12.07.2022

Marktstimmung: Bitcoin wird sich nochmal halbieren, NFTs sind tot

Eine von Bloomberg in Auftrag gegebene Umfrage zeigt eine weiterhin klar pessimistische Stimmung am Kryptomarkt.
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Bitcoin
Foto: © Adobe Stock

Wohin entwickelt sich der Bitcoin-Preis? Diese Frage beschäftigt die Anleger:innen nach dem letzten Kurssturz weiter. Geht es wieder aufwärts oder ist das Tal noch (lange) nicht erreicht? Um sich einer befriedigenden Antwort auf diese Fragen anzunähern, lohnt es, die Krypto-Investor:innen zu befragen. Schließlich ist die Marktentwicklung stark von der Marktstimmung abhängig. Bloomberg tat das jetzt und ließ 950 Anleger:innen befragen.

Nach Bitcoin-Halbierung seit April wird weiterer Einbruch um 50 Prozent erwartet

Das Haupt-Ergebnis ist für viele wohl ernüchternd. Demnach glauben 60 Prozent der Befragten, dass sich der Kurs in nächster Zeit eher weiter abwärts Richtung 10.000 US-Dollar bewegt, statt wieder aufwärts. Das wäre nochmal eine Halbierung ausgehend vom aktuellen Kurs, der sich seit dem letzten Crash Mitte Juni um die 20.000 US-Dollar bewegt. Noch im April hatte der Bitcoin-Preis um die 40.000 US-Dollar geschwankt. Im November 2021 war das All-Time-High von knapp unter 70.000 Dollar erreicht worden.

40 Prozent gehen von Anstieg auf 30.000 Dollar aus

Die gute Nachricht für die Optimist:innen unter den Anleger:innen. Das Marktstimmungs-Glas ist zu 40 Prozent voll. Der Rest der Befragten erwartet in nächster Zeit eher einen Anstieg auf zumindest 30.000 US-Dollar. Das wäre eine Rückkehr zum auch nicht mehr so hohen Niveau im Mai nach dem vorigen Bitcoin-Crash. Wie immer gilt: Die Marktbewegung ist aufgrund des starken Einflusses äußerer, oft spontaner Umstände nicht wirklich prognostizierbar.

Nur 9 Prozent glauben an NFTs

Abgefragt wurden in der Umfrage für Bloomberg neben der Bitcoin-Marktstimmung noch weitere Krypto-bezogene Erwartungen der Anleger:innen. Herausstechend schlecht ist dabei die Marktstimmung bei NFTs. Nur neun Prozent der Befragten sehen demnach NFTs aktuell als erfolgsversprechendes Investment. Damit kann man sagen: Momentan sind im NFT-Markt nicht nur die Kurse am Boden – er ist scheinbar tot.

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Das Gründerteam von datum.coffee: Christoph Konheisner (links) und Nikolaus Potapow (rechts). Foto: datum.coffee

Es gibt Dinge, die im Jahr 2026 einfach zusammengehören: das Rennrad und der Espresso danach. Beide sind vom Nischenhobby zum Lifestyle-Statement aufgestiegen, beide haben ihre eigene Fachsprache und Preisklassen nach oben offen. Doch während das Rennrad losfährt, sobald man aufsteigt, ist guter Kaffee zu Hause bisher eine Wissenschaft für sich. Specialty Coffee boomt, aber in der eigenen Küche bleibt oft nur die Wahl zwischen komplexen Siebträgermaschinen mit unzähligen Einstellungen und Vollautomaten, die geschmacklich enttäuschen. Genau hier setzt das Innsbrucker Startup datum.coffee an.

