21.04.2020

„2 Minuten 2 Millionen“ Folge 12: Startup lehnt eine Million Euro ab

In der 12. Folge der aktuellen Staffel von "2 Minuten2 Millionen" ging es um e-Kellner, Klodeckel und Bienenprodukte. Zudem lehnte ein Startup ein gewaltiges Angebot ab.
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2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank - Klemens Zleptnig und Philipp Etzlinger von uugot.it trafen eine überraschende Entscheidung.
kooperation

Den Anfang der 12. Folge der aktuellen Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“ machte Petar Iliev, CEO und Gründer von getsby (Iliev ist derzeit nicht mehr operativ bei getsby tätig – der brutkasten berichtete). Während seiner früheren Arbeit in einem Großkonzern stellte der Wiener ein Problem in der Kantine fest, dass sich auch auf andere Lokalitäten umlegen lässt: Restaurants mit ausgezeichnetem Essen bringen den unangenehmen Nebeneffekt mit sich, dass auch treue und begeisterte Kunden wegen des starken Andrangs meist länger warten müssen, bis sie ihre Bestellung aufgeben können. Dieses Problem soll die App getsby lösen, mit der User per Smartphone vorab bestellen und bezahlen können. Die Forderung für den persönlichen Kellner: 250.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung.

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getsby: Verbindung mit dem Kassensystem des Restaurants

Auf technischer Ebene verbindet sich getsby mit dem Kassensystem des Restaurants – zugleich hat das Startup hier eine Vertriebskooperation, bei welcher der Anbieter des Kassensystems dem Gastronomen auch gleich die Lösung von getsby anbietet. Ergänzend dazu bekommt das Startup von den Usern Vorschläge zu Lokalen, die ihrer Meinung nach die Bestell-Lösung ebenfalls einsetzen sollten.

Fehler bei „2 Minuten 2 Millionen“: Umsatz verheimlicht

Die Präsentation von Iliev war souverän. Der Founder konnte sämtliche Fragen der Juroren beantworten und vor allem das Interesse von Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner erwecken und ihn weitgehend zufriedenstellen. Allerdings wollte Iliev nicht genau präzisieren, wie hoch der Umsatz von getsby ist. Seine Antwort: sechsstellig. Dies regte vor allem Katharina Schneider auf, die bereits zu Beginn ihre Abneigung gegen „effizientes Essen gehen“ dargelegt hatte.

getsby, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank – Petar Iliev, Gründer getsby, erregte den Unmut von Katharina Schneider.

Nicht interessiert an zukünftigem Umsatz

„Wenn ich heute investiere, dann muss ich doch den Umsatz wissen“, sagte sie ziemlich forsch und erhielt als Antwort: 40.000 Euro. Die Mediashop-Chefin erkannte sofort, dass es sich hierbei nicht um den erwähnten sechsstelligen Betrag handelt. Der Gründer erklärte, dass dies der angestrebte Umsatzbetrag des Startups sei.

Bewertung und Umsatz bei „2 Minuten 2 Millionen“

Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner nannte die Idee des Unternehmers „total unsympathisch“. Iliev entgegnete, dass diese Einstellung „fair“ sei, Haselsteiner wäre jedoch nicht die Zielgruppe. Ein Investor weniger. Winzer Leo Hillinger hingegen war von getsby angetan, hatte aber ein Problem mit der Bewertung. Er und Schneider verabschiedeten sich auch als mögliche Investoren. Da half es auch nicht, dass der Gründer seinen Finanzplan für die Zukunft ins Spiel brachte. Vor allem die Investorin führte sich „hinters Licht gebracht“, wie sie später mit unflätigen Worten preisgab.

Tech-Startups und der „anders“ zu betrachtende Umsatz

Gschwandtner hatte, wie bereits in der Vergangenheit, mit einer höheren Bewertung für ein Startup aus dem technologischen Bereich, kein Problem. Man müsse schon „schauen“ wo man zukünftig wachsen könne. Auch die Technologie des Unternehmens sei „richtig“ und stelle die Zukunft in der Gastronomiebranche dar. Jedoch könne er nicht der nötige strategische Investor sein, den das Startup brauche.

