08.07.2017

Amabrush: Nach 3 Tagen auf Kickstarter bei fast einer halben Mio. Euro

Mit seinem neuartigen Zahnreinigungstool konnte das Wiener Startup Amabrush bislang über 4000 Unterstützer auf Kickstarter (Tendenz steigend) und zahlreiche internationale Medien überzeugen.
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Amabrush
(c) Amabrush: Kritik am österreichischen Zahnhygiene-Startup Amabrush reißt nicht ab

Zahnbürstenstartups gibt es bereits einige. Der in der Startup-Welt so wichtige Begriff „disruptiv“ trifft dabei nicht unbedingt auf alle zu. Wie sollte man auch Zähneputzen grundlegend verändern und die gängige Technologie verdrängen, mag man sich nun fragen. Das Startup Amabrush mit Sitz in Wien und San Francisco will die Frage beantworten und bringt ein vielversprechendes Produkt. Die Eckdaten: Das Gerät sieht aus wie ein Zahnschutz, wie er bei Sportarten wie Boxen üblich ist. Innerhalb von 10 Sekunden werden sämtliche Zähne davon gleichzeitig geputzt. Eine dünnflüssige Zahncreme wird dabei automatisch vom Gerät verteilt.

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 Promotion-Video:

4200 Unterstützer, 470.000 Euro – Tendenz steigend

Mit der Aussicht darauf, das Zähneputzen drastisch zu verkürzen und zu vereinfachen dürften Founder Marvin Musialek und sein Team voll ins schwarze getroffen haben. Am Mittwoch (5. Juli) startete eine Kickstarter Kampagne. Drei Tage später steht das Produkt, das einem im Laufe des Lebens 100 Tage Zeit sparen soll, dort bereits bei über 4200 Unterstützern und rund 470.000 Euro Kapital (Stand 18:30 Uhr, Tendenz steigend). Die 100 Pilot-Tester-Packages, die bereits im Oktober ausgeliefert werden sollen, waren sofort weg. Auch die insgesamt 1000 Super Early Bird-Packages sind bereits ausverkauft. Diese und die weiteren noch erhältlichen Packages sollen im Dezember ausgeliefert werden.

Media Coverage von Japan über Iran bis USA

Neben der großen Zahl an Kickstarter-Unterstützern ist auch das internationale mediale Interesse beachtlich. Tech-Magazine aus der ganzen Welt von Japan, China und Thailand über den Iran, Israel und Russland bis ganz Europa und den USA schrieben bereits über das Wiener Startup. Auch größere internationale Tageszeitungen wie der britische Telegraph haben Artikel gebracht. Auch wenn sich das Tempo der Kickstarter-Kampagne nach dem ersten Hype wohl wieder etwas reduzieren wird, ist in den verbleibenden 27 Tagen der Kickstarter Kampagne noch einiges zu erwarten. Das Finanzierungsziel für die Kampagne war übrigens 50.000 Euro. Amabrush steht also knapp vor der 1000 Prozent-Marke.

+++ Pioneers 2017: PR-Tipps von Techcrunch und Co +++

 

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v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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