11.03.2026
WACHSTUM

Bitpanda-Zahlen 2025: Starkes User-Wachstum, mehr Umsatz, deutlich weniger Gewinn

Das Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda nennt einige Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr 2025. Eine Verringerung des "bereinigten EBITDA" im Vergleich zu 2024 wird mit Wachstumsinvestitionen begründet.
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Das Bitpanda-Headquarter in Wien (c) Bitpanda
Das Bitpanda-Headquarter in Wien | (c) Bitpanda

Ungewöhnlich früh im Jahr veröffentlichte das Wiener FinTech-Scaleup Bitpanda nun ausgewiesene Zahlen für das Jahr 2025. Ein starkes Wachstum gab es demnach sowohl bei den registrierten Nutzer:innen von 5,9 Millionen im Jahr 2024 auf 7,4 Millionen bis Ende des Vorjahrs. Die Zahl der institutionellen Kunden über die B2B-Schiene Bitpanda Technology Solutions – seit kurzem Bitpanda Enterprise, wie brutkasten berichtete – konnte gar von neun auf 16 gesteigert werden.

„Bereinigter Umsatz“ bei 371 Mio. Euro, ausgewiesener Umsatz bei 7,7 Milliarden Euro

Eine Steigerung gab es dabei auch beim Umsatz. Bitpanda weist dazu den „bereinigten Umsatz“ („Adjusted Revenue“) aus – eine selbst definierte Kennzahl, in der „sonstige betriebliche Erträge sowie Bewertungs- oder Handelsergebnisse ausgeschlossen werden und gleichzeitig eine Nettobetrachtung des Umsatzbeitrags ermöglicht wird“. Dieser stieg im Vergleich zu 2024 um 16 Prozent von 321 auf 371 Millionen Euro. Vergangenes Jahr hatte das Unicorn für 2024 einen – noch anders berechneten – Umsatz von 393 Millionen Euro kommuniziert (brutkasten berichtete).

Tatsächlich ausgewiesen wurde für 2025 laut Unternehmen übrigens ein Umsatz von 7,7 Milliarden Euro (2024: 7,19 Mrd.). Grund für diese extreme Diskrepanz ist, dass laut Rechnungslegungsvorschriften der gesamte Verkaufserlös über die Plattform als Umsatz in der Gewinn- und Verlustrechung angegeben werden muss. Basis für den bereinigten Umsatz sind dagegen die Margen.

„Bereinigtes EBITDA“ um 75 Prozent gesunken – Bitpanda nennt Wachstumsinvestitionen als Grund

Außerdem nennt Bitpanda in der aktuellen Kommunikation das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) für 2025. Hierbei handelt es sich um das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, „bereinigt um Posten, die das Management als einmalig oder nicht zahlungswirksam betrachtet“. Dieses liegt mit 13 Millionen Euro um 75 Prozent unter dem Vorjahreswert (52 Mio. Euro). Diese Verringerung „spiegelt gezielte Investitionen wider, um Produktentwicklung, regulatorische Expansion und internationales Wachstum zu beschleunigen“, heißt es von Bitpanda. Der ausgewiesene EBITDA liege 2025 bei 21 Millionen Euro. Die Höhe des Netto-Gewinns wurde aktuell nicht kommuniziert, wird aber spätestens bei Veröffentlichung des Jahresabschlusses ablesbar sein.

CEO Enzersdorfer-Konrad: „Wir sind gut aufgestellt, um langfristiges strukturelles Wachstum zu nutzen“

„2025 war ein Jahr der ambitionierten Beschleunigung. Wir haben starkes Umsatzwachstum erzielt und gleichzeitig gezielte strategische Investitionen getätigt, um Bitpanda als Multi-Asset-Investment- und Tradingplattform sowie als wachsenden Anbieter von Marktinfrastruktur zu positionieren“, kommentiert CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad. „Wir sind gut aufgestellt, um langfristiges strukturelles Wachstum zu nutzen, da die Adoption digitaler Assets sowohl bei Privatanleger:innen als auch bei Institutionen weiter zunimmt.“

Und CFO Jonas Larsen erklärt: „2025 haben wir die Resilienz und Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells unter Beweis gestellt. Unsere strategischen Investitionen in Plattformfähigkeiten, regulatorische Präsenz und internationale Expansion stärken unsere Wettbewerbsposition, während wir weiterhin ein beeindruckendes Wachstum bei registrierten Nutzer:innen und beim Adjusted Revenue erzielen konnten.“

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fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

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