20.09.2021

„Höhle der Löwen“: E-Bike-Startup ruft 16 Millionen Euro Bewertung aus

In dieser Folge von "die Höhle der Löwen" ging es um stylische E-Bikes, Protein-Bier und in Stein versteckte Blumen. Zudem hatte ein grüngewandter Gründer die Zeichen der Zeit erkannt, während eine junge Gründerin mit ihrem Charme und ihrer Gewitztheit überzeugte.
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Novus, Höhle der Löwen
RTL / Bernd-Michael Maurer Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer mit hoher Firmenbewertung in der Show.
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Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die immer montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – waren René Renger und Marcus Weidig. Sie präsentierten den Investoren ein E-Motorrad namens Novus, das sie als das erste Premium-Elektro-Leichtkraftrad der Welt bezeichnen. Der Motor des Gefährts wurde aus dem Rahmen herausgenommen und im Hinterrad platziert. An dessen Stelle befinden sich jetzt nur noch die Batterie und die Elektronik. Mit 75 Kilogramm sei es um die Hälfte leichter als vergleichbare Fahrzeuge. Und das bei 40 PS.

App und LED-Ring

Der Vollkarbonrahmen von Novus ist wie eine Nussschale hohl. Dadurch soll allen elektrischen Komponenten Schutz geboten werden. Zudem ist er die tragende Struktur und gibt dem Motorrad seine Gestalt. Mithilfe der optionalen Novus-App kann das Motorrad per LED-Ring gestartet und für Daten wie Geschwindigkeit, Reichweite und Ladestand sowie die integrierte Navigation genutzt werden.

Novus
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Novus war für Investor Carsten Maschmeyer einen genauen Blick wert.

Während dem Pitch sorgten die Gründer mit einer Anekdote gleich für Unterhaltung und Bewunderung, als sie erzählten, dass sie 2019 auf der CES in LAS Vegas waren und am zweiten Tag sich Mitarbeiter von Elon Musk gemeldet hätten. Der Tesla-Gründer wollte damals gleich den Novus-Prototypen kaufen. Schweren Herzens und mit angetrunkenem Mut lehnten die Beiden das Angebot ab, weil sie die Vision haben, aus Novus „die wirklich große Mobilitätsmarke“ zu machen. Mit ihrem aktuellen Vorserienprototyp stehen die Gründer auch kurz vor der Serienproduktion. Die Forderung: 1,6 Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Der vergessliche Rosberg

Nach dem Pitch wollte Rosberg scherzhalber die Gründer ärgern, indem er sich „beleidigt“ stellte, da die beiden zwar in Las Vegas gewesen waren, aber nicht auf seinem Greentech Festival in Berlin. Dieser „Schuss“ ging nach hinten los, da die beiden jungen Männer den Löwen mit ihrer Gegenfrage „Kannst du dich nicht mehr an uns erinnern?“ in Verlegenheit brachten. Er wäre sogar zwei Sekunden neben dem Motorrad gestanden.

Nach dieser Erheiterung erfuhr Familien-Investorin Dagmar Wöhrl, dass das Grund-Fahrzeug 30.000 Euro kostet, bei Herstellungskosten von rund 18.000 Euro. Und weiter, dass man bis 2024 8,8 Millionen Euro Umsatz erreichen möchte. LEH-Experte Ralf Dümmel stieg als erster aus. Er war beeindruckt, sah sich aber nicht in dem Geschäftsfeld beheimatet. Familien-Investorin Dagmar Wöhrl sah es ähnlich und ging auch ohne Angebot.

Novus: „Das heißeste Gerät der Sendung“

Beauty-Queen Judith Williams nannte Novus das „heißeste Gerät“, das sie in der Höhle der Löwe gesehen hätte. Aber auch sie ging ohne Offerte. Somit blieben Multi-Investor Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg über. Zweiter hielt sich zurück und bestand darauf, dass sein Kollege den Anfang machte.

