04.12.2017

Slack-Co-Founder Cal Henderson: „Emojis ersetzen Sprache“

Emojis haben die menschlichen Kommunikation verändert, ist Cal Henderson überzeugt. Der Co-Founder und CTO von Slack verrät auf der TechCrunch Disrupt in Berlin, wie man die Unternehmenskommunikation smarter machen möchte.
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(c) TechCrunch
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Neun Millionen aktive Benutzer zählt der Kommunikationsdienst Slack pro Woche. Unternehmen in über hundert Ländern nutzen das Messaging-Tool, um sich untereinander im Team besser austauschen und organisieren zu können. Kein Wunder also, dass Slack die E-Mail-Korrespondenz innerhalb von vielen Teams in einer Organisationen fast gänzlich ersetzt hat. Zu einem Großteil hat Slack diese Entwicklung Emojis zu verdanken, ist Slack-Co-Founder und CTO Cal Henderson überzeugt, der für die TechCrunch Disrupt, die heute und morgen in Berlin stattfindet, nach Deutschland gekommen ist.

Slack CTO: Emojis haben Kommunikation verändert

Emojis, also Smileys und Symbole, die per Messenger verschickt werden, haben das menschliche Kommunikationsverhalten nachhaltig verändert. Das wirkt sich auch auf die berufliche Kommunikation aus. Ein Beispiel: Würde man heutzutage einer guten Kollegin ein E-Mail schreiben, um ein Afterwork-Treffen auszumachen? Wohl eher nicht! Ein E-Mail wäre nicht nur ein formeller Aufwand, es wäre für eine solche Frage auch viel zu unpersönlich. Ein Cocktail-Emoji mit Fragezeichen, das im Messenger-Dienst an die betreffende Person verschickt wird, ist effizienter und führt ebenfalls zum Ziel.

Emojis komprimieren Nachrichten in kleinste Form

„In der Entwicklungsgeschichte von Slack haben Emojis eine interessante Rolle gespielt“, erklärt der Co-Founder und CTO von Slack. „Sie ersetzen Sprache und füllen eine Lücke innerhalb der menschlichen Kommunikation.“ Wer eine E-Mail schreibt, muss jedes Mal besondere Regeln beachten: Betreff, Anrede, Format, Grußformel, Signatur, Kontaktdaten, sowie meist ein Hinweis darauf, dass der Mailverkehr vertraulich zu behandeln ist. In Teams, wo man sich schnell abstimmen muss, ist dies ein immenser Aufwand- auch wenn man Teile der E-Mail-Struktur weglässt.

„Im Job werden meist hunderte Nachrichten verschickt. Und oft sind es Emojis, die die Kommunikation in die kleinste Form komprimieren“, so Henderson. „Statt dass du ein Email schickst mit „Yeah, das ist eine super Idee!“, kannst du einfach ein Emoji schicken, das in deinem Team für „ja“ oder eben „nein“ steht“, Emojis verkürzen den Prozess in einer Korrespondenz immens.“

Waschbär als „Stoppschild“ bei Slack

(c) Slack Twitter: Waschbären-GIF als „Warnhinweis“.

Es kann durchaus vorkommen, dass es innerhalb der Team-Korrespondenz in Slack auch mal weniger professionell abläuft und man Off-Topic abdriftet. Henderson hat einen Tipp, damit man schnell wieder zurück zur Arbeit findet: Er empfiehlt ein „Codeword“. Ein solches gibt es auch bei Slack. „Intern schicken wir uns ein Waschbären-GIF zu, als Hinweis, dass man mit dem Thema in einem anderen Channel besser aufgehoben ist.“, so Henderson.

Darf man Slack-Nachrichten wie Mails ignorieren?

Um die Work-Life-Balance nicht zu gefährden, beantworten viele Menschen ihre E-Mails nach Feierabend nicht mehr. Bei Slack, wo Nachrichten an einen persönlich adressiert werden, scheint der Absprung nach der Arbeit schwerer zu fallen. „Da geht es viel weniger um das Tool, das benutzt wird, als um Erwartungshaltung der Organisation. Einige mögen es komisch empfinden, wenn sie von ihrem Chef um drei Uhr früh ein E-Mail bekommen, in anderen Unternehmen ist dies wiederum total normal. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist aber auch für uns bei Slack wichtig“. Dies ist wohl einer der Gründe, wieso es bei Slack den „Nicht stören“-Modus gibt.

Slack soll intelligenter werden

Um Menschen mehr Zeit zu sparen, konzentriert sich Slack momentan vermehrt auf die Integration von Machine Learning. „Es gibt noch viel, das wir tun können, um den Menschen Zeit zu sparen!“, so Henderson. Ziel sei es, Menschen in der Arbeit noch effizienter zu machen. „Menschen brauchen viel Zeit, um Informationen innerhalb von Organisationen zu finden, die bereits exisitieren“.

