19.11.2025
QUANTENCOMPUTING

AQT: Amazon Web Services setzt auf Quantentechnologie aus Österreich

Nach einem Rekord und internationalen Partnerschaften macht das Innsbrucker Startup AQT nun seinen Ionenfallen‑Quantencomputer IBEX Q1 über Amazon Web Services weltweit zugänglich. Industrie, Forschung, Behörden und Entwickler können somit direkt auf europäische Quantenhardware in der Cloud zugreifen.
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AQT, Quantencomputer
© Dieter Kühl, AQT/Canva

Es war das Jahr 2023 als das österreichische Startup AQT einen Europa-Rekord knackte. Mit einem Quantum Volume-Wert von 128 (Anm.: eine metrische Kennzahl, die entwickelt wurde, um die Leistungsfähigkeit eines Quantencomputers insgesamt zu beschreiben) setzte es damals einen markanten Schritt für den europäischen Kontinent – brutkasten berichtete. Es folgte ein Jahr danach eine Partnerschaft mit einem israelischen Quantencomputer-Unternehmen und heuer vermeldete man den Start des „ersten EuroHPC-Quantencomputers“, der vom polnischen „Poznańskie Centrum Superkomputerowo‑Sieciowe“ (PCSS) betrieben und von AQT geliefert wurde.

AQT: IBEX Q1 bei AWS

Nun bringt das Quantencomputing-Startup seinen Ionenfallen‑Quantencomputer namens IBEX Q1 auf die Cloud-Plattform Amazon Braket, dem Quantencomputing-Service von Amazon Web Services (AWS). Damit sollen Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Entwickler weltweit direkt auf europäische Quantentechnologie zugreifen können.

„Mit der Integration von IBEX Q1 in Amazon Braket erweitern wir die Auswahl für AWS-Nutzer:innen, die mit Quantencomputing experimentieren. Wir freuen uns sehr, insbesondere Kund:innen in der EU und der europäischen Quanten-Community Zugang zu lokal gehosteter Infrastruktur zu bieten – ein wichtiger Schritt für technologische Souveränität“, sagt Eric Kessler, General Manager bei Amazon Braket.

Und Thomas Monz, CEO von AQT, ergänzt: „Durch IBEX Q1 auf Braket ermöglichen wir europäischen und internationalen Nutzer:innen bequemen und zuverlässigen Zugang zu unseren leistungsstarken Ionenfallen-Quantencomputern. Dank unseres voll vernetzten Quantenprozessors und niedriger Fehlerquoten lassen sich neue Anwendungsfälle realisieren.“

Datenschutz

Der Cloud-Zugang über Amazon Braket erlaubt es Nutzer:innen, Quantencomputing-On-Demand oder zeitlich reserviert zu nutzen. Anwendungen reichen von Chemie, Portfolio-Optimierung und Risikoanalyse bis hin zu Quanten-Sicherheit und Kryptografie. Ein entscheidender Vorteil dabei: Die Hardware steht in Innsbruck, was besonders für Unternehmen mit strengen Datenschutz- und Souveränitätsanforderungen relevant sei.

Der komplette IBEX Q1 passt auf zwei 19-Zoll-Racks und läuft bei Raumtemperatur mit weniger als zwei Kilowatt Stromverbrauch. Benchmark-Daten wie Quantum Volume oder Crosstalk sind über die AQT-Webseite oder die „Amazon Braket Management Console“ abrufbar.

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Matrix Charging: Grazer Easelink kooperiert mit deutschem SEG Automotive

Das Grazer High-Tech Unternehmen Easelink und SEG Automotive geben heute eine Partnerschaft bekannt. Easelink entwickelt die automatisierte Ladelösung Matrix Charging. Mit SEG Automotive zieht das Startup neben Audi, Nissan und Voyah einen weiteren namhaften Partner an.
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CEO und Founder von Easelink (vierter v.l.) und Gunter Meyer, Chief Market Officer von SEG Automotive (dritter v.l.) verkünden die Zusammenarbeit. (c) Easelink

E-Fahrzeuge laden, ganz ohne ein Kabel manuell anzuschließen. Das steckt hinter der Matrix-Charging-Technologie vom Grazer Startup Easelink. Erst letztes Jahr gründete das Unternehmen seine Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation gemeinsam mit Audi, Nissan und dem chinesischen Anbieter Voyah, wie brutkasten berichtete.

Jetzt konnte auch SEG Automotive als Partner gewonnen werden, einer der weltweit führenden Zulieferer von Antriebskomponenten für die Automobilindustrie.

Kabelloses Laden

Eine der größten Änderungen, wenn man von einem Verbrenner auf ein E-Auto umsteigt, ist das Laden. Matrix-Charging setzt hier an, denn es funktioniert ohne Kabel: Ein Connector, der sich unter dem Fahrzeug im Bereich der Vorderachse befindet, senkt sich automatisch ab und verbindet sich mit dem Lade-Pad auf dem Parkplatz. Vor allem bei Taxis ist das von Vorteil. Hier hat Easelink bereits 2023 das Pilotprojekt „eTaxi Austria“ gestartet.

Steigende Bedeutung

Laut Easelink seien vor allem steigende Anforderungen an Nutzerkomfort, neue autonome Fahrzeugfunktionen und der Wunsch nach einer Integration von E-Fahrzeugen in intelligente Energiesysteme die Gründe, die die Bedeutung von automatisierten Ladelösungen steigen lassen.

„Wir sehen großes Potenzial für automatisierte Ladelösungen und möchten unseren Kunden künftig entsprechende Produkte und Integrationslösungen anbieten. Gleichzeitig unterstützen wir die Standardisierung innerhalb der MCIG, als wichtigen Schritt für Marktakzeptanz, langfristige Interoperabilität und somit auch Investitionssicherheit“, sagt Gunter Meyer, Chief Market Officer New Business bei SEG Automotive.

Aufnahme in Produktportfolio

Beide Partner verfolgen das Ziel, die Industrialisierung und Markteinführung von Matrix-Charging voranzutreiben. SEG Automotive wird daher die Ladetechnologie künftig direkt den großen Autoherstellern (OEMs) anbieten, damit diese die Technik in ihre neuen Autos einbauen können. SEG Automotive bereitet die Aufnahme der Matrix Charging Technologie in das eigene Produktportfolio bereits vor.

Außerdem wird SEG Automotive wie die anderen zuvor genannten Autohersteller, der Matrix Charging Interest Group (MCIG) beitreten. Die MCIG vereint Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des automatisierten Ladens.

„Wichtiger Baustein unserer Mission“

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit SEG Automotive. Die Partnerschaft ist ein wichtiger Baustein unserer Mission, Innovation voranzutreiben und gemeinsam mit starken Industriepartnern den globalen Standard für automatisiertes Laden zu etablieren. Durch die Lizenzierung der Matrix-Charging-Technologie schaffen wir die Voraussetzungen für eine schnelle Skalierung und können die Technologie optimal in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie integrieren“, äußert sich Hermann Stockinger, CEO und Gründer von Easelink, über die Partnerschaft.

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