20.07.2020

Al Amal: Vereinigte Arabische Emirate starten Marsmission

Am 19. Juli starteten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Sonde "Al-Amal" vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima in Richtung Mars.
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Al Amal, Mars, VAE, Vereinigte Arabische Emirate
(c) mbrsc.ae - Den Vereinigten Arabischen Emiraten gelang der Start ihrer Sonde Al Amal in Richtung Mars.

Die erste interplanetare Mission der Vereinigten Arabischen Emirate ist auf dem Weg. An der Südspitze Japans sandte das Land am gestrigen Sonntag seine Marssonde „Al Amal“ (Hoffnung) auf einer japanischen Trägerrakete zum Mars. Das Ziel: das Wetter auf dem Roten Planeten zu beobachten. Bis zur Ankunft gibt es allerdings noch ein paar kritische Momente.

Zum halben Jahrhundert bereit

„Al Amal“ soll nach siebenmonatiger Reise im Frühjahr 2021 mit der Umrundung des Mars beginnen. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate startete das Projekt bereits 2014, um zum 50. Jahrestag der Gründung der Nation im Dezember 2021 fertig zu sein.

Um sicherzustellen, dass „Al Amal“bis zum Jubiläum im Orbit ist, musste das Projekt-Team die Sonde heuer ins All bringen, da sich Erde und Mars aktuell in einer Konstellation (nah beieinander) befinden, die nur alle 26 Monate wiederkehrt.

Al Amal: kurze Sorge wegen Sonnenkollektoren

Beim Start auf dem japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima lief, bis auf eine kurze Sorge wegen nicht geöffneter Sonnenkollektoren – die schlussendlich doch aufgingen – alles gut. Jedoch werden Ingenieure erst in den nächsten Tagen die Daten der Sonde analysieren können, um die Gesamt-Verfassung von „Al Amal“ zu bestimmen.

„Erst der Anfang“

„Jahre harter Arbeit und Engagement haben sich in hohem Maße ausgezahlt“, sagte Yousef Al Otaiba, Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in den Vereinigten Staaten, während eines Livestreams nach dem Start. „Dank der Bemühungen des Missionsteams fliegt das erste Raumschiff der VAE, das vor sechs Jahren nur ein Konzept, nur eine Idee war, jetzt auf dem Weg zu einem anderen Planeten in den Weltraum. Dies ist eine große Leistung. Aber es ist auch erst der Anfang.“

Kosten bei 200 Millionen US-Dollar

Die Kosten für die Sonde beliefen sich auf 200 Millionen US-Dollar. Das Projekt war eine Kooperation mit verschiedenen akademischen Institutionen in den USA darunter der „University of Colorado“ in Boulder, der „Arizona State University“ und der „University of California“ in Berkeley.

In einem Monat kritischer Zeitpunkt

„Unsere Regierung hat es klar kommuniziert: Sie wollte, dass wir ein neues Modell für die Ausführung und Durchführung solcher Missionen entwickeln“, sagte Omran Sharaf, Projektmanager für die Mars-Mission, während einer Pressekonferenz vor dem Start.

In etwa einem Monat müssen die Ingenieure ein erstes heikles Manöver durchführen, um „Al Amals“ Weg zum Mars zu korrigieren. Die Trägerrakete wird ihre an Bord befindlichen Triebwerke verbrennen und die Sonde leicht anstoßen.

Hohe Bremsleistung nötig

Es wird ein paar dieser Korrekturen brauchen, um sicherzustellen, dass Al Amal bei ihrer Ankunft den richtigen Ort auf dem Mars erreicht. Dabei muss die Sonde von einer Geschwindigkeit von 121.000 Kilometer pro Stunde auf 18.000 km/h gebremst werden.

NASA-Live Coverage der Al Amal-Mars-Mission (Start bei 57. Minuten)

Ein Robin-Hood-Manöver

„Es ist ein sehr kleines Ziel“, sagte Pete Withnell, Programmmanager der „University Colorado Boulder“, im Vorfeld des Startes. „Es entspricht einem Bogenschützen, der ein zwei Millimeter großes Ziel in einem Kilometer Entfernung trifft. Das ist also nichts für schwache Nerven.“

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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Al Amal: Vereinigte Arabische Emirate starten Marsmission

  • Die erste interplanetare Mission der Vereinigten Arabischen Emirate ist vollbracht.
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  • Das Ziel: das Wetter auf dem Roten Planeten zu beobachten.
  • Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate startete das Projekt bereits 2014, um für den 50. Jahrestag der Gründung der Nation im Dezember 2021 gerüstet zu sein.

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