19.09.2022

Airbnb: Salzkammergut schafft es unter Top 20 Workation-Destinationen weltweit

Airbnb präsentiert in einer neuen Initiative Reiseziele, die für Workations besonders geeignet sind. Auch das Salzkammergut schafft es unter die Top 20 weltweit.
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Ellen Madeker und Michael Spechtenhauser. (c) Airbnb & Salzkammergut. Montage: brutkasten

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist das Thema Workation in aller Munde. Die erleichterten Home-Office-Bedingungen in vielen Unternehmen sowie die Erleuchtung, dass manche Tätigkeiten vollständig remote durchführbar sind, haben dazu geführt, dass Menschen ihre Arbeit vermehrt in Feriendestinationen verlagern. Es handelt sich um kurz- bis langfristige Aufenthalte in Unterkünften außerhalb des eigenen Wohnsitzes. Laut Airbnb sind die Suchanfragen für Solo-Reisen in Österreich für Langzeitaufenthalte in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 um fast 50 Prozent gestiegen. Als Anbieter für Kurzzeit-Vermietungen widmet sich nun auch Airbnb dem Trend. Mit der neuen Initiative “Live & Work Anywhere” hat das Unternehmen 20 Destinationen weltweit selektiert, die sich besonders gut für Workations eignen.

Airbnb möchte Workation-Reiseziele wiederbeleben

Ziel der Initiative ist es, den Tourismus in bestimmten Orten weltweit nach Pandemie-bedingten Einschränkungen wiederzubeleben. Hierfür sollen Regierungen und nationale Tourismusorganisationen unterstützt werden. Unter den sechs europäischen Reisezielen ist auch das Salzkammergut mit seinen vielfältigen Aktivitäten, kristallklaren Seen und wunderschönen Bergpanoramen vertreten. Das sich über drei Bundesländer erstreckende Salzkammergut – Oberösterreich, Salzburg und Steiermark – zählt zu den größten Tourismusregionen Österreichs.

In acht Regionen – Attersee-Attergau, Ausseerland Salzkammergut, Bad Ischl, Dachstein Salzkammergut, Fuschlseeregion, Mondsee-Irrsee, Traunsee- Almtal, Wolfgangsee – bietet die heimische Workation-Destination Co-Working-Spaces für Einheimische und Gäste an. Auch die Unterkünfte stellen sich auf die Wünsche der Remote-Arbeitenden ein, erklärt Michael Spechtenhauser, Geschäftsführer Salzkammergut Tourismus. “Eine Vielzahl kultureller Events, eine qualitativ hochwertige und regionale Küche, verbunden mit exzellenten Outdoor-Möglichkeiten (Wandern, Mountainbiken, Wassersport und vieles mehr) bieten dafür die Basis.”

Zudem hat Airbnb einen Leitfaden für Regierungen und Destinationen erstellt, der Gemeinden auf die Vorteile des Workation-Trends aufweist. Der “Airbnb-Guide to Live and Work Anywhere: How Communities Can Benefit from Remote Workers” bezieht sich auf die Empfehlungen zur Verbesserung der Visa Prozesse und Steuervorschriften für Remote-Arbeitende. Auch Vorschläge zur Integration der Workation-Gäste in lokale Unternehmen und wie sie diese unterstützen können, werden im Leitfaden behandelt.

“Seit Beginn der Pandemie hat sich die Welt des Reisens nachhaltig verändert. Für viele Menschen ist die neu gewonnene Flexibilität durch Remote- und Hybridarbeit eine enorme Bereicherung. Wir freuen uns, durch die Zusammenarbeit mit dem Salzkammergut einen Mehrwert bieten zu können und Remote-Arbeit auch in den ländlichen Regionen Österreichs zu fördern”, erklärt Ellen Madeker, Head of Public Policy für Dach und CEE bei Airbnb.

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Foto: OTS Amt der Oö. Landesregierung

Das Land Oberösterreich holt einen prominenten Player aus dem Silicon Valley dauerhaft nach Linz: Am Campus der Johannes Kepler Universität (JKU) entsteht das erste „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ von Plug and Play innerhalb der Europäischen Union. Das gaben Landeshauptmann Thomas Stelzer und Vertreter der beteiligten Unternehmen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Landhaus Linz bekannt.

Plug and Play wurde 2006 im Silicon Valley gegründet und betreibt ein internationales Netzwerk für Innovation und Startup-Kooperationen. Nach eigenen Angaben zählt das Unternehmen zu den aktivsten Early-Stage-Venture-Capital-Investoren der Welt, mit mehr als 65 Standorten auf fünf Kontinenten, über 550 Unternehmenspartnern, rund 250 Startup-Investments pro Jahr und mehr als 2.500 Unternehmen im Portfolio, darunter über 35 Unicorns.

Neu ist Plug and Play in Österreich dabei nicht: Seit 2019 kooperiert das Netzwerk mit dem Flughafen Wien, 2021 eröffnete es dort sein österreichisches Headquarter (brutkasten berichtete). In den ersten fünf Jahren dieser Partnerschaft wurden mehr als 700 Startups gemeinsam gescreent, rund zwei Dutzend Projekte in Bereichen wie Robotics, Predictive Maintenance und KI entstanden daraus. Geleitet wird Plug and Play Austria von Managing Director Nik Munaretto. Mit dem Exzellenzzentrum in Linz kommt nun ein dauerhafter Standort mit industriellem Fokus hinzu.

