20.09.2021

„Höhle der Löwen“: E-Bike-Startup ruft 16 Millionen Euro Bewertung aus

In dieser Folge von "die Höhle der Löwen" ging es um stylische E-Bikes, Protein-Bier und in Stein versteckte Blumen. Zudem hatte ein grüngewandter Gründer die Zeichen der Zeit erkannt, während eine junge Gründerin mit ihrem Charme und ihrer Gewitztheit überzeugte.
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Novus, Höhle der Löwen
RTL / Bernd-Michael Maurer Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer mit hoher Firmenbewertung in der Show.
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Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die immer montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – waren René Renger und Marcus Weidig. Sie präsentierten den Investoren ein E-Motorrad namens Novus, das sie als das erste Premium-Elektro-Leichtkraftrad der Welt bezeichnen. Der Motor des Gefährts wurde aus dem Rahmen herausgenommen und im Hinterrad platziert. An dessen Stelle befinden sich jetzt nur noch die Batterie und die Elektronik. Mit 75 Kilogramm sei es um die Hälfte leichter als vergleichbare Fahrzeuge. Und das bei 40 PS.

App und LED-Ring

Der Vollkarbonrahmen von Novus ist wie eine Nussschale hohl. Dadurch soll allen elektrischen Komponenten Schutz geboten werden. Zudem ist er die tragende Struktur und gibt dem Motorrad seine Gestalt. Mithilfe der optionalen Novus-App kann das Motorrad per LED-Ring gestartet und für Daten wie Geschwindigkeit, Reichweite und Ladestand sowie die integrierte Navigation genutzt werden.

Novus
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Novus war für Investor Carsten Maschmeyer einen genauen Blick wert.

Während dem Pitch sorgten die Gründer mit einer Anekdote gleich für Unterhaltung und Bewunderung, als sie erzählten, dass sie 2019 auf der CES in LAS Vegas waren und am zweiten Tag sich Mitarbeiter von Elon Musk gemeldet hätten. Der Tesla-Gründer wollte damals gleich den Novus-Prototypen kaufen. Schweren Herzens und mit angetrunkenem Mut lehnten die Beiden das Angebot ab, weil sie die Vision haben, aus Novus „die wirklich große Mobilitätsmarke“ zu machen. Mit ihrem aktuellen Vorserienprototyp stehen die Gründer auch kurz vor der Serienproduktion. Die Forderung: 1,6 Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Der vergessliche Rosberg

Nach dem Pitch wollte Rosberg scherzhalber die Gründer ärgern, indem er sich „beleidigt“ stellte, da die beiden zwar in Las Vegas gewesen waren, aber nicht auf seinem Greentech Festival in Berlin. Dieser „Schuss“ ging nach hinten los, da die beiden jungen Männer den Löwen mit ihrer Gegenfrage „Kannst du dich nicht mehr an uns erinnern?“ in Verlegenheit brachten. Er wäre sogar zwei Sekunden neben dem Motorrad gestanden.

Nach dieser Erheiterung erfuhr Familien-Investorin Dagmar Wöhrl, dass das Grund-Fahrzeug 30.000 Euro kostet, bei Herstellungskosten von rund 18.000 Euro. Und weiter, dass man bis 2024 8,8 Millionen Euro Umsatz erreichen möchte. LEH-Experte Ralf Dümmel stieg als erster aus. Er war beeindruckt, sah sich aber nicht in dem Geschäftsfeld beheimatet. Familien-Investorin Dagmar Wöhrl sah es ähnlich und ging auch ohne Angebot.

Novus: „Das heißeste Gerät der Sendung“

Beauty-Queen Judith Williams nannte Novus das „heißeste Gerät“, das sie in der Höhle der Löwe gesehen hätte. Aber auch sie ging ohne Offerte. Somit blieben Multi-Investor Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg über. Zweiter hielt sich zurück und bestand darauf, dass sein Kollege den Anfang machte.

