23.09.2020

Elon Musk kündigt Tesla um 21.000 Euro an – allerdings mit Wartezeit

Eine günstigere Batterie könnte dafür sorgen, dass ein Tesla nur 21.000 Euro kostet - allerdings erst in ein paar Jahren.
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Elon Musk auf Teslas
Elon Musk auf Teslas "Battery Day". (c) Tesla

Tesla-Gründer Elon Musk ist bekannt dafür, große Ankündigungen zu machen. Und eine solche lieferte er in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Rahmen des hauseigenen „Battery Day“, der aufgrund der Corona-Pandemie im Freien vor ein paar hundert Anlegern stattfand, die in ihren Teslas saßen, Musks Tönen lauschten und hupten anstatt zu klatschen – ein Autokino für Investoren also.

Ein Tesla um 21.000 Euro

Musks wohl medienwirksamste Ankündigung des Tages war dabei wohl die Arbeit an einem neuen Tesla-Modell, das für die Massen deutlich leistbarer sein soll. Wenn es auf den Markt kommt, soll das noch namenlose Auto für 25.000 Dollar (derzeit 21.000 Euro) erhältlich sein.

Zum Vergleich: Für das Model 3 muss man bei Tesla Österreich derzeit mit der Standardreichweite rund 46.000 Euro auf den Ladentisch legen.

Warten auf die Billig-Batterie

Das „Wann“ ist jedoch die große Unbekannte in der Rechnung rund um den Billig-Tesla. Denn passend zum eigentlichen Thema des Tages ist die Batterie der Knackpunkt, um die Produktion günstiger zu gestalten. Die neuen Batterien sollen deutlich leistungsfähiger sein und in der Produktion nur halb so viel kosten wie aktuelle Batterien.

Von der Massenfertigung ist das Unternehmen jedoch noch rund drei Jahre entfernt – und so lang müssen sich die weniger einkommensstarken Tesla-Fans gedulden, bis auch sie sich eines von Musks E-Autos leisten können.

Tesla-Aktie verliert an Wert

Dementsprechend groß war die Enttäuschung unter den Aktionären, die sich doch noch eine Sensation mit kürzeren Zeithorizont erwartet haben, obwohl Musk zuvor den Enthusiasmus bereits gedämpft hatte: Im regulären Handel büßten die Aktien 5,6 Prozent ein, nachbörslich verloren sie sieben Prozent. Zugleich sollte jedoch betont werden, dass die Aktie im Jahr 2020 bereits rund 400 Prozent Kursplus verzeichnen konnte.

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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AI Summaries

Elon Musk kündigt Tesla um 21.000 Euro an – allerdings mit Wartezeit

  • Musks wohl medienwirksamste Ankündigung des Tages war dabei wohl die Arbeit an einem neuen Tesla-Modell, das für die Massen deutlich leistbarer sein soll.
  • Wenn es auf den Markt kommt, soll das noch namenlose Auto für 25.000 Dollar erhältlich sein.
  • Zum Vergleich: Für das Model 3 muss man bei Tesla Österreich derzeit mit der Standardreichweite rund 46.000 Euro auf den Ladentisch legen.
  • Von der Massenfertigung ist das Unternehmen jedoch noch rund drei Jahre entfernt – und so lang müssen sich die weniger einkommensstarken Tesla-Fans gedulden, bis auch sie sich eines von Musks E-Autos leisten können.
  • Dementsprechend groß war die Enttäuschung unter den Aktionären, die sich doch noch eine Sensation mit kürzeren Zeithorizont erwartet haben, obwohl Musk zuvor den Enthusiasmus bereits gedämpft hatte: Im regulären Handel büßten die Aktien 5,6 Prozent ein, nachbörslich verloren sie sieben Prozent.
  • Zugleich sollte jedoch betont werden, dass die Aktie im Jahr 2020 bereits rund 400 Prozent Kursplus verzeichnen konnte.

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  • Wenn es auf den Markt kommt, soll das noch namenlose Auto für 25.000 Dollar erhältlich sein.
  • Zum Vergleich: Für das Model 3 muss man bei Tesla Österreich derzeit mit der Standardreichweite rund 46.000 Euro auf den Ladentisch legen.
  • Von der Massenfertigung ist das Unternehmen jedoch noch rund drei Jahre entfernt – und so lang müssen sich die weniger einkommensstarken Tesla-Fans gedulden, bis auch sie sich eines von Musks E-Autos leisten können.
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