07.05.2021

Amerika verliebt sich in Bitcoin

Hunderte kleine US-Banken wollen Bitcoin anbieten. Der Druck auf die Giganten an der Wall Street steigt. Und Texas positioniert sich als „Bitcoin-Mekka“.
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brutkasten-Kolumnist Niko Jilch
brutkasten-Kolumnist Niko Jilch | Hintergrund (c) Adobe Stock

Der Lockdown endet, der Frühling plagt sich aus den Startlöchern – und Ethereum stiehlt Bitcoin die Show. Zumindest ein bisschen. Ein paar Tage lang. Die Medien wollen die Story, sie sollen eine bekommen. Aber währenddessen geschehen bei Bitcoin Dinge, die man vor wenigen Monaten noch für unmöglich gehalten hätte.

So berichten CNBC und Bloomberg, dass „hunderte“ Banken in den USA planen, ihren Kunden den Zugang zu Bitcoin über ihre bestehenden Konten zu ermöglichen. Und zwar noch in diesem Jahr. Es wäre einer der signifikantesten Schritte, die Bitcoin heuer gesehen hat.

Banken sehen, wie die Kunden flüchten

Es ist heute schon leicht, Bitcoin zu kaufen. Coinbase ist inzwischen an der traditionellen Börse, PayPal und Square bieten Bitcoin an, in Österreich und Europa hat sich Bitpanda als Platzhirsch etabliert. Aber die „normalen“ Banken spüren die Nachfrage. Sowohl die kleinen als auch die Riesen an der Wall Street. Sie sehen die Überweisungen, die an Bitcoin-Apps und Krypto-Börsen gehen. Sie sehen, wie viel Geld diese Bitcoin-Anbieter dank der Nachfrage machen.

Und ihre Kunden wollen wissen, warum sie das neue Asset nicht über ihre klassische Banking-App kaufen, halten und handeln können. Viele greifen auf ein Derivat (wie einen Fonds) oder ein Proxy (wie Aktien von Firmen wie Microstrategy) zurück. Und hier zeigt sich eines der größten Probleme bei der Integration von Bitcoin in das bestehende Bankensystem. Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs bieten ihren Kunden inzwischen verschiedene Bitcoin-Produkte an – aber nicht das „echte“ Bitcoin. Es handelt sich meistens um Fonds. JP Morgan will sogar einen Fonds anbieten, der von einem Manager aktiv betreut wird. Man tastet sich vor. Aber es bleibt holprig.

Wozu soll man einen Bitcoin-Fonds kaufen?

Denn da es sich bei Bitcoin um ein digitales Gut mit eingebautem Zahlungssystem handelt, muss man sagen: Eigentlich sollte es weder Fonds noch Zertifikate oder einen ETF für Bitcoin brauchen. Solche Produkte sind einfacher in die bestehende Struktur von Banken zu integrieren – und mit den Regularien abzugleichen. Aber sie sind ein Umweg.

Wenn hunderte kleine Banken jetzt das echte Bitcoin anbieten – ohne Umweg, direkt in der App, die die Kunden kennen – wird das auch den Druck auf die Giganten an der Wall Street erhöhen. Wenn Familien in Texas günstig Bitcoin kaufen können, direkt bei ihrer Bank, werden die betuchten Kunden in New York und San Francisco das auch verlangen.

Texas will Bitcoin-Miner anziehen

Apropos Texas. Der südliche US-Bundesstaat positioniert sich gerade als Bitcoin-Mekka Amerikas. Man versucht, Miner und Bitcoin-Firmen anzulocken. Mit günstiger Energie und niedrigen Steuern. Etwas, worauf auch Gouverneur Greg Abbott stolz ist. Goldman Sachs hat sich derweil in eine Krypto-Datenfirma eingekauft.

Altcoins wie Ethereum oder Dogecoin stehlen Bitcoin gerade kurz die Show. Aber ohne dabei groß aufzufallen, scheint Amerika sich gerade in die älteste und wichtigste Kryptowährung zu verlieben. Wohl ein weiterer Grund, warum ein Verbot des Assets, wie es noch vor kurzem debattiert wurde, eher unwahrscheinlich ist.

Zum Autor

Niko Jilch ist Finanzjournalist, Podcaster und Speaker. Website: www.nikolausjilch.com Twitter: @nikojilch


Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) vermeldete vor kurzem, dass es seine Forschung künftig auch über eigene Unternehmensbeteiligungen verwertet – siehe hier. Die im Juli gegründete SCCH Innovations GmbH soll bis 2030 und darüber hinaus rund 30 Unternehmen aufbauen, wie CEO Markus Manz gegenüber brutkasten im September erklärte. Damals war bereits die erste Beteiligung fix: das MLOps-Startup LUML eines SCCH-Mitarbeiters.

SCCH: Tech-Transfer um Weiterbildung erweitern

Nun beteiligt man sich mit zehn Prozent Anteilen an dbrains academy. Mit diesem strategischen Schritt möchte das Forschungszentrum seinen Technologietransfer um Beratung und Weiterbildung erweitern, die dbrains academy erhält indes direkten Zugang zu aktueller KI-Forschung. Das gemeinsame Ziel: Unternehmen sollen KI wirksam im Arbeitsalltag einsetzen. Die Anteile hält die SCCH Innovations GmbH, die Beteiligungsgesellschaft des Forschungszentrums — über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Kooperation besteht schon seit 2025

Das SCCH steuert bei dieser Kooperation wissenschaftliche Expertise in Künstlicher Intelligenz, Data Science und Software Science bei. Die dbrains academy begleitet Unternehmen vom KMU bis zum Konzern in Österreich und Deutschland, von der KI-Strategie über den Kompetenzaufbau bis zur Umsetzung konkreter Anwendungen, in Workshops oder mehrmonatigen Begleitungen. Ein E-Learning soll zudem zeit- und ortsunabhängig KI-Kompetenz gemäß dem EU AI Act vermitteln.

„Technologietransfer endet für uns nicht mit der Entwicklung einer Lösung. Er ist dann erfolgreich, wenn neues Wissen in den Unternehmen ankommt und dort tatsächlich genutzt wird. Die dbrains academy bringt das Know-how mit, Unternehmen strategisch zu begleiten und dieses Wissen praxisnah zu vermitteln. Darin ergänzen wir uns ideal“, erklärt Markus Manz, CEO des SCCH.

Kooperation besteht seit 2025

Das Software Competence Center und dbrains academy arbeiten seit 2025 zusammen. Im gemeinsamen Lehrgang „AI Excellence Program for Pioneers“ bringen sie Forschung und Unternehmenspraxis zusammen, damit Teilnehmende eigene KI-Ideen bis zur Umsetzung führen. Nach dem ersten Durchgang, dem am 25. November 2026 der nächste folgt, entschied man sich für die Beteiligung.

Für das SCCH erreichen Forschungsergebnisse damit nicht mehr nur einzelne Projektpartner, sondern ganze Belegschaften. Zugleich fließen Fragestellungen aus der Praxis in die Forschung zurück. Die dbrains academy bringt neue Erkenntnisse früher in Strategieprojekte und Trainings ein und entwickelt KI-Lösungen gemeinsam mit dem SCCH. Kund:innen erhalten Strategie, Weiterbildung und Umsetzung auf dem aktuellen Stand der Forschung aus einer Hand. Die Geschäftsführung der dbrains academy bleibt unverändert.

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