellungen und technologische Schwerpunkte in das Programm einbringen. Im Mittelpunkt stehen konkrete KI-Anwendungen in Produktion, Anlagenbau, Logistik, Engineering und Bauwirtschaft.

Das Prinzip dahinter ist der Open-Innovation-Ansatz von Plug and Play: Etablierte Unternehmen bringen konkrete technologische Herausforderungen ein, Plug and Play identifiziert über sein internationales Netzwerk passende Startups und Technologien und bringt beide Seiten für Pilotprojekte und Kooperationen zusammen.

„Oberösterreich wartet nicht darauf, was die Zukunft bringt: Wir gestalten sie. Mit Plug and Play holen wir eines der weltweit führenden Innovationsnetzwerke nach Linz und machen Oberösterreich zum europäischen Pionier bei ‚Physical and Industrial AI‘“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Neue Technologien sollten „nicht irgendwo Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, sondern bei uns in Oberösterreich“.

Knogler: „Bei KI entscheidet nicht allein, wer die besten Ideen hat“

Keba-CEO Christoph Knogler, zugleich Vorsitzender der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung, sieht in dem Zentrum einen Hebel für die Umsetzungsgeschwindigkeit: „Bei Künstlicher Intelligenz entscheidet nicht allein, wer die besten Ideen hat, sondern wer sie rasch in die industrielle Anwendung bringt.“ Das Exzellenzzentrum schaffe einen direkten Zugang zu internationalen Startups und Technologien. „Damit haben wir die Chance, die weltbesten und innovativsten KI-Lösungen nach Oberösterreich zu holen und gemeinsam mit unseren Unternehmen in konkrete Wertschöpfung zu übersetzen.“

Im großen Cover-Interview der aktuellen brutkasten-Printausgabe hatte Knogler zuletzt dargelegt, warum er die Chance Europas nicht im LLM-Rennen sieht, sondern in industrieller KI: Produktionswissen und Maschinendaten als europäische Souveränitätschance.

Auch die übrigen Partner ordnen die Initiative in ihre Strategien ein: Primetals-CFO Michael Kienberger will „modernste KI-Ansätze noch schneller in unsere Systeme“ integrieren, Swietelsky-CFO Harald Gindl kündigt an, „Physical AI und Robotik im Baubetrieb in Oberösterreich gezielt erproben“ zu wollen. TGW-CTO Christoph Wolkerstorfer spricht mit Blick auf autonom agierende Systeme von einem „echten Game Changer“ für die Intralogistik. voestalpine-CFO Gerald Mayer verweist darauf, dass sich der Konzern über die Partnerschaft „den Austausch mit führenden Forschungseinrichtungen und den Zugang zu globalen Startups“ sichere.

tech2b als Schnittstelle, keine Parallelstruktur

Die Abwicklung für das Land Oberösterreich übernimmt der Inkubator tech2b. Damit soll keine neue Parallelstruktur entstehen, sondern das internationale Netzwerk von Plug and Play mit dem bestehenden oberösterreichischen Innovationsökosystem verbunden werden. Über die fünf Anchor-Partner hinaus sollen auch weitere tech2b-Mitgliedsunternehmen Zugang zum Netzwerk erhalten.

„Oberösterreich vereint genau das, wonach wir als globales Innovationsnetzwerk und Venture Capital Investor aus dem Silicon Valley suchen: eine unglaublich starke industrielle Basis, exzellente Forschung, ambitionierte Startup-Gründer und Unternehmen, die neue Technologien in die Anwendung bringen wollen“, sagt Nik Munaretto, Managing Director von Plug and Play Austria.

Umsetzungsschritt der KI-Exzellenzstrategie

Das Zentrum ist ein konkreter Umsetzungsschritt der von Landeshauptmann Stelzer initiierten KI-Exzellenzstrategie für den Industriestandort Oberösterreich. Deren Mitautor Teodoro Cocca sieht die „eigentliche Pionierleistung“ darin, „dass das Land nicht bei Strategiepapieren stehen bleibt, sondern eine Struktur schafft, die weltweit nach den besten Lösungen sucht und sie systematisch in die oberösterreichische Industrie bringt“. Mitautor Meinhard Lukas ergänzt: „Aus Wissen werden Anwendungen, aus Kontakten konkrete Kooperationen und aus technologischen Chancen neue Wertschöpfung.“

Dass der Standort Substanz mitbringt, untermauert die Aussendung mit Beispielen: Die JKU bietet ein englischsprachiges Bachelor- und Masterstudium Artificial Intelligence. Das 2024 gegründete JKU-Spin-off Emmi AI holte sich 2025 eine Seed-Finanzierung über 15 Millionen Euro und wurde im Mai 2026 vom französischen KI-Unternehmen Mistral AI übernommen (brutkasten berichtete). Und das oberösterreichische Technologieunternehmen Tractive hat sich mit GPS- und Gesundheitstrackern für Haustiere zu einem international tätigen Anbieter entwickelt, dessen Produkte laut Aussendung in mehr als 175 Ländern funktionieren.

Wie Oberösterreich als Industrie- und Innovationsstandort insgesamt aufgestellt ist, beleuchtet brutkasten im großen Standort-Check der aktuellen Printausgabe: von der Tabakfabrik über die JKU bis zu den Exits von Emmi AI und Tractive.

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