Rohla wird mit Gamechanger-Aussage zum Gamechanger

Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla – kein Fan von digitalen Dingen – meinte, er kenne das Problem mit Wartezeiten im Gastro-Bereich. Zudem sei getsby ein Gamechanger. Er bot 200.000 Euro für 25,1 Prozent. Deal für getsby.

Die Imkerei: Bio-Bienenerzeugnisse bei „2 Minuten 2 Millionen“

Der nächste bei „2 Minuten 2 Millionen“ war Florian Petersdorfer. Der Oberösterreicher betreut mit „Die Imkerei“ 150 Bienenvölker und stellt traditionellen Honig her. Zusätzlich produziert er auch trockenen Honigwein und Nahrungsergänzungsmittel aus Bienenbrot. Die Kapseln des Startups sind reich an Inhaltsstoffen, die gut für das Immunsystem und den Stoffwechsel sein sollen. Seine Forderung: 100.000 Euro für 20 Prozent.

„Wein machen kann ja jeder“

Nachdem geklärt war, dass der Gründer den Bienen nichts raube, sondern den überschüssigen Blütenpollen entnimmt und über 80 eigene Bienenvölker verfügt, kam heraus, dass sich der Pitcher und Hillinger bereits seit mehr als 25 Jahren kennen. Der Winzer verlangte den Honigwein und lobte das Produkt nach der Kostprobe. Musste sich jedoch von Haselsteiner anhören: „Wein machen kann ja jeder“.

2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank – Florian Petersdorfer von „Die Imkerei“ konnte gleich mehrere Investoren mit seinem Startup beeindrucken.

Ziegenstall und intensive Landwirtschaft

Nach einer Warnung in Richtung des Juror-Kollegen, dass dieser Mut nicht mit Wahnsinn verwechseln sollte, ging es um das Nahrungsergänzungsmittel. Der Gründer zählte die Vorteile auf, wie etwa, dass es entzündungshemmend sei, als plötzlich Haselsteiner meinte, es schmecke ein wenig nach Ziegenstall oder zumindest nach intensiver Landwirtschaft.

Investoren überbieten sich

Der Jahresumsatz des Startups betrug ohne die neuen Produkte bisher bereits 60.000 Euro und der Gründer plane, ihn für 2020 mehr als zu verdoppeln, sagte er. Schneider zeigte sich an der Nahrungsergänzung interessiert, wollte aber nichts mit dem Wein zu tun haben – sie stieg aus. Haselsteiner meinte, ein derartiges Projekt „gehört unterstützt“ und bot 100.000 Euro für 26 Prozent. Hillinger warf ein, dass er das gleiche Angebot abgeben wollte. Ging aber auf 110.000 Euro rauf.

„risk sharing“?

Haselsteiner nahm den Kampf an und erhöhte auf 120.000 Euro. Rohla bot daraufhin an, dass er bei jenem Investor, der den Deal bekäme, gerne mitmachen wolle. Er nannte es „risk sharing“. Gschwandtner hingegen „matchte“ das Angebot Haselsteiners und verwies auf sein Interesse an den Kapseln und daran, sie online zu vertreiben.

Doch alle fünf „2 Minuten 2 Millionen“-Investoren

Zusammengefasst: alle vier Herrschaften wollten bei „Die Imkerei“ auf irgendeine Art und Weise mitmachen und boten viermal 30.000 Euro für 26 Prozent. Das Ergebnis: Der Gründer schlug eine Verhandlungsrunde vor, in der alle fünf Investoren – inklusive der bereits ausgetretenen Katharina Schneider – beteiligt wären. Es gab allgemeine Zustimmung für fünfmal 24.000 Euro. Deal für „Die Imkerei“.

hyto: Sterilisierbares WC-System

Die nächsten im „2 Minuten 2 Millionen“-Studio waren Peter Mayr und Karl Watschinger mit „hyto WC“. Dabei handelt es sich um ein sterilisierbares WC-System, das einfach zu reinigen und ganz ohne Werkzeug von der WC-Schüssel abnehmbar ist – der brutkasten berichtete. So soll es keine Ecke und keinen Spalt geben, die nicht erreichbar ist und gereinigt werden kann. Die WC-Brillen-Lösung gibt es zudem auch in einer Variante mit Sitzerhöhung. Die Gründer forderten 200.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile.