Jener stellte nochmal Fragen, bei denen man das Gefühl bekam, er wog die Gründer. Ihm gefiel alles sehr gut, jedoch wenn es um konkrete und fassbare Dinge gehe, blieben die Founder etwas schuldig, meinte er. Nach diesem Abschied, erklärte Rosberg, er tue sich schwer, bei so einem Kapitalaufwand direkt im Studio zu entscheiden. Trotz Versuchen der Gründer Argumente zu bringen, stieg der Ex-Rennfahrer aus. Kein Deal für Novus.

48 Topfpflanzen, Liebe und eine Idee

Der zweite Teilnehmer in der „Höhle der Löwen“ hatte die Idee zu seinem Startup seiner Freundin zu verdanken. „Sie liebt Pflanzen. Ich habe mal durchgezählt: Wir haben 48 Topfpflanzen, alle in unterschiedlichen Töpfen. Von Plastik bis Beton steht alles bei uns herum. Sie alle sehen unnatürlich aus und haben keinen weiteren Nutzen“, begann Jeffrey Javelona seinen Pitch.

Steine spalten für Blumen

Deshalb hat er gemeinsam mit seinem Co-Gründer Valentin Muckle einen neuen Pflanzenübertopf entwickelt. Botanyia sehe zwar aus wie ein schöner Naturstein, sei aber viel mehr als das. Javelona bezeichnete sein Produkt als die cleverste Blumenabdeckung der Welt. Denn, es ist möglich den Stein in zwei Hälften zu zerteilen und mittels des integrierten Magnetverschlusses wieder über der Pflanze zu schließen.

Botanyia
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Jeffrey Javelona (l.) und Valentin Muckle präsentierten die Blumentopfabdeckung Botanyia.

Neben der natürlichen Optik habe Botanyia noch weitere Funktionen: „Er schützt die Erde vor Sonnenstrahlung und verhindert somit das zu schnelle Austrocknen. Dadurch muss die Pflanze deutlich weniger gegossen werden”, erklärte Javelona.

Sandstein und Marmor

Aktuell gibt es das Produkt in den Ausführungen Sandstein- und Marmoroptik mit zwei verschiedenen Öffnungen. Ausgeliefert wird der Stein mit einem weiteren Pflanzentopf, einem Untertopf und Kokoserde. Um den Markt zu erobern, benötigten die Gründer 100.000 Euro und boten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Nach dem Pitch erklärten sie den hohen VK-Preis von rund 60 Euro mit Materialkosten und hohem Arbeitsaufwand, da Botanyia handgefertigt werde. Muckle und Javelona war bekannt, dass dies zu teuer sei, deshalb würden sie eine skalierbare, maschinelle und hohe Produktionszahl ins Auge fassen, um den Preis auf rund 35 Euro zu drücken.

Drei Absagen in der „Höhle der Löwen“

Konzernchef Nils Glagau wollte es dennoch nicht wagen und stieg aus. Auch für Medienprofi Georg Kofler war das Startup noch zu früh dran. Maschmeyer fand es fair, dass die Gründer zugaben, noch nicht so viel wert zu sein, wie sie forderten, dennoch ging auch er ohne Angebot. Er glaubte nicht daran, dass Kunden darauf so richtig anspringen würden.

Williams zweifelte an dem Produkt, fand keine Leidenschaft in sich und ließ schließlich Dümmel als letzte Hoffnung über. Jener widersprach seinen Kollegen und sah es ganz anders. Er nannte es den hübschesten Übertopf, den er je gesehen hätte. Zudem fand er die Ehrlichkeit der Gründer großartig. Er bot 100.000 Euro für 30 Prozent. Und die Garantie, dass sie in Baumärkte hineinkommen würden. Kein Zögern bei Javelona und Muckle. Deal für Botanyia.

