01.09.2026
PERSONALIE

Bitpanda: doppelter Personal-Coup mit Ex-Revolut-Marketing-Chefin und Raiffeisen-Compliance-Leiterin

Bitpanda besetzt mit Shirin Krall als Chief Growth Officer und Katrin Joschtel als Senior Vice President Compliance, Risk & AFC zwei Top-Positionen.
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Shirin Krall und Katrin Joschtel übernehmen Spitzenpositionen bei Bitpanda | (c) Bitpanda
Shirin Krall und Katrin Joschtel übernehmen Spitzenpositionen bei Bitpanda | (c) Bitpanda

Beim britischen Fintech-Riesen Revolut war sie Global Head of Retail Marketing, nun wird Shirin Krall Chief Growth Officer (CGO) beim Wiener Unicorn Bitpanda. Als solche soll sie Neukundengewinnung, Performance Marketing sowie Brand- und Produktmarketing verantworten. Zeitgleich kommunizierte das Scaleup heute eine weitere Top-Besetzung: Katrin Joschtel, bislang Compliance-Leiterin bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, übernimmt als Senior Vice President Compliance, Risk & AFC die Leitung einer neu geschaffenen „Second Line of Defense“. Sie berichtet an Chief Legal Officer (CLO) Fabian Reinisch.

Enzersdorfer-Konrad: „entscheidend, Wachstum auf einem starken regulatorischen Fundament aufzubauen“

Man wolle mit den Neuzugängen „ambitioniertes Wachstum mit Risikomanagement auf institutionellem Niveau“ verbinden, heißt es von Bitpanda. „Mit dem weiteren Ausbau unserer europäischen Plattform und der Skalierung unserer globalen B2B-Infrastruktur ist es entscheidend, Wachstum auf einem starken regulatorischen Fundament aufzubauen. Shirin und Katrin ergänzen unser Führungsteam um die strategische Expertise, die wir für die nächste Phase unserer Entwicklung brauchen“, kommentiert CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad.

Krall: „alle Voraussetzungen, um in Europa eine führende Rolle einzunehmen“

Und die neue CGO Shirin Krall meint: „Bitpanda befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt: Mit starken Produkten, einer etablierten Marke und dem regulatorischen Fundament haben wir alle Voraussetzungen, um in Europa eine führende Rolle einzunehmen.“ Die Bündelung von Growth und Marketing in der neuen Position gebe dem Unternehmen „die Möglichkeit, einen integrierten Wachstumsmotor aufzubauen“.

Joschtl: „schaffen die Grundlage für klare Verantwortlichkeiten“

Mit der Bündelung der Second Line unter einem gemeinsamen Mandat schütze man das Geschäft und schaffe gleichzeitig den nötigen Rahmen für Produktinnovationen, meint CLO Reinisch. Mit Katrin Joschtel wolle er „gemeinsam neue Maßstäbe“ für die Branche setzen. Die wiederum kommentiert: „Mit einer einheitlichen, starken und zukunftsfähigen Second Line of Defense schaffen wir die Grundlage für klare Verantwortlichkeiten, eine wirksame Aufsicht und eine enge Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen.“

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Thomas Arnoldner soll als neuer Öbag-Chef neue Strategie umsetzen

Der aktuelle Deputy CEO der Telekom Austria, Thomas Arnoldner, wird mit Februar 2027 CEO der Staatsholding Öbag. Er soll nun die neue Strategie "mit Leben erfüllen".
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Thomas Arnoldner | (c) A1
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31 Milliarden Euro ist das Portfolio der Staatsholding Öbag aktuell ungefähr wert. Diese teilen sich auf nur sieben Beteiligungen auf: Bundesimmobiliengesellschaft BIG (100 Prozent), Post AG (52,8 Prozent), Verbund (51 Prozent), Casinos Austria (33,2 Prozent), OMV (31,5 Prozent), Telekom Austria und EuroTeleSites (jeweils 28,4 Prozent).

