06.07.2018

Brutkasten Office Hours: rechtliche Beratung für vier Startups vom Notar

Bei den Brutkasten Office Hours konnten GründerInnen, und solche, die es werden wollen, Notar Ulrich Voit ihre Fragen rund um rechtliche Belange stellen. Insbesondere Early Stagers können von einer Beratung beim Notar massiv profitieren.
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Brutkasten Office Hours
(c) Brutkasten. Jan Tulej ließ sich von Notar Ulrich Voit über den Gründungsprozess beraten.
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Am vergangenen Dienstag, dem 3. Juli, bekamen vier Startups im Rahmen der Brutkasten Office Hours – powered by Notar.at – die Möglichkeit, ihre drängenden Fragen an einen Notar zu stellen. Rede and Antwort stand ihnen Notarpartner Ulrich Voit von der Notariatskammer. Dabei kamen Themen wie beispielsweise Rechtsform für Gründer, Vorteile einer GmbH, Gründungsprivilegierung, Stammkapital, Vesting, Firmenwortlaut und Syndikatsvertrag zur Sprache.

+++ Digitalisierung im Unternehmensrecht: “Auf Beratung zu verzichten ist fahrlässig” +++

Durch Strampeln zu Geld und gutem Gewissen

Ein Entrepreneur in der Gründungsphase, der die Gelegenheit hatte, mit Notar Voit zu sprechen, war Jan Tulej mit seiner Idee TiredAds. Er will ein Startup Gründen, das private Fahrräder mit Werbeflächen versieht. Eine App soll per GPS aufzeichnen, welche Strecke mit der Werbung zurückgelegt wurde und dann je nach gefahrener Strecke einen gewissen Betrag an die FahrradfaherInnen auszahlen. Man könne sich damit ein „kleines Taschengeld dazuverdienen“ und überdies werde dadurch „Werbung für das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel“ gemacht, erzählt Tulej. Notar Voit ermutigt ihn auf seinem Weg: „Ich sehe in der Idee großes Potential, denn der Radverkehr nimmt immer mehr zu. Allerdings sollte Tulej vor der Gründung noch einige Parameter abklären. Zum Beispiel sollten die Kostenstrukturen und steuerliche Auswirkungen analysiert werden.“ Einer Gründung stünde dann nicht mehr viel im Wege.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Doch Kapital und Finanzen sind nicht die einzigen Bereiche, wo NotarInnen nützliche Ratschläge geben können. In persönlichen Beratungsgesprächen (die ersten sind meist kostenlos) sollte es auch um rechtliche Rahmenbedingungen gehen. Wichtige Fragestellungen sind hierbei:Was passiert, wenn aus meinem Projekt mit Freunden bald ein Startup wird? Welche Rechtsform ist für mein Startup am besten geeignet? Oder: Was muss ich bei der Wahl des Firmenwortlautes beachten? All dies sei im Einzelfall genau zu prüfen, und wie so oft im Leben gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Frühzeitig vertragliche Absprachen treffen

Hannes Krieger, Co-Founder von Linkups, hatte auch die Gelegenheit, Voit Fragen zu stellen und sagte später über das Gespräch: „Besonders der zwischenmenschliche Fokus des Notars war sehr unterstützend. Eine wertvolle Beratung für Early Stagers!“ Insbesondere hebte Voit hervor, dass es sehr wichtig sei, sich auch in frühen Phasen Gedanken um Verträge zu machen. Etwa wenn ein Projekt auf guten Wege zu einem Unternehmen sei, und verschiedene Personen bereits Arbeit investiert hätten. Mögliche Partner sollten baldmöglichst vertragliche Absprachen zu Beteiligungen und Vergütungen treffen, damit es später zu keinen ausbremsenden Störungen komme. Überdies empfiehlt er, Werte wie Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz zu pflegen und in jedem Falle eine kostenlose Erstberatung bei einem Notar in Anspruch zu nehmen, um für die Zukunft gut gewappnet zu sein.

Das vollständige Interview mit Notar Ulrich Voit und Entrepreneur Jan Tulej

Live mit dem Notarpartner Dr. Ulrich Voit über die Brutkasten Service Hours mit der Notariatskammer (Österrechtssicher – für Rechtssicherheit und Standortqualität) und über die wichtigsten Themen zur Unternehmensgründung, sowie Jan Tulej über sein Startup TiredAds.

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 3. Juli 2018


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fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

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