Jener stellte nochmal Fragen, bei denen man das Gefühl bekam, er wog die Gründer. Ihm gefiel alles sehr gut, jedoch wenn es um konkrete und fassbare Dinge gehe, blieben die Founder etwas schuldig, meinte er. Nach diesem Abschied, erklärte Rosberg, er tue sich schwer, bei so einem Kapitalaufwand direkt im Studio zu entscheiden. Trotz Versuchen der Gründer Argumente zu bringen, stieg der Ex-Rennfahrer aus. Kein Deal für Novus.

48 Topfpflanzen, Liebe und eine Idee

Der zweite Teilnehmer in der „Höhle der Löwen“ hatte die Idee zu seinem Startup seiner Freundin zu verdanken. „Sie liebt Pflanzen. Ich habe mal durchgezählt: Wir haben 48 Topfpflanzen, alle in unterschiedlichen Töpfen. Von Plastik bis Beton steht alles bei uns herum. Sie alle sehen unnatürlich aus und haben keinen weiteren Nutzen“, begann Jeffrey Javelona seinen Pitch.

Steine spalten für Blumen

Deshalb hat er gemeinsam mit seinem Co-Gründer Valentin Muckle einen neuen Pflanzenübertopf entwickelt. Botanyia sehe zwar aus wie ein schöner Naturstein, sei aber viel mehr als das. Javelona bezeichnete sein Produkt als die cleverste Blumenabdeckung der Welt. Denn, es ist möglich den Stein in zwei Hälften zu zerteilen und mittels des integrierten Magnetverschlusses wieder über der Pflanze zu schließen.

Botanyia
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Jeffrey Javelona (l.) und Valentin Muckle präsentierten die Blumentopfabdeckung Botanyia.

Neben der natürlichen Optik habe Botanyia noch weitere Funktionen: „Er schützt die Erde vor Sonnenstrahlung und verhindert somit das zu schnelle Austrocknen. Dadurch muss die Pflanze deutlich weniger gegossen werden”, erklärte Javelona.

Sandstein und Marmor

Aktuell gibt es das Produkt in den Ausführungen Sandstein- und Marmoroptik mit zwei verschiedenen Öffnungen. Ausgeliefert wird der Stein mit einem weiteren Pflanzentopf, einem Untertopf und Kokoserde. Um den Markt zu erobern, benötigten die Gründer 100.000 Euro und boten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Nach dem Pitch erklärten sie den hohen VK-Preis von rund 60 Euro mit Materialkosten und hohem Arbeitsaufwand, da Botanyia handgefertigt werde. Muckle und Javelona war bekannt, dass dies zu teuer sei, deshalb würden sie eine skalierbare, maschinelle und hohe Produktionszahl ins Auge fassen, um den Preis auf rund 35 Euro zu drücken.

Drei Absagen in der „Höhle der Löwen“

Konzernchef Nils Glagau wollte es dennoch nicht wagen und stieg aus. Auch für Medienprofi Georg Kofler war das Startup noch zu früh dran. Maschmeyer fand es fair, dass die Gründer zugaben, noch nicht so viel wert zu sein, wie sie forderten, dennoch ging auch er ohne Angebot. Er glaubte nicht daran, dass Kunden darauf so richtig anspringen würden.

Williams zweifelte an dem Produkt, fand keine Leidenschaft in sich und ließ schließlich Dümmel als letzte Hoffnung über. Jener widersprach seinen Kollegen und sah es ganz anders. Er nannte es den hübschesten Übertopf, den er je gesehen hätte. Zudem fand er die Ehrlichkeit der Gründer großartig. Er bot 100.000 Euro für 30 Prozent. Und die Garantie, dass sie in Baumärkte hineinkommen würden. Kein Zögern bei Javelona und Muckle. Deal für Botanyia.

