In einer neuen Folge des brutkasten-Talks spricht Daniel Keinrath, Co-Founder und CEO von fonio.ai, über den rasanten Aufbau seines Startups. Gemeinsam mit Matthias Gruber gründete er Ende letzten Jahres das Unternehmen mit dem Ziel, Telefonate mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu automatisieren. Schon heute betreut fonio.ai rund 2.500 Kund:innen aus unterschiedlichsten Branchen – von Hausverwaltungen über E-Commerce bis hin zu Autohäusern und Hotels.
Keinrath erklärt, weshalb fonio.ai bewusst auf Bootstrapping statt klassisches VC-Funding setzt, wie sich das Unternehmen durch seine eigene Technologie klar von internationalen White-Label-Anbietern abgrenzt und warum die KI bereits vier von fünf Anrufen zuverlässig übernimmt. Außerdem spricht er über die Übernahme des Linzer Startups fluently und die nächsten großen Schritte: den Ausbau zu einer Omni-Channel-Lösung, die auch E-Mail- und WhatsApp-Kommunikation umfasst, sowie die geplante Expansion in weitere europäische Märkte.
Um diese Themen geht es beim Video-Talk:
Gründung von fonio.ai und Gründer-Mindset:
- Daniel Keinrath gründete gemeinsam mit Matthias Gruber Ende letzten Jahres (nach seinem Exit bei GetNano) fonio.ai mit dem Ziel, Telefonate durch Künstliche Intelligenz zu automatisieren.
- Keinrath liebt das Gründen von Unternehmen. Er verkaufte das fonio-Produkt anfangs sogar schon zehnmal, bevor es tatsächlich existierte.
Das Produkt und seine Funktionsweise:
- Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, selbstständig KI-Telefonassistenten zu erstellen, inklusive Festlegung von Stimme und Sprache. Das Herzstück ist der Prompt, der bis zu 100.000 Zeichen lang sein kann und die Verhaltensregeln der KI festlegt.
- Die KI kann einfache Aufgaben wie Rufweiterleitungen und Terminvereinbarungen durchführen sowie komplexe API-Requests während des Gesprächs nutzen, um auf Systeme wie Hubspot, Salesforce oder Shopify zuzugreifen.
Geschäftsmodell, Wachstum und Finanzierung
- Obwohl das klassische Startup-Playbook eine Nische empfiehlt, agiert fonio.ai horizontal und hat in etwa einem Jahr rund 2.500 Kunden gewonnen; die größten Kundengruppen sind Hausverwaltungen, E-Commerce, Autohäuser, Handwerker und Hotels.
- Das Unternehmen ist vollständig gebootstrappt, wobei die Gründer entschieden, in der Anfangsphase keine Investoren (VCs) an Bord zu nehmen, um eine Verwässerung zu vermeiden, aber gleichzeitig das Ziel verfolgten, monatlich um mindestens 30 Prozent zu wachsen.
Technologische Abgrenzung und Herausforderungen:
- fonio.ai soll sich von den meisten Mitbewerbern abheben, da es die zugrundeliegende Technologie selbst baut; dies bietet Vorteile hinsichtlich DSGVO-Konformität und Gesprächsqualität im Deutschen im Gegensatz zu US-White-Label-Lösungen wie WAPI und Retail.
- Derzeit werden vier von fünf Anrufen korrekt von der KI durchgeführt; die verbleibenden Fehler seien auf die fehlende Akzeptanz einiger Kund:innen, mit einer KI zu sprechen, sowie auf technische Fehler der KI zurückzuführen.
Strategie und Zukunftsausblick:
- Im September 2025 übernahm fonio.ai das Linzer Startup fluently, was als effizienter und strategisch sinnvoller Deal für beide Seiten beschrieben wird.
- Die zukünftige Vision ist der Wechsel zum Omni-Channel-Anbieter, indem neben der Telefonie auch E-Mails und WhatsApp bearbeitet werden, um zur zentralen Schnittstelle zwischen einem KMU und der Außenwelt zu werden.
- Ziele sind 30.000 bis 40.000 Kunden im DACH-Raum nächstes Jahr und die Expansion in europäische Märkte wie Italien, Frankreich und Spanien.








