07.04.2020

Höhle der Löwen: Fitness-Startup wartet mit Fußball-Weltmeister auf

In dieser Folge von "Die Höhle der Löwen" gab es ein Startup, das bereits über vier Millionen Euro in sein Produkt gesteckt hat. Eines das Bademode aus Geisternetzen produziert. Und eines mit einem Gepäckträger fürs Fahrrad. Zudem ließ sich ein Fußball-Weltmeister blicken, um seine Unterstützung für pitchende Gründer kund zu tun.
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Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Investorin Dagmar Wöhrl nimmt die Einlegesohlen von "Fleximed" unter die Lupe.
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Der erste in der „Höhle der Löwen“ war Carl Heinze. Er stellt mit Carryyygum den vermutlich kleinsten Gepäckträger der Welt vor. Mit der Gummiband-Konstruktion sollen sich kleinere Gegenstände schnell am Fahrradlenker einspannen und sicher transportieren lassen: „Mein nützliches Fahrrad-Gimmick passt nahezu an jeden Fahrradlenker und wiegt dabei nur 33 Gramm“, sagt der Gründer. Bisher widmete sich der Münchner nur nebenberuflich seinem Startup. Um das zu ändern, sucht er einen strategischen Investor und fordert 150.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung.

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15 Jahre später am Rad

Nach einem recht angenehmen und souveränen Pitch vom Gründer durfte Handels-Experte Ralf Dümmel bei der Demonstration des Produkts mitwirken und eine Runde im Studio drehen. Das Zweirad-Comeback des Jurors nach 15 Jahren ohne in die Pedale getreten zu haben, endete beinahe in einem Sturz. Das Vorführobjekt, ein langes Baguette, überstand allerdings den Test ohne Makel.

Transparenz beim Patent

Bemerkenswert war, dass Heinze auf der Produkt-Verpackung seinen Patentprozess – noch am Laufen – transparent auswies. Damit wollte er andere vom Kopieren seines Carryyygums abschrecken. „Schlau“ nannte das Medien-Investor Georg Kofler, während es Ex-Miss-Germany Dagmar Wöhrl als spannend empfand.

Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Carl Heinze präsentierte mit „Carryyygum“ den kleinsten Gepäckträger der Wellt und bat Investor Ralf Dümmel gleich zum Test.

Kein umsatzstarkes Produkt?

Kofler hatte ein Fantasie-Problem sich dieses kleine Produkt als eines vorzustellen, das für vier, fünf Millionen Euro Umsatz sorgt. Konzernchef Nils Glagau meinte, dass Carryyygum bei einer größeren Transportleistung wie einem „Einkaufssackerl“ nicht nützlich sei. Dies bejahte der Gründer, meinte aber, sein Use-Case wären spontane Erledigungen, wie mal schnell ein Buch ausleihen oder die Jacke wegpacken.

Alle raus außer Dümmel

Wöhrl und Kofler waren die ersten beiden, die sich verabschiedeten. Multi-Investor Carsten Maschmeyer hatte bedenken, dass der Markt zu klein sei. Zudem würde er ein gewisses Feuer beim Gründer vermissen. Auch er war raus. Ihm folgte Glagau und ließ Dümmel über.

Hohe Forderung bei „Höhle der Löwen“

Der Löwe sah es wieder einmal wie öfter in dieser Staffel anders als die restlichen Löwen. Er glaubte an eine große Zielgruppe und meinte zu wissen, was der Gründer brauche. Er bot 150.000 Euro allerdings für 40 Prozent. Er sah die Firmenbewertung als zu hoch und müsste einiges an Arbeit ins Startup stecken, so seine Begründung. Deal für Carryyygum.

Trainingskonzept mit Coaching-App

Der nächste in der „Höhle der Löwen“ war Fritz Grünewalt. Mit FitterYOU hat er ein Trainingskonzept in die Sendung mitgebracht, das eine Kombination aus Motivation, personalisierter Trainingsmatte und Coaching-App darstellt, die Usern das Personal-Trainer-Konzept erschwinglich machen soll.

Individualisierte Trainings-Intelligenz

Eine individualisierte Trainings-Intelligenz beachtet dabei Verletzungen, Sitzgewohnheiten, ausgeübte Sportarten und mehr, um jedem User das passende Training auszuspielen. Dazu hat der Gründer die sogenannte „Mat“ entwickelt, die – abgestimmt zur Körpergröße – anzeigt, ob die Ausführung der gezeigten Übungen effektiv ist – also Füße, Knie, Hände auf den richtigen Positionen sind.

