Jobiqo: Jobboard-Technologie mit „vernünftigem und nachhaltigem“ Wachstum

Im achten Jahr des Bestehens erweist sich, dass die Entscheidung von Jobiqo-Gründer Klaus Furtmüller, keine Investoren ins Boot zu holen, goldrichtig war. Als „Bootstrapping-Unternehmen“ verfügt Jobiqo über einen internationalen Kundenstock und konnte seine Umsätze unter der Geschäftsführung von Martin Lenz 2018 mehr als verdoppeln.
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Jobiqo
(c) Marko Zlousic. V.l.n.r.: GF Martin Lenz, Matthias Hutterer (Head of Development & Innovation), Klaus Purer (Head of Technology Operations) und Klaus Furtmüller (Gründer & Geschäftsführer).
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Zumindest in der Theorie ist es eine gewisse Zerrissenheit, mit der Gründerinnen und Gründer kämpfen: Soll ich mein Unternehmen in größtmöglicher Unabhängigkeit und nur unter Einsatz meines privaten Vermögens aufziehen – also im so genannten „Bootstrapping“-Verfahren? Oder soll ich Anteile und Stimmrechte an Investoren abgeben, die an mein Business glauben? Im Fall von Klaus Furtmüller war zum Start seines ersten Unternehmens 2006 klar: „Ich hatte etwas Geld auf der Seite und mein Mitgründer auch.“ Zusammen steckten sie knapp 30.000 Euro in die Entwicklung einer Software, die als Basis für eine akademische Jobbörse diente. Deren Erfolg ermöglichte es Furtmüller nach seinem Ausstieg wiederum, mit dem Gewinn weitere (Co-) Gründungen anzugehen.

+++ Jobiqo: 237.000 Euro von FFG für Wiener AI-Jobbörse-Anbieter +++

Jobiqo: Jobboards mit „Smart Matching“ und Content-Service

Dass der Verzicht auf Investments dabei die richtige Entscheidung war, zeigt die seit 2011 bestehende und international aufgestellte Jobiqo GmbH. Mit einem stark gewachsenen Team in Wien, Bratislava, Mailand, München und Lissabon sowie einem zuletzt mehr als verdoppelten Jahresumsatz darf Jobiqo als Erfolgsmodell für das Bootstrapping-Konzept genannt werden. Kernprodukt ist eine Jobboard-Software, die als Grundlage für flexible Jobvermittlungs-Plattformen dient und Verlagshäuser, Recruiter sowie die HR-Abteilungen von Unternehmen anspricht.

Zudem hat Jobiqo einen Smart Matching-Algorithmus im Portfolio, der die besten BewerberInnen mit den passenden Jobs zusammenführt. Seit dem vergangenen Frühjahr bietet man auch ein spezielles Content-Service an, um das redaktionelle Umfeld der Kunden-Websites attraktiv zu gestalten und mit dem Wissen aus Qualitätsjournalismus und der Funktionsweise von Jobbörsen ein einzigartiges Employer Branding-Produkt zu ermöglichen. Die Aufträge kommen mittlerweile aus der ganzen Welt: Die über 50 Jobiqo-Kunden befinden sich u.a. in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien, Rumänien, Großbritannien, den USA und seit kurzem sogar Malaysia.

Geld verdienen vs. Geld ausgeben

In Wahrheit, erinnert sich Furtmüller zurück, seien die 30.000 Euro bei der Gründung der ersten Firma „fast zu viel gewesen“. Das Geld-Polster habe ihn dazu verleitet, „mich voll und ganz in die Produktentwicklung zu stürzen“. Ein häufiger Gründer-Fehler, weil dadurch die Analyse der Kundenbedürfnisse etwas hinterher hinkte. Die Notwendigkeit, sich parallel auf seine Zielgruppe zu konzentrieren – also das Feedback potenzieller Anwender einzuholen –, wurde ihm aber bald bewusst. Und so entstand in bester „Lean Startup“-Manier ein erstes „Minimum Viable Product“.

