16.01.2020

Markus Linder: Wiener Scaleup-Gründer plant mit Nachhaltigkeits-App nächsten Coup

Mit seinem ersten Startup Zoovu (früher Smartassistant) gelang dem Wiener Gründer Markus Linder der internationale Durchbruch. Nach einem Sabbatical meldet er sich jetzt mit einem neuen Startup-Projekt zurück: Es geht um Nachhaltigkeit im Konsum.
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Markus Linder: Gründer des Wiener Scaleups Zoovu plan mit Nachhaltigkeitsapp den nächsten Coup
(c) Haris Dervisevic / der brutkasten: Markus Linder

Einen Namen hat das neue „Startup-Baby“ des Wiener Gründers Markus Linder noch nicht. Es ist noch nicht formell gegründet, das Founder-Team ist noch nicht zusammengestellt und auch das Produkt gibt es erst auf dem Papier. Und dennoch: Linder will öffentlich darüber reden. „Beim ersten Mal habe ich in der Anfangsphase alles zurückgehalten und alle Beteiligten NDAs unterschreiben lassen. Jetzt mache ich bewusst das Gegenteil“, sagt der Gründer.

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Markus Linder: Ausstieg bei Scaleup Zoovu nach 13 Jahren

Dieses „erste Mal“, von dem er spricht, führte zu einem beachtlichen Erfolg. Mit drei Co-Foundern hatte Linder in Wien 2006 das Startup Smart Information Systems gegründet, das mit seiner Marke Smartassistant den internationalen Durchbruch schaffte und später in Zoovu umbenannt wurde. Mit seiner AI-basierten Produktberatungstechnologie, die das Unternehmen ausschließlich im B2B-Modell als SaaS-Lösung anbietet, gewann es Kunden wie Amazon und Microsoft. Nach 25 Millionen US-Dollar aufgestelltem Kapital, einem Headquarter-Wechsel nach London und bei 150 Mitarbeitern stieg Markus Linder 2019 aus dem operativen Geschäft aus, behielt aber seine Anteile – der brutkasten berichtete. Mit einem Sabbatical wollte er sich nach 13 Jahren Aufbauarbeit bei Zoovu seiner Familie widmen und sich neu finden.

Markus Linder im großen Video-Talk über sein neues Projekt:

Ein Global Market Leader will Konsumenten zur Nachhaltigkeit verhelfen | Markus Linder im Live Talk

Markus Linder Entrepreneur und Impact Investor, baut nach seinem Teil-Exit bei Zoovu den nächsten globalen Market-Leader und will Konsumenten dabei unterstützen, nachhaltig einzukaufen.

Gepostet von DerBrutkasten am Donnerstag, 16. Januar 2020

B2C-App mit Nachhaltigkeits-Fokus

Und aus diesem meldete er sich nun zurück – mit dem oben genannten neuen „Startup-Baby“. Und das mit einem klaren Ziel: „Wir bauen den nächsten global market leader“. Auch bei diesem Projekt geht es – wie bei Zoovu – um eine Erleichterung der Konsum-Entscheidungen. Bei gewissen technischen Ähnlichkeiten – etwa auch AI-Unterstützung – gibt es dennoch deutliche Unterschiede, allem voran beim geplanten Geschäftsmodell und bei der thematischen Ausrichtung. Denn im neuen Projekt will Linder eine B2C-App schaffen, die primär auf das Thema Nachhaltigkeit im Konsum fokussiert.

Entrepreneurship gegen „Frontal-Crash“ bei Klima und Biodiversität

Denn nicht erst während seines Sabbaticals sei ihm klar geworden, dass gerade als Entrepreneur (und Business Angel) kein Weg mehr am Umweltthema vorbeiführt und man wirkliche Probleme lösen müsse, anstatt „die 15. Dating-Plattform“ zu kreieren. „Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise sind existenzielle Bedrohungen für die Menschheit und sie lassen sich nicht mehr aufhalten. Aber wir können noch den ‚Frontal-Crash‘ vermeiden. Beide Krisen sind sehr stark durch Konsum getrieben, daher will ich genau dort ansetzen“.