Fußball-Weltmeister Schürrle als Investor

Unterstützt wurde der Gründer dabei vom deutschen Fußball-Weltmeister und Investor André Schürrle: „Ich habe die App und die Matte lange getestet und habe einfach gemerkt, dass ich eine Riesenfreude entwickelt habe, jeden Tag ein neues individuelles Programm zu bekommen“, berichtet der Fußball-Profi per Video-Übertragung. Die Forderung: 500.000 Euro für zehn Prozent.

4,5 Millionen Euro ins Startup gesteckt

Nach der Vorstellung machte Nils Glagau gleich bei einer Trainingssession des Startups mit, in das der Gründer bereits 4,5 Millionen Euro gesteckt hat, wie er preisgab. Dabei hat das FitterYOU-Team in drei Monaten bisher 160.000 Euro Umsatz erwirtschaftet.

Schürrle sagt „Hallo“

Wöhrl und Maschmeyer störten sich am mangelndem Feedback der Matte, die nicht wirklich eine Korrektur am Übenden vornehme. Zudem meinte Maschmeyer, der bisherige Umgang mit Geld missfiele ihm – für den Betrag müsste man viel weiter sein. Die Gründer versuchten danach die negative Stimmung mit ihrer Videobotschaft von Schürrle wettzumachen. Bei Dümmel half es nichts. Er stieg so wie Wöhrl aus. Am Ende blieb, nachdem auch Glagau und Maschmeyer weg waren, nur Kofler über. Dem jedoch war ein Einstieg zu riskant. Kein Deal für FitterYOU.

Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Investor Nils Glagau beim Workout mit der „FitterYOU“-App von Luisa Konga, Fritz Grünewalt und Mike Steverding.

Eine Wienerin in der „Höhle der Löwen“

Die Wienerin Barbara Gölles hat ein Label namens Margaret and Hermione erschaffen. Und erklärt: „Ich mache Bade- und Sportmode. Aber nicht irgendwelche. Die Bikinis, Badeanzüge und Sportteile sind aus Plastikmüll gefertigt“, sagt sie. Besonders die alten, verlorenen Fischernetze, auch Geisternetze genannt, treiben in den Meeren und täglich werden davon tausende von Tonnen aus den Ozeanen gefischt.

Expansion im Sinn

„Ein spezielles Verfahren verarbeitet diesen Müll zu einem Garn und daraus wird dann der Stoff für Margaret and Hermione gefertigt“, erklärt die Wienerin die Besonderheit ihrer Herstellungsweise. Ihre Modelle sind auf die unterschiedlichen Körperformen zugeschnitten und sollen einen hohen Tragekomfort bieten. Durch die saumlose Verarbeitung gibt es kein Einengen und Einschneiden. Die Designerin möchte mit ihrem Unternehmen expandieren. Sie fordert 120.000 Euro für 20 Prozent Firmenbeteiligung.

Zu wenig Umsatz für Thelen

Nach dem Pitch und dem Auftritt von Vorführ-Models lobte Wöhrl die Verarbeitung der Badebekleidung. Thelen fand das Vorhaben Plastik aus dem Meer zu fischen und anderweitig zu nutzen großartig, der erhoffte Umsatz von 60.000 Euro reichte ihm aber nicht. „Wir werden damit keine 100 Leute beschäftigen können“, sagte er und stieg aufgrund mangelnder Skalierbarkeit des Produkts aus.

Fokus auf Bademode

Auch Ralf Dümmel verabschiedete sich als potentieller Investor, während Judith Williams nach einer Erweiterung der Produkt-Palette fragte. Die Gründerin würde sich aber vorerst auf eine Sparte, Bademode, konzentrieren, später könne man andere Dinge andenken.

Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Barbara Gölles (r.) aus Wien versucht mit „Margaret and Hermione“ und ihrer Bademode aus recycelten Fischernetzen die Meere etwas sauberer zu machen.

Änderung des Zielmarktes?

Danach kapitulierte Georg Kofler vor dem schwierigen Bikini-Business und war als dritter Investor draußen. Williams zählte alle möglichen Probleme auf, die sie in der Bademoden-Branche kenne und schlug vor, das Firmen-Konzept zu überdenken. Bekleidung für den Alltag, so ihr Ratschlag.

