16.02.2023

Nico Rosberg legt „Pause“ bei „Die Höhle der Löwen“ ein

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg kündigte am Donnerstag an, eine Pause als "Die Höhle der Löwen"-Investor einlegen zu wollen. Zudem gründet er die gemeinnützige Organisation "Rosberg Philanthropies".
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(c) VOX

Bereits im November 2022 berichtete die Bild-Zeitung, dass Nico Rosberg als „Die Höhle der Löwen“-Investor aufhören wird. Laut dem Zeitungsbericht sollte Rosberg wegen „zu wenig Geschick aus der TV-Sendung fliegen“. Weder Rosberg noch der TV-Sender VOX wollten sich damals zu einem möglichen Rückzug oder Rauschmiss äußern.

Rund dreieinhalb Monate später meldete sich nun Rosberg in einer Videobotschaft auf Instagram und LinkedIn persönlich zu Wort. „Ich möchte euch offiziell mitteilen, dass ich bei DHDL erstmals pausieren werde. Ich möchte mich wirklich auf die vielen nationalen und internationalen Startups konzentrieren, in denen wir schon investiert sind“, so Rosberg in seiner eineinhalbminütigen Botschaft. Ob er nach der „Pause“ wieder als Investor in die TV-Show zurückkommen wird, ließ der Formel-1-Weltmeister vorerst offen.

Nico Rosberg war fünf Staffeln als Investor an Bord

Mittlerweile meldete sich auch eine Sprecherin von Vox zu Wort: „Wir danken Nico Rosberg für fünf tolle Staffeln ‚Die Höhle der Löwen‘ und wünschen ihm jetzt erstmal viel Erfolg bei seinen anstehenden Projekten. Vielleicht stößt er in einer der folgenden Staffeln ja auch nochmal zum Löwen-Rudel dazu.“

Erst im Dezember 2019 erklärte Rosberg, dass er als Investor in der achten Staffel der Vox-Sendung teilnehmen wird. Damals übernahm er den Platz von Frank Thelen, der die Sendung verließ. In seinen ingesamt fünf Staffeln investierte Rosberg rund 700.000 Euro.

Abseits der TV-Show beteiligte sich Rosberg 2019 am Berliner E-Scooter-Startup Tier Mobility oder am ebenfalls in Berlin ansässigen Marketing-Startup Stoyo. Zudem übernahm er 2020 Anteile am Klima-Startup Planetly rund um Anna Alex, das 2022 an das US-amerikanische Softwareunternehmen OneTrust verkauft wurde.

Rosberg Philanthropies

Im Zuge der Videobotschaft äußerte sich Rosberg auch zu seinem neuesten Projekt, der von ihm gegründeten gemeinnützigen Organisation Rosberg Philanthropies. „Mit Rosberg Philanthropies gründe ich nach langjähriger Planung meine eigene gemeinnützige Organisation – wir vereinen die Themen Umweltschutz und die Gesundheit sowie das Wohlergehen von Kindern“. Und Rosberg nannte bereits ein erstes Projekt, das über Rosberg Philanthropies unterstützt wird. So sollen in Zusammenarbeit mit der University of Oxford und dem Oxford SDG Impact Lab Doktorand:innen finanziell unterstützt werden, die zu Umweltthemen forschen. „Gemeinsam mit dieser talentierten Gruppe wollen wir innovative Lösungen finden, die in der Praxis Wirkung zeigen“ so Rosberg über das neue Projekt.


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Daniel Cracau Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic
Daniel Cracau ist Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Eigentlich, erzählt er, hatte er sich eine berufliche Auszeit vorgenommen, als die IT:U Anfang 2025 bei ihm angeklopft habe. Dort habe man einen „Macher, nicht nur einen Verwalter“ für die Schnittstelle zur Wirtschaft gesucht. „Ich habe mich mit einem radikalen Konzept beworben und gleich klargestellt, dass ich meinen eigenen Kopf habe und Unbequemes anspreche.“ Das Konzept wurde angenommen, Cracau trat im Sommer seinen Dienst an. „It’s my project. I love it, und seitdem bin ich all-in“, sagt er heute.

„Ein System, das sich permanent verändern kann“

Der Reiz der IT:U liege darin, dass sie als öffentliche Hochschule komplett neu errichtet werde, ohne verkrustete Legacy-Probleme. Ziel sei es, zu beweisen, dass man eine moderne Universität von Anfang an richtig konzipieren könne. Das bedeute vor allem auch Wandlungsfähigkeit: „Auf die Frage, wie die IT:U in 15 oder 20 Jahren aussehen wird, antworte ich: ‚Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie auf jeden Fall nicht so aussieht wie heute.‘ Ich glaube, das ist auch der Kern dieses ganzen Projekts: diese Fähigkeit, sich an die Realität der Welt anzupassen.“ IT-Fakultäten an etablierten Universitäten könnten diese Agilität in der vorhandenen Struktur nicht erreichen. „Und wenn wir jetzt kein System bauen, das sich permanent verändern kann, ist die IT:U in zehn Jahren auch veraltet“, so Cracau.