Mobiler Arbeitsplatz in der „Höhle der Löwen“

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wo werden wir arbeiten? Dies sind Fragen, die sich der nächste Kandidat in der „Höhle der Löwen“ gestellt hat. Karsten Kossatz hat independesk gegründet und erklärte in der Show: „Mit meinem Startup treffe ich den Nerv der Zeit. Nach Monaten im Homeoffice, in Quarantäne und im Lockdown schaffen wir einen mobilen Arbeitsplatz, der nicht in den eigenen vier Wänden ist.“

Kossatzs Gedankengang ist folgender: Nicht jeder hat ein voll ausgestattetes Arbeitszimmer zu Hause. Das WLAN ist nicht stabil, die Kinder toben im Hintergrund und der eigene Arbeitsplatz ist wahlweise am Küchentisch, auf der Wohnzimmercouch oder auf der Bettkante zwischen Bügelbrett und Wäschekorb. Und auch mit Arbeitszimmer falle vielen Menschen nach Monaten im Homeoffice die Decke auf den Kopf.

independesk, Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Karsten Kossatz trifft mit independesk, einer digitalen Plattform für Desksharing, den Nerv der (Arbeits)Zeit.

Genau hier möchte independesk ansetzen: Über die digitale Plattform kann jeder in seiner Nähe einen Schreibtisch in professioneller Umgebung buchen. Ein weiteres Plus: Durch das Wegfallen von langen Arbeitswegen und das tägliche Pendeln mit dem Auto werde die Umwelt geschont. „Studien sagen, wir könnten 5,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, wenn wir nur an zwei Tagen pro Woche auf den Arbeitsweg verzichten“, sagte der Gründer.

Arbeiten am Fernsehturm

Angeboten werden einzelne Schreibtische und Meetingräume in Agenturen oder Unternehmen, die zeit- oder tageweise ungenutzt sind, genauso wie Arbeitsplätze in Cafés, Restaurants, Hotels, Coworking-Spaces oder an besonderen Orten, wie beispielsweise auf dem Berliner Fernsehturm. Aktuell sind im independesk-Portfolio mehrere hundert Locations. Um sein Angebot weiter auszubauen, benötigte der Founder 150.000 Euro und bot dafür 15 Prozent der Firmenanteile.

Kossatz trat grün wie die Hoffnung ins Studio, zeigte wie eine Reservierung funktioniere und erklärte, dass der gemeine Deutsche am Tag im Schnitt 44 Minuten an Arbeitsweg verschwende. Danach stimmten ihm Maschmeyer und Wöhrl zu und nannten die von ihm propagierte Arbeitswelt die Zukunft.

Von Hamburg bis München

In fünf Monaten hat Kossatz 1.300 Nutzer und mehr als 120 Buchungen verwirklicht. Nach Berlin plane er einen baldigen Rollout nach Hamburg, München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Mit einer internationalen Perspektive.

Während Maschmeyer und Medienprofi Kofler tuschelten, ging – mit großem Lob – Dümmel ohne Angebot. Beide sich beratenden Löwen erzählten dann von ihrer Idee einer virtuellen Arbeitswelt und boten 150.000 Euro für 25,1 Prozent Anteile.

Nicht die einzige Löwin

Dagmar Wöhrl hatte auch an der Idee Gefallen gefunden und bot ebenfalls 150.000 Euro, allerdings für 18 Prozent. Glagau startete seinen Monolog mit einem Lob des Kleidungsstils von Kossatz, sprach von „New Work“ und Nachhaltigkeit und offerierte ebenfalls 150.000 Euro für 15 Prozent. Das wiederum rief Maschmeyer und Kofler auf den Plan. Sie verbesserten ihr Angebot auf 251.000 Euro für 25,1 Prozent.

Wöhrl erklärte daraufhin, dass, wenn der Gründer skalieren wolle, es ja klar sei, dass diese 150.000 Euro nicht reichen würden. Zudem hätte sie gute IT-Leute an der Hand, die ihm helfen würden. Sie bot dann 200.000 Euro für 18 Prozent, mit der Aussicht auf mehr.

