20.08.2020

Delivery Hero verdrängt mit neuer „Sonderregelung“ Wirecard aus dem DAX

Nach dem milliardenschweren Bilanzbetrug fliegt der deutsche Finanzdienstleister Wirecard mit 24. August aus dem DAX. Den Platz nimmt der Essenslieferdienst Delivery Hero ein.
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Delivery Hero: Die Zentrale in Berlin
(c) Delivery Hero: Die Zentrale in Berlin
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  • Das Ausscheiden von Wirecard aus dem deutschen Leitindex war abzusehen, eine offizielle Bestätigung blieb allerdings bislang aus - der brutkasten berichtete.
  • Nun ist es aber offiziell: Wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte, fliegt der insolvente deutsche Finanzdienstleister mit 24. August nach seinem milliardenschweren Bilanzskandal aus dem deutschen Leitindex.
  • Die neue Konstellation am deutschen Aktienmarkt soll schon mit Montag wirksam werden.
  • Noch im laufenden Quartal möchte Delivery Hero in Japan aktiv werden.
  • Im Zuge der Corona-Krise konnte das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach Online-Essenslieferungen profitieren.
  • Aufgrund des rasanten Expansionskures schreibt das Unternehmen im operativen Geschäft allerdings noch Verluste.

Das Ausscheiden von Wirecard aus dem deutschen Leitindex war abzusehen, eine offizielle Bestätigung blieb allerdings bislang aus – der brutkasten berichtete.

Nun ist es aber offiziell: Wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte, fliegt der insolvente deutsche Finanzdienstleister mit 24. August nach seinem milliardenschweren Bilanzskandal aus dem deutschen Leitindex. Den freigewordenen Platz wird der Essenslieferdienst Delivery Hero einnehmen, der bislang im MDAX beheimatet war.

Zudem soll Wirecard auch aus dem Technologieindex TecDax ausscheiden und durch den Laser-Maschinenbauer LPKF Laser ersetzt werden. Die neue Konstellation am deutschen Aktienmarkt soll schon mit Montag wirksam werden.

Delivery Hero auf Expansionskurs

Delivery Hero ist in 40 Ländern vertreten und verfügt derzeit über eine Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin setzt aktuell seine Internationalisierung fort. Noch im laufenden Quartal möchte Delivery Hero in Japan aktiv werden.

Im Zuge der Corona-Krise konnte das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach Online-Essenslieferungen profitieren. Aufgrund des rasanten Expansionskures schreibt das Unternehmen im operativen Geschäft allerdings noch Verluste. Delivery Hero verfügt inklusive seiner Lieferanten aktuell über 25.000 Mitarbeiter. Zudem hält das Unternehmen mit seinen insgesamt 15 Tochterunternehmen Beteilungen an Lieferservices auf fast allen Kontinenten.

Sonderregelung für Wirecard

Damit das insolvente Unternehmen Wirecard schneller aus dem DAX ausscheiden kann, hat die Deutsche Börse ihre Regelungen adaptiert. Die reguläre Überprüfung der Zusammensetzung durch die Börse erfolgt nämlich erst am 3. September. Nach den bisherigen Regeln wäre Wirecard somit frühestens am 21. September aus dem DAX geflogen. Aufgrund des Druck der Marktteilnehmer sah sich die Deutsche Börse allerdings gezwungen, eine „Fast-Exit“-Option einzuführen, so dass nach einem Insolvenzantrag Unternehmen schneller aus dem Leitindex fallen.


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vor 3 Stunden

aaia bekommt mit Daniela Haunstein eine neue Geschäftsführerin

Führungswechsel bei der Austrian Angel Investors Association (aaia): Daniela Haunstein folgt als neue Geschäftsführerin auf Laura Egg nach, die sich künftig ROI Ventures widmen wird.
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Bei Österreichs führendem Netzwerk für Startup-Investor:innen steht ein Wechsel der Geschäftsführung an. Wie die Austrian Angel Investors Association (aaia) am Donnerstag bekannt gab, folgt auf Laura Egg, die ganze drei Jahre die Geschäftsführung inne hatte, Daniela Haunstein nach.

Haunstein war viele Jahre unter anderem im Finanzmanagement sowie als Geschäftsführerin in Unternehmen unterschiedlicher Branchen, vom Holzgroßhandel bis zum Gesundheitsbereich, tätig. Zudem verfügt sie laut aaia über eine langjährige Investment-Erfahrung und ist bereits seit 2017 aktives Mitglied im Netzwerk.

Ein besonderes Anliegen ist Daniela Haunstein laut aaia das Thema „Frauen und Finanzen“, dem sie seit Jahren einen hohen Stellenwert in ihrer Tätigkeit einräumt: So unterstützt sie beispielsweise Female Founders als Mentorin und ist als Limited Partner am 2022 gegründeten Fonds Fund F beteiligt. Der VC-Fonds rund um die Co-Founderinnen von Female Founders verfügt über ein Volumen von 20 Millionen Euro und legt einen Fokus auf Tech-Startups mit gender-diversen Teams.

aaia: Zusammenarbeit mit Teilnehmer:innen des vorbörslichen Kapitalmarktes

Im strategischen Fokus der 2012 gegründeten Non-Profit-Organisation aaia und der neuen Geschäftsführerin sollen künftig die intensive Zusammenarbeit mit allen Teilnehmer:innen des vorbörslichen Kapitalmarktes stehen. Dies betrifft laut aaia insbesondere die AVCO, sowie auch verschiedene Interessensvertretungen und politische Partner in den relevanten Ministerien. 

„Mich fasziniert der positive Spirit der Community, wenn es darum geht, aktuelle Probleme proaktiv anzugehen und durch Investments in innovative Startups die Zukunft mitzugestalten. Mein Ziel ist es, die Kooperation aller Stakeholder auch international zu intensivieren und Unternehmen sowie den Standort Österreich durch privates Eigenkapital zu stärken“, so  Haunstein, Geschäftsführerin der aaia.

Niki Futter, Präsident der aaia, zum Wechsel der Geschäftsführung: „Es freut mich sehr, mit Daniela Haunstein eine erfahrene Persönlichkeit des Startup-Ökosystems für die Geschäftsführung der aaia gewonnen zu haben. Mit ihrer Expertise und ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie bestens um die Bedürfnisse und Herausforderungen unserer Mitglieder Bescheid und kann diesen bestmöglich zur Seite stehen.“ Das Netzwerk der aaia verfügt derzeit über 250 aktive Mitglieder.

Egg konzentriert sich auf ROI Ventures

Laura Egg zieht sich aus ihrer operativen Funktion in der Organisation zurück und möchte sich künftig auf ihre eigenen Startup-Investitionen konzentrieren. Bereits im April letzten Jahres hatte sie ROI Ventures gegründet und ist zudem im Investment Team von EWOR aktiv.

„Ich blicke auf drei sehr spannende, lehrreiche und intensive Jahre zurück. Das Startup-Ökosystem hat sich definitiv weiterentwickelt, Angel Investments haben an Aufmerksamkeit gewonnen und wir haben es geschafft, mit der aaia einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten. Es gibt allerdings noch jede Menge zu tun, um speziell die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können und um Österreich weiter als Startup-Standort voranzutreiben. Ich freue mich, meine Agenden an Daniela zu übergeben und selbst weiterhin als Investorin aktiv zu sein“, so Egg abschließend über ihre Bilanz als aaia-Geschäftsführerin.


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(c) Delivery Hero: Die Zentrale in Berlin

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