14.11.2025
XARION LASER ACOUSTICS

Investment für Wiener Laser-Spezialist – US-Investor mit CIA-Hintergrund an Bord

Die Beteiligung soll die Weiterentwicklung der laserbasierten Ultraschalltechnologie und den Marktausbau in den USA unterstützen.
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(c) Xarion Laser Acoustics

Das Wiener Hightech-Unternehmen Xarion Laser Acoustics holt sich mit In-Q-Tel (IQT) einen strategischen Investor aus den USA an Bord. IQT wurde 1999 von der CIA gegründet, um sicherheitsrelevante Technologien frühzeitig zu identifizieren. Heute agiert die unabhängige Non-Profit-Organisation als Brückenbauer zwischen innovativen Tech-Unternehmen und der US-Sicherheits- und Verteidigungscommunity.

Mit dem Einstieg bei Xarion will IQT die Weiterentwicklung und Industrialisierung der „optischen Mikrofontechnologie“ unterstützen. Zur Höhe des Investments wurden keine Angaben gemacht. Auf Anfrage von brutkasten heißt es, es handle sich um einen „siebenstelligen Betrag“.

Anwendungen auch im Verteidigungsumfeld

Das Kapital soll vor allem den nächsten Entwicklungsschritt der kontaktlosen Ultraschallsensoren ermöglichen. Die Technologie gilt laut Unternehmen sowohl in industriellen Anwendungen als auch in sicherheitsnahen Bereichen als hochrelevant.

Die Optical Microphones von Xarion messen Schall und Ultraschall ohne Membran – und funktionieren sowohl in Luft als auch in Flüssigkeiten. Sie zeichnen sich durch hohe Bandbreite und Sensitivität aus und bilden das Herzstück der Bildgebungssysteme und Lösungen zur Prozessüberwachung des Unternehmens.

Durch die Partnerschaft mit IQT soll der Übergang von der Forschung zu einer großskaligen industriellen Produktion beschleunigt werden – insbesondere für Anwendungen im Verteidigungsumfeld.

„Diese strategische Investition ist für uns ein Sprungbrett für Kooperationen mit staatlichen Partnern. Wir finden es ziemlich cool, dass das Investment von IQT dabei helfen kann, ein Stück Zukunftsmusik in die Realität umzusetzen“, sagt Gründer und CEO Balthasar Fischer.

Porsche-Familie bereits investiert

Xarion hat in den vergangenen Jahren gezielt internationale Märkte aufgebaut, insbesondere in Nordamerika. Im Aerospace-Sektor spiele die Technologie eine wichtige Rolle, da sie zerstörungsfreie Materialprüfung ohne physischen Kontakt ermöglicht – das sei ein Vorteil gegenüber klassischen Ultraschallsensoren, so das Unternehmen.

Gefertigt werden die patentierten Sensoren im 3. Wiener Gemeindebezirk. Das System misst Ultraschall, indem es Veränderungen in der Lichtgeschwindigkeit eines Laserstrahls detektiert.

Zu den Investoren zählen der deutsche Maschinenbauer Trumpf sowie ein Mitglied der Porsche-Familie. Das 2012 gegründete Unternehmen ist heute laut eigenen Angaben profitabel.

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Healthblokk
© Peter Crane - Shideh Heravi von HealthBlokk.

Für die Gründerin des Vorarlberger Startups HealthBlokk, Shideh Heravi, waren die vergangenen Monate von Unsicherheit geprägt. Der Krieg im Iran führte dazu, dass der Kontakt zu Familienmitgliedern und Teilen ihres Teams von einem Tag auf den anderen abriss. Gleichzeitig stand das Startup mitten in einer Finanzierungsrunde.

HealthBlokk-Founderin: „Ankerpunkte weg“

„Von einem Tag auf den anderen hatten wir keinen Kontakt mehr zu meiner Familie und auch nicht zu Teilen unseres Teams. Plötzlich waren zwei wichtige Ankerpunkte gleichzeitig weg“, erzählt Heravi im Gespräch mit brutkasten. „Ich habe mich gefragt: Warten wir ab? Machen wir weiter? Schließen wir vielleicht sogar?“

Trotz der schwierigen Situation entschied sich das Startup weiterzumachen. Die geopolitische Situation wirkte sich jedoch direkt auf das Unternehmen aus.

„Wir haben die Produktentwicklung für etwa zwei Monate gestoppt. In dieser Zeit lag unser Fokus auf Strategie, Partnerschaften und darauf, die Situation überhaupt zu bewältigen“, sagt Heravi.

Finanzierungsrunde im Gespräch

Mittlerweile sei der Kontakt zum Entwicklerteam (und zur Familie) wieder hergestellt. Ein Entwickler, der sich derzeit noch im Iran befindet, soll nach erfolgreichem Abschluss einer Finanzierungsrunde (zeitnah geplant) nach Österreich geholt werden.

Das Startup arbeitet an einer App, die Nutzer:innen dabei unterstützt, passende Lebensmittel und Gerichte entsprechend ihrer individuellen Unverträglichkeiten und Ernährungsbedürfnisse zu finden – brutkasten berichtete.

„Wir wollen eine intelligentere Discovery-App schaffen, die viel genauer beantworten kann, was jemand essen kann und was nicht“, erklärt Heravi. „Künftig soll ein KI-Agent jede Nutzerin und jeden Nutzer besser kennenlernen und Empfehlungen immer stärker personalisieren.“

In mehreren Sprachen

Besonders auf Reisen soll die Anwendung künftig mehr Unterstützung bieten. Geplant sind unter anderem lokale Sprachfunktionen, die es User:innen ermöglichen sollen, auch im Ausland einfacher passende Speisen zu finden.

„Wenn ich beispielsweise in Portugal bin, möchte ich in der jeweiligen Landessprache sofort verstehen können, was ich essen kann und worauf ich achten muss“, so Heravi.

Team wächst

Aktuell besteht das Team aus sechs Personen. Vier arbeiten Vollzeit für das Startup, zwei weitere unterstützen neben ihren Hauptberufen. Besonders stolz ist Heravi auf die Zusammenarbeit mit jungen Talenten.

© zVg – Shideh Heravi mit Teodora Markovic.

„Ich kann anderen Gründerinnen und Gründern nur empfehlen, schon sehr früh mit Studierenden und jungen Talenten zusammenzuarbeiten“, sagt sie. „Sie bringen neue Perspektiven mit und können langfristig zu den loyalsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.“

Für HealthBlokk steht nun zunächst der erwähnte Abschluss der Finanzierungsrunde im Fokus. Weitere Closings sind geplant, wobei sich die Gründerin mehr Frauen als Partnerinnen wünscht, wie sie sagt. Parallel dazu soll die Produktentwicklung wieder beschleunigt werden. Das langfristige Ziel bleibt unverändert: Menschen mit Unverträglichkeiten und speziellen Ernährungsbedürfnissen mithilfe von KI einfacher durch ihren Alltag zu begleiten.

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