12.03.2025
GROWTH

Workheld: Wiener Scaleup steigerte Umsatz um 50 Prozent und bleibt profitabel

Workheld, der Wiener Anbieter für Service- und Instandhaltungsmanagement, konnte im Vorjahr ein Umsatzwachstum von 50 Prozent hinlegen.
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Workheld
© Workheld - Christine Geier (COO) und Benjamin Schwärzler (CEO) von Workheld.

Das Wiener Scaleup Workheld hat im Dezember 2023 die Plattform des insolventen Vorarlberger IIoT-Startups Paze Industries (ehemals Senseforce) übernommen – brutkasten berichtete. Diese Integration gilt für das Unternehmen als entscheidender Meilenstein.

Die damalige Übernahme ermögliche es heute, Maschinendaten intelligent in die Service- und Wartungsprozesse einzubinden. Dank vorausschauender Analysen, automatisierter Alarme und KI-gestützter Optimierung können Maschinen nun selbstständig Servicetechniker anfordern. Das Ergebnis: weniger Ausfälle, effizientere Prozesse und signifikante Produktivitätsgewinne für Kunden, wie Workheld beschreibt. Gleichzeitig stelle dies die Basis für KI-gestütztes Wissensmanagement dar. Die Workheld-KI unterstützt hierbei bei der Fehlerbehebung und der Analyse historischer Daten, um Ausfälle künftig komplett zu vermeiden.

Workheld: Awards und Umsatzsteigerung

Im Vorjahr indes triumphierte Workheld beim ÖVIA Innovation Award 2024 in der Kategorie „Best Match Feature“ und konnte sein Umsatzwachstum um 50 Prozent steigern – bei gleichzeitiger Profitabilität, wie man betont.

„Unser Erfolg zeigt, dass Unternehmen bereit sind für eine neue Ära im Bereich Produktion und Wartung“, sagt Benjamin Schwärzler, Geschäftsführer von Workheld. „Mit der Integration der Paze-Plattform bringen wir Maschinendaten direkt in die Wartungsabläufe und revolutionieren das Asset-Management – mit messbarem Mehrwert für unsere Kunden. Wir freuen uns, diesen Innovationsvorsprung nun auf neue Märkte auszudehnen und Unternehmen weltweit bei der Digitalisierung zu unterstützen.“

Expansion in die USA

Nach dem Wachstum im DACH-Raum blickt Workheld nun auch über Landesgrenzen hinaus. Konkret stehen Südosteuropa und die USA im Fokus der nächsten Expansionsphase. Erste Kunden würden bereits Workheld in diesen Regionen einsetzen.

„Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass digitale Wartungslösungen ein enormes Potenzial für die Industrie bieten“, so Schwärzler weiter. „Unser Wachstum und die Expansion sind der beste Beweis dafür, dass unser Ansatz funktioniert. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den nächsten großen Schritt zu gehen – gemeinsam mit neuen Partnern und Kunden, die von unserer Technologie profitieren wollen.“

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Mathias Lipp-Rosenthal hat mit der KI Schmiede eine eigene KI-Beratung gegründet | Foto: Lipp Rosenthal

Viele Unternehmen wollen KI nutzen. Viele bleiben in der Pilotphase stecken. Diese Beobachtung hat Mathias Lipp-Rosenthal zur Gründung bewogen. Der Kärntner ist im Thema kein Neuling: Er bringt 20 Jahre Erfahrung an der Schnittstelle von Wirtschaft, Technologie und Politik mit, unterrichtet Responsible AI an der DPU in Berlin und hat nach seiner Zeit als stellvertretender Klubdirektor im Neos-Parlamentsklub mit AI Empowered Politics bereits ein KI-Startup gegründet, dessen Plattform Voter AI politische Prozesse transparenter machen sollte (brutkasten berichtete Anfang 2025).

Seit Juni ist seine KI Schmiede am Markt, er ist alleiniger Eigentümer. Je nach Projekt holt er Expert:innen dazu: Thomas Reisinger-Lederer, Berater für Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance, verantwortet die AI-Act-Compliance und Datenschutzfragen. Dima Rubanov und Matthias Neumayer, Gründer des Wiener Startup-Studios Run Labs, das mit der Gute-Nacht-Geschichten-App Oscar Stories bekannt wurde (brutkasten berichtete), übernehmen die technische Bewertung und Machbarkeitsanalyse der Use Cases sowie die Produktentwicklung.

Die Beratung richtet sich an Unternehmen im DACH-Raum und begleitet sie von der Analyse ihrer Prozesse bis zu dem Punkt, an dem die Belegschaft KI selbstständig im Alltag einsetzt. KI-Beratung und KI-Schulung sind für Lipp-Rosenthal deshalb keine getrennten Produkte, sondern zwei Etappen desselben Wegs. „Die wollen ja nicht ewig abhängig werden“, sagt er über seine Kund:innen zu brutkasten.

Erst die Daten, dann die KI

Ein Großteil seiner Projekte hat mit generativer KI zunächst wenig zu tun. Es geht um Datenmanagement, um das Aufräumen von Prozessen und das Schaffen von Strukturen. Erst wenn das erledigt ist, setzt Lipp-Rosenthal dort KI-Anwendungen auf, wo sie etwas bringen. „Jeder Prozess, wo die Daten nicht passen, da schaffst du es auch nicht, irgendwie KI darauf aufzubauen.“ Der zweite Baustein ist die Belegschaft: Wer Mitarbeiter:innen nicht einschult und mitnimmt, bekommt aus seiner Sicht die falschen Use Cases.

Von KMU bis zu Konzernen

Gestartet ist Lipp-Rosenthal mit dem Blick auf KMU. Inzwischen arbeitet er nach eigenen Angaben auch für Konzerne, wo es um die Integration von KI in Prozesse und um die Schulung von Mitarbeiter:innen geht. Als Referenz nennt er die Gruppe Hollenstein: Das Unternehmen macht er „KI ready“, unter anderem mit der DSGVO-konformen Plattform Langdock. Ziel ist, repetitive Prozesse zu automatisieren, ohne die Qualität für die Kund:innen zu opfern.

Auf eine Branche legt er sich nicht fest: „Es liegt an den Geschäftsführern, an den Entscheidern. Wenn der Wille zur Veränderung da ist, dann ist die Branche eigentlich nebensächlich.“

Was er bei seinen Kund:innen beobachtet, führt zu seiner zentralen These. Fragen nach Hosting, Lizenzkosten und Eigenentwicklung häufen sich. „Jedes Unternehmen wird viel mehr zu einem Technologie- und Software-Unternehmen werden“, sagt Lipp-Rosenthal.

Boutique statt Beratungskonzern

Die KI Schmiede ist bewusst als Boutique-Beratung angelegt. Lipp-Rosenthals Anspruch ist, „so klein wie möglich und so impactvoll wie möglich“ zu bleiben und im eigenen Betrieb so früh wie möglich zu automatisieren. Skaliert wird über das Expertennetzwerk, nicht über eigenes Personal. Neben der KI Schmiede bleibt Lipp-Rosenthal in der Lehre aktiv, mit Lehraufträgen an der Quadriga Hochschule, der FH Wiener Neustadt und dem ARS Institut in Wien.

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