Die überdimensionalen Werbeflächen auf mehreren Gebäuden des Times Square in New York sind weltberühmt. Bald wird auf einer dieser Flächen auch die Werbung eines niederösterreichischen Startups zu sehen sein: Biome Diagnostics. Das auf Angebote rund um das menschliche Mikrobiom spezialisierte MedTech-Unternehmen von Barbara Sladek und Nikolaus Gasche muss für den denkbar prominenten Werbeplatz am Nasdaq Tower jedoch nicht selbst bezahlen. Er ist Teil des Preises bei einem Wettbewerb, den das Startup vergangene Woche gewonnen hat.
Publikumspreis bringt Werbefläche am Nasdaq Tower am Times Square
Dabei handelt es sich um den im Rahmen des EIT Health Catapult [Programm des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie] vergebenen Alex Casta Audience Award, dessen Preisträger vom Publikum bestimmt wird. Diesen erhielt Biome Diagnostics bei der Bits & Pretzels HealthTech Conference vergangene Woche. Zudem holte sich das Startup den zweiten Platz in der HealthTech-Kategorie der von EIT Health Catapult vergebenen Awards. Das brachte dem Unternehmen unter anderem einen Geldpreis ein.
Der Nasdaq Tower vor ca. einem Jahr mit einer Werbung für das James Webb Telescope | (c) Nasdaq
„Nur so ist es möglich, personalisierte Medizin voranzubringen“
„Als Finalist vom EIT Health Catapult vor tausenden Besuchern auftreten zu dürfen und dabei den zweiten Platz zu erreichen, bedeutet uns sehr viel“, kommentiert Co-Founder und Co-Geschäftsführer Nikolaus Gasche in einer Aussendung. „Es ist ein besonderer Meilenstein, Biome Diagnostics vor Millionen Menschen am Times Square zeigen und so die Vision erstklassiger Mikrobiom-Diagnostik teilen zu dürfen. Nur so ist es möglich, personalisierte Medizin voranzubringen.“
Biome Diagnostics erst kürzlich als Born Global Champion gekürt
Erst kürzlich war das MedTech beim Exporttag der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit dem „Born Global Champion“ Award ausgezeichnet worden. Der Born Global Champion-Preis ist eine Bestätigung unserer fortlaufenden Bemühungen, innovative Mikrobiom-Lösungen auf internationaler Ebene zu entwickeln, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheitsversorgung haben“, kommentiert Co-Founderin und Co-Geschäftsführerin Barbara Sladek.
„Ohne die Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute stehen“
Das Burgenland sticht unter den heimischen Startup-Standorten durch großes Wachstum hervor. Großen Anteil daran hat StartUp Burgenland mit seinen Inkubator- und Accelerator-Programmen. Wir sprachen mit zwei Teilnehmer:innen.
„Ohne die Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute stehen“
Das Burgenland sticht unter den heimischen Startup-Standorten durch großes Wachstum hervor. Großen Anteil daran hat StartUp Burgenland mit seinen Inkubator- und Accelerator-Programmen. Wir sprachen mit zwei Teilnehmer:innen.
Die Gründungszahlen gingen in den meisten österreichischen Bundesländern laut aktuellem Austrian Startup Monitor zuletzt zurück oder stagnierten. Große Ausnahme ist ausgerechnet das Bundesland mit der geringsten Bevölkerungszahl: Gerade in den vergangenen Krisenjahren stieg die Zahl der Neugründungen im Burgenland um nicht weniger als 65 Prozent.
Heute sind es insgesamt rund 90 Startups – und diese weisen laut Monitor noch eine weitere Besonderheit auf: Das Burgenland ist auch österreichweiter Spitzenreiter bei Profitabilität. Mehr als 60 Prozent der Startups im östlichsten Bundesland sind demnach bereits profitabel oder haben den Break-even erreicht.
StartUp Burgenland: 50 Startups seit dem Start 2021
Doch wie kommt es zu dieser Dynamik entgegen des österreichweiten Trends? Der Gründergeist hat sich in den vergangenen Jahren nicht zufällig im Burgenland etabliert. „Es gab früher keine Anlaufstelle, kein strukturiertes Programm. Wer hier gründen wollte, ist nach Wien oder Graz ausgewichen – oder hat es alleine versucht“, sagt Michael Sedlak. Er ist Leiter von StartUp Burgenland, das genau diesen Umstand in den vergangenen Jahren geändert hat.
