23.02.2021

Green Seedfinancing & Green IP: aws startet neue Förderschwerpunkte für Klimaschutz

Im Auftrag des Klimaschutzministeriums startet die Austria Wirtschaftsservice (aws) mit GREEN Seedfinancing & GREEN IP zwei neue Förderschwerpunkte zur Umsetzung des EU-Green Deals für Startups und KMU. Insgesamt stehen sieben Millionen Euro zur Verfügung.
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Damit Unternehmensgründungen und Innovationsschutz im GreenTech-Bereich in Österreich künftig noch stärker unterstützt werden, hat die Austria Wirtschaftsservice (aws) im Auftrag des Klimaschutzministeriums (BMK) einen neuen Förderschwerpunkt ins Leben gerufen.

Die bereits bestehenden aws Förderungsprogramme aws Seedfinancing und aws Innovationsschutz verfügen mit Green Seedfinancing & Green IP ab sofort über zwei eigene Module zur Förderung von „grünen Unternehmungen“.  Das gab das BMK am Dienstag in einer Aussendung bekannt.

Green Seedfinancing & Green IP

Mit Förderungsprogrammen wie aws Seedfinancing aber auch den Angeboten im Rahmen des Programms aws Innovationsschutz werden innovative und Deep-Tech-Startups bei der Umsetzung ihrer Gründungsvorhaben unterstützt. So wird im Rahmen von aws Seedfinancing die Finanzierungslücke von jungen innovativen Unternehmen mit einem Zuschuss von maximal 200.000 Euro in der Preseed-Phase (aws Preseed) und maximal 800.000 Euro in der Seedphase (aws Seedfinancing) finanziert. Mit dem neuen Schwerpunkt Green Seedfinancing werden nun zusätzlich Unternehmen mit Fokus auf Klimaschutz-Technologien gefördert. 

Im Programm aws Innovationsschutz werden im neuen Schwerpunkt Green IP klimatechnologische Unternehmen beim Schutz und der Verwertung ihres geistigen Eigentums (Intellectual Property, IP) unterstützt. Dies soll laut dem BMK nicht nur zu einer IP-Bewusstseinsbildung beitragen, sondern auch die internationale Positionierung österreichischer Technologien stärken.

„Die aws unterstützt mit Förderungsprogrammen gezielt österreichische Startups und KMU bei unternehmerischen Herausforderungen. Bei technologielastigen Startups sind dies etwa Finanzierungslücken, oder die Entwicklung einer tragfähigen IP-Strategie. Hier wollen wir als aws einen Beitrag zur Entwicklung der Unternehmen leisten. Mit dem neuen Schwerpunkt gelingt dies und schafft gleichzeitig einen positiven Beitrag zu Klima- und Umweltschutz“, so aws Geschäftsführerin Edeltraud Stiftinger.

Sieben Millionen Euro stehen zur Verfügung

Insgesamt stehen für diesen neuen Förderschwerpunkt sieben Millionen Euro zur Verfügung, damit wird ein maßgeblicher Impuls zur Erreichung der EU Green-Deal-Ziele gesetzt. Anträge in beiden Programmen sind ab sofort möglich. 

„Der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb um die grünsten Produkte und grünsten Produktionsweisen sein. Dabei ist es mir ein wichtiges Anliegen, die innovativsten Gründerinnen und Gründer Österreichs bei der Umsetzung ihrer unternehmerischen Klimaschutzideen zu unterstützen. So können wir wesentlich zur Umsetzung des EU-Green Deals und des österreichischen Ziels der Klimaneutralität 2040 beitragen sowie einen entscheidenden Beitrag hin zu einer klimafreundlich ausgerichteten Wirtschaft leisten“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler anlässlich des Starts des neuen Förderungsschwerpunktes. 


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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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