Gründer fordert mehr als vorher

Kossatz zog sich zu einem Telefonat zurück, kehrte wieder und wollte nach einem Pep-Talk seines Gesprächspartners verhandeln. 25,1 Prozent Anteile abzugeben, wären zu so einem frühen Zeitpunkt zu viel. Er fragte Maschmeyer und Kofler, ob sie bereit wären, jeweils 100.000 Euro zu investieren und dabei je 7,5 Prozent zu erhalten – inklusive eines Vorkaufsrecht bei der nächsten Runde, die zu einer Sperrminorität führen könne.

Während die beiden sich berieten, sprach Dümmel etwas erbost an, dass dieses Neuangebot doch über dem ursprünglichen liegen würde. Danach erklärte Kofler, dass er die Sorge des Gründers verstehe und schlug, auch im Namen Maschmeyers, vor, das Angebot anzunehmen. Allerdings mit einem „Discount“ von 20 Prozent bei der nächsten Finanzierungsrunde. Deal für independesk.

Oh Sneaker, my Sneaker….

Die nächste und jüngste Gründerin der Staffel präsentierte in der „Höhle der Löwen“ eine Lösung für ein Alltagsproblem unter Schuhliebhabern: Glossy Dreams (in der Sendung noch Glossy Seams) von Lina Bouhmidi soll dreckigen Schuhen neuen Glanz verleihen.

Weiße Sneaker erfreuen sich in der Szene großer Beliebtheit, allein in Deutschland würden 600 Millionen Euro pro Jahr für diese Art des Schuhwerks ausgegeben. Doch ein Problem gebe es laut der Gründerin: Die Schuhe lassen sich zwar säubern, aber die weißen Nähte bleiben auf Dauer schmutzig. Mit den gängigen Produkten auf dem Markt war die Jura-Studentin nicht zufrieden. So hat sie in der Garage ihres Vaters ein kleines Labor aufgebaut und über neun Monate an dem neuen Schuhpflegeprodukt getüftelt.

Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Lina Bouhmidi widmet sich mit Glossy Dreams Sneakernähten.

„Das Problem war, eine Konsistenz zu entwickeln, die intensiv an der Naht haftet, die Naht umhüllt und eine gebrauchte Naht reinigt, sodass auch bereits getragene Sneaker davon profitieren und der Stift nicht nur als Vorbeugung dient“, erklärte Bouhmidi.

40 Sekunden und alles wie neu?

Mit Glossy Dreams hat sie daher einen Imprägnierstift (unter anderem mit Latex, Öl und Wasser) entwickelt, der ganz einfach in der Handhabung sein soll: Vor der Anwendung die Verschmutzungen an den Schuhen mit einem Tuch entfernen und mit dem Stift die Nähte gezielt und punktuell imprägnieren. Die Naht wird mit einem weißen Schutzfilm umhüllt, sodass zukünftiger Schmutz daran abperlt. Nach 40 Sekunden Einwirkzeit kann man die Reste abwischen und die Naht sehe aus wie neu.

Aktuell gibt es Glossy Dreams in den Farben Weiß und Schwarz. Vertrieben wird über ihren Onlineshop. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigte sie 75.000 Euro und wollte dafür 12 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben.

Die putzenden Löwen

Nach dem Pitch wurden die Löwen dazu eingeteilt, schmutzige Sneaker zu reinigen. Maschmeyer zeigte sich als erster Investor überzeugt. Danach gewann Bouhmidi einiges an Sympathie, als sie von ihren zwei Jobs erzählte, um ihr Projekt zu finanzieren und allgemein mit ihrem Enthusiasmus überzeugte. Zudem berichtete sie von einer „Power Point“-Präsentation für ihre Eltern, die allerdings davon etwas überfordert waren, wie die Gründerin erklärte. Dann aber meinten, „mach nur“.

Glagau stieg mit Tipps aus, das Branding zu verfeinern. Er störte sich am Namen, der wenig aussage und stieg aus. Kofler widersprach zwar, alles wäre toll, aber die Schuhpflege sei nicht sein Metier.

Williams als Sneaker-Liebhaberin hatte ein Problem mit der Performance des Produkts. Es sei nicht schlecht, aber etwas müsse noch passieren, meinte sie. Trotz guter Versuche die Löwin zu überzeugen, stieg jene äußerst charmant aus.