Die Zahlen sprechen dabei für sich. Seit dem Start 2021 gingen durch die Inkubator- und Accelerator-Programme mehr als 50 Startups. 70 Prozent davon schafften den Markteintritt und schufen damit 129 Arbeitsplätze. Sie kommen auf eine Gesamtkapitalisierung von 10,7 Millionen Euro. Und dieser Impact zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Teilnehmer:innen: 95 Prozent der Alumni empfehlen die Programme von StartUp Burgenland weiter.
CRANii: über Ärtztepraxen zu den Patient:innen
Eine der aktuellen Teilnehmer:innen ist Christiane Hofer-Marbet. Sie hat mit ihrer Schwester Katharina Koller-Hofer das Startup CRANii gegründet. Das app-gestützte Therapiekonzept für Kopf- und Kieferbeschwerden, vor allem die kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD), bietet Patient:innen strukturierte Kieferphysiotherapie für zuhause. „Für die Patienten ist es oftmals schwierig, Therapieplätze zu finden, weil es zu wenige Spezialisten in dem Bereich gibt und es natürlich auch eine Kostenfrage ist. Wir haben eine Software entwickelt, bei der die Patienten an die Hand genommen werden, um zu Hause die Übungen gemeinsam mit uns zu machen“, erklärt Hofer-Marbet gegenüber brutkasten.
(v.l.) Die Therapeutinnen und Schwestern Christiane Hofer-Marbet und Katharina Koller-Hofer haben CRANii gegründet | (c) CRANii
Gerade erst vor wenigen Wochen gelauncht, führt der Weg zu den Patient:innen für CRANii über einen B2B2C-Ansatz, konkret über die Kooperation mit Ärztepraxen und Reha-Kliniken. „Momentan bedienen wir Reha-Kliniken, Zahnarztpraxen und HNO-Praxen österreichweit und weiten nun auf die Orthopädie und Neurologie aus.“ Dabei strecke man schon jetzt in der Launch-Phase die Fühler im gesamten DACH-Raum aus und führe etwa bereits Gespräche in der Schweiz.
„Wir sind Therapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“
Nicht nur bei der Entwicklung dieser Go-to-Market-Strategie holte sich CRANii Unterstützung von StartUp Burgenland. „Ich glaube, ohne die Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, sagt Hofer-Marbet. „Wir kommen eigentlich nicht von der unternehmerischen Seite. Wir sind Physiotherapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“, so die Gründerin. „Seit wir dabei sind, ist es krass: Unser Coach Felix Lenhard geht den Business-Plan Schritt für Schritt mit uns durch, wir sind in Coachings mit Silicon-Valley-Investoren und haben es jetzt drauf, auf Deutsch und auf Englisch aus dem Stegreif zu pitchen.“
Man habe angetrieben durch den zweiten Coach, Michael Sedlak, auch an Messen und Kongressen teilgenommen, man schätze die Struktur des Programms und: „Das Netzwerk, das uns an die Hand gegeben wird, ist einfach gigantisch“, so Hofer-Marbet.
„Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln.“
Diesen Aspekt betont auch Edris Paknehad: „Felix [Anm. Lenhard], Michael [Anm. Sedlak] und Raphaela [Anm. Graf] haben mir in Eins-zu-Eins-Betreuung überall geholfen, wo ich nicht weitergekommen bin, und wenn sie es selbst nicht wussten, haben sie immer Leute gefunden, die mir helfen konnten. Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln. Sie nicht.“
Edris Paknehad | (c) PAK Immo
Mit seinem E-Learning-Startup PAK Immo hat Paknehad bereits das Accelerator-Programm von StartUp Burgenland durchlaufen. Das Unternehmen hat mit seiner E-Learning-Plattform für die Befähigungsprüfung zum Baumeister eine Nische gefunden, die es erfolgreich besetzt. „Die Baubranche in Österreich ist extrem altmodisch. Man redet die ganze Zeit von Digitalisierung, etwa mit BIM [Anm. Building Information Modeling], aber was die Bildung angeht, ist alles sehr veraltet“, erklärt der Gründer.