Dieses Umfeld ziehe auch „Rebels“ an, die Dinge neu denken wollen – sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden. „Masterstudierende, die sich trauen, in ein Studium einzusteigen, das keine Referenz hat, haben dieses Pionier-Gen“, ist Cracau überzeugt. Und das brauche man auch für Spinoffs. Auch dass Englisch die offizielle Sprache an der IT:U ist, ziehe eine tendenziell gründungsaffine Zielgruppe an: „Die Ausgründungsrate bei internationalen Studierenden ist bis zu fünfmal höher“, so Cracau.

Gelernt wird an der IT:U projektbasiert in Kleingruppen direkt an Technologien wie Robotik und KI. Das Ziel sei die Verschmelzung von technischer Expertise und Future Skills. Dabei müsse man einem Problem erst interdisziplinär auf den Grund gehen, bevor man es lösen könne. Cracau: „Gründerinnen und Gründer suchen sich ihre Probleme, gehen mit offenen Augen durch die Welt und beißen sich dann an etwas fest, das sie wirklich interessiert.“ Dennoch dürfe man sich beim Thema Ausgründungen keinen Illusionen hingeben: „Die Vorstellung, dass man jede beliebige Forschende oder jeden beliebigen Forscher zu Gründerinnen und Gründern ausbilden kann, ist romantisch.“

Und aktuell befinde sich die IT:U auch noch in einer Bringschuld, die einen zentralen Punkt in der öffentlichen Spinoff-Debatte betrifft: „Wir arbeiten noch an unserer IP-Policy. Die wollen wir Schritt für Schritt aufbauen“, sagt Cracau. Das Ziel sei dabei klar: Sie soll „maximal gründungsfreundlich“ werden. Und er spricht auch das zweite Großthema rund um universitäre Ausgründungen an: den Zugang von Universitäten zu Unternehmensanteilen. „Wenn die Universität früh mit einem hohen Anteil – sagen wir: zehn Prozent – und Mitspracherecht reingeht, killt das die Erfolgschancen des Spinoffs“, warnt Cracau. Internationale Vorbilder wie die ETH Zürich und die TU München mit UnternehmerTUM würden zeigen, dass flache Beteiligungsstrukturen besser funktionieren. „Der Mehrwert kommt langfristig über erfolgreiche Alumni zurück, die das Ökosystem unterstützen“, so Cracau.

Kooperationen im Zentrum

Um angehende Gründer:innen ganz konkret zu fördern, setzt die IT:U auf Begleitung ab Tag eins bereits in der „Welcome Week“. Ausgründen sei „nicht nur eine Möglichkeit, sondern es wird proaktiv gefördert“. Neben dem Aufbau einer eigenen finanziellen Anschubförderung soll im nächsten Jahr ein „Startup Partner“ als erster Ansprechpartner an Bord kommen. „Diese Person muss echte Gründungserfahrung mitbringen, um ein authentischer und kompetenter Begleiter zu sein“, betont Cracau. Den entscheidenden Hebel sieht er letztlich in der Praxisnähe: „Der absolut größte Breaking Point ist Go-to-Market. Durch das projektbasierte Arbeiten an realen Industrieaufgaben ist die Basis für den Marktstart von vornherein viel besser.“ Diese Industriekooperation passiert etwa in einem kürzlich eröffneten gemeinsamen Labor mit Infineon Austria.

Als Vision skizziert Cracau ein noch größeres Ziel: „Letztlich soll der Mehrwert der IT:U darin bestehen, nicht nur Graduates hervorzubringen, die direkt in die Wirtschaft gehen, sondern auch als Anker im Ökosystem für eine Gründungswelle zu stehen und diese institutionell zu begleiten.“ Das könne aber nur mit einem breiten Schulterschluss gelingen – nicht nur mit anderen Unis, wie es etwa mit der „Schwester-Uni“ JKU bereits der Fall sei, sondern auch mit Wirtschaft und Industrie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Denn am Ende ist ganz Österreich nur ein kleines Ökosystem.“

Die Hochlauf- und Entwicklungskurve bleibe jedenfalls steil und anspruchsvoll. Als entscheidender Meilenstein für den weiteren Erfolg der IT:U gilt die anstehende Wahl der Universitätsführung Mitte 2027.

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