12.05.2025
PRODUCT-LED-GROWTH

fynk-Gründer Wintoniak: „Profitabilität ist ein Mindset, aber das ultimative Ziel ist der Produkterfolg“

Vor einem Jahr ging Fynk online: eine Software, mit der Vertragsmanagement einfach werden soll. Hat der Start die Erwartungen erfüllt? Ein Update.
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Die Fynk-Gründer Markus Presle, Dominik Hackl und Constantin Wintoniak
Die Fynk-Gründer Markus Presle, Dominik Hackl und Constantin Wintoniak | Foto: Victor Liska

Die Zeit dicker Aktenordner ist lange vorbei. Geht es nach fynk soll auch mit Kettenmails Schluss sein. Wer heute Verträge erstellen und unterzeichnen will, soll nur noch ihr Tool brauchen. Vor fast genau einem Jahr ging die Software für Vertragsmanagement online – brutkasten berichtete. Von Beginn an waren 50 Kund:innen, darunter der 1. FC Nürnberg, und mehrere prominente Investoren an Bord. Insgesamt 4,35 Millionen Startkapital konnte sich fynk in der Pre-Seed- und Seed-Runde sichern. Unter den Geldgebern sind unter anderem Hansi Hansmann, 3VC und 10xFounders. Waren das die Zutaten für ein Erfolgsrezept?

Neues Startup der Prescreen-Gründer

„Das Resümee für das erste Jahr ist gut. Es war schön zu sehen, dass wir von Anfang an ein Produkt hatten, das von vielen Leuten verwendet wird – und nicht nur verwendet, sondern erfolgreich verwendet wird. Wir mussten nicht mehr so viel ändern oder korrigieren“, sagt Co-Founder Constantin Wintoniak im Gespräch mit brutkasten. „Trotzdem haben wir das Produkt natürlich sehr stark weiterentwickelt – und wir sehen jede Menge neuer Accounts aus allen Ländern der Welt“, so der Gründer.

Hinter dem Wiener Startup stecken mit ihm, Dominik Hackl und Markus Presle drei der vier ehemaligen Prescreen-Gründer. Die Founder haben mit dem HR-Startup schon einen Millionenexit vorzuweisen. Mit fynk starteten sie im Jahr 2022 ihr neues Projekt. Nach zwei Jahren im Stealth-Modus lautete das Versprechen von Wintoniak im Mai 2024: Die Vertragsmanagement-Software sei „zehnmal schneller, hundertmal nützlicher und tausendmal sicherer“ als andere Programme.

fynk-Co-Founder Constantin Wintoniak im Video-Talk

Organisation als Herausforderung

Wintoniaks Versprechen sind natürlich schwer messbar, aber die Erfolge kann man durchaus in Zahlen gießen. 1.800 aktive Accounts, 300 zahlende Kund:innen; die Anzahl der mit fynk abgewickelten Dokumente liegt laut Co-Founder im sechsstelligen Bereich. Eine Erfolgsgeschichte, die die Gründer zum zweiten Mal schreiben? Die Erfahrung aus der Prescreen-Zeit kam ihnen zwar zugute, auf alles gewappnet waren sie trotzdem nicht.

„Ich würde sagen, die größte Herausforderung hat immer mit dem Wachstum zu tun, weil sich eine Organisation sehr stark ändert, wenn man eine gewisse Größe erreicht“, sagt Wintoniak. Inklusive Gründer arbeiten mittlerweile 25 Personen bei fynk – sie kommen aus elf Ländern und sprechen entsprechend auch viele unterschiedliche Sprachen. „Bei Prescreen hatten wir kein so stark internationales Team“, erzählt der Co-Founder. Einige ehemalige Prescreen-Mitarbeiter:innen sind mittlerweile auch bei fynk tätig.

fynk managt Verträge

Die Software des Startups bündelt alles, was Verträge umfasst. Anfangs lag der Fokus auf Freigabe, Unterzeichnung und der Analyse von bestehenden Dokumenten. Ein kürzlich veröffentlichtes Feature ermöglicht die automatische Prüfung auf Richtlinienkonformität innerhalb eines Unternehmens. Dabei kann das Produkt erkennen, ob Dinge enthalten sind, die das Unternehmen nicht akzeptieren kann oder die eine separate Freigabe erfordern. In Zukunft soll das Tool auch Vertragstexte generieren können.

Break-even nach 18 bis 24 Monaten

Von Anfang an verfolgt fynk ein SaaS-Abo-Modell, das sich hauptsächlich nach der Anzahl der aktiven Benutzer:innen richtet. Der Preis pro Nutzer:in variiert je nach Funktionsumfang, wobei das erste bezahlte Angebot bei 19 Euro pro Person und Monat beginnt. Seit Kurzem gibt es auch eine umfassende Gratis-Version für Einzelnutzer:innen.