Maschmeyer als Versicherung

Dann trafen sich die Blicke von Dümmel und Maschmeyer. Der LEH-Experte meinte, die Gründerin brauche noch sehr viel Hilfe. Deshalb und mit seinen Fachleuten im Hintergrund bot er 75.000 Euro für 30 Prozent. Maschmeyer erklärte, dass er bis zum Ende gewartet hatte, um zu sehen, ob ein Kollege einsteigen würde. Ohne Deal hätte er sie nie gehen lassen, weil sie die stärkste junge Gründerin der Sendung gewesen sei. Er stieg aus und Dümmel bekam den Deal.

Bier für Sportler in der „Höhle der Löwen“

Das Ende der „Höhle der Löwen“ gehörte dem Gründer-Duo Erik Dimter und Tristan Brümmer. Sie brachten den Löwen JoyBräu mit – funktionale Biere, die besonders für Sportler geeignet sein sollen. Entstanden ist ihre Idee 2015 in Singapur.

„Erik und ich waren für eine große Reederei im Auslandseinsatz. Als begeisterte Sportler haben wir gemeinsam nach der Arbeit jeden Tag trainiert“, so Tristan. „Zur Unterstützung des Muskelaufbaus haben wir uns anschließend immer einen klebrigen, übersüßten und manchmal künstlich schmeckenden Proteinshake herunter gequält.“

Höhle der Löwen, JoyBräu
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer haben mit „JoyBräu“ alkoholfreies Proteinbier erfunden.

Dazu muss es doch eine Alternative geben, dachten sich die Gründer. Und kombinierten die Vorteile eines Proteinshakes mit dem Geschmack eines frisch gebrauten Bieres. Nach zweieinhalbjähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit einem Team der TU Berlin entsprang JoyBräu.

In ihrem Sortiment bieten die Gründer drei verschiedene alkoholfreie Produkte an: „Proteinbier + Zitrone“ mit 15 Gramm Protein und 100 Prozent natürlicher Zitrone, das „Proteinbier Light“ mit sieben Gramm Protein und 63 Kalorien pro Dose, sowie das „isotonische Vitaminbier“ mit den Vitaminen C, B12 und B9.

Gärung ohne Alkohol

„Unsere funktionalen Biere sind weltweit einzigartig und das liegt an unserem innovativen Herstellungsverfahren. Auf unsere spezielle Hefe haben wir sogar ein Patent. Diese hat die besondere Eigenschaft, dass sie während der Gärung Geschmack, aber keinen Alkohol produziert. Das ist eine absolute Neuheit und macht unsere Biere so besonders“, meinte Dimter.

Zudem ermögliche ihr spezieller Brauprozess das Einbringen funktionaler Inhaltsstoffe wie Vitamine und Proteine. Seit dem Markteintritt wurden die Gründer mit internationalen Preisen wie z.B. dem „FIBO Innovation & Trend Award“ und dem „Superior Taste Award“ ausgezeichnet. Ihr Angebot: 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Hohe Kosten als „nettes“ Problem

Nach der Kostprobe des Proteinbier Light meinte Maschmeyer freundlich, es schmecke wie Radler „in bitter“. Williams lobte das Getränk, während Glagau meinte, es schmecke nicht wie Bier. Sei aber dennoch erfrischend. Das Vitaminbier wiederum erinnerte alle Löwen vom Geruch her an das beliebte Getränk. Das Lemon-Bier weckte größtenteils auch Begeisterung im Studio.

Seit 2018 hatte das Startup mehr 1,5 Millionen Euro umgesetzt. 2020 allerdings nur rund mit 325.000 Euro. Die Schließung der Fitnessstudios wäre unter anderem das Problem gewesen. Der eigentliche Grund allerdings lag woanders: Die Gründer erzählten, dass sie sich in dieser schweren Zeit von Lockdown und Kurzarbeit nicht von ihren Mitarbeitern trennen hätten wollen und diesen großen Kostenblock mitgeschleppt haben. Konkret: 625.000 Euro Personalkosten bei 17 Mitarbeitern. Mittlerweile hätten sie sieben.