Doch noch ein Angebot

Dagmar Wöhrl blieb über. Und machte tatsächlich ein Angebot: 120.000 Euro für 25 Prozent. Barbara Gölles nahm an. Deal für Margaret and Hermione.

Rückkehr eines alten Bekannten

Für Jörn Gutowski ist es bereits sein zweiter Auftritt in der „Höhle der Löwen“. 2016 stellte er sein Konzept „Try Foods“ vor und konnte in der Sendung überzeugen. Auch wenn der Deal damals mit Frank Thelen anschließend nicht umgesetzt werden konnte, möchte er den Investor wieder für sich gewinnen. Gemeinsam mit Zeevi Chaimovitch stellt er ein neues Food-Produkt den Löwen vor: Kofu.

Alternative zu Tofu

Dabei handelt es sich um eine vegane, glutenfreie und einfache Alternative zu sojabasiertem Tofu. Es besteht ausschließlich aus Wasser, Kichererbsen, Salz und Gewürzen. Man kann Kofu braten, backen oder in der Suppe kochen. Die Gründer bieten den Löwen zwölf Prozent Unternehmensanteile für 150.000 Euro.

Lob fürs Produkt in der „Höhle der Löwen“

Das Founder-Duo servierte den Löwen ihre drei Kofu-Varianten, Falafel, Smoky und pur, und erzählte, dass sie in vier Monaten über 10.000 Stück ihres Produkts verkauft hätten. Die Juroren ließen nach der Kostprobe Worte wie „tolle Konsistenz“, „schmeckt wie gepresstes Kartoffelpüree“ und „knusprig“ fallen.

Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Chaimovitch (l.) und Jörn Gutowski, der bereits zum zweiten Mal vor die Löwen tritt, haben mit „Kofu“ eine Tofu-Alternative aus Kichererbsen entwickelt.

Die fatale Firmenstruktur

Thelen merkte an, dass das erste Startup des Gründers, „Try Foods“, nicht skalierbar war. Dies hätte der Gründer mit seinem neuen Startup verstanden. Alles lief gut, bis Gutowski offenbarte, dass er 14 Prozent des Unternehmens halte, Ideengeber Chaimovich 59,5 Prozent inne habe und ein Tofu-Produzent über 26 Prozent verfüge.

„Poison Pill“

Thelen erklärte, dass er eigentlich kurz davor war zu investieren, aber nun könne er es nicht. Der Juror brachte zum zweiten Mal in der Staffel den begriff „poison pill“ ins Spiel und sagte, dass es eines der wichtigsten Dinge für ein Unternehmen wäre,  die Produktion günstig, skalierbar und hochwertig zu halten. Diesen Baustein an einen Gesellschafter abzugeben, dass wäre ein Interessenskonflikt.

Exodus der Investoren

Maschmeyer meinte, man könne bei diesem Firmen-Aufbau, wenn gewünscht, gar keine Ausschreibung machen, da dies vom Gesellschafter direkt mit einem Veto verhindert werden könnte. Danach gab es von allen Investoren große Bedenken wegen des dritten Teilhabers. Thelen, Glagau und Dümmel stiegen aus.

Kühlkette als weiteres Problem

Maschmeyer tat es ihnen nach. Dies ließ Judith Williams als letzt mögliche Investorin über. Sie hatte ein anderes Problem und störte sich an der benötigten Kühlkette des Produkts – dies würde den Markt minimieren. Sie war raus. Kein Deal für Kofu.

Sohle mit Federstahlkern

Peter Mucha und sein Bruder Werner haben mit Fleximed eine Einlegesohle in die „Höhle der Löwen“ mitgebracht, die sich an den Vorteilen des Barfußgehens orientiert und damit die natürliche Funktion des Fußes stärken soll. Der Druck des Körpergewichts wird gleichmäßig auf den ganzen Fuß verteilt und vermindert dadurch hohe punktuelle Belastungen des Vorfußes. In der Längsrichtung des Fußes ist die Sohle uneingeschränkt beweglich, so dass der normale Abrollgang unterstützt wird. Der integrierte Federstahlkern gibt Stabilität, sodass der Vorderfuß nicht mehr durchbrechen kann

Verbesserte Körperhaltung

Insgesamt soll Fleximed für eine Entlastung des gesamten Bewegungsapparates sowie für eine gelenkschonende Verbesserung der Körperhaltung sorgen. Das Angebot der Gründer an die Löwen: 140.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Höhle der Löwen, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Ralf Dümmel, Startup
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Werner (l.) und Peter Mucha präsentierten mit „Fleximed“ eine innovative Einlegesohle mit integriertem Federstahlkern.