Mobiler Arbeitsplatz in der „Höhle der Löwen“

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wo werden wir arbeiten? Dies sind Fragen, die sich der nächste Kandidat in der „Höhle der Löwen“ gestellt hat. Karsten Kossatz hat independesk gegründet und erklärte in der Show: „Mit meinem Startup treffe ich den Nerv der Zeit. Nach Monaten im Homeoffice, in Quarantäne und im Lockdown schaffen wir einen mobilen Arbeitsplatz, der nicht in den eigenen vier Wänden ist.“

Kossatzs Gedankengang ist folgender: Nicht jeder hat ein voll ausgestattetes Arbeitszimmer zu Hause. Das WLAN ist nicht stabil, die Kinder toben im Hintergrund und der eigene Arbeitsplatz ist wahlweise am Küchentisch, auf der Wohnzimmercouch oder auf der Bettkante zwischen Bügelbrett und Wäschekorb. Und auch mit Arbeitszimmer falle vielen Menschen nach Monaten im Homeoffice die Decke auf den Kopf.

independesk, Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Karsten Kossatz trifft mit independesk, einer digitalen Plattform für Desksharing, den Nerv der (Arbeits)Zeit.

Genau hier möchte independesk ansetzen: Über die digitale Plattform kann jeder in seiner Nähe einen Schreibtisch in professioneller Umgebung buchen. Ein weiteres Plus: Durch das Wegfallen von langen Arbeitswegen und das tägliche Pendeln mit dem Auto werde die Umwelt geschont. „Studien sagen, wir könnten 5,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, wenn wir nur an zwei Tagen pro Woche auf den Arbeitsweg verzichten“, sagte der Gründer.

Arbeiten am Fernsehturm

Angeboten werden einzelne Schreibtische und Meetingräume in Agenturen oder Unternehmen, die zeit- oder tageweise ungenutzt sind, genauso wie Arbeitsplätze in Cafés, Restaurants, Hotels, Coworking-Spaces oder an besonderen Orten, wie beispielsweise auf dem Berliner Fernsehturm. Aktuell sind im independesk-Portfolio mehrere hundert Locations. Um sein Angebot weiter auszubauen, benötigte der Founder 150.000 Euro und bot dafür 15 Prozent der Firmenanteile.

Kossatz trat grün wie die Hoffnung ins Studio, zeigte wie eine Reservierung funktioniere und erklärte, dass der gemeine Deutsche am Tag im Schnitt 44 Minuten an Arbeitsweg verschwende. Danach stimmten ihm Maschmeyer und Wöhrl zu und nannten die von ihm propagierte Arbeitswelt die Zukunft.

Von Hamburg bis München

In fünf Monaten hat Kossatz 1.300 Nutzer und mehr als 120 Buchungen verwirklicht. Nach Berlin plane er einen baldigen Rollout nach Hamburg, München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Mit einer internationalen Perspektive.

Während Maschmeyer und Medienprofi Kofler tuschelten, ging – mit großem Lob – Dümmel ohne Angebot. Beide sich beratenden Löwen erzählten dann von ihrer Idee einer virtuellen Arbeitswelt und boten 150.000 Euro für 25,1 Prozent Anteile.

Nicht die einzige Löwin

Dagmar Wöhrl hatte auch an der Idee Gefallen gefunden und bot ebenfalls 150.000 Euro, allerdings für 18 Prozent. Glagau startete seinen Monolog mit einem Lob des Kleidungsstils von Kossatz, sprach von „New Work“ und Nachhaltigkeit und offerierte ebenfalls 150.000 Euro für 15 Prozent. Das wiederum rief Maschmeyer und Kofler auf den Plan. Sie verbesserten ihr Angebot auf 251.000 Euro für 25,1 Prozent.

Wöhrl erklärte daraufhin, dass, wenn der Gründer skalieren wolle, es ja klar sei, dass diese 150.000 Euro nicht reichen würden. Zudem hätte sie gute IT-Leute an der Hand, die ihm helfen würden. Sie bot dann 200.000 Euro für 18 Prozent, mit der Aussicht auf mehr.

Gründer fordert mehr als vorher

Kossatz zog sich zu einem Telefonat zurück, kehrte wieder und wollte nach einem Pep-Talk seines Gesprächspartners verhandeln. 25,1 Prozent Anteile abzugeben, wären zu so einem frühen Zeitpunkt zu viel. Er fragte Maschmeyer und Kofler, ob sie bereit wären, jeweils 100.000 Euro zu investieren und dabei je 7,5 Prozent zu erhalten – inklusive eines Vorkaufsrecht bei der nächsten Runde, die zu einer Sperrminorität führen könne.