Respekt von Wöhrl

Dümmel stieg aufgrund der Firmenbewertung aus. Wöhrl rechnete dem Duo hoch an, dass es versucht hätte, die Mitarbeiter während der Krise zu halten. Allerdings sei der Markt an alkoholfreien Bieren zu groß. Nach dieser Absage gab Maschmeyer zu, dass ihm seine innere Stimme sagte, die Founder wären nur aus Marketingzwecken in der Show. Dem widersprachen Dimter und Brümmer. Man brauche akut einen Distributionspartner, sagte sie.

Williams sah die Bewertung ebenfalls als „zu scharf“ an und stieg aus. Der letzte Löwe, Glagau, ärgerte sich. Er fand die Marke „cool“, mochte den Trend, den die Gründer erkannt hätten und hob ihre Ehrlichkeit hervor. Er glaube eigentlich an diese Produktkategorie, ließ sich zusichern, dass es keine „Leichen im Keller“ gebe und bot die 300.000 Euro für 25 Prozent. Mit dem Zusatz, dass er die fünf Prozent abgeben würde, wenn er zu bestimmende „Milestones“ nicht erreiche. Die Gründer kehrten mit dem Vorschlag zurück, aus den fünf Prozent, die an Meilensteine gekoppelt sind, sieben zu machen. Deal für JoyBräu.

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22.10.2021

EFIB: Diese Lösungen präsentierten heimische Startups auf Europas führendem Kongress für BioTech

Das "European Forum for Industrial Biotechnologie & the Bioeconomy" (EFIB) ist Europas führender Kongress für industrielle Biotechnologie und Bioökonomie. Im Rahmen des EFIB Anfang Oktober nutzten heimische Startups das Forum, um mit Verteter:innen der Industrie und Investor:innen in Kontakt zu treten. Der Brutkasten war vor Ort und hat sich die innovativen Lösungen der Startups angesehen.
/efib-2021/
EFIB
(c) Martin Pacher / der brutkasten
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Wie können neue Methoden der industriellen Biotechnologie und Formen der Bioökonomie zur Rettung des Klimas beitragen? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen European Forum for Industrial Biotechnologie & the Bioeconomy (EFIB), das am 6. und 7. Oktober erstmalig in Wien Station gemacht hat.

Der Kongress bot nationalen und internationalen Playern eine Bühne, um sich auszutauschen und zu vernetzen. In einem eigenen Startup-Village präsentierten österreichische Startups ihre innovativen Lösungen – angefangen von neuen Methoden zur Herstellung von Lebensmitteln bis hin zur Kreislaufwirtschaft.

Die Veranstaltung wurde vom aws Programm LISA-Life Science Austria und dem Wiener Life Science Cluster LISAvienna mitorganisiert und kofinanziert. “Die industrielle Biotechnologie wird immer mehr zum Lösungslieferant für die Klimakrise und hat Potential die industrielle Produktion zu revolutionieren”, meint Johannes Sarx, Abteilungsleiter des aws und Co-Geschäftsführer von LISA Vienna. “Die industrielle Biotechnologie hat sich in den letzten Jahren in Österreich sehr positiv entwickelt und die aws begleitet diese spannenden Startups mit ihren Förderungen und Beratungsleistungen ein Stück auf ihrem Weg zum Erfolg”. 

Die Life Science Branche in Österreich

Generell hat sich die österreichische Life Science Branche trotz der Corona Pandemie in den letzten Jahren prächtig entwickelt, wie der diese Woche von Bundesministerin Schramböck präsentierte Austrian Life Science Report 2021 demonstriert. Mehr als 60.440 Personen – ein Plus von rund neun Prozent – sind aktuell in 982 Unternehmen beschäftigt. Damit wurden erneut Rekordwerte erzielt. Der Umsatz ist ebenfalls um rund zwölf Prozent auf 25,1 Milliarden Euro innerhalb der vergangenen drei Jahre gewachsen. 