Dreimal ein Konzernchef am Laufband

Nach dem Pitch wurde Glagau zu einem „Lauf-Experiment“ gebeten. Er ging ohne Schuhe über ein Laufband, das die Druckverteilung beim Gehen misst und darstellt. Dies wiederholte der Löwe mit eigenem Fußwerk und schlussendlich ein letztes Mal mit der Fleximed-Sohle. Das Ergebnis: eine Entlastung im Ballenbereich mit deutlich flüssigerer Bewegung.

Stabilität im Stöckelshuh

Danach waren die restliche Löwen mit Testen dran. Dagmar Wöhrl meinte, dass sie sogar in High Heels stabiler stehe. Nils Glagau stieg jedoch kurz danach aus, in zweieinhalb Jahren 5000 verkaufte Stück von Fleximed waren ihm zu wenig.

Kämpfende Gründer in der „Höhle der Löwen“

Maschmeyer meinte, man müsse das Produkt zu sehr „erklären“ und verabschiedete sich ebenfalls. Die Gründer gaben nicht auf und lenkten den Fokus auf Online-Marketing und Video-Testimonials. Bei Wöhrl half das nicht viel – auch sie zeigte kein Interesse am Produkt. Social-Media-Experte Georg Kofler indes sympathisierte mit dem Startup. Und bot 140.000 Euro für 33 Prozent.

Aus zwei mach drei – und wieder zwei

Ralf Dümmel sah im Vergleich zum Online-Bereich viel interessantere Märkte. Teleshopping und Drogerien etwa. Auch er machte das gleiche Angebot. Die Gründer jedoch, statt sich zu entscheiden, hatten eine andere Idee: sie wollten beide Löwen haben und boten beiden jeweils 24,5 Prozent Anteile. Kofler lehnte ab, er fürchte zu viele Abstimmungsschwierigkeiten beim Teleshopping. Daher kam es zum Deal mit Dümmel.


⇒ Carryyygum

⇒ FitterYou

⇒ Margaret and Hermione

⇒ Kofu

⇒ Fleximed

⇒ DHDL zum nachsehen auf TVNOW

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(c) Sasun Bughdaryan via Unsplash

In der Gründungsphase steht das operative Geschäft an erster Stelle: Produkte werden entwickelt, Marketingkampagnen gestartet und erste Kund:innen akquiriert. Rechtliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Absicherung rücken dabei mitunter in den Hintergrund. Dabei können nicht nur unbedachte Versäumnisse, sondern sogar unverschuldete Konflikte junge Unternehmen rasch in finanzielle Schieflagen bringen.

“Ich mache ja nichts falsch”

„Ein häufiger Satz von Gründerinnen und Gründern lautet: Was soll schon passieren? Ich mache ja nichts falsch“, sagt Rechtsschutz-Experte Gerd Plank von der ERGO Versicherung. Doch im Unternehmensalltag geraten Firmen keineswegs nur durch eigenes Fehlverhalten in juristische Auseinandersetzungen. Plank verdeutlicht das an einem Praxisbeispiel aus dem Strafrechtsschutz: „Auch wenn ein Geschäftspartner etwas falsch macht, etwa bei der Verrechnung, kann ein Unternehmen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.“ In Österreich gebe es jährlich rund 540.000 Ermittlungsverfahren bei den Staatsanwaltschaften, denen lediglich 28.000 Verurteilungen gegenüberstehen. „Das bedeutet, dass 95 Prozent der Verfahren eingestellt werden oder mit einem Freispruch enden – die immensen Anwalts- und Verteidigungskosten von oft 10.000 bis 20.000 Euro muss man ohne Rechtsschutzversicherung dennoch selbst tragen“, so Plank.