Die alte „Leier“: Umsatz

Bisher wurden 1500 Stück von dem europaweit patentierten Produkt verkauft. Das Patent für die USA stehe kurz vor der Erteilung, so die Gründer. Danach ging es um die Bewertung. Wie so oft bezogen sich die Gründer auf die Möglichkeiten, die der Markt liefere, nicht aber auf den aktuellen Umsatz – und die Investoren, allen voran Leo Hillinger, kamen damit nicht klar.

 Hillinger, Gschwandtner, Schneider, Haselsteiner, Rohla, Kuntke, Zech, REWE, Startup
(c) Puls 4/ Gerry Frank – Das Startup hyto WC zeigten eine hygienische Klo-Brillen-Lösung bei „2  Minuten 2 Millionen“.

Spitäler und Hotellerie als Zielgruppe

Katharina Schneider stimmte allerdings zu, dass ein Markt für die Lösung von hyto da wäre. Allein die Klobrillen-Auswahl in Baumärkten würde dafür sprechen. Das Gründer-Duo argumentierte gut und lenkte den Blick auf Spitäler und Hotellerie, die leicht und regelmäßig den Klodeckel fürs maschinelle Säubern abnehmen könnten.

Anderes Geschäftsmodell besser?

Haselsteiner hielt das Produkt für eine Verbesserung der Technologie. Er wollte aber das Risiko nicht eingehen, zu investieren. Ähnlich dachte Gschwandtner und war der nächste der sich als möglicher Financier verabschiedete. Rohla meinte, in den Vertrieb zu gehen, wäre der falsche Weg. Das Unternehmen solle versuchen, das Patent an Klo-Hersteller zu verkaufen. Katharina Schneider indes war von den Verkaufszahlen zwar beeindruckt, hatte aber keine Expertise in der Branche und stieg ebenfalls aus. Kein Deal für hyto.

MoSo: Regionaler Selbstbedienungsladen bei „2 Minuten 2 Millionen“

Als nächster versuchte Markus Wegerth sein Glück bei „2 Minuten 2 Millionen“. Mit seinem MoSo (Montag bis Sonntag) Markt peilt er durch ein flexibles Selbstbedienungskonzept in seinen Pop-Up Stores an, auch abgelegenen Dörfern eine Nahversorgung zu ermöglichen. Dafür bietet er in den eigens aufgestellten Containern regionale Waren an. Regionale Landwirte und Produzenten haben dadurch weitere Möglichkeiten, ihre Produkte zu verkaufen. Er forderte für 20 Prozent 250.000 Euro, um ein Franchise-Konzept zu entwickeln.

Mit 20.000 Euro Franchise Partner werden

Haselsteiner zeigte sich vom Gründer und dem Konzept angetan. Wegerth erklärte, dass ein Unternehmer fünf Container brauche, um davon Leben zu können. In einem Container befinden sich rund 350 verschiedene Artikel. Der Gründer hatte an Franchise-Partner diverse Anforderungen, darunter ein Netzwerk zur Gemeinde. Interessierte könnten für 20.000 Euro einsteigen.

Einer höher als der andere…

Schneider und Gschwandtner fanden die Idee des Gründers gut, stiegen aber aus. Leo Hillinger bot danach 150.000 Euro für 20 Prozent. Und er bekam Konkurrenz. 250.000 Euro für 26 Prozent legte Haselsteiner nach. Der wiederum bekam mit Rohla einen Gegner: 300.000 Euro für 25,1 Prozent – so dessen Offerte. Es kam zur Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsexperten. Deal für MoSo.

Moso, MoSo, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank – Markus Wegerth möchte die Nahversorgung in ländlichen Bereich wiederbeleben.

uugot.it: Sprachen lernen mit „Netflix-Schauen“

Das Wiener Startups uugot.it rund um Co-Founder und CEO Philipp Etzlinger war das nächste Unternehmen bei „2 Minuten 2 Millionen“. Über ihre Sprachlern-App können sich Sprach-Schüler tagesaktuell Fernsehsendungen untertitelt ansehen und sich je nach Bedarf Worte und Passagen in die eigene Sprache übersetzen lassen. Dabei können die Videos etwa auch langsamer abgespielt werden, um ihnen besser folgen zu können.