Während die beiden sich berieten, sprach Dümmel etwas erbost an, dass dieses Neuangebot doch über dem ursprünglichen liegen würde. Danach erklärte Kofler, dass er die Sorge des Gründers verstehe und schlug, auch im Namen Maschmeyers, vor, das Angebot anzunehmen. Allerdings mit einem „Discount“ von 20 Prozent bei der nächsten Finanzierungsrunde. Deal für independesk.

Oh Sneaker, my Sneaker….

Die nächste und jüngste Gründerin der Staffel präsentierte in der „Höhle der Löwen“ eine Lösung für ein Alltagsproblem unter Schuhliebhabern: Glossy Dreams (in der Sendung noch Glossy Seams) von Lina Bouhmidi soll dreckigen Schuhen neuen Glanz verleihen.

Weiße Sneaker erfreuen sich in der Szene großer Beliebtheit, allein in Deutschland würden 600 Millionen Euro pro Jahr für diese Art des Schuhwerks ausgegeben. Doch ein Problem gebe es laut der Gründerin: Die Schuhe lassen sich zwar säubern, aber die weißen Nähte bleiben auf Dauer schmutzig. Mit den gängigen Produkten auf dem Markt war die Jura-Studentin nicht zufrieden. So hat sie in der Garage ihres Vaters ein kleines Labor aufgebaut und über neun Monate an dem neuen Schuhpflegeprodukt getüftelt.

Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Lina Bouhmidi widmet sich mit Glossy Dreams Sneakernähten.

„Das Problem war, eine Konsistenz zu entwickeln, die intensiv an der Naht haftet, die Naht umhüllt und eine gebrauchte Naht reinigt, sodass auch bereits getragene Sneaker davon profitieren und der Stift nicht nur als Vorbeugung dient“, erklärte Bouhmidi.

40 Sekunden und alles wie neu?

Mit Glossy Dreams hat sie daher einen Imprägnierstift (unter anderem mit Latex, Öl und Wasser) entwickelt, der ganz einfach in der Handhabung sein soll: Vor der Anwendung die Verschmutzungen an den Schuhen mit einem Tuch entfernen und mit dem Stift die Nähte gezielt und punktuell imprägnieren. Die Naht wird mit einem weißen Schutzfilm umhüllt, sodass zukünftiger Schmutz daran abperlt. Nach 40 Sekunden Einwirkzeit kann man die Reste abwischen und die Naht sehe aus wie neu.

Aktuell gibt es Glossy Dreams in den Farben Weiß und Schwarz. Vertrieben wird über ihren Onlineshop. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigte sie 75.000 Euro und wollte dafür 12 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben.

Die putzenden Löwen

Nach dem Pitch wurden die Löwen dazu eingeteilt, schmutzige Sneaker zu reinigen. Maschmeyer zeigte sich als erster Investor überzeugt. Danach gewann Bouhmidi einiges an Sympathie, als sie von ihren zwei Jobs erzählte, um ihr Projekt zu finanzieren und allgemein mit ihrem Enthusiasmus überzeugte. Zudem berichtete sie von einer „Power Point“-Präsentation für ihre Eltern, die allerdings davon etwas überfordert waren, wie die Gründerin erklärte. Dann aber meinten, „mach nur“.

Glagau stieg mit Tipps aus, das Branding zu verfeinern. Er störte sich am Namen, der wenig aussage und stieg aus. Kofler widersprach zwar, alles wäre toll, aber die Schuhpflege sei nicht sein Metier.

Williams als Sneaker-Liebhaberin hatte ein Problem mit der Performance des Produkts. Es sei nicht schlecht, aber etwas müsse noch passieren, meinte sie. Trotz guter Versuche die Löwin zu überzeugen, stieg jene äußerst charmant aus.

Maschmeyer als Versicherung

Dann trafen sich die Blicke von Dümmel und Maschmeyer. Der LEH-Experte meinte, die Gründerin brauche noch sehr viel Hilfe. Deshalb und mit seinen Fachleuten im Hintergrund bot er 75.000 Euro für 30 Prozent. Maschmeyer erklärte, dass er bis zum Ende gewartet hatte, um zu sehen, ob ein Kollege einsteigen würde. Ohne Deal hätte er sie nie gehen lassen, weil sie die stärkste junge Gründerin der Sendung gewesen sei. Er stieg aus und Dümmel bekam den Deal.