PAK Immo: effizient genutzte Fahrzeit
So habe man für besagte Befähigungsprüfung bislang einen Kurs in Präsenz belegen müssen, der zwischen 15.000 und 18.000 Euro kostet. „Dabei ist man in dem Beruf zeitlich extrem eingeschränkt. Wenn man auch noch eine Familie hat, kann man sich unmöglich drei- oder viermal in der Woche in einen Kurs setzen. Das war auch bei mir damals der Fall. Ich habe viel Geld bezahlt und 70, 80 Prozent des Vorbereitungskurses verpasst. Ich dachte mir: Das muss besser gehen!“ PAK Immo biete mit seinen Kursen nicht nur einen um mehrere Tausend Euro günstigeren Preis. „Bei uns kann man die Inhalte anhören, wie einen Podcast. Ich sitze etwa auch heute vier Stunden im Auto, weil die Baustelle zwei Stunden Autofahrt entfernt ist. Das ist bezahlte Arbeitszeit und man kann sie gleichzeitig nutzen, um zu lernen“, so Paknehad.
Auch er bekam von StartUp Burgenland nicht nur Coachings, Netzwerk und Sichtbarkeit, sondern auch Unterstützung bei sehr konkreten Tasks, erzählt der Gründer: „Was mir besonders geholfen hat: Ich hatte am Anfang kein eigenes CRM-System. Hier wurde mir geholfen, eines aufzubauen – davor war das eher ein Chaos.“
„Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem.“
Auch Paknehad betont die Struktur des Programms, die besonders am Anfang geholfen hat. Seitens StartUp Burgenland hat man diese zuletzt übrigens noch stärker individualisiert. Seit diesem Jahr gibt es keinen Batch-Betrieb und keinen fixen Zeitrahmen mehr, dafür zu 100 Prozent individuelle Begleitung. „Dein Fahrplan, dein Tempo“, fasst Michael Sedlak zusammen. Und er verrät das Erfolgsrezept des Programms: „Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem. Und das gibt es im Burgenland.“
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Ein österreichisches Startup namens Biome Diagnostics hat einen großen Werbeplatz am Times Square in New York gewonnen. Das Unternehmen, das sich auf Angebote rund um das menschliche Mikrobiom spezialisiert hat, muss dafür nicht selbst bezahlen, sondern hat den Preis bei einem Wettbewerb gewonnen. Die Werbefläche am Nasdaq Tower ist Teil des Preises und wird von einer Jury und dem Publikum vergeben. Biome Diagnostics hat zudem den zweiten Platz in der HealthTech-Kategorie des Wettbewerbs gewonnen. Das Startup sieht dies als Meilenstein, um seine Vision von personalisierter Medizin voranzutreiben. Vor Kurzem wurde Biome Diagnostics auch mit dem „Born Global Champion“ Award ausgezeichnet, was ihre Bemühungen, innovative Mikrobiom-Lösungen international zu entwickeln, unterstreicht.
Biome Diagnostics: NÖ-Startup gewinnt große Werbefläche am Times Square in New York
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in könnte dieser Artikel für Sie von Interesse sein, da er über Biome Diagnostics berichtet, ein niederösterreichisches Startup, das auf Angebote rund um das menschliche Mikrobiom spezialisiert ist. Das Unternehmen gewann den Publikumspreis beim EIT Health Catapult Wettbewerb und erhielt eine große Werbefläche am Times Square in New York. Dies zeigt, dass das Unternehmen Anerkennung und Aufmerksamkeit in der Branche erhält und es könnte ein Hinweis auf das disruptive Potenzial ihrer Technologie sein. Es könnte sich lohnen, das Unternehmen weiter zu beobachten und möglicherweise in Erwägung zu ziehen, in dieses vielversprechende MedTech-Unternehmen zu investieren.
Biome Diagnostics: NÖ-Startup gewinnt große Werbefläche am Times Square in New York
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in ist es wichtig, über aktuelle Entwicklungen und Erfolge von Unternehmen in Ihrer Region informiert zu sein. Der Artikel beschreibt den Gewinn eines niederösterreichischen Startups, Biome Diagnostics, bei einem internationalen Wettbewerb und die darauf folgende Werbefläche am Times Square in New York. Dies zeigt, dass Ihr Wahlbezirk oder Ihre Region technologisch innovative Unternehmen hervorbringt, die auf internationaler Ebene erfolgreich sind. Dies könnte ein positives Bild für Ihre politische Arbeit geben und Möglichkeiten für Kooperationen oder Fördermaßnahmen aufzeigen, um weiteres Wachstum und Erfolg für Unternehmen in Ihrer Region zu gewährleisten.