AQT: Amazon Web Services setzt auf Quantentechnologie aus Österreich
Nach einem Rekord und internationalen Partnerschaften macht das Innsbrucker Startup AQT nun seinen Ionenfallen‑Quantencomputer IBEX Q1 über Amazon Web Services weltweit zugänglich. Industrie, Forschung, Behörden und Entwickler können somit direkt auf europäische Quantenhardware in der Cloud zugreifen.
Es war das Jahr 2023 als das österreichische Startup AQT einen Europa-Rekord knackte. Mit einem Quantum Volume-Wert von 128 (Anm.: eine metrische Kennzahl, die entwickelt wurde, um die Leistungsfähigkeit eines Quantencomputers insgesamt zu beschreiben) setzte es damals einen markanten Schritt für den europäischen Kontinent – brutkasten berichtete. Es folgte ein Jahr danach eine Partnerschaft mit einem israelischen Quantencomputer-Unternehmen und heuer vermeldete man den Start des „ersten EuroHPC-Quantencomputers“, der vom polnischen „Poznańskie Centrum Superkomputerowo‑Sieciowe“ (PCSS) betrieben und von AQT geliefert wurde.
AQT: IBEX Q1 bei AWS
Nun bringt das Quantencomputing-Startup seinen Ionenfallen‑Quantencomputer namens IBEX Q1 auf die Cloud-Plattform Amazon Braket, dem Quantencomputing-Service von Amazon Web Services (AWS). Damit sollen Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Entwickler weltweit direkt auf europäische Quantentechnologie zugreifen können.
„Mit der Integration von IBEX Q1 in Amazon Braket erweitern wir die Auswahl für AWS-Nutzer:innen, die mit Quantencomputing experimentieren. Wir freuen uns sehr, insbesondere Kund:innen in der EU und der europäischen Quanten-Community Zugang zu lokal gehosteter Infrastruktur zu bieten – ein wichtiger Schritt für technologische Souveränität“, sagt Eric Kessler, General Manager bei Amazon Braket.
Und Thomas Monz, CEO von AQT, ergänzt: „Durch IBEX Q1 auf Braket ermöglichen wir europäischen und internationalen Nutzer:innen bequemen und zuverlässigen Zugang zu unseren leistungsstarken Ionenfallen-Quantencomputern. Dank unseres voll vernetzten Quantenprozessors und niedriger Fehlerquoten lassen sich neue Anwendungsfälle realisieren.“
Datenschutz
Der Cloud-Zugang über Amazon Braket erlaubt es Nutzer:innen, Quantencomputing-On-Demand oder zeitlich reserviert zu nutzen. Anwendungen reichen von Chemie, Portfolio-Optimierung und Risikoanalyse bis hin zu Quanten-Sicherheit und Kryptografie. Ein entscheidender Vorteil dabei: Die Hardware steht in Innsbruck, was besonders für Unternehmen mit strengen Datenschutz- und Souveränitätsanforderungen relevant sei.
Der komplette IBEX Q1 passt auf zwei 19-Zoll-Racks und läuft bei Raumtemperatur mit weniger als zwei Kilowatt Stromverbrauch. Benchmark-Daten wie Quantum Volume oder Crosstalk sind über die AQT-Webseite oder die „Amazon Braket Management Console“ abrufbar.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Corporate Innovation
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Corporate Innovation“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Corporate Innovation
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Corporate Innovation“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Die Herausforderung ist bekannt: Corporates müssen KI-Anwendungen operativ ins Unternehmen bringen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die Umsetzung ist aber vor allem aufgrund hoher Sicherheitsanforderungen alles andere als trivial. Nicht überall gelang bislang daher der Sprung aus der Pilotphase. Doch einige heimische Corporates stechen mit ihren erfolgreich umgesetzten KI-Projekten hervor.
Ihnen widmen wir heuer die Kategorie „Corporate Innovation“ des brutkasten Innovator of the Year. Wir haben fünf Corporate-Manager:innen nominiert, die dieses Jahr mit besonders erfolgreichen oder ambitionierten KI-Projekten unter ihrer Verantwortung aufgefallen sind.
Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Corporate Innovation wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Scaleups vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.
Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch BCG unterstützt.
Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Corporate Innovation“
Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.