In Österreich tut sich im Segment der industriellen Biotechnologie sehr viel, wie zahlreiche Startups und Unternehmen im Rahmen des EFIB in Wien gezeigt haben. Unter dem Motto „Delivering the EU Green Deal“ haben sich heimische Biotech-Startups mit der Industrie vernetzt und ihre Innovationen vorgestellt. Der Brutkasten hat das EFIB zum Anlass genommen und sich im Austria Center unter den Startups umgehört, welche Lösungen sie auf den Markt gebracht haben und wie sie das EFIB dazu nutzten, um sich mit Vertreter:innen der Industrie und Investor:innen zu vernetzen.

usePAT

Am EFIB vertreten war dieses Jahr unter anderem das Wiener Startup usePAT, das ein Spin-off der TU Wien ist. Mit sogenannten soniccatch-Verfahren ermöglicht usePAT die Echtzeit-Analyse industrieller Flüssigkeiten. Dazu hat das Unternehmen eine Ultraschalltechnologie entwickelt und patentiert, die beispielsweise eine Detektion und Analyse kleinster Mikro-Plastikteilchen ermöglicht. Mit Hilfe der Technologie können sich zudem Industriepartner aufwendige Probeentnahmen ersparen. Erst im November 2020 konnte sich usePAT für das weitere Wachstum ein Investment im hohen sechsstelligen Bereich sichern.

Das zweite neu entwickelte Add-on von usePAT heißt sonicwipe: Das Verfahren sorgt ebenfalls auf Grundlage von Ultraschalltechnologie dafür, dass die Messsonden gereinigt werden und genaue Messergebnisse liefern. „Die EFIB bietet uns eine optimale Plattform, um potentiellen Partnern im BioTech- und Pharma-Bereich die Vorzüge unsere Technologie zu präsentieren“, so usePAT Co-Founder Christoph Gasser.

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Agrobiogel 

Zudem wurden am EFIB auch Lösungen präsentiert, um die negativen Folgen der Klimakrise in den Griff zu bekommen. Unter ihnen war die Agrobiogel GmbH, ein Spin-Off der Boku Wien. Das Startup entwickelte ein Biohydrogel, das Pflanzen vor Trockenheit schützt und 40 Prozent des Bewässerungswassers einspart. Das Gel vermag dürre Böden fruchtbarer zu machen. Zudem wird die zirkuläre Bioökonomie gefördert und der Einsatz von schädlichen Agrochemikalien verringert, so Daniela Inführ, zuständig für R&D bei Agrobiogel. Das Forum nutzte sie um die bahnbrechende Technologie einem internationalen Publikum zu präsentieren.

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Holloid

Ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz und zugleich einen Mehrwert für die Industrie möchte Holloid liefern. Das Team, das sich noch in der Vorgründungsphase befindet, hat ein Verfahren zur Echzeit-3D-Bildgebung entwickelt, um beispielsweise in Bioreaktoren die Zusammensetzung von Bakterien, Algen, Hefe, Mikroplastik und anderen Partikeln zu analysieren.

Der Prozess kann neben der BioTech-Branche auch in der Pharma- oder Lebensmittelindustrie zur Anwendung kommen. Wie Co-Founder Marcus Lebesmühlbacher erläutert, handelt es sich dabei um einen Markt, der rund 14 Milliarden Euro schwer ist. Mit Hilfe des Verfahrens können Produktionsprozesse ausfallsicherer gemacht werden. Zudem kann die Technologie dazu beitragen, dass Abfallstoffe nicht in den Umweltkreislauf gelangen. Lebesmühlbacher erläutert: „Wir waren bereits in engen Austausch mit den Teilnehmer:innen und haben sehr positives Feedback für unsere Technologie bekommen. Es besteht eine große Nachfrage.“

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Vienna Textile Lab

Die Textilindustrie und speziell der Färbeprozess gelten als zweitgrößter Verschmutzer von Wasser weltweit. Fast alle Mittel, mit denen Textilien gefärbt werden, sind aus Erdölprodukten hergestellt. Einen gänzlich anderen Weg möchte das Vienna Textile Lab gehen, das ebenfalls am EFIB vertreten war. Das Wiener Startup entwickelte ein spezielles Verfahren, mit dem Bakterien natürliche Stoffe zur Textilfärbung erzeugen.

