24.05.2019

Warum Wüstenrot sein Innovation Office und -Lab im weXelerate eröffnet

Am 21. Mai öffnete Wüstenrot offiziell seine Homebase für Innovation und Marketing im Wiener Hub von weXelerate. Wir sprachen mit Nina Tamerl, Head of Innovation & Marketing, darüber, wie der neue Standort die Zusammenarbeit mit Startups, Open Innovation und den Multi-Corporate-Ansatz auf ein neues Level heben soll.
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weXelerate Co-Geschäftsführer Awi Lifschitz, Wüstenrot innovationschefin Nina Tamerl und Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess bei der Eröffnung
(c) Wüstenrot: weXelerate Co-Geschäftsführer Awi Lifschitz, Wüstenrot innovationschefin Nina Tamerl und Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess bei der Eröffnung
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Der Schein konnte trügen, als Wüstenrot die Pforten des neuen Marketing Office und Innovation Lab im klickmal Space im weXelerate am 21. Mai offiziell öffnete. Denn neu ist das Unternehmen im Wiener Innovationszentrum keineswegs. „Wir waren vor drei Jahren bei einer Reise ins Silicon Valley Geburtshelfer dieser Idee“, erzählt Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess bei der Eröffnung. Da sei es nur logisch, dass nun auch das Innovationsteam rund um Nina Tamerl im weXelerate einziehe.

„Wir fühlen uns hier bereits sehr zuhause“, ergänzt Tamerl. Seit über zehn Jahren leitet sie bei Wüstenrot als Head of Marketing auch die Innovationsprozesse. „Mit dem neuen Office können wir uns noch stärker im Ökosystem von weXelerate einbringen und das Thema X-Innovation weiter vorantreiben“.

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„Wir leben ‚Open Innovation‘ tagtäglich mit unseren Partnern“

Wüstenrot ist beispielsweise zugleich mit drei Labs aus seinem Corporate Innovation Programm „ideen:raum“ vor Ort. Stichwort: Open Innovation. „Wir leben dabei ‚Open Innovation‘ tagtäglich mit unseren Partnern – weXelerate, V_labs und Tribe.Space. Wir wechseln die Locations immer ab und keiner der Partner hat eine Scheu, in der Location des anderen zu arbeiten. Letztlich profitieren alle von Know-How-Bündelung und Co-Creation. Und wir sind einfach viel schneller und besser dadurch. Diese Offenheit wünsche ich mir auch auf Corporate-Seite“, so Tamerl weiter.

Video-Talk mit Nina Tamerl und Susanne Riess bei der Eröffnung

Live von der Eröffnung des neuen Wüstenrot Büros im weXelerate mit Generaldirektorin Susanne Riess und Nina Tamerl, Head of Innovation.

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 21. Mai 2019

Cross Industry Thinking und Vernetzung mit Querdenkern

„Was es heute braucht, ist ‚Cross Industry Thinking‘. Corporates werden in Zukunft untereinander viel stärker zusammenarbeiten, um für Kunden wirklich die besten Produkte oder Lösungen zu schaffen“, sagt Tamerl. Und das gelte nicht nur, wie im Cross Industry-Ansatz branchenübergreifend, sondern auch innerhalb der Branchen. Auch dafür würde weXelerate mit seinem Multi-Corporate-Ansatz und seinem Ökosystem das perfekte Umfeld bieten. „Nur wenn wir bei X-Innovation unser Konkurrenzdenken ablegen und den Kunden vor Augen haben, können tolle Lösungen entstehen, von denen wiederum alle Stakeholder profitieren. Wir treffen hier Gleichgesinnte, Querdenker und Innovatoren“, sagt Tamerl. Generaldirektorin Riess bringt das Thema Innovation im Traditionsunternehmen mit einem Zitat des Liedermachers Wolf Biermann auf den Punkt: „Nur wer sich ändert bleibt sich treu“.

Corporate Startup Collaboration: Innovation auf mehreren Ebenen

„Ein wichtiger Aspekt am neuen Standort ist natürlich vor allem Startup Collaboration“, so Katharina Sauer, Innovation Managerin im Team von Nina Tamerl. „Wir können hier optimal Startups und Technologiepartner scouten, um innovative Produkte/Lösungen schnell zu entwickeln und auf den Markt zu bringen bzw. intern zu implementieren“, erklärt Sauer.

Wüstenrot eröffnet Startups sein riesiges Kundennetzwerk

Doch die Beziehung sei keineswegs einseitig, wie Tamerl betont. „Wir verfügen über ein sehr großes Kunden- und Partner-Netzwerk und sind sehr schnell in der Entscheidungsfindung und in der Durchführung von PoC. Wir unterstützen Startups aber auch als Mentoren oder geben potentiellen Investoren Insights aus der Zusammenarbeit und zur Lösung/Technologie. Damit profitieren alle enorm“. Bereits seit einigen Jahren kooperiert  Wüstenrot erfolgreich mit Startups. Auch im aktuellen Batch 4 des weXelerate-Accelerators laufen wieder einige Projekte.

Wüstenrot
(c) Wüstenrot: Einblick ins neue Office

Neues Wüstenrot Innovation- und Marketing Office: „Intern und extern zusammenbringen“

Ein perfektes Umfeld für Innovationsprozesse will man auch strukturell im klickmal-Office schaffen. „Wir haben im – sehr offenen gestalteten – Space eine ganz neue, zeitgemäße Arbeitsumgebung, die wir als großartige Chance sehen“, erklärt Nina Tamerl begeistert. Franz Riebenbauer hat eine optimale Verschmelzung der Dachmarke Wüstenrot mit der digitalen Brand klickmal inszeniert.  Für das Lab hat Playroom zudem flexible und vielseitig einsetzbare Tool-Möbel entwickelt. Der klickmal Space ist offen für alle Wüstenrot Mitarbeiter und auch externe Partner sind stets willkommen. „Unser gesamtes Team freut sich jetzt darauf, diesen offenen Raum zu füllen“.

⇒ klickmal.at

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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