Fünf Industrie-Schwergewichte als Anchor-Partner

Mit Keba, Primetals Technologies, Swietelsky, TGW Logistics und voestalpine beteiligen sich fünf oberösterreichische Industrieunternehmen als künftige Anchor-Partner an der Gründungsrunde. Als Gründungspartner erhalten sie besondere Mitgestaltungsmöglichkeiten und können industrielle Aufgabenstellungen und technologische Schwerpunkte in das Programm einbringen. Im Mittelpunkt stehen konkrete KI-Anwendungen in Produktion, Anlagenbau, Logistik, Engineering und Bauwirtschaft.

Das Prinzip dahinter ist der Open-Innovation-Ansatz von Plug and Play: Etablierte Unternehmen bringen konkrete technologische Herausforderungen ein, Plug and Play identifiziert über sein internationales Netzwerk passende Startups und Technologien und bringt beide Seiten für Pilotprojekte und Kooperationen zusammen.

„Oberösterreich wartet nicht darauf, was die Zukunft bringt: Wir gestalten sie. Mit Plug and Play holen wir eines der weltweit führenden Innovationsnetzwerke nach Linz und machen Oberösterreich zum europäischen Pionier bei ‚Physical and Industrial AI‘“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Neue Technologien sollten „nicht irgendwo Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, sondern bei uns in Oberösterreich“.

Knogler: „Bei KI entscheidet nicht allein, wer die besten Ideen hat“

Keba-CEO Christoph Knogler, zugleich Vorsitzender der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung, sieht in dem Zentrum einen Hebel für die Umsetzungsgeschwindigkeit: „Bei Künstlicher Intelligenz entscheidet nicht allein, wer die besten Ideen hat, sondern wer sie rasch in die industrielle Anwendung bringt.“ Das Exzellenzzentrum schaffe einen direkten Zugang zu internationalen Startups und Technologien. „Damit haben wir die Chance, die weltbesten und innovativsten KI-Lösungen nach Oberösterreich zu holen und gemeinsam mit unseren Unternehmen in konkrete Wertschöpfung zu übersetzen.“

Im großen Cover-Interview der aktuellen brutkasten-Printausgabe hatte Knogler zuletzt dargelegt, warum er die Chance Europas nicht im LLM-Rennen sieht, sondern in industrieller KI: Produktionswissen und Maschinendaten als europäische Souveränitätschance.

Auch die übrigen Partner ordnen die Initiative in ihre Strategien ein: Primetals-CFO Michael Kienberger will „modernste KI-Ansätze noch schneller in unsere Systeme“ integrieren, Swietelsky-CFO Harald Gindl kündigt an, „Physical AI und Robotik im Baubetrieb in Oberösterreich gezielt erproben“ zu wollen. TGW-CTO Christoph Wolkerstorfer spricht mit Blick auf autonom agierende Systeme von einem „echten Game Changer“ für die Intralogistik. voestalpine-CFO Gerald Mayer verweist darauf, dass sich der Konzern über die Partnerschaft „den Austausch mit führenden Forschungseinrichtungen und den Zugang zu globalen Startups“ sichere.

tech2b als Schnittstelle, keine Parallelstruktur

Die Abwicklung für das Land Oberösterreich übernimmt der Inkubator tech2b. Damit soll keine neue Parallelstruktur entstehen, sondern das internationale Netzwerk von Plug and Play mit dem bestehenden oberösterreichischen Innovationsökosystem verbunden werden. Über die fünf Anchor-Partner hinaus sollen auch weitere tech2b-Mitgliedsunternehmen Zugang zum Netzwerk erhalten.

„Oberösterreich vereint genau das, wonach wir als globales Innovationsnetzwerk und Venture Capital Investor aus dem Silicon Valley suchen: eine unglaublich starke industrielle Basis, exzellente Forschung, ambitionierte Startup-Gründer und Unternehmen, die neue Technologien in die Anwendung bringen wollen“, sagt Nik Munaretto, Managing Director von Plug and Play Austria.

Umsetzungsschritt der KI-Exzellenzstrategie

Das Zentrum ist ein konkreter Umsetzungsschritt der von Landeshauptmann Stelzer initiierten KI-Exzellenzstrategie für den Industriestandort Oberösterreich. Deren Mitautor Teodoro Cocca sieht die „eigentliche Pionierleistung“ darin, „dass das Land nicht bei Strategiepapieren stehen bleibt, sondern eine Struktur schafft, die weltweit nach den besten Lösungen sucht und sie systematisch in die oberösterreichische Industrie bringt“. Mitautor Meinhard Lukas ergänzt: „Aus Wissen werden Anwendungen, aus Kontakten konkrete Kooperationen und aus technologischen Chancen neue Wertschöpfung.“

Dass der Standort Substanz mitbringt, untermauert die Aussendung mit Beispielen: Die JKU bietet ein englischsprachiges Bachelor- und Masterstudium Artificial Intelligence. Das 2024 gegründete JKU-Spin-off Emmi AI holte sich 2025 eine Seed-Finanzierung über 15 Millionen Euro und wurde im Mai 2026 vom französischen KI-Unternehmen Mistral AI übernommen (brutkasten berichtete). Und das oberösterreichische Technologieunternehmen Tractive hat sich mit GPS- und Gesundheitstrackern für Haustiere zu einem international tätigen Anbieter entwickelt, dessen Produkte laut Aussendung in mehr als 175 Ländern funktionieren.

Wie Oberösterreich als Industrie- und Innovationsstandort insgesamt aufgestellt ist, beleuchtet brutkasten im großen Standort-Check der aktuellen Printausgabe: von der Tabakfabrik über die JKU bis zu den Exits von Emmi AI und Tractive.

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