Projekt-Ownership-Nachfragen oder Antworten zu Unternehmens-Policy, wurden oft von anderen Kollegen bereits gestellt- und beantwortet. Diese wieder zu finden, sei allerdings oft schwer und kostet Zeit. „Machine Learning kann diese Fragen viel effizienter beantwortet. Ja, Menschen sind gut darin, solche Informationen zu finden, aber Maschinen können ebenfalls gut sein darin“, so Henderson über Slacks Mission, Unternehmenskommunikation in Zukunft noch intelligenter zu machen.

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In Iran sind mobile Internetdienste weitgehend abgeschaltet. Aber es gibt Möglichkeiten, den Internetsperren zu entgehen. Und jede:r kann dabei helfen.
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Iran Proteste Internetzensur
Die Lage in Iran wird nach tagelangen, landesweiten Protesten immer angespannter. | (c) Adobe Stock / Borna_Mir

Nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini regt sich in Iran der Widerstand gegen das Regime. Bei den heftigsten Protesten seit Jahren sind bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Menschenrechtsgruppe Hengaw sowie die Beobachtungsstelle für Internetsperren NetBlocks berichten, die Behörden hätten das Internet blockiert. Der Zugang zu Instagram, der einzigen großen Social-Media-Plattform in Iran, sei ebenfalls eingeschränkt worden. Zudem seien einige Mobilfunknetze deaktiviert worden. „Der Iran unterliegt nun den strengsten Internetbeschränkungen seit dem Massaker im November 2019“, erklärt NetBlocks. 2019 waren bei Protesten gegen steigende Benzinpreise 1.500 Menschen getötet worden.

Während für uns die freie Nutzung des Internets selbstverständlich ist, sieht die Situation in Staaten wie China, Russland oder eben dem Iran dagegen anders aus. Für die iranische Bevölkerung wird es in diesen Tagen immer schwieriger, an unzensierte Informationen zu gelangen. Doch jede Person mit unzensiertem Internetzugang hat die Möglichkeit, Menschen in repressiven Staaten dabei zu helfen, die massiven Zensurmaßnahmen zu umgehen und sich unabhängig zu informieren. Darauf weist auch die deutschsprachige Twitter-Nutzerin @Nonxens hin – ihr Tweet wurde nach 24 Stunden bereits knapp 2.200 mal geteilt.

Beim Projekt „Snowflake“ können alle mithelfen

Über die Chrome– und Firefox-Erweiterung „Snowflake“ kann jede:r einen Beitrag leisten, die Menschen in Iran in ihrem Kampf für Frauenrechte zu unterstützen. Dadurch kann das Tor-Netzwerk, das entscheidend bei der Umgehung von Zensurmaßnahmen ist, ausgebaut werden. Das Tor-Netzwerk ist vor allem dafür bekannt, dass es Zugang zum Darknet bietet, das für seine Schwarzmärkte bekannt ist. Was allerdings häufig unerwähnt bleibt: Das Netzwerk stellt in manchen Regionen der Welt die einzige Möglichkeit dar, Zugang zum freien und unzensierten Internet zu erhalten.

Das Tor-Netzwerk leitet seine Nutzer:innen durch eine Vielzahl verschiedener Kommunikationsschnittstellen, sogenannte Proxys, um deren Standort sowie Identität zu verschleiern. Auf diese Weise wird es möglich, das Internet indirekt – also über einen Umweg – zu erreichen und somit die Zensurmaßnahmen zu umgehen. Das Tor-Netzwerk lebt also von einer möglichst großen Anzahl an Proxys, also Zwischenstationen im Internet, mit denen die Dienste quasi „über Bande“ erreicht werden können. Die „Snowflake“-Erweiterung für Firefox und Google Chrome bietet die Möglichkeit, den eigenen Internetzugang zu einem Proxy zu konfigurieren, solange der Browser genutzt wird. Auf diese Weise kann jede:r dazu beitragen, dieses Netz auszubauen.

Allerdings bleibt zu erwähnen, dass bei einem radikalen Internet-Shutdown auch das Tor-Netzwerk nicht hilft. Menschenrechtsexpert:innen befürchten bereits, dass die Gewalt auf die Massenproteste, aber auch die Internetbeschränkungen im Vergleich zum Massaker 2019 übertroffen werden könnten.

Rechtliche Situation bei der Verwendung von „Snowflake“

Die Nutzung des Tor-Netzwerks bzw. der Chrome- und Firefox-Erweiterung „Snowflake“ ist in Rechtsstaaten nicht verboten. Wenn eine Person aus einer zensierten Region eine Website aufruft, wird für den Website-Host sowie die Behörden lediglich die IP-Adresse des Tor-Exit-Knotens sichtbar – und nicht die IP-Adresse des ursprünglichen Anschlusses. Trotz ausgefeilter Techniken zur Zensurumgehung sollten Betroffene allerdings immer bedenken: absolute Anonymität bzw. Schutz der Identität kann niemals garantiert werden – auch nicht bei der Nutzung des Tor-Browsers. Die korrekte Anwendung von Zensurumgehungssoftware und Verhaltensregeln kann es den Zensoren allerdings extrem erschweren, die Identität aufzudecken.

Eine informative Übersicht zu „Snowflake“ liefert das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung hier.

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