In Anlehnung an den Gründer und CEO von Basecamp, Jason Fried, meint Furtmüller: „In einer Bootstrapping-Firma lernst du, Geld zu verdienen. In einer Venture Capital-basierten Firma hingegen lernst du, wie man Geld ausgibt.“ Sprich: Ohne Fremdkapital zu überleben, verlange den Gründern viel an Disziplin ab – man spüre quasi jede Fehlinvestition oder -kalkulation am eigenen Leib. Dabei ist Furtmüller sicher, dass auch bei all den schnell wachsenden Startups, über deren Millionen-Investments laufend berichtet wird, am Anfang die Eigenmittel regierten – und die Gründer mehr oder weniger dieselben Lernphasen wie er durchliefen. „Die ganzen Business Angels wollen ja, dass du dich genauso mit deiner Zielgruppe wie mit deinem Produkt beschäftigt hast“, führt er aus: „Nur wer beides vermitteln kann, erregt ernsthaftes Interesse – und bringt sich damit gegenüber Investoren auch in eine deutlich bessere Verhandlungsposition.“

Bootstrapping: Nicht für jedes Business geeignet

Dass es für das Bootstrapping gewisse Einschränkungen gibt, will Furtmüller aber nicht bestreiten: „Es ist sicher im Bereich der Software-Entwicklung einfacher, weil man nebenbei z.B. durch IT-Beratung Umsätze generieren und vorerst damit überleben kann. Wenn du eine Hardware-Komponente entwickelst, besteht vielleicht auch die Möglichkeit einer Kickstarter-Kampagne. Aber wenn es z.B. eine Geschäftsidee ist, für die eine große industrielle Produktion aufgezogen werden muss, wird es eher schwierig, ohne ein maßgebliches Investment zu starten.“

Für die operative Geschäftsführung von Jobiqo hat Furtmüller 2017 Martin Lenz an Bord geholt. Er war davor fast zehn Jahre für den internationalen Technologie- und Beratungskonzern Accenture tätig. Als Senior Manager unterstützte er Kunden im gesamten DACH-Raum bei der Umsetzung digitaler Transformationsprojekte und entwickelte sich zum Digitalisierungsexperten insbesondere für den Bereich des Arbeitsmarkts. Als Hauptbeweggründe für den Wechsel vom Konzern in ein KMU nennt Lenz „das tolle Team, die interessanten Kunden und das wirklich innovative Produkt“. Auch schätze er das Unternehmensklima und die Tatsache, dass Ehrgeiz und Antrieb „aus dem Team und durch die Kunden“ entstehe – „und eben nicht durch einen rein wachstumsorientierten Investor“.

Das Umsatzwachstum habe die Richtigkeit dieser Besetzung rasch bestätigt, erklärt Furtmüller. Lenz wiederum zeigt sich beeindruckt davon, wie Furtmüller Jobiqo aufgebaut und am Markt positioniert hat: „In den Jahren seit der Gründung wurden ein tolles Team und eine stabile Kundenbasis geschaffen. Diese bauen wir nun gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiter aus.“ Die Wachstumsziele für die nächsten Jahre bezeichnet Lenz als „ehrgeizig, aber vernünftig“. Eine nochmalige Umsatzverdoppelung strebe man in diesem Sinn nicht an. „Das wäre weder gesund noch nachhaltig“, ist Lenz sicher: „Wir legen aktuell viel Wert auf die Weiterentwicklung unseres internationalen Teams. Eine wichtige Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt. Zuletzt haben wir beispielsweise gemeinsam unsere Company Values erarbeitet, die uns alle in der Arbeit mit unseren Kunden verbindet.“