Individuelle Nachhaltigkeits-Präferenzen

Der Bedarf dafür sei auch am Markt eindeutig gegeben. Denn der Wille, nachhaltig zu konsumieren, werde bei den Menschen immer größer, die Informationslage zu den Produkten sei zugleich aber sehr schlecht. „Unsere App wird es unter anderem ermöglichen, im Supermarkt einen Strichcode zu scannen und relevante Informationen zum Produkt zu bekommen. Diese werden auch mit den individuell gewählten Präferenzen des Users abgeglichen – die App schlägt dann gegebenenfalls bessere Alternativen vor“, erklärt Linder. Werte, die die User definieren werden können, werden etwa den CO2-Abdruck der Produkte, problematische Zutaten wie Palmöl oder Eier aus Käfighaltung, aber auch gesundheitliche Parameter wie den Zucker-Gehalt betreffen. Zudem soll die App den Usern zusätzliche Informationen zum Thema liefern.

Monatsauswertung mit Gamification-Aspekt

Ein weiteres Feature sei Teil der „Secret Sauce“ des Startups: Nutzer bekommen auf Wunsch am Ende des Monats eine Auswertung, welchen Einfluss ihr Konsum auf die Umwelt hatte. „Wir haben dazu einen eleganten Weg gefunden, zu erfassen, was konsumiert wurde, ohne dass die User jedes Produkt selbst erfassen müssen“, sagt Linder. Als zusätzlicher Gamification-Anreiz können User bzw. ganze Städte sich dann auch miteinander matchen. Auf den Daten basiert auch das Geschäftsmodell, das auf zielgruppenspezifischer, performancebasierter Werbung aufbaut. Auf das Produkt-Nachhaltigkeits-Ranking hätten Werbekunden aber natürlich keinen Einfluss, beteuert Linder auf Rückfrage. „Bei diesen Rankings wird Transparenz für die User die oberste Regel“, sagt er. Der erste Testmarkt vor dem internationalen Rollout soll Österreich werden.

„Beim ersten Mal haben mich auch alle für verrückt gehalten“

Doch wie will der Gründer zu all diesen Produktdaten kommen, die die Unternehmen oftmals beabsichtigt und aus gutem Grund zurückhalten? „Beim ersten Mal haben mich am Anfang auch alle für verrückt gehalten“, kommentiert Linder mit einem Schmunzeln. Für einen guten Teil der notwendigen Daten gebe es entsprechende Datenbanken. Weitere Informationen sollen die Produzenten selbst liefern. „Das werden zu Beginn natürlich eher die besonders nachhaltigen Unternehmen sein, die sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Später wird der Druck auf die anderen steigen“, sagt Linder.

„Kick Ass-Executive-Team“ rund um Markus Linder

Insgesamt sei die Sache aber freilich „alles andere als banal“. Und der Gründer betont: „Wir werden auch nicht vom Start weg die perfekte Lösung haben, aber ein Produkt bieten können, mit dem man sein Kaufverhalten jedenfalls drastisch verbessern kann“. Noch liegt dieser Start, wie eingangs ausgeführt, etwas entfernt. „Wir sind noch in der Vorgründungsphase und ich arbeite gerade mit einem ‚Founding Commitee‘, dem Experten aus unterschiedlichen Bereichen angehören, am Konzept. Einige davon werden wahrscheinlich zu Co-Foundern – andere nicht. Jedenfalls sind wir dabei, ein ‚Kick Ass-Executive-Team‘ zusammenzustellen“, sagt Linder. Dafür suche man im Speziellen sehr erfahrene Leute für die Positionen des COO (Chief Operating Officer), des CPO (Chief Product Officer) und des CSO (Chief Science Officer). Zudem habe man sich bei greenstart beworben.

Blogposts von Markus Linder zur Motivation hinter dem Projekt:

⇒ Our house is on fire – this is what I’m going to do about it

⇒ Culture & Values – defining a key pillar of success for my next entrepreneurial venture

⇒ Working with me – the good, the bad and the ugly

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Cyberhsell-CEO Mario Curvelo Carvalho | (c) Cybershell Technologies

Es ist das Zukunftsszenario schlechthin: Menschenleere Produktionshallen, gefüllt mit humanoiden Robotern, die unermüdlich arbeiten. Cybershell arbeitet daran, dass diese Vision einmal Realität wird. Das Deeptech-Startup entwickelt eine Außenschicht für humanoide Industrieroboter, die sie im Arbeitsalltag vor externen Einflüssen wie extremer Hitze, Stößen oder Chemikalien schützen soll. „Aktuell schauen die Roboter nicht so aus, als könnten sie z. B. neben einem Hochofen arbeiten“, sagt Gründer Mario Curvelo Carvalho. Cybershell soll das nun ändern. Die Idee wurde zuletzt beim Riz-up-Preis des Landes Niederösterreich in der Kategorie „Innovativ genial“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet (brutkasten berichtete).