Weitere Finanzierungsrunden sind aktuell kein Thema. „Unsere Pläne sind eigentlich immer so gestrickt, dass sie im Zeitraum von 18 bis 24 Monaten typischerweise zu einem starken Wachstum führen, das dann am Ende mit einer schwarzen Null aufhört“, sagt Wintoniak. Und es deute auch alles darauf hin, dass dieses Ziel erreicht wird. Dem Co-Founder scheint das aber nur bedingt wichtig zu sein: „Profitabilität ist ein Mindset, aber das ultimative Ziel ist der Produkterfolg.“

Produkt bei fynk im Mittelpunkt

In Zukunft setzen Wintoniak und sein Team entsprechend auf Product-Led-Growth. Geplantes Wachstumskapital soll entsprechend auch in die Produktbearbeitung investiert werden. Das FFG-Projekt hat das Startup nun auf das zweite Jahr verlängert. „Das Ziel ist, wirklich global zu denken – vor allem für jene Unternehmen, die heute keinen Zugang zu Technologien haben, mit denen sie effizient mit Dokumenten, insbesondere rechtlichen Dokumenten, arbeiten können“, sagt Wintoniak.

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Das energiedigital Team mit Investor Ali Siddiqui (7. v.l.) © energiedigital

Bislang war das 2022 gegründete Grazer Startup energiedigital rein aus Eigenmitteln, Förderungen und Cashflow gewachsen. Nun hat das Team rund um die Gründer Martin Moser, Andreas Zobl und Stefano Coss erstmals externes Kapital aufgenommen. Wie der ORF Steiermark zunächst berichtete, steigt Ali Siddiqui, Vorsitzender der JS Bank in Pakistan bei dem steirischen Unternehmen ein. Aus dem Firmenbuch geht hervor, dass der neue Gesellschafter 50 Prozent der Anteile übernimmt. Über die genaue Summe der Seed-Runde wurde Stillschweigen vereinbart.

Fokus auf Spanien, Frankreich und UK

Der Kontakt in die Vereinigten Arabischen Emirate kam vor ca. einem Jahr über NEOS-Mitgründer Veit Dengler zustande, der sowohl mit dem Investor als auch mit Co-Founder Coss vernetzt ist. „Dieser Investor hat schon sehr viele Green-Tech-Investments getätigt und ein sehr großes Netzwerk“, erklärt Mitgründer Martin Moser im Gespräch mit brutkasten. Man hätte sich über mehrere Monate hinweg angenähert und schussendlich beschlossen zusammenzuarbeiten.

Das frische Kapital fließt nun in die Weiterentwicklung der Produkte und vorrangig in den Vertriebsausbau. Im Visier hat das aktuell zehnköpfige Team, das bis Jahresende auf 20 Mitarbeitende anwachsen soll, Märkte wie Spanien, Frankreich und Großbritannien.

„Low-hanging fruits“ ernten

Entscheidend für den Markteintritt sind rechtliche Rahmenbedingungen, der lokale Smart-Meter-Ausbau sowie die Verfügbarkeit dynamischer Stromtarife. „Deswegen ist zum Beispiel Deutschland nicht ganz vorne auf unserer Liste, weil die leider mit dem Smart-Meter-Ausbau noch weiter hinten sind“, so Moser.

Die beauftragte Marktstudie identifiziert Spanien, Frankreich oder auch England als attraktive Zielmärkte. Dort will man nun im nächsten Schritt „die Low-hanging fruits ernten“, erklärt Moser im Interview. Eigene Büros im Ausland sind vorerst nicht geplant, das Startup operiert weiterhin vom Grazer Standort aus.

Zwei Säulen im Geschäftsmodell

Hinter energiedigital steht ein eingeschweißtes Gründerteam: Martin Moser und Andreas Zobl arbeiten bereits seit 2005 zusammen, als sie die heutige quadratic GmbH (ursprünglich snowreporter Telekommunikationssysteme GmbH) gründeten. Das anfängliche Kerngeschäft mit Wetterstationen unter anderem auf Skipisten verlagerte sich im Laufe der Jahre zunehmend in den Energiebereich. Aus diesem strategischen Wandel heraus entstand schließlich die Tochtergesellschaft energiedigital.

Energiedigital finanziert sich über zwei Standbeine: Einerseits bietet das Startup eine Software-Lösung für die Verwaltung und Verrechnung von Energiegemeinschaften an. Dabei werden ein bis zwei Cent pro ausgetauschter Kilowattstunde verrechnet. Andererseits optimiert das Unternehmen Stromlasten bei Endkonsument:innen. Über Kooperationen mit Herstellern, etwa von Warmwasser-Boilern, und ein B2C-Abonnement sorgt das Startup laut eigenen Angaben dafür, dass Hardware dann Energie bezieht, wenn der Strom günstig ist.

Mit dem frischen Kapital im Rücken bereitet sich energiedigital bereits auf das nächste Wachstumskapitel vor: Laut Moser soll spätestens in zwei Jahren eine Series-A-Runde folgen.

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