Hochdotiertes Forschungsprojekt

Eine Kernfunktion im Unternehmen nehmen auch Matthias Hutterer und Klaus Purer ein, die seit der Gründung im Team sind. Hutterer als Head of Development & Innovation leitet derzeit u.a. ein mit knapp 250.000 Euro dotiertes FFG-Forschungsprojekt. Dessen Ziel ist es, unterschiedlichste Kommunikationskanäle ins „Job-Matching der Zukunft“ einzubeziehen sowie die Relevanz von Job-Vorschlägen zu erhöhen. Und damit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Vermittlung. Purer, seines Zeichens Head of Technology Operations, ist seit Jahren in der internationalen Drupal-Community verwurzelt und leitet den Auf- bzw. Ausbau des Entwickler-Teams. Er verantwortet u.a. den reibungslosen Betrieb der Jobiqo-Software und koordiniert die Umsetzung von kundenspezifischen Erweiterungswünschen.

Der Aufbau und das Halten von Top-MitarbeiterInnen ist demnach auch „besonders wichtig für eine ‚bootstrapped Company‘“, wie Furtmüller versichert: „Wir legen darum besonders großen Wert auf ein optimales Arbeitsumfeld.“ Konkret zeige sich das in der Möglichkeit einer Vier-Tage-Woche, die die Mehrheit der Mitarbeiter gerne annehmen, sowie einem jährlichen „Company Retreat“, der das Jobiqo-Team bereits nach Portugal und zuletzt nach Mallorca führte. Dieser Part der Unternehmensentwicklung ist für den Jobiqo-Gründer zu einer Art Herzensangelegenheit geworden, der er sich nach der Entlastung in der operativen Geschäftsführung noch intensiver widmet.


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Momcilo Nikolic

„Höhle der Löwen“: Deutsches Model Giulia Siegel schnappt sich drei Löwen

In dieser Folge der "Höhle der Löwen" ging es um Polster für Badewannen, Wurst aus Fisch und eine App fürs nachhaltige Abnehmen. Zudem konnte ein ehemaliges Model ihre Idee für einen digitalen Beleg erfolgreich vermarkten.
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Höhle der Löwen, GreenBill
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Giulia Siegel, Ludwig Heer (r.) und Tobias Kiessling präsentieren mit GreenBill digitale Belege für Kassensysteme.
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Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die es online auf TVNOW und immer montags um 20.15 Uhr bei VOX zu sehen gibt – waren Model, Schauspielerin und DJ Giulia Siegel, ihr Partner Ludwig Heer und Entwickler Tobias Kiessling. Mit GreenBill möchten die drei das Kassenbon-System digitalisieren und Müll vermeiden. „Belege sind nicht nur nervig, sie sind auch hochgiftig. Pro Jahr werden in Deutschland 50.000 Tonnen Belege auf Thermopapier gedruckt“, berichtete die Tochter des ESC-Veteranen Ralph Siegel.

GreenBill ermöglicht es Einzelhändlern, Gastronomen und Hoteliers, digitale Belege auf einfache Weise zu erstellen und direkt an den Endkunden zu übertragen. Die GreenBill-Box wird ohne weitere Software-Installation wie ein gewöhnlicher Drucker an die Kasse angeschlossen. Nach Abschluss des Beleges erscheine dieser innerhalb weniger Sekunden auf einem Tablet. Der Gast könne zudem nach Bestätigung der Rechnung den Beleg per QR-Code scannen, um sich diesen als PDF oder Foto abzuspeichern. Alternativ bestehe auch die Möglichkeit, sich den Beleg per E-Mail zuzusenden, auch ohne App. Um expandieren zu können, benötigten die Gründer 250.000 Euro und boten dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

