06.10.2025
INSOLVENZ

123-Transporter muss saniert werden – das sagt Gründer Matthias Pajek

123-Transporter hat beim Landesgericht Wiener Neustadt Insolvenz beantragt. Laut Creditreform betragen die Passiva 4,7 Millionen Euro. Gegen Geschäftsführer Matthias Pajek wird zudem wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Veruntreuung ermittelt.
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123-Transporter, Justiz, Betrug, Insolvenz
Foto: 123-Transporter - Co-Founder Matthias Pajek.

Das Ternitzer Startup 123-Transporter stand bereits mehrfach in der Kritik. Vorgeworfen wurden ihm intransparente Abbuchungen, versteckte Kautionen oder unklare Zusatzkosten. Im Juni warnte die Arbeiterkammer (AK) vor unzulässigen Kontoabbuchungen nach GPS-Überwachung – brutkasten berichtete. Dann beendeten zwei Kooperationspartner die Zusammenarbeit. Nun beantragte man Insolvenz – Gründer Matthias Pajek erklärt per Aussendung die Gründe dafür. Die Justiz allerdings ermittelt gegen den Geschäftsführer.

123-Transporter-Erklärung

Laut der Kleinen Zeitung, die den Gläubigerschutzverband Creditreform zitiert, sind etwa 70 Gläubiger und „eine Vielzahl von Kunden“, die ebenfalls Forderungen aus Kautionsrückzahlungsansprüchen haben, von der Insolvenz betroffen. Aktuell seien fünf Dienstnehmer im Unternehmen beschäftigt. Die Passiva belaufen sich auf rund 4,7 Mio. Euro.

„Die 123 Shared Mobility GmbH, Betreiberin der Marke 123-Transporter seit 2021 in Österreich, hat heute beim zuständigen Landesgericht Wiener Neustadt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt“, heißt es in der Pressemitteilung vom 5. Oktober. „123-Transporter stellt ausschließlich eine spezialisierte IT-Infrastruktur und Plattformtechnologie für die Abwicklung von Carsharing- und Vermietungsprozessen zur Verfügung. 123-Transporter hatte als Softwarebetreiber keine eigene Flotte. Die in Österreich eingesetzte Flotte von 419 Transportern wurde vollständig und exklusiv von einem Flottenpartner bereitgestellt.“

Weiters liest man darin: „Der Unternehmensbetrieb lief gut und hat wirtschaftlich funktioniert, bis es Mitte September zu einem unvorhergesehenen Problem mit dem Flottenpartner kam. Der exklusive Flottenpartner hat kurzfristig und ohne Vorwarnung vertragswidrig nahezu sämtliche Fahrzeuge aus dem System abgezogen, indem er diese systemisch und physisch deaktivierte. Damit wurde die Geschäftsgrundlage des Unternehmens in Österreich schlagartig verunmöglicht, da die Fahrzeugvermietung nicht mehr möglich war. Durch das vertragswidrige Verhalten des Flottenpartners wurde 123-Transporter die gesamte Umsatzgrundlage (= Vermietung der Fahrzeuge an Endkunden) entzogen.“

Sanierungsverfahren: 20-Prozent-Quote angeboten

Mangels zu vermietenden Fahrzeugen konnte laut Founder das Unternehmen somit kaum mehr Umsatz erwirtschaften. „Die 123-Transporter war durch dieses Verhalten auch gezwungen, den Flottenpartnervertrag aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung zu kündigen, um weiteren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Aufgrund des unvorhersehbaren und vertragsbrüchigen Verhaltens des Flottenpartners blieb 123-Transporter rechtlich wie wirtschaftlich keine andere Möglichkeit, als zum Schutz aller Gläubiger und im Interesse eines geordneten Verfahrens die Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung zu beantragen“, so Pajek.

Das Unternehmen prüfe derzeit alternative Lösungsansätze und werde mögliche Optionen offen und transparent evaluieren. Den Gläubigern wird im Rahmen des Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eine Quote von 20 Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren angeboten.

Die Geschäftstätigkeit in Tschechien, der Slowakei und Ungarn seien jedoch gesellschaftsrechtlich autark. Diese ausländischen Märkte gelten laut Unternehmen als eigenständige Lizenznehmer und operieren daher uneingeschränkt weiter. Die Länder wären von den Entwicklungen in Österreich nicht berührt.

„Wir bedauern diesen Schritt zutiefst, das nicht nachvollziehbare Verhalten und die damit einhergehende Deaktivierung der Flottenfahrzeuge unseres exklusiven Flottenpartners in Österreich war für uns nicht vorhersehbar und hat die Umsetzung unseres Geschäftsmodells in Österreich schlagartig verunmöglicht“, so die Geschäftsführung von 123-Transporter. „Unter diesen Umständen blieb mir keine andere rechtliche und wirtschaftliche Option, als das Sanierungsverfahren einzuleiten, um eine ordentliche und transparente Abwicklung im Sinne aller Beteiligten sicherzustellen. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung für die Zukunft, da der Geschäftsbetrieb in Österreich aufgrund der jüngsten Ereignisse derzeit in der bisherigen Form so nicht weitergeführt werden kann.“

Justiz ermittelt

Medial wird neben dem Sanierungsverfahren noch über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Veruntreuung berichtet.


Der Gründer wurde um ein Statement zu den Betrugsvorwürfen gebeten. Sollte dieses einlangen, wird es hier nachgereicht.