„Wir machen Kaffee in Siebträgerqualität, aber ohne, dass du 1.000 Einstellungen machen musst, jedes Mal, wenn du die Kaffeebohne wechselst“, bringt es Mitgründer Nikolaus Potapow auf den Punkt. Gemeinsam mit Christoph Konheisner hat er 2025 datum.coffee gegründet. Kennengelernt haben sich die beiden Industriedesigner vor rund zehn Jahren an einer HTL. Seither kamen sie vom Thema nicht mehr los. Nach Jahren bei Haushaltsgeräte- und Kaffeemaschinenherstellern beschlossen sie vor zweieinhalb Jahren, die Sache grundlegend neu anzugehen.

Foto statt Fummelei

Kern des Konzepts ist ein offenes Kaffee-Ökosystem aus Espressomaschine, Mühle und digitaler Rezeptplattform. Nutzer:innen fotografieren die Verpackung ihrer Kaffeebohnen, den Rest erledigt das System. Die passenden Parameter (Mahlgrad, Brühdruck, Temperatur, Kaffeemenge, Flow) sind als Rezept auf der Plattform hinterlegt und werden per Bluetooth auf die Geräte gespielt. So sitzt laut den Gründern schon der erste Espresso. Mühle und Maschine kommunizieren dabei miteinander und optimieren die Extraktion in Echtzeit.

(c) datum.coffee

Die Rezepte stammen einerseits von Partner-Röstereien, andererseits aus der Community. Siebträgerqualität heißt für das Team: gleicher Siebdurchmesser, gleicher Druck, gleiche Temperatur wie bei klassischen Maschinen. Über offene Schnittstellen sollen sich künftig auch andere Hersteller einklinken. So positioniert sich datum.coffee als universelle Schnittstelle zwischen Röstereien, Kaffeeliebhaber:innen und ihren Maschinen.

Mit High-End-Boliden wie einer La Marzocco will man bewusst nicht konkurrieren. Die Zielgruppe sind vielmehr jene, die sich bisher nicht an eine Siebträgermaschine herangetraut haben, ohne die Nerds auszuschließen: Wer will, kann dank verbauter Sensoren jeden Parameter selbst justieren.

Aufgeteilt haben sich die beiden Gründer entlang ihrer Stärken: Konheisner verantwortet die technische Entwicklung, Potapow Marketing und Kommunikation. „Design entsteht viel im gemeinsamen Austausch“, betont Konheisner. Vom Standort Innsbruck zeigt er sich überzeugt. Das Ökosystem sei „klein und fein“, man kenne rasch jede:n im Netzwerk. Aktuell laufen Community-Aufbau und Social-Media-Kampagnen parallel zur Produktentwicklung.

Prototypen, Patente und ein YouTube-Ritterschlag

Datum.coffee steckt noch in der Entwicklung, ist aber weiter als viele Hardware-Startups: Aktuell läuft die dritte, voll funktionsfähige Prototypen-Generation, bereits mit Röstereien und Kund:innen erprobt. Vier Patentanmeldungen sowie Marken- und Design-IP von den USA bis Singapur sichern die Idee ab. Partner-Röstereien in Österreich und Deutschland sind an Bord, Förderungen von über 200.000 Euro (aus dem Boost.Up!-Programm von Startup Tirol sowie einer größeren Landesförderung gemeinsam mit der Universität Innsbruck und Maschinenbau Grissemann Kufstein) fließen in die serienreife Entwicklung.

Auch Fachpublikum wurde bereits aufmerksam: Der Basler Kaffee-YouTube-Kanal „Kaffeemacher“, einer der reichweitenstärksten im deutschsprachigen Raum, kürte datum.coffee nach Angaben des Startups zum „Highlight der World of Coffee Brüssel 2026“. Zudem planen die Gründer für Ende 2026 eine Kickstarter-Kampagne. Preislich zielt das Bundle aus Maschine und Mühle im Vorverkauf auf 1.000 bis 1.500 Euro, also dort, wo Einsteiger-Siebträger und Mittelklasse-Vollautomaten liegen. Woher der Name? „Es ist Zeit für Veränderung in der Kaffeewelt“, sagt Potapow.

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