08.07.2022

AS²K: Sebastian Kurz und 2Min2Mio-Investor Schütz starten Startup-Investment-Gesellschaft

Mit AS²K wollen Ex-Kanzler Sebastian Kurz und Investor Alexander Schütz in Startups im Technologie-, Gesundheits- und Pflegebereich investieren. Kritik an der Geschäftsbeziehung ließ nicht lange auf sich warten.
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HeldYn AS²K Sebastian Kurz Alexander Schütz Mehrwertsteuersenkung
Sebastian Kurz | (c) BKA / Dragan Tatic

Nachdem Sebastian Kurz nach seinem Abgang als Bundeskanzler mit einer Tätigkeit für den US-Investor Peter Thiel bereits seine Fühler in Richtung Startup-Investments ausgestreckt hat, gründet er nun eine eigene Investment-Gesellschaft. Das berichtet das Boulevard-Magazin Exxpress, dessen Herausgeberin Eva Hieblinger-Schütz die Ehefrau von Kurz‘ neuem Geschäftspartner, C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz, ist, der unter anderem als 2 Minuten 2 Millionen-Investor der Öffentlichkeit bekannt ist. Die Gesellschaft heißt AS²K – das „A“ steht für Alexander, „S hoch zwei“ für Schütz und Sebastian und das „K“ für Kurz.

Ex-ÖVP-Mitarbeiterin als AS²K-Geschäftsführerin

Im Firmenbuch ist Sebastian Kurz aber aktuell noch nicht als Gesellschafter eingetragen. Dafür findet man dort die ehemalige ÖVP- und Kanzleramtsmitarbeiterin Vera Regensburger als Geschäftsführerin. AS²K will laut Exxpress im Technologie-, Gesundheits- und Pflegebereich investieren, wobei man sich vor allem auf Startups konzentrieren werde.

Kritik wegen Spender-Beziehung zwischen Schütz und Kurz

Kritik am Unternehmen in dieser Konstellation ließ nicht lange auf sich warten. In der Tageszeitung „der Standard“ hebt man etwa hervor, dass Alexander Schütz einer der Großspender für Sebastian Kurz‘ neue Volkspartei war. Er spendete 2017 40.000 Euro und 2018 45.000 Euro. Zudem gab es Ermittlungen gegen Schütz im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal, die jedoch eingestellt wurden – der brutkasten berichtete damals.

Noch ein Startup-nahes Unternehmen von Sebastian Kurz

Wie Exxpress ebenfalls berichtet hat Sebastian Kurz neben AS²K noch ein weiteres Unternehmen gegründet – „eine Beratungsfirma für Technologie-Unternehmen mit Büros in Dubai und Tel Aviv“. Im Boulevard-Magazin heißt es dazu: „Große internationale Unternehmen für Technologie und Erneuerbare Energie werden hier künftig beraten. Mehrere Mitarbeiter sollen an beiden Standorten für ihn arbeiten“.

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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
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Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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