Bier für Sportler in der „Höhle der Löwen“

Das Ende der „Höhle der Löwen“ gehörte dem Gründer-Duo Erik Dimter und Tristan Brümmer. Sie brachten den Löwen JoyBräu mit – funktionale Biere, die besonders für Sportler geeignet sein sollen. Entstanden ist ihre Idee 2015 in Singapur.

„Erik und ich waren für eine große Reederei im Auslandseinsatz. Als begeisterte Sportler haben wir gemeinsam nach der Arbeit jeden Tag trainiert“, so Tristan. „Zur Unterstützung des Muskelaufbaus haben wir uns anschließend immer einen klebrigen, übersüßten und manchmal künstlich schmeckenden Proteinshake herunter gequält.“

Höhle der Löwen, JoyBräu
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer haben mit „JoyBräu“ alkoholfreies Proteinbier erfunden.

Dazu muss es doch eine Alternative geben, dachten sich die Gründer. Und kombinierten die Vorteile eines Proteinshakes mit dem Geschmack eines frisch gebrauten Bieres. Nach zweieinhalbjähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit einem Team der TU Berlin entsprang JoyBräu.

In ihrem Sortiment bieten die Gründer drei verschiedene alkoholfreie Produkte an: „Proteinbier + Zitrone“ mit 15 Gramm Protein und 100 Prozent natürlicher Zitrone, das „Proteinbier Light“ mit sieben Gramm Protein und 63 Kalorien pro Dose, sowie das „isotonische Vitaminbier“ mit den Vitaminen C, B12 und B9.

Gärung ohne Alkohol

„Unsere funktionalen Biere sind weltweit einzigartig und das liegt an unserem innovativen Herstellungsverfahren. Auf unsere spezielle Hefe haben wir sogar ein Patent. Diese hat die besondere Eigenschaft, dass sie während der Gärung Geschmack, aber keinen Alkohol produziert. Das ist eine absolute Neuheit und macht unsere Biere so besonders“, meinte Dimter.

Zudem ermögliche ihr spezieller Brauprozess das Einbringen funktionaler Inhaltsstoffe wie Vitamine und Proteine. Seit dem Markteintritt wurden die Gründer mit internationalen Preisen wie z.B. dem „FIBO Innovation & Trend Award“ und dem „Superior Taste Award“ ausgezeichnet. Ihr Angebot: 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Hohe Kosten als „nettes“ Problem

Nach der Kostprobe des Proteinbier Light meinte Maschmeyer freundlich, es schmecke wie Radler „in bitter“. Williams lobte das Getränk, während Glagau meinte, es schmecke nicht wie Bier. Sei aber dennoch erfrischend. Das Vitaminbier wiederum erinnerte alle Löwen vom Geruch her an das beliebte Getränk. Das Lemon-Bier weckte größtenteils auch Begeisterung im Studio.

Seit 2018 hatte das Startup mehr 1,5 Millionen Euro umgesetzt. 2020 allerdings nur rund mit 325.000 Euro. Die Schließung der Fitnessstudios wäre unter anderem das Problem gewesen. Der eigentliche Grund allerdings lag woanders: Die Gründer erzählten, dass sie sich in dieser schweren Zeit von Lockdown und Kurzarbeit nicht von ihren Mitarbeitern trennen hätten wollen und diesen großen Kostenblock mitgeschleppt haben. Konkret: 625.000 Euro Personalkosten bei 17 Mitarbeitern. Mittlerweile hätten sie sieben.

Respekt von Wöhrl

Dümmel stieg aufgrund der Firmenbewertung aus. Wöhrl rechnete dem Duo hoch an, dass es versucht hätte, die Mitarbeiter während der Krise zu halten. Allerdings sei der Markt an alkoholfreien Bieren zu groß. Nach dieser Absage gab Maschmeyer zu, dass ihm seine innere Stimme sagte, die Founder wären nur aus Marketingzwecken in der Show. Dem widersprachen Dimter und Brümmer. Man brauche akut einen Distributionspartner, sagte sie.