Der Schuster in der „Höhle der Löwen“

Nach dem Pitch erfuhren die Löwen, dass Kiessling bereits ein altes Unternehmen an die Deutsche Post verkauft hatte und dass die GreenBill-Box 49 Euro pro Monat kostet. Bei einer Mindestvertragszeit von zwölf Monaten. Kunden würden allerdings bis zu 150 Euro im Monat einsparen können. Familien-Investorin Dagmar Wöhrl ließ sich danach nochmal die Idee vorführen und sich zusichern, dass alles anonym ablaufe. Beauty-Queen Judith Williams stieg anschließend mit großem Lob aus, der Bereich wäre nicht ihre Welt. Die Gründer erwähnten darauf ihr Vorhaben von geplanten 2,5 Millionen Euro im Umsatz im nächsten Jahr. Handelsexperte Ralf Dümmel ging dennoch als nächster und meinte, dass die Idee eine großartige wäre, er als „Schuster aber lieber bei seinen Leisten bleiben würde“.

GreenBill, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Giulia Siegel, Ludwig Heer (r.) und Tobias Kiessling bei ihrem Pitch des digitalen Belegsystems vor den Löwen.

Die restlichen drei Löwen, inklusive Nils Glagau, erhoben sich anschließend zur Beratung und wollten von den Gründern wissen, wo deren Obergrenze bei der Anteilsabgabe wäre. Jene berieten sich ohne ein konkretes Angebot in der Tasche und kehrten mit der Information zurück, dass sie 18 Prozent Beteiligung in Erwägung zogen. Nach der zweiten Beratung der TV-Investoren stimmten die drei der genannten Zahl zu, erhöhten jedoch das Cash-Angebot nicht und blieben bei 250.000 Euro.

Löwen kommen Gründern entgegen

Dies zeigte sich jedoch als Problem für die Gründer, die erwähnten, dass sie bei der ausgerufenen Bewertung bleiben wollen würden. Die beinahe Halbierung des Firmenwerts ginge nicht. Maschmeyer schlug darauf vor, dass die Löwen, sollte die Zusammenarbeit passen, in einem zweiten Schritt weitere 150.000 Euro zuschießen würden, ohne dabei mehr Anteile zu fordern. Deal für GreenBill.

Von der Wanne zur Couch

Als berufstätige Mütter wussten die zweiten in der „Höhle der Löwen“ Annika Götz und Natalie Steger, wie wichtig kleine Auszeiten zur Entspannung sind und präsentierten ein Badewannen-Kissen. Es sei wasserdurchlässig und aus einem hochwertigen, langlebigen Material gefertigt, das speziell für den Kontakt mit Wasser entwickelt wurde. Außerdem zeige es sich schimmel- und stockfleckenresistent. Die spezielle Füllung soll zudem nicht nur bequem sein, sondern auch das Wasser aufsaugen, sodass die Kissen keinen Auftrieb haben. Ihr Badesofa gibt es in fünf verschiedenen Farben und vier unterschiedlichen Größen. Die Forderung: 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Höhle der Löwen, Badesofa
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Annika Götz (r.) und Natalie Steger aus Köln haben mit Badesofa einen Weg gefunden, Badewannen komfortabler zu machen.

Der widerstandsfähige Outdoorstoff des Kissens sorge für die angestrebten Eigenschaften und lasse das Kissen dabei trotzdem maschinen- und handwaschbar bleiben. Aufgrund des UV-beständigen Oberflächenmaterials könne es auch im Sommer im Pool verwendet werden. Auch mit den meisten Badezusätzen hätten die Produkte keine Probleme, sofern diese nicht stark färben oder ätherische Öle enthalten. Nach Gebrauch kann das Badekissen aus Polyvinylchlorid, Polyester, und Synthetikfaser in der Wanne trocknen und beliebig wiederverwendet werden, so die Gründerinnen.

„Fixiert, ohne fixiert zu sein“

Nach der Vorführung von Steger durften sich die Löwen selbst einen Eindruck von dem Kissen verschaffen. Maschmeyer stieg dafür in die Badewanne und meinte, man fühle sich fixiert, ohne fixiert zu sein. Es sei viel bequemer und derart gemütlich, sodass er sogar einschlafen könne, wäre die Wanne mit Wasser gefüllt. Seine Anfangs-Skepsis sei vollkommen verflogen.

