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Vorwürfe von Kund:innen – auch öffentlich gestärkt durch Verbraucherschutzverbände und die Arbeiterkammer – hatte es bereits länger gegeben. Vergangenes Jahr kam es beim niederösterreichischen Startup 123 Transporter (123 Shared Mobility GmbH) dann zum dicken Ende: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) brachte mehrere Klagen ein, große Partner wie Obi und Hornbach zogen sich zurück (brutkasten berichtete). Im Oktober folgte schließlich der Insolvenzantrag – zunächst wollte man sanieren, wenig später wurde aber gerichtlich die Schließung beschlossen.
Schon damals meldete sich auch der Flottenbetreiber, die steirische Weba GmbH, zu Wort, bei dem 123 Transporter seine Lieferwägen gemietet hatte. Man widersprach der Darstellung des Startups, die Insolvenz durch einen angeblich „vertragswidrigen“ Abzug der Fahrzeuge hervorgerufen zu haben und sah sich selbst mit erheblichen Problemen konfrontiert. Diese führten nun zu einem eigenen Konkursantrag, wie die Kreditschutzverbände verlautbaren.
Weba wiederholt in Konkursantrag Vorwürfe
Im Insolvenzantrag werden von Weba einige der umfassenden Vorwürfe wiederholt, die gegenüber 123 Transporter bestehen. „Kautionen wurden nicht bzw. nur nach ausdrücklicher Anforderung und stark verspätet zurückbezahlt. (…) Die 123 Shared Mobility GmbH hat auch damit begonnen, vermeintlich vom Kunden verursachte Schäden doppelt zu verrechnen oder ihn mit einer Strafzahlung zu belegen, wenn sich aus den aufgezeichneten Fahrzeugdaten beispielsweise Geschwindigkeitsübertretungen ergeben haben. Dies unabhängig davon, ob es für diese Übertretung einen Strafzettel gegeben hat oder nicht“, wird in der Tagezeitung Kurier aus dem Weba-Antrag zitiert.
Gegenteilige Darstellung zum Ende der Zusammenarbeit
Weba hatte die 370 Fahrzeuge selbst geleast und an 123 Transporter vermietet. Laut Antrag soll die 123 Shared Mobility GmbH Ausgangsrechnungen des steirischen Unternehmens bereits eine Zeit lang ungerechtfertigt gekürzt und verspätet überwiesen haben. Im vergangenen August habe das Startup dann den Flottenpartnervertrag „fristwidrig und ungerechtfertigt gekündigt“. Diese Darstellung widerspricht also diametral jener von 123 Transporter, das diese angeblich auch bestreitet.
Sanierungskonzept gescheitert, 3,9 Mio. Euro offene Forderungen „uneinbringlich“
Zunächst habe man sich mit der Leasinggesellschaft auf ein erstes Sanierungskonzept geeinigt, heißt es von Weba weiter. Diese habe einen Teil der Fahrzeuge eingezogen und verwertet. Mit dem Rest habe man das Geschäftsfeld neu bearbeiten wollen. „Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Umsatzentwicklungen hinter den Erwartungen zurückblieben. Dies ist einerseits auf die Nachwirkungen des Umgangs der 123 Shared Mobility GmbH mit deren Kunden zurückzuführen, andererseits auch auf saisonale Gründe“, heißt es im Antrag laut Kurier weiter.
Die offenen Forderungen gegenüber 123 Transporter in Höhe von 3,942 Millionen Euro seien „uneinbringlich“. Entsprechend brachte das steirische Unternehmen nun einen Konkursantrag ein. Eine Fortführung in Form einer Sanierung ist also aktuell nicht geplant. Die Entscheidungsfindung sei aber noch nicht abgeschlossen, heißt es im Kurier.