Von Linz nach Lateinamerika

Im April 2016 erfolgte nach einigen Monaten Vorarbeit die offizielle Gründung (der brutkasten berichtete im Februar 2016 erstmals über das Startup, das sich bereits 2015 einen Award holte). Im Frühjahr 2017 ging man nach der ersten Entwicklungsphase erstmals mit der Lösung im Rahmen eines Pilot-Projekts mit der Stadt Linz an die Öffentlichkeit. Seitdem folgten weitere Kooperationen mit der oberösterreichischen Hauptstadt, aber etwa auch mit Bildungseinrichtungen im lateinamerikanischen Raum, mit umfangreichen (Beta-)Tests. Der Co-Gründer und CTO Klemens Zleptnig forderten für die Sprachlern-App, die sich der Integration von Einwanderern verschrieben hat, 300.000 Euro für 16 Prozent.

Neun Sprachen im Repertoire

Die App ist an Mediatheken von Fernsehsendern angebunden und gibt Usern die Möglichkeit, während des Streamens etwa ein Wort, das sie nicht verstehen, nachzusehen. Dies passiert durch einen einfachen Klick auf den Begriff aus den Untertiteln. Jener wird sofort übersetzt und fürs spätere Lernen abgespeichert. Bisher sind neun Sprachen im Angebot.

uugot.it, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank – Philipp Etzlinger und Klemens Zleptnig versprechen mit ihrer App Sprachlehre beim „Fernschauen“

SaaS-Modell

Nach dem Pitch, der im zweiten Versuch fehlerfrei war, wollte Gast-Juror Heinrich Prokop wissen, wie das Startup Geld verdiene. Antwort: Das Unternehmen erhält mit seinem SaaS-Modell und für Lizenzen für Bildungseinrichtungen und öffentliche Institutionen eine Nutzungsgebühr.

Drei Investoren weniger

Hillinger war der erste der ausstieg. Neben der hohen Bewertung fehle ihm die mögliche Skalierung. Der zweite Gast-Juror, N26 Co-Founder, Maximilian Tayenthal hatte das Konzept und die Monetarisierung des Unternehmens nicht gänzlich verstanden und verabschiedete sich, so wie Rohla, auch als möglicher Investor.

Einnahmen besser erklären

Florian Gschwandtner meinte, Bildung sei das wichtigste Thema in Österreich, allerdings habe ihm der Pitch nicht gut gefallen. Zudem wäre die Bewertung zu hoch. Prokop blieb am Ende noch immer ohne Ahnung, wie uugot.it Geld verdiene und meinte, dies müsse man als Gründer Investoren besser erklären. Kein Deal für uugot.it.

Millionen-Angebot bei „2 Minuten 2 Millionen“

Allerdings konnte Daniel Zech das nicht so stehen lassen. Im namen von SevenVentures verteilt er auch heuer wieder Medienbudget. Er bot eine halbe Million Euro für TV-Werbung für 13 Prozent Beteiligung in einem ersten Schritt plus eine Option für nochmal 13 Prozent für die gleiche Summe.

Überraschende Antwort

Die Gründer kamen zurück und lehnten die Million ab. Die Begründung: das Startup war für die Weiterentwicklung der Applikation auf der Suche nach einem Cash-Investment ins Studio gekommen. Sie würden zudem eine andere Vertriebsschiene anstreben und hätten den B2B-Bereich im Auge. Ein Medien-Budget helfe momentan nichts. uugot.it ging ohne Geld.


⇒ Die Imkerei

⇒ Getsby

⇒ hyto WC

⇒ MoSo Markt

⇒ uugot.it

⇒ Puls 4/ 2Min2Mio

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Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

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Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

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Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
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Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

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Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

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Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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AI Summaries

„2 Minuten 2 Millionen“ Folge 12: Startup lehnt eine Million Euro ab

  • Bestell-App getsby erhält trotz Verwirrung Deal-Angebot
  • Bienen-Startup „Die Imkerei“ begeistert gleich mit zwei Produkten
  • hyto WC macht den Klodeckel zum Fokus ihres Unternehmens
  • Der MoSo-Markt möchte das Nahversorgertum wiederbeleben
  • Die Sprachlern-App uugot.it hat Probleme Geschäftsmodell zu erklären, erhält dennoch Mega-Angebot

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  • Die Sprachlern-App uugot.it hat Probleme Geschäftsmodell zu erklären, erhält dennoch Mega-Angebot

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