Williams möchte mehr Anteile?

Innerhalb von fünf Monaten hatten die Gründerinnen über den Onlineshop und Handelspartner rund 37.000 Euro Umsatz erwirtschaftet. Glagau glaubte daran, dass sich ihre Idee durchsetzen würde, er aber wäre der falsche Partner. Maschmeyer bezeichnete zwar die beiden Frauen als Traumgründerinnen, stieg aber aus, da es nicht sein Markt wäre. Williams erklärte breit, wie wichtig ihr ein höherer Anteil wäre, um sich total einzubringen. Nach einem kurzen Plädoyer, wie positiv die Gründerinnen eine Partnerin Williams finden würden, erbat sich jene etwas Bedenkzeit. Medien-Investor Georg Kofler ging als nächster ohne Angebot.

Löwe will nicht verhandeln

Danach meinte Dümmel die Firmenbewertung sei zu hoch. Zudem wäre der Preis – 99 Euro für die kleinste Variante – nicht akzeptabel, daran müsse man arbeiten. Die Gründerinnen zeigten Bereitschaft und erhielten danach plötzlich eine Absage von Williams, die das Gefühl hatte, dass ihr Kollege Feuer gefangen hätte. Und sie ihm den Vortritt lassen möchte. Der Angesprochene forderte danach 33 Prozent Anteile für die gewünschten 150.000 Euro. Und machte charmant klar, dass er nicht verhandeln würde. Die Gründerinnen meinten, dass sie eigentlich den Plan gehabt hätten, nicht mehr als 20 Prozent abzugeben, aber der Löwe habe sie überzeugt. Deal für Badesofa.

Die Wurst hat zwei Enden – und in der „Höhle der Löwen“ Fisch

Der Dritte in der „Höhle der Löwen“ war Andreas Tatzel, gelernter Fleischermeister und nebenberuflicher Busfahrer. Den Löwen präsentierte der 57-Jährige seine eigenen Wurst-Kreationen: „Meine Wurst wird nicht aus Fleisch hergestellt, sondern aus Fisch. Der Wels hat hohe Omega3-Fettsäuren und einen hohen Anteil an Eiweiß. Außerdem ist er geschmacksneutral“, sagte der Gründer. In seinem Marée-Sortiment befindet sich unter anderem eine Bratwurst-, eine Fleischkäse- sowie eine Fleischlaberl-Art und Fischsalami-Sticks. Alles wird nach traditionellem Fleischerhandwerk hergestellt und besteht aus Welsfilet, Rapsöl und Gewürzen – ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Um mit seinen Produkten durchstarten zu können, benötigte Tatzel 40.000 Euro und bot 25 Prozent seiner Firmenanteile an.

Marée
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Andreas Tatzel aus Angelburg hat mit Marée Wurst aus Fisch erschaffen.

Der Gründer, der mit seiner alten Metzgerei bankrott gegangen ist, überraschte die Löwen mit seiner Idee und ließ sie nach dem Pitch kosten. Bei über 3.000 Test-Verkostungen, erklärte der Gründer, habe fast keiner gemerkt, dass es sich bei der Kostprobe um Fisch handelt. Dümmel lobte den Geschmack, während sich Maschmeyer versichern ließ, dass Marée gesünder sei, als die Originale.

Fischwurst schwer zu erklären

Bisher wurden die Produkte in zehn regionalen Supermärkten gelistet und brachten so lange erfolgreiche Verkaufszahlen, solange der Gründer selbst hinter der Fleischtheke stand. Danach gingen die Verkäufe deutlich zurück, erklärte Tatzel. Der Umsatz betrug 2019 13.000 Euro, 2020 fiel dieser wegen Corona ab. Wöhrl erklärte scharfsinnig, dass dieses Produkt einen hohen Erklärungsbedarf habe. Sie ging ohne Angebot. Für Glagau war die Idee Fleisch durch Fisch zu ersetzen, keine mit der er sich identifizieren konnte. Auch er verabschiedete sich ohne Deal-Vorschlag.