Rechtsschutz-Experte Gerd Plank | (c) ERGO Versicherung

Auch bei zivilrechtlichen Auseinandersetzungen würden Gründer:innen das finanzielle Risiko unterschätzen. „Schon wenn man einen vermeintlich kleinen Streitwert von 500 Euro einklagt, liegen die Gesamtkosten in der ersten Instanz bereits bei rund 1.600 Euro. Kommen weitere Verhandlungen hinzu, ist man rasch bei 6.000 Euro“, führt Plank aus. Da ein Großteil der Gerichtsverfahren mit einem Vergleich enden würden, blieben beide Parteien häufig auf ihren eigenen Anwaltskosten sitzen. „In Österreich liegt der häufigste bestrittene Wert bei 10.000 Euro. Die Gesamtkosten bei diesem Streitwert erreichen schnell 20.000 Euro“, so der Experte. Ohne Absicherung verzichten Startups daher oft auf berechtigte Forderungen, um Prozesskosten zu vermeiden – was im Einzelfall existenzbedrohende finanzielle Auswirkungen haben kann.

Die 6 häufigsten Rechtsfallen

Um solche Szenarien zu verhindern, sollten Gründer:innen die typischen Stolpersteine der ersten Monate kennen. Gerd Plank fasst im Gespräch mit brutkasten die sechs häufigsten Rechtsfallen zusammen – und zeigt auf, wie sich Startups mit dem passenden Rechtsschutz davor schützen können.

1. Mündliche Vereinbarungen und undokumentierte Vertragsänderungen

In der Startphase regiert oft das Prinzip Vertrauen. Verträge werden mündlich geschlossen oder vereinbarte Leistungen nachträglich per Handschlag abgeändert. „Einer der wichtigsten Punkte, bei denen es später zu Streitigkeiten kommt, sind undokumentierte Änderungen an Verträgen“, warnt Plank. Kommt es zu Uneinigkeiten über den Leistungsumfang oder Zahlungen, stehe Aussage gegen Aussage. Der Kunde bestreite etwa Zusatzleistungen, und das Startup bleibe auf den Kosten sitzen.

Wie der Rechtsschutz hilft: Der D.A.S. Firmen-Rechtsschutz der ERGO Versicherung unterstützt Gründer:innen durch juristische Erstberatung und Vorab-Vertragsprüfungen zu günstigen Konditionen. Zudem bietet ERGO für Jungunternehmer:innen einen besonderen Vorteil: Den Entfall der üblichen Wartefristen. „Kommt ein Unternehmen nach Abschluss eines größeren Auftrags zu uns, besteht im Premium-Rechtsschutz für Streitigkeiten aus dem Vertrag sofort Versicherungsschutz“, hebt Plank hervor.

2. Offene Rechnungen nicht konsequent eintreiben

Zahlen Kunden ihre Rechnungen nicht, zögern junge Firmen oft, rechtliche Schritte einzuleiten – aus Sorge um die Kundenbeziehung oder aus Angst vor hohen Prozesskosten. Dies führt rasch zu massiven Liquiditätsengpässen. „Laut KSV1870-Statistik kommen 30 bis 40 Prozent der Insolvenzen in Österreich dadurch zustande, dass Kund:innen Rechnungen nicht bezahlen und die Unternehmer nicht die finanziellen Mittel haben, um ihre Forderungen gerichtlich durchzusetzen“, erläutert Plank.

Wie der Rechtsschutz hilft: Das Forderungsmanagement der ERGO Versicherung übernimmt den Inkassoprozess. „Durch unser Know-how erreichen wir eine Eintreibungsquote von rund 80 Prozent“, führt der Experte aus. Ein Netzwerk aus 600 spezialisierten Partneranwält:innen vertritt Betroffene an allen 115 Bezirksgerichten in Österreich und in weiteren Instanzen. „Außergerichtliche Lösungswege dauern im Schnitt ein halbes Jahr, während ein Gerichtsprozess im Schnitt bis zu dreieinhalb Jahre in Anspruch nehmen kann“, betont Plank.

3. Fehler bei der Mitarbeiterbeschäftigung

Bei der Einstellung des ersten Personals passieren häufig Fehler. Ein Klassiker ist die fehlerhafte Einstufung von Arbeitskräften. „Der typische Fall ist, dass eine Person als freier Dienstnehmer oder Selbstständiger bezeichnet wird, obwohl die tatsächlichen Arbeitsbedingungen für ein Angestelltenverhältnis sprechen“, so Plank. Stellt die Sozialversicherung bei einer Nachprüfung eine Scheinselbstständigkeit oder Fehler bei Kollektivvertragsgehältern fest, drohen Nachzahlungen im fünfstelligen Bereich.