Williams sah die Bewertung ebenfalls als „zu scharf“ an und stieg aus. Der letzte Löwe, Glagau, ärgerte sich. Er fand die Marke „cool“, mochte den Trend, den die Gründer erkannt hätten und hob ihre Ehrlichkeit hervor. Er glaube eigentlich an diese Produktkategorie, ließ sich zusichern, dass es keine „Leichen im Keller“ gebe und bot die 300.000 Euro für 25 Prozent. Mit dem Zusatz, dass er die fünf Prozent abgeben würde, wenn er zu bestimmende „Milestones“ nicht erreiche. Die Gründer kehrten mit dem Vorschlag zurück, aus den fünf Prozent, die an Meilensteine gekoppelt sind, sieben zu machen. Deal für JoyBräu.

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(c) StartUp Burgenland
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Die Gründungszahlen gingen in den meisten österreichischen Bundesländern laut aktuellem Austrian Startup Monitor zuletzt zurück oder stagnierten. Große Ausnahme ist ausgerechnet das Bundesland mit der geringsten Bevölkerungszahl: Gerade in den vergangenen Krisenjahren stieg die Zahl der Neugründungen im Burgenland um nicht weniger als 65 Prozent.

Heute sind es insgesamt rund 90 Startups – und diese weisen laut Monitor noch eine weitere Besonderheit auf: Das Burgenland ist auch österreichweiter Spitzenreiter bei Profitabilität. Mehr als 60 Prozent der Startups im östlichsten Bundesland sind demnach bereits profitabel oder haben den Break-even erreicht.

StartUp Burgenland: 50 Startups seit dem Start 2021

Doch wie kommt es zu dieser Dynamik entgegen des österreichweiten Trends? Der Gründergeist hat sich in den vergangenen Jahren nicht zufällig im Burgenland etabliert. „Es gab früher keine Anlaufstelle, kein strukturiertes Programm. Wer hier gründen wollte, ist nach Wien oder Graz ausgewichen – oder hat es alleine versucht“, sagt Michael Sedlak. Er ist Leiter von StartUp Burgenland, das genau diesen Umstand in den vergangenen Jahren geändert hat.

Die Zahlen sprechen dabei für sich. Seit dem Start 2021 gingen durch die Inkubator- und Accelerator-Programme mehr als 50 Startups. 70 Prozent davon schafften den Markteintritt und schufen damit 129 Arbeitsplätze. Sie kommen auf eine Gesamtkapitalisierung von 10,7 Millionen Euro. Und dieser Impact zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Teilnehmer:innen: 95 Prozent der Alumni empfehlen die Programme von StartUp Burgenland weiter.

CRANii: über Ärtztepraxen zu den Patient:innen

Eine der aktuellen Teilnehmer:innen ist Christiane Hofer-Marbet. Sie hat mit ihrer Schwester Katharina Koller-Hofer das Startup CRANii gegründet. Das app-gestützte Therapiekonzept für Kopf- und Kieferbeschwerden, vor allem die kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD), bietet Patient:innen strukturierte Kieferphysiotherapie für zuhause. „Für die Patienten ist es oftmals schwierig, Therapieplätze zu finden, weil es zu wenige Spezialisten in dem Bereich gibt und es natürlich auch eine Kostenfrage ist. Wir haben eine Software entwickelt, bei der die Patienten an die Hand genommen werden, um zu Hause die Übungen gemeinsam mit uns zu machen“, erklärt Hofer-Marbet gegenüber brutkasten.

(v.l.) Die Therapeutinnen und Schwestern Christiane Hofer-Marbet und Katharina Koller-Hofer haben CRANii gegründet | (c) CRANii

Gerade erst vor wenigen Wochen gelauncht, führt der Weg zu den Patient:innen für CRANii über einen B2B2C-Ansatz, konkret über die Kooperation mit Ärztepraxen und Reha-Kliniken. „Momentan bedienen wir Reha-Kliniken, Zahnarztpraxen und HNO-Praxen österreichweit und weiten nun auf die Orthopädie und Neurologie aus.“ Dabei strecke man schon jetzt in der Launch-Phase die Fühler im gesamten DACH-Raum aus und führe etwa bereits Gespräche in der Schweiz.