Das Kühlketten-Problem

Auch Maschmeyer meinte, er möge diese Veränderung bei Nahrungsmitteln nicht. Nachdem auch der dritte Löwe weg war, sagte Dümmel, er liebe solche Typen wie den Gründer, der mit Begeisterung sein Startup vertrat, hätte eigentlich Lust einzusteigen, sah aber ein Problem. Marée müsse ständig gekühlt bleiben. Und das Thema Kühlkette sei bei ihm nicht vorhanden. Kofler glaubte, dass man diese Idee nicht groß machen könnte. Tatzel kämpfte und erklärte, dass es vor 35 Jahren mit der Geflügelwurst genauso langsam angefangen habe. Und sie jetzt deutschlandweit erhältlich wäre. Es half wenig, denn der Investor erwiderte, „Awareness schaffen“ würde zu hohe Kosten verursachen und der Lebensmittelmarkt sei eben nicht sein Metier. Kein Deal für Marée.

App gegen Übergewicht in der Höhle der Löwen

Die vorletzten, die sich in die „Höhle der Löwen“ wagten, waren Tobias Lorenz, Nora Mehl und Henrik Emmert. Die drei haben 2019 aidhere gegründet. Ihre Mission: Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) zu helfen, die gesünder leben möchten. Allein in Deutschland ist jeder Vierte stark übergewichtig und das bedeutet oft psychisches und physisches Leid. Ihre dazugehörige App zanadio ist ein individuelles Behandlungsprogramm für Adipositas-Patienten – damit sollen diese ihr Verhalten langfristig ändern und gesund abnehmen können. Das Programm soll bei der Ernährungsumstellung helfen und mehr Bewegung in das Leben bringen. Innerhalb des digitalen Angebots sind Experten bei Problemen per Chat ansprechbar. „zanadio ist individuell, effektiv und wissenschaftlich fundiert. Deshalb ist es auch als Medizinprodukt zugelassen“, erklärte Henrik Emmert. Unterstützung benötigte das Trio im Bereich Marketing und Vertrieb. Um einen Löwen an Bord zu bekommen, boten sie acht Prozent ihrer Firmenanteile für 500.000 Euro an.

Medizin-Apps am Vormarsch?

Die Inhalte der App, welche es für die gängigen Betriebssysteme iOS und Android gibt, sind nach wissenschaftlichen Standards der Psychologie, Ernährungsmedizin und Bewegungswissenschaften entwickelt und nach eigenen Angaben als Medizinprodukt Risikoklasse 1 gemäß MDD zertifiziert. Die im November 2020 gelaunchte App sei aber nur der erste Schlag digitaler Medizin-Apps, die das junge Startup entwickelt, um Menschen zu helfen. Digitale, datengetriebene Produkte sollen mit umfangreichem Wissen eine Lücke in der medizinischen Versorgung Erkrankter schließen.

zanadio, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Nora Mehl, Tobias Lorenz (l.) und Henrik Emmert entwickelten mit zanadio eine Adipositas-Therapie per App.

Die App kostet 199 Euro pro Monat. Das interne Programm ist dabei auf sechs bis zwölf Monate ausgelegt. Kofler zweifelte stark daran, dass das Konzept funktioniere. Nachhaltiges Abnehmen sei ein schwerer Prozess mit viel Durchhaltekraft. Menschen würden da eher Menschen als Hilfe brauchen, nicht eine App. Dem widersprach die Gründerin und erklärte, dass es für solche Fälle auch Video, Chats und Lektionen bei zanadio gebe. Kofler blieb dennoch bei seiner Einstellung, dass es eine menschliche Komponente brauche. Er und Dümmel stiegen aus.

