09.12.2025
INSOLVENZ

Cortical.io: Nach Neuausrichtung nun Konkursverfahren eröffnet

Nach positiven Meldungen 2024 und einer Änderung der Geschäftsführung in diesem Jahr muss das Wiener KI-Startup Cortical.io nun Insolvenz anmelden.
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Francisco Webber | (c) Cortical.io

Cortical.io entwickelte eine KI‑Software, die Firmen dabei half, Ordnung in unstrukturierte Daten zu bringen. Das Hauptprodukt hieß SemanticPro und las Dokumente, verstand den Inhalt und holte automatisch die wichtigen Infos heraus. Die Technologie bildete die Basis für die Automatisierung von Dokumenten-Workflows. Neben Wien verfügt das Unternehmen auch über Niederlassungen in New York und San Francisco. Zu den Kunden zählten laut Cortical.io auch Fortune-500-Unternehmen.

Cortical.io: Änderung der Geschäftsführung im Juli

Im Mai des Vorjahres gewann das KI-Startup Swiss Re als Partner, gab im September 9.581 Stück neue, nennbetragslose Stückaktien der Aktiengattung Vorzugsaktien (inklusive Bezugsaufforderung) aus und schaffte es im Oktober in die internationale InsurTech100-Liste.

Heuer, im Juli, kehrte Mitgründer Francisco Webber ins Startup zurück und übernahm die Leitung bei Cortical.io. Der bisherige CEO Rainer Kegel – ehemaliger CIO der Wiener Stadtwerke – verlängerte seinen Vertrag nicht – brutkasten schrieb darüber.

Konkursverfahren

Nun berichten sowohl der KSV (Kreditschutzverband) als auch der AKV (Alpenländischer Kreditorenverband), dass die cortical.io AG ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. „Vom zuständigen Handelsgericht Wien wurde ein Konkursverfahren eröffnet“, heißt es konkret beim AKV.

Über die Höhe der Passiva und etwaige Aktiva ist noch nichts bekannt; eine Anfrage an Cortical.io wurde gestellt und wird bei Beantwortung hier nachgereicht.


Nachtrag: Laut Firmen-Sprecherin kam die Insolvenz „völlig überraschend“. Mehr Informationen sollen zeitnah folgen.

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Pröll, Länderbericht, Digital
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Während die Regierung in vielen Bereichen den Sparstift ansetzt, wächst das Digitalbudget. Das Staatssekretariat rechtfertigt diesen Schritt mit der Hoffnung, dass Technologie-Investitionen langfristig Verwaltungskosten senken sollen. „Einsparungen durch Digitalisierung, nicht bei der Digitalisierung„, lautet die dazugehörige Devise von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll. Ziel sei es, Österreich vom aktuell sechsten Platz im EU-Digitalisierungsranking in die europäischen Top 3 zu heben.

130 Millionen-Topf 2028

Der Finanzrahmen für die kommenden Jahre wird dafür aufgestockt. Für 2027 sind nun bis zu 117 Millionen Euro budgetiert, 2028 wächst der Topf auf bis zu 130 Millionen Euro. Das Finanzierungsmodell dabei: 20 Prozent jener Einsparungen, die durch Pensionierungen und nicht nachbesetzte Stellen in der Verwaltung entstehen, fließen direkt als Zweckwidmung in IT-Projekte zurück. Bis 2030 rechnet der Bund hier mit zusätzlichen 108 Millionen Euro für die digitale Infrastruktur.

Das Geld fließt primär in bereits bekannte Kernprojekte, allen voran die ID Austria und die Vorbereitung auf die europäische EUDI-Wallet. Die ID Austria ist seit 2023 von einer auf sechs Millionen Nutzer:innen gewachsen. Bis 2030 sollen es neun Millionen werden, womit das System zum flächendeckenden Standard für Behördenwege und wirtschaftliche Anwendungen avancieren würde, so die Hoffnung.

Project X mit Einsparungspotenzial

Im Hintergrund soll zudem unter dem Titel „Project X“ die Dateninfrastruktur nachziehen. Im Fokus steht das Once-Only-Prinzip: Unternehmen und Bürger:innen sollen ihre Daten künftig nicht mehr mehrfach bei unterschiedlichen Behörden einreichen müssen. Für den Ausbau der dafür nötigen Registervernetzung dadeX sind in den nächsten zwei Jahren bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen. Dem gegenüber stehen laut Ministerium Effizienzgewinne: Das Projekt soll kurzfristig ein Einsparungspotenzial von rund 160 Millionen Euro heben.

Ein wesentlicher Treiber hinter diesem Budget-Schub ist schlichtweg die Demografie. In den kommenden 13 Jahren gehen 44 Prozent der Bundesbediensteten in Pension. Die Bundesregierung setzt daher auf Public AI und somit auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung sowie für Services gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen. Ziel sind sichere, rechtskonforme und breit nutzbare Anwendungen, die Prozesse beschleunigen, Routinetätigkeiten reduzieren und Wissen in der Verwaltung besser verfügbar machen sollen.

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