Die Methode ist deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche petrochemische Färbeverfahren, wie Iva Hafner – zuständig für Business Development beim Vienna Textile Lab – erläutert. Sie fügt hinzu: „Uns mangelt es nicht nach an Nachfrage. Auch international bekommen wir Anfragen beispielsweise aus Japan, Pakistan oder Großbritannien.“

Aufgrund einer steigenden Awareness von Konsument:innen ist zudem die Fashionbranche dazu angehalten, ständig nach nachhaltigeren Materialien Ausschau zu halten. Im Zentrum stehen dabei auch die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Da biogene Farbstoffe natürlichen Ursprungs sind, können sie auch leichter biologisch abgebaut werden. Zudem färben sie auch bei niedrigen Temperaturen und senken somit den Energieauffwand in der Industrie.

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Rebel Meat

Auch im Bereich der Lebensmittelherstellung waren am EFIB Startups vertreten. Im Startup-Village präsentierte beispielsweise das Wiener Food-Startup Rebel Meat seine „Blended Meat“ Produkte. International ist sogenanntes „Blended Meat“ stark auf dem Vormarsch. Dabei handelt es sich um Lebensmittelprodukte, die sich teils aus Fleisch und teils aus pflanzlichen Zutaten zusammensetzen und so klimaverträglicher sind.

In Österreich hat sich in diesem Segment das 2019 gegründete Wiener Food-Startup Rebel Meat einen Namen gemacht und letztes Jahr erfolgreich am Markt etabliert. Im Sommer 2020 erfolgte die Listung der Rebel Meat Burger-Patties im Einzelhandel. Sie bestehen zu 50 Prozent aus Bio-Fleisch und 50 Prozent aus Pilzen sowie Hirse. Bei den Burger Patties sollte es allerdings nicht bleiben. Mittlerweile hat das Startup auch Bratwürstel, Käsekrainer und Faschiertes im Programm und möchte durch den geringeren Fleischanteil so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das EFIB nutzte das Startup, um mit Lebensmittelproduzenten in Austausch zu treten und neue Zutaten für neue Produkte zu finden, so Co-Founderin Cornelia Habacher.

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KernTec

Einen Stand im Startup-Village hatte auch das Startup KernTec, das 2018 die aws First Pitch Night gewonnen hat und erst unlängst in den renommierten US-Food-Accelerator von Plug and Play aufgenommen wurde. Das österreichische Startup hat eine vollautomatisierte Upcycling-Technologie zur Aufspaltung, Sortierung und Veredelung von Steinobstkernen entwickelt. Jährlich fallen in der EU etwa 550.000 Tonnen Steinobstkerne an und stellen noch immer ein Abfallprodukt dar. Doch der Rohstoff „Kern“ hat noch viel mehr zu bieten. Sofern eine Aufspaltung in Weichkern und Hartschale erfolgt, lässt sich das „Abfallprodukt“ zu hochwertigen Rohstoffen verarbeiten, die in weiterer Folge zu Genuss- und Kosmetiköle oder Proteinmehle weiter veredelt werden.

Mittlerweile betreibt Kern Tec im niederösterreichischen Herzogenburg in der Nähe der Wachau eine eigene Produktionsanlage. Das Startup bedient primär Kunden im B2B-Sektor. Neben Ölen werden auch Mehle mit einem hohen Proteinwert hergestellt. „Wir nutzen das EFIB, um auch mit potentiellen Investor:innen in Kontakt zu treten, die hier auch zahlreich vor Ort sind“, so Sebastian Jeschko. Das Startup befindet sich aktuell auf Investorensuche.

(c) Martin Pacher / der brutkasten

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