Neuer Marktaufbau

Anschließend erklärte Rosberg, dass die Gründer versuchen würden einen neuen Markt aufzubauen, das sei sehr schwierig. Er ging mit Erfolgswünschen. Auch Maschmeyer sah noch zu viele Unsicherheiten bei der Idee. Nachdem auch er weg war, bestätigte Wöhrl, man brauche viel Kapital in Sachen Marketing. Das wäre nicht ihr Geschäftsmodell. Kein Deal für aidhere.

Aufnahmeleiter steigt in eigene Show ein

Den Abschluss der „Höhle der Löwen“ bildete Dennis Krey. Für die Löwenhöhle ein bekanntes Gesicht. Bei den ersten drei Staffeln hat der Kölner als Studio-Aufnahmeleiter gearbeitet. Gemeinsam mit seiner Co-Gründerin Carina Frings präsentierte er den Udo Mehrwegdeckel. „Allein in Deutschland werden pro Stunde 320.000 Coffee-To-Go-Einwegbecher verbraucht. Das sind am Tag 7,6 Millionen und pro Jahr 2,7 Milliarden Becher“, erklärte die 29-Jährige den Löwen.

Deckel für Geschirrspüler geeignet

Während ihres Design-Studiums bekam Frings die Aufgabe, einen nachhaltigen Coffee-To-Go-Becher zu entwickeln. Da jeder die Schränke voller Tassen habe, entstand die Idee zu dem Udo Mehrwegdeckel, der auf fast alle Becher und Tassen passt. „Durch seine konische Form saugt sich der Deckel fest und es läuft nichts aus“, erklärte Krey. „Der Deckel ist zu 100 Prozent ‚Made in Germany‘, aus einem recyclefähigem Kunststoff gefertigt und spülmaschinengeeignet.“ Die Forderung: 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Höhle der Löwen, Udo
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Carina Frings und Dennis Krey zeigten ihren Mehrwegdeckel „Udo“ den Löwen.

Konkret: Der Verschlusstopfen kann auf die Gefäßöffnung gedrückt werden und ist in seiner Machart an die Verschlüsse von To-Go-Behältern angepasst. Für Firmen ist es außerdem möglich ein Logo als Werbemittel aufzudrucken. Während Maschmeyer bedauerte, dass Udo keine Trinköffnung habe, meinte Dümmel gerade dieser Umstand sei das Hauptargument, um ihn unterwegs oder im Auto nicht zu verschütten. Kofler hingegen sprach bei „cofee to go“ von einem Lebensgefühl und sah darin ein Problem, dass man stets die eigene Tasse für den Kaffee mithaben müsse. Er empfand das Produkt als ehrenwert, aber als keinen Ersatz für „coffee to go“. Er ging ohne Angebot.

Eigenes Häferl beim Spazieren?

Nachdem die Gründer den Namen Udo erklärt hatten, eine umgestellte Personifizierung des Begriffes „Duo“ für Tasse und Deckel, sagte Maschmeyer, er fände die Marke „völlig daneben“. Es brauche zu viel Marketingaufwand um das Produkt zu erklären. Auch der bisherige Verkauf von „bloß“ 13.000 Stück war ihm zu gering. Ein weiterer Löwe ohne Angebot. Auch Glagau wähnte, er könne sich schwer vorstellen, dass Menschen mit ihrem persönlichen Glas oder Tasse herumspazieren würden. Dem entgegneten die Gründer, dass auch der b2b-Bereich zur Zielgruppe gehöre, etwa Büro-Mitarbeiter. Dennoch haderte auch Wöhrl damit, im Deckel einen Mehrwert zu erkennen und ging ebenso. Dümmel hingegen sah ein, dass es ein Umdenken bei Menschen brauche, und dass man bei diesem Müllvolumen auch mal sein Verhalten ändern müsse. Er bot 100.000 Euro für 33 Prozent. Deal für Udo.

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