(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).
Michael Waupotitsch, VP Textile Recycling | Andritz
Michael Waupotitsch | (c) Andritz
Angesichts von weltweit 92 Millionen Tonnen Textilmüll jährlich hat der Grazer Technologiekonzern Andritz eine neue KI-Lösung für die Kreislaufwirtschaft präsentiert. Mit dem System „teXscan“ soll die Bewertung von Alttextilien laut Angaben des Unternehmens künftig zerstörungsfrei automatisiert werden. In nur einer Sekunde soll das System die Textilqualität auf Stoff-, Garn- und Faserebene bewerten. Darauf basierend empfiehlt die KI den jeweils optimalen Weiterverarbeitungsweg, vom Ring-Spinnen bis zum chemischen Recycling. Laut Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, soll diese prädiktive Analyse-Software eine Lücke in der großindustriellen Sortierung schließen und als Hebel für eine wettbewerbsfähige textile Kreislaufwirtschaft dienen.
Gerhard Dimmler, CTO | Engel
Gerhard Dimmler | (c) Engel
Unter dem Projektnamen “Inject AI” bringt der oberösterreichische Spritzgussmaschinen-Weltmarktführer einen KI-Assistenten direkt in die Spritzgießproduktion seiner Kunden. Der Engel Virtual Assistant (EVA) versteht und beantwortet nicht nur Fragen in natürlicher Sprache, sondern führt nach Freigabe auch Änderungen an der Maschinensteuerung kontrolliert selbst aus. Das System ist nicht nur für Neumaschinen verfügbar, sondern kann bei bestimmten Maschinentypen auch nachgerüstet werden. “Unser Ziel ist es, Anwenderinnen und Anwendern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie im Produktionsalltag effizienter arbeiten können”, sagt CTO Gerhard Dimmler.
Margit Kendler, CFO Greiner Packaging | Greiner
Margit Kendler | (c) brutkasten/Dervisevic
Greiner Packaging arbeitet mit drei KI-Fokusfeldern: Kundeninteraktion, Produktion und Verwaltung. In der Produktion ist KI am Ende der Linie im Einsatz, im Verpackungsbereich und in Richtung Lager. Intern gibt es wöchentliche Online-Runden für Best-Practice-Sharing, einzelne Kolleg:innen arbeiten bereits viel mit Agenten. Kendler treibt das Thema aus der CFO-Rolle und steht für einen Industriebetrieb mit 902 Millionen Euro Umsatz und fast 4.900 Mitarbeiter:innen.
Sulejman Ganibegović, CEO Keba Digital | Keba
Sulejman Ganibegović | (c) brutkasten/Dervisevic
Das Linzer Technologieunternehmen Keba zählt zu den globalen Spitzenreitern in mehreren Teilbereichen der Automatisierung. Seit diesem Jahr hat die Gruppe mit Keba Digital eine Software-Einheit mit KI-Fokus, die auch auf der Technologie des 2025 nach dessen Insolvenz übernommenen KI-Startups 7LYTIX aufbaut. Ziel von Keba Digital ist die Entwicklung industrietauglicher KI-Lösungen, die auch ohne Kopplung an Keba-Hardware vertrieben werden können. CEO Sulejman Ganibegović bringt Unternehmer- und Exit-Erfahrung mit und war bereits zuvor als Vice President Digital Business der Gruppe tätig.
Andreas Kranabitl, Geschäftsführer Spar ICS | Spar
Andreas Kranabitl | (c) Spar
Spar zeigt, wie KI im Handel konkrete Wirkung entfaltet. Die Absatzprognose der Spar ICS erkennt Muster darin, welche Artikel an welchem Tag in welchem Markt gekauft werden, bezieht das Wetter ein und steuert auf dieser Basis die Bestellmenge pro Filiale. Damit konnte Spar den Verderb von Obst und Gemüse im Jahresvergleich um 20 Prozent reduzieren. Andreas Kranabitl führt die IT-Gesellschaft der Spar Österreich-Gruppe seit 2009 und verantwortet die technologische Basis dieser Lösung. Er macht vor, wie ein Traditionsunternehmen KI im Kerngeschäft skaliert und dabei wirtschaftliche Effizienz mit einem messbaren Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung verbindet.
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