Cybershell ist ein „First of a kind“

Laut Curvelo Carvalho gibt es ein Produkt wie Cybershell noch nicht auf dem Markt. „Cybershell ist ein First of a Kind. Es gibt Hersteller, die Abdeckungen und so für Roboter machen. Aber es gibt unseres Wissens nach noch keinen Hersteller, der das im humanoiden Bereich macht“, sagt der Niederösterreicher. Dementsprechend schwierig seien manche Schritte für Cybershell, da es noch keine Referenzbeispiele gebe. „Ich komme mir manchmal vor wie wenn ich vor einem Dschungel mit einer Planierraupe stehe und mir dort erst meinen Weg ebnen muss“, sagt Curvelo Carvalho.

Erstmalige Versicherung einer Flotte

Laut dem Gründer ergibt sich durch seine Technik ein entscheidender Vorteil: Durch Schadensreduktion, Austauschbarkeit und standardisierte Betriebs- und Wartungsdaten gebe es eine bessere Grundlage für die Versicherbarkeit von humanoiden Robotern. „Die Versicherung hat das erste Mal die Möglichkeit, auf Daten zurückzugreifen und damit zu arbeiten. Damit können Versicherer Risiken, Schadenwahrscheinlichkeiten und mögliche Prämiengrundlagen besser bewerten“, erklärt der Founder und ergänzt: „Die Versicherungen sagen aktuell ‚Wir haben keine Werte, wir können hier nicht berechnen, wie hoch die Ausfallsrate ist und wie viel Schaden da wirklich auf uns zukommt.“ Doch bevor eine Flotte versichert werden kann, braucht Cybershell die notwendigen Zertifikate. An diesen werde gerade gearbeitet.

Modularer Aufbau

Das Startup setzt auf einen modularen Aufbau. Die Protektoren für z. B. Schultern, Arme und Beine sind getrennt abnehmbar und greifen nicht in Antrieb, Steuerungssoftware oder Sicherheitslogistik ein. „Es geht darum, die Downtime zu reduzieren. Wenn ein Roboter beschädigt wurde, dann wollen wir nicht, dass der ganze Roboter getauscht wird. Es soll einfach das beschädigte Modul werkzeuglos abgenommen werden und das neue Modul eingesetzt werden und nach 20 Minuten soll die Downtime vorbei sein“, erklärt Curvelo Carvalho. Die Außenschicht besteht aus fünf Layern, wobei jeder eine eigene Funktion hat und unterschiedlich anpassbar ist, je nachdem, wo der Roboter zum Einsatz kommt.

Das Patent als nächster Milestone

Das Unternehmen befindet sich aktuell noch vor der Gründungsphase und ist gebootstrappt. Gründen und die Suche nach Investoren machen laut Curvelo Carvalho erst dann Sinn, wenn die Firma das entsprechende Patent habe. Dafür müsse zuvor noch die Firma gegründet werden. Es läuft somit alles auf das Patent hinaus, noch im Herbst soll der Antrag gestellt werden. Förderungen hat Cybershell noch keine erhalten, jedoch hat das Startup bereits einen FFG-Patenscheck, also einen ersten Schritt in Richtung FFG-Förderung.

Eine Auswanderung in die USA stellt für Curvelo Carvalho aktuell keine Option dar. In Europa dauert zwar der Aufbau eines Unternehmens länger als in den USA, doch Cybershell habe hierzulande alles, was es für den Aufbau benötige. „Wir können hier vom Ökosystem, von den Inkubatoren und von den Förderungen profitieren. Cybershell muss ein niederösterreichisches Unternehmen werden. Das steht ganz groß auf unserer Flagge drauf“, sagt Curvelo Carvalho.

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Markus Linder: Wiener Scaleup-Gründer plant mit Nachhaltigkeits-App nächsten Coup

Einen Namen hat das neue „Startup-Baby“ des Wiener Gründers Markus Linder noch nicht. Doch das Ziel ist klar: Es soll sein nächster global market leader nach seinem ersten Startup Zoovu werden. Konkret geht es um eine App, die User bei nachhaltigen Konsumentscheidungen anhand individueller Präferenzen unterstützen soll. Werte, die die User definieren werden können, werden etwa den CO2-Abdruck der Produkte, problematische Zutaten wie Palmöl oder Eier aus Käfighaltung, aber auch gesundheitliche Parameter wie den Zucker-Gehalt betreffen. Zudem soll die App den Usern zusätzliche Informationen zum Thema liefern. „Beim ersten Mal haben mich am Anfang auch alle für verrückt gehalten“, kommentiert Linder mit einem Schmunzeln.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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