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Die re:Marc 2026 fand im Museum of Ethnography Budapest statt | (c) egressyorsifoto
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„Ihr pitcht nicht um euer eigenes Überleben, ihr pitcht um unser Überleben als Gesellschaft.“ Mit diesen Worten richtet sich Uli Grabenwarter vom European Investment Fund in seiner Keynote bei der Konferenz re:Marc an das Publikum. Er bringt damit eine Kernbotschaft des Events auf den Punkt: Kreative Lösungen für marginalisierte Gruppen müssen in das Zentrum der Wirtschaft rücken.

Ein grenzüberschreitendes Ökosystem

Die re:Marc ist der Höhepunkt des „Marc Impact Programme“, einer gemeinsamen Initiative von ERSTE Stiftung, ERSTE Social Finance Holding, IFUA Nonprofit Partner und SIMPACT. Die Partner riefen dieses internationale Programm ins Leben, um wirkungsorientierte Unternehmen zu unterstützen. Radován Jelasity, CEO der Erste Bank Hungary, vergleicht in seiner Eröffnungs-Keynote die Kernidee mit jener der Erste Bank selbst und gibt den Teilnehmer:innen mit: „Glaub an dich, denn am Ende gewinnt immer das Gute!“

Und Ana Cretu, Director Social Impact Investment der ERSTE Stiftung, stellt klar: „Das Programm wurde designt, um von einer Gemeinschaft getragen zu werden, nicht nur von einer kleinen Gruppe von Leuten.“ Sie betont eine zentrale Überzeugung der Initiator:innen: „High-Impact-Entrepreneure sind entscheidend für resiliente Gesellschaften.“

Radován Jelasity, CEO der Erste Bank Hungary, auf der Bühne bei der re:Marc 2026 | (c) egressyorsifoto

Marc startete 2024 und begleitet Gründer:innen aus mittlerweile sechs Ländern langfristig. Radka Novotná, COO des tschechischen Social Startups Nepanikař, gibt im Gespräch mit brutkasten einen konkreten Einblick: „Das Programm hat uns die Augen geöffnet. Als NGO haben wir oft die Einstellung, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen. Die Mentorinnen und Mentoren haben uns beigebracht, dass es in Ordnung ist, nach Geld zu fragen, weil es für einen wirklich guten Zweck ist.“

Der Pitch um den größten Impact

Das Event in Budapest bringe diese internationale Community zusammen. Zwölf Startups aus Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Tschechien traten dabei auch in drei Runden beim Pitch-Wettbewerb gegeneinander an. Sie zeigten eine enorme Bandbreite an Lösungen. Die Ideen reichten von Drohnen, die Samenbomben zur Wiederaufforstung abwerfen, über mobile Konzertbühnen in Lastenfahrrädern bis hin zu leistbaren Recyclingmaschinen für Plastikmüll aus dem Meer. Die Teams pitchten um Preisgelder von bis zu 20.000 Euro.

Andrew Gray von Tilia Impact Ventures (am Mikrofon) war eines der Jury-Mitglieder | (c) egressyorsifoto

Entscheidend war dabei aber nicht nur der Impact selbst, sondern auch die Frage nach einem tragfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodell, das diesen Impact finanzieren kann. Entsprechend genau fragte die Jury nach. Jury-Mitglied Andrew Gray von Tilia Impact Ventures erklärt im brutkasten-Gespräch: „Wir sehen uns an, welche Startups den größtmöglichen Impact für so viele Menschen wie möglich erzielen. Wer wird das Preisgeld nutzen, um den tiefgreifendsten sozialen Impact in der sinnvollsten Weise zu generieren?“

Die Sieger der re:Marc 2026

Letztlich musste sich die Jury für die Gewinner der drei Hauptpreise entscheiden. Neben diesen wurden noch mehrere Zusatzpreise vergeben. Diese drei Startups überzeugten die Jury besonders:

Grand Impact Award: Nepanikař

Den „Grand Impact Award“ und damit den Hauptpreis von 20.000 Euro holte sich das tschechische Social Startup Nepanikař – zu Deutsch: “Keine Panik!” Die gleichnamige App bietet psychologische Hilfe und Suizidprävention. Sie verzeichnet täglich rund 500 Nutzer:innen und unterstützt diese auch gezielt in akuten psychischen Krisensituationen. „Wir wollen das Preisgeld nutzen, um die App mit Smartwatches und Ringen zu verbinden und so Krisen besser vorherzusagen“, schildert Radka Novotná ihre Pläne. Das Geld fließt parallel in die Übersetzung der App in vier weitere Sprachen.

Nepanikař rund um Radka Novotná (2.v.r.) holte sich den Grand Imppact Award | (c) egressyorsifoto

Innovation Champion Award: Origin BCI

Der „Innovation Champion Award“ im Wert von 15.000 Euro ging nach Rumänien an Origin BCI. Das Team rund um Gründer und CEO David-Alexandru Popescu entwickelt bionische Handprothesen, die leistbar und leicht zu warten sind. Im Interview verrät Popescu den nächsten Schritt: „Die gewonnenen 15.000 Euro werden dazu beitragen, unser finales, konformes Produkt zu bauen – mit zugelassenen Materialien und Elektronik für Medizinprodukte.“

Origin BCI rund um David-Alexandru Popescu (2.v.l.) erhielt den Innovation Champion Award | (c) egressyorsifoto

Scalable Champion Award: TalentsLounge

Den „Scalable Champion Award“ sicherte sich Anna Gawin mit der österreichischen Plattform TalentsLounge (DaVinciLab). Die Plattform befähigt Lehrkräfte, Künstliche Intelligenz und Zukunftskompetenzen zu unterrichten. Gawin hat ein klares Ziel für die 15.000 Euro Preisgeld: „Wir werden unsere Plattform ins Polnische und Ungarische übersetzen und erste Pilotprojekte mit rund 500 Schülerinnen und Schülern an polnischen und ungarischen Schulen in Wien umsetzen.“

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