Arnoldner setzt sich einstimmig aus engerer Auswahl von neun Personen durch

Nachdem die Funktionsperiode der aktuellen Chefin Edith Hlawati bald endet, war die Holding zuletzt auf der Suche nach einem bzw. einer neuen CEO. Nach einem dreimonatigen Auswahlverfahren mit laut Öbag insgesamt 46 Bewerber:innen, von denen neun in die engere Auswahl kamen, traf der Aufsichtsrat nun eine Entscheidung – einstimmig, wie betont wird. Neuer Chef wird demnach Thomas Arnoldner, aktuell noch stellvertretender CEO der Telekom Austria AG. Er war zuletzt acht Jahre im Telekom-Austria-Vorstand, darunter von 2018 bis 2023 als CEO. Davor war er in verschiedenen anderen Führungspositionen in der Telekom-Branche tätig. Außerdem leitet er gemeinsam mit Keba-CEO Christoph Knogler die KI-Taskforce der Industriellenvereinigung.

„Besondere Verantwortung“

„Der Beste hat das Rennen gemacht. Für die Öbag, aber auch für die Republik und die Steuerzahler, ist das eine zukunftsweisende und erfolgversprechende Entscheidung. Sie soll der positiven Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich bestmöglich dienen“, kommentiert Öbag-Aufsichtsratsvorsitzender Günther Ofner. Arnoldner selbst betont, er gehe die Aufgabe mit großem Respekt an. „Die Öbag verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern Vermögen der Republik und damit des Steuerzahlers. Daraus entsteht eine besondere Verantwortung. Aus acht Jahren im Vorstand eines großen, börsennotierten Infrastrukturunternehmens weiß ich, was Kapitalmarkt und Mitaktionäre von einem verlässlichen Kernaktionär erwarten – und was ein starker Standort von seiner Infrastruktur braucht. Die Öbag soll als Eigentümer aktiv gestalten und unabhängig entscheiden. So stärken wir unsere Beteiligungen und damit den Industrie- und Energiestandort Österreich“, so der neue Chef.

Neue Strategie auf Industriestrategie-Basis „mit Leben erfüllen“

Und wie kann man sich diese aktive Gestaltung vorstellen? Aufsichtsratsvorsitzender Ofner umreißt: „Hauptaufgaben werden sein, die neue Öbag-Strategie im Einklang mit der Industriestrategie des Bundes mit Leben zu erfüllen und die Öbag, die Staatsbeteiligungen mit einem Portfoliowert von 31 Milliarden Euro verwaltet, als Alleinvorstand weiterhin auf sachlicher und unabhängiger Basis erfolgreich zu führen, in guter Kooperation mit dem Aufsichtsrat.“

Aktivere Rolle der Öbag geplant

Die Öbag hat ihre neue Strategie im April dieses Jahrs vorgestellt, wie brutkasten berichtete. Ein Hintergrund von dieser, die, wie erwähnt, auch den Zielen der Industriestrategie 2035 der Bundesregierung dienen soll, ist auch der Wechsel der Öbag-Zuständigkeit vom Finanz- ins Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sprach in diesem Zusammenhang von einer „geänderten Erwartungshaltung“ und dem Wunsch nach einer aktiveren Rolle der Staatsholding. Dabei zeigte er sich auch offen für weitere Beteiligungen – ein, wie brutkasten damals analysierte, schwer umsetzbares Unterfangen.

Starke Abhängigkeit von Politik

Ob es Arnoldner in der Rolle tatsächlich gelingt, Akzente zu setzen und die „aktivere Rolle“ über jene als Dividendenbringer des Bunds hinaus, Realität werden zu lassen, hängt letztlich nicht nur von ihm, sondern auch von politischen Entscheidungen ab. Allein ein Anteilsverkauf durch die Öbag muss etwa einstimmig im Ministerrat beschlossen werden.

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