01.03.2022

Krypto-Börse Bitpanda sperrt russische Banken aus

Die österreichische Krypto-Börse Bitpanda sperrt russische Nutzer nicht direkt, verunmöglicht aber Ein- und Auszahlungen über russische Banken.
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Bitpanda-Co-Founder Eric Demuth im Video-Talk über die Rot-Weiß-Rot-Karte
Bitpanda-Co-Founder Eric Demuth | (c) brutkasten

Die Krypto- und Asset-Handelsplattform Bitpanda mit Sitz in Wien hat infolge der Sanktionen russische Banken gesperrt. Bitpanda-Kund:innen können damit keine Ein- und Auszahlungen von und an russische Banken mehr vornehmen. „Wir befolgen selbstverständlich alle verhängten Sanktionen und werden dies auch zukünftig tun. Alle Ein- und Auszahlungen von und an russische Banken wurden deaktiviert“, sagt Eric Demuth, Co-Founder und CEO von Bitpanda, in einer Stellungnahme zum brutkasten. „Wir alle sind geschockt von den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine. Unsere Gedanken und Gebete sind bei all den Menschen, die sich zurzeit in Gefahr befinden und sowohl körperlichem als auch seelischem Leid ausgesetzt sind“. Auch der Handel von russischen Aktien wurde auf der Plattform ausgesetzt.

Aufruf zu Krypto-Sperren aus Ukraine

Für russische Nutzer:innen dürfte es damit schwer werden, auf Bitpanda zu handeln. Accounts dürften aber nicht direkt gesperrt werden. Laut Demuth hat Bitpanda keine Nutzer in Russland. Zu einer Sperre russicher Krypto-Trader durch Exchanges hatte am Wochenende der ukrainische Vize-Premier Mychajlo Fedorow via Twitter aufgerufen. „Es ist entscheidend, nicht nur die Adressen zu sperren, die mit russischen und belarussischen Politikern in Verbindung stehen, sondern auch normale Nutzer auszusperren“, schrieb er auf Twitter.

Von der größten Kryptobörse nach Handelsvolumen, Binance, kam daraufhin eine Absage. Auch der CEO der Handelsplattform Kraken meine am Montag via Twitter, dass eine solche Sperre nur nach behördlicher Anordnung möglich sei. Für Bürger:innen in Russland könnten Kryptowährungen ein kurzfristiger Ausweg aus der schwelenden Währungskrise sein. Der Rubel war am Montag infolge der Sanktionen gegen die russische Zentralbank um 40 Prozent eingebrochen. Vor den Geldautomaten bildeten sich Schlangen.

„Wenn in Russland jetzt Panik ausbricht, und das ist zu befürchten, dann kann Bitcoin den Menschen sehr wohl helfen. Genauso wie es in der Ukraine helfen kann, wie verschiedene Berichte bereits zeigen. Bitcoin ist zuerst für Personen und Familien hilfreich, nicht für Staaten. Das sollte man verstehen in diesen furchtbaren Zeiten“, sagte Bitcoin-Experte Niko Jilch zum brutkasten.

Disclaimer: Die Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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