Wie der Rechtsschutz hilft: Gründer:innen werden präventiv bei Dienstverträgen beraten, im Streitfall übernimmt der Firmen-Rechtsschutz im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes die Vertretungs- und Prozesskosten. „Mit fachkundiger juristischer Beratung lassen sich Kollektivvertragsentlohnungen, Arbeitszeiten und Sonderzahlungen von Anfang an korrekt regeln“, erklärt Plank.

4. Vernachlässigter Schutz von Marken, Software und IP

Viele Startups bringen innovative Produkte, Softwarelösungen oder Marken auf den Markt, ohne ihr geistiges Eigentum ausreichend abzusichern oder finanziell verteidigen zu können. „Wenn etwa ein Vertragspartner Daten weitergibt oder Ideen kopiert, werden Prozesse nach dem Immaterialgüterrecht extrem teuer“, gibt Plank zu bedenken. Ohne Rechtsbeistand fehlen jungen Firmen meist die Mittel, sich gegen finanzstarke Nachahmer zur Wehr zu setzen.

Wie der Rechtsschutz hilft: Der Premium-Rechtsschutz deckt komplexe Auseinandersetzungen im Immaterialgüterrecht ab. „Diese Streitigkeiten abzusichern ist entscheidend, da Rechtsstreitigkeiten um das geistige Eigentum hohe Streitwerte aufweisen“, betont der ERGO-Experte. ERGO stellt spezialisierte Partneranwält:innen bereit und übernimmt im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes die anfallenden Kosten.

5. Mangelhafte AGB und unzulässige Klauseln

Insbesondere im E-Commerce und beim Vertrieb an Endverbraucher greifen Gründer:innen häufig auf fehlerhafte oder ungeprüfte Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) zurück. Werden Informationspflichten, Rücktrittsrechte oder Gewährleistungsbestimmungen missachtet, hat das teure Konsequenzen. „Wenn AGB unzulässige Klauseln enthalten, können sich Kunden darauf berufen und Zahlungen verweigern“, erklärt Plank.

Wie der Rechtsschutz hilft: Der D.A.S. Firmen-Rechtsschutz von ERGO bietet Unternehmern die Möglichkeit, Vertragswerke und AGB von spezialisierten Anwält:innen zu günstigen Konditionen prüfen zu lassen. „Es ist essenziell, sich von Anwält:innen im Vorfeld beraten zu lassen, ob die erstellten Klauseln rechtlich gültig sind, bevor man Angebote am Markt platziert“, rät Plank.

6. Überschreitung der Gewerbeberechtigung

In der Praxis bieten Startups nicht selten Leistungen an, die über den Umfang ihres eingetragenen Gewerbescheins hinausgehen. „Man muss wirklich darauf achten, dass man nur innerhalb jener Gewerbeberechtigungen arbeitet, die tatsächlich eingetragen sind“, mahnt Plank. Wird die Gewerbeberechtigung überschritten, drohen Verwaltungsstrafverfahren, die im schlimmsten Fall mit einem Gewerbeentzugsverfahren einhergehen.

Wie der Rechtsschutz hilft: Der Rechtsschutz für Gewerbeentzugsverfahren schützt Unternehmer vor den finanziellen Folgen von Verwaltungsstrafverfahren. „Auch bei drohendem Gewerbeentzug bieten wir die entsprechende rechtliche Absicherung und Vertretung“, führt Plank aus.


Aktionsangebot: ERGO Blue Weeks 

Aktuell bietet die ERGO Versicherung im Rahmen der „Blue Weeks“-Aktion besondere Konditionen für den D.A.S. Firmen-Rechtsschutz. Bei einem Vertragsabschluss bis 31. Jänner 2027 sparen Unternehmen bis zu fünf Monatsprämien.

Zusätzlich profitieren Jungunternehmer:innen im ersten Geschäftsjahr von einem Bonus – bis zu 20 Prozent auf die Prämienhöhe. Nähere Informationen erhalten Sie bei einer persönlichen Beratung mit den Rechtsschutzexperten der ERGO Versicherung.

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AI Summaries

Höhle der Löwen: Fitness-Startup wartet mit Fußball-Weltmeister auf

  • Carryyygum hat den vermutlich kleinsten Gepäckträger der Welt.
  • FitteYOU möchte den Personal-Trainer für jeden ermöglichen.
  • MARGARET und HERMIONE achten beim Baden auf saubere Meere.
  • Kofu-Mit-Gründer tritt bereits zum zweiten Mal vor die Löwen – allerdings diesmal mit „poison pill“
  • Sohlen-Startup hat die Qual der Wahl unter den Löwen.

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