„Wir sind Therapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“

Nicht nur bei der Entwicklung dieser Go-to-Market-Strategie holte sich CRANii Unterstützung von StartUp Burgenland. „Ich glaube, ohne die Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, sagt Hofer-Marbet. „Wir kommen eigentlich nicht von der unternehmerischen Seite. Wir sind Physiotherapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“, so die Gründerin. „Seit wir dabei sind, ist es krass: Unser Coach Felix Lenhard geht den Business-Plan Schritt für Schritt mit uns durch, wir sind in Coachings mit Silicon-Valley-Investoren und haben es jetzt drauf, auf Deutsch und auf Englisch aus dem Stegreif zu pitchen.“

Man habe angetrieben durch den zweiten Coach, Michael Sedlak, auch an Messen und Kongressen teilgenommen, man schätze die Struktur des Programms und: „Das Netzwerk, das uns an die Hand gegeben wird, ist einfach gigantisch“, so Hofer-Marbet.

„Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln.“

Diesen Aspekt betont auch Edris Paknehad: „Felix [Anm. Lenhard], Michael [Anm. Sedlak] und Raphaela [Anm. Graf] haben mir in Eins-zu-Eins-Betreuung überall geholfen, wo ich nicht weitergekommen bin, und wenn sie es selbst nicht wussten, haben sie immer Leute gefunden, die mir helfen konnten. Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln. Sie nicht.“

Edris Paknehad | (c) PAK Immo

Mit seinem E-Learning-Startup PAK Immo hat Paknehad bereits das Accelerator-Programm von StartUp Burgenland durchlaufen. Das Unternehmen hat mit seiner E-Learning-Plattform für die Befähigungsprüfung zum Baumeister eine Nische gefunden, die es erfolgreich besetzt. „Die Baubranche in Österreich ist extrem altmodisch. Man redet die ganze Zeit von Digitalisierung, etwa mit BIM [Anm. Building Information Modeling], aber was die Bildung angeht, ist alles sehr veraltet“, erklärt der Gründer.

PAK Immo: effizient genutzte Fahrzeit

So habe man für besagte Befähigungsprüfung bislang einen Kurs in Präsenz belegen müssen, der zwischen 15.000 und 18.000 Euro kostet. „Dabei ist man in dem Beruf zeitlich extrem eingeschränkt. Wenn man auch noch eine Familie hat, kann man sich unmöglich drei- oder viermal in der Woche in einen Kurs setzen. Das war auch bei mir damals der Fall. Ich habe viel Geld bezahlt und 70, 80 Prozent des Vorbereitungskurses verpasst. Ich dachte mir: Das muss besser gehen!“ PAK Immo biete mit seinen Kursen nicht nur einen um mehrere Tausend Euro günstigeren Preis. „Bei uns kann man die Inhalte anhören, wie einen Podcast. Ich sitze etwa auch heute vier Stunden im Auto, weil die Baustelle zwei Stunden Autofahrt entfernt ist. Das ist bezahlte Arbeitszeit und man kann sie gleichzeitig nutzen, um zu lernen“, so Paknehad.

Auch er bekam von StartUp Burgenland nicht nur Coachings, Netzwerk und Sichtbarkeit, sondern auch Unterstützung bei sehr konkreten Tasks, erzählt der Gründer: „Was mir besonders geholfen hat: Ich hatte am Anfang kein eigenes CRM-System. Hier wurde mir geholfen, eines aufzubauen – davor war das eher ein Chaos.“

„Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem.“

Auch Paknehad betont die Struktur des Programms, die besonders am Anfang geholfen hat. Seitens StartUp Burgenland hat man diese zuletzt übrigens noch stärker individualisiert. Seit diesem Jahr gibt es keinen Batch-Betrieb und keinen fixen Zeitrahmen mehr, dafür zu 100 Prozent individuelle Begleitung. „Dein Fahrplan, dein Tempo“, fasst Michael Sedlak zusammen. Und er verrät das Erfolgsrezept des Programms: „Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem. Und das gibt es im Burgenland.“

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