20.05.2021

Neobroker Trade Republic schließt 900 Mio. Dollar schwere Finanzierungsrunde ab

Angeführt wird die Series-C-Runde vom prominenten kalifornischen VC Sequoia. Trade Republic wurde dabei mit über 5 Mrd. Dollar bewertet.
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Trade Republic
Trade Republic ist seit November in Österreich aktiv. | Foto: OrthsMedien - Adobe Stock

Der deutsche Neobroker Trade Republic hat sich ein Investment in der Höhe von 900 Mio. US-Dollar zu einer Bewertung von 5 Mrd. Dollar geholt. Angeführt wird die Series-C-Runde mit Sequoia von einem der prominensten VCs der Welt. Ebenfalls an Bord kamen im Zuge der Runde TCV und Thrive Capital. Daneben haben sich die Bestandsinvestoren Accel, Creandum, Founders Fund und Project A an der Runde beteilgt. Für Sequoia ist es eine der bisher größten Investitionen in Europa überhaupt.

Trade Republic ist im vergangenen November am österreichischen Markt gestartet. Daneben ist das Unternehmen in Deutschland und Frankreich aktiv. Nach eigenen Angaben hat Trade Republic über eine Million Kunden. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) liegt bei 6 Mrd. Euro. Mit dem neu aufgenommen Kapital will Trade Republic nun die weitere Expansion in Europa vorantreiben, das Produktportfolio ausbauen und das aktuell aus mehr als 400 Personen bestehende Team weiter ausbauen.

Neobroker sieht sich als „neues Sparbuch“

Wie andere Neobroker auch beansprucht das Unternehmen für sich, einen niederschwelligen und kostengünstigen Zugang zum Kapitalmarkt zu bieten und so zu einer „Demokratisierung der Finanzmärkte“ beizutragen. „50 Prozent unserer Kunden, über 500.000 Menschen, haben noch nie zuvor in ihrem Leben am Kapitalmarkt investiert. Wir befähigen Menschen mit dem Vermögensaufbau zu beginnen, die von den etablierten Banken durch hohe Gebühren und undurchsichtige Produkte jahrelang vernachlässigt worden sind,“ sagt Trade-Republic-Cofounder Thomas Pischke. Man sei „das neue Sparbuch“ für die Kunden.

Auch bei Sequoia betont man diesen Aspekt: „Die Demokratisierung der Finanzmärkte ist eines der zentralen Themen der nächsten zehn Jahre“, sagte Doug Leone, Partner beim kalifornischen VC. „Trade Republic steht an der Spitze dieser Entwicklung in Europa und spricht eine ganze Generation von europäischen Sparern an, die sich finanzielle Unabhängigkeit wünschen.

Trade Republic wurde 2015 von Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri in Berlin gegründet. Nach eigenen Angaben hat der Neobroker dabei 7.500 internationale Aktien und ETFs sowie 40.000 Derivate im Angebot. Ende April erweiterte das Unternehmen sein Angebot in Deutschland um einige Kryptowährungen.

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(v.l.) Antonia Riva-Frizberg, Theresa Kohl, Johanna Marie Reinedahl und Sara Kapeller sind für den Bierlein-Preis 2026 nominiert.

Der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis geht 2026 in die zweite Runde. Er zeichnet Frauen unter 35 für unternehmerische oder innovative Leistungen mit Österreichbezug aus. Aus rund 100 Bewerbungen haben das Wirtschaftsministerium (BMWET) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) 35 junge Frauen in die Shortlist aufgenommen, darunter Gründerinnen, Forscherinnen und Führungskräfte.

Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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