14.11.2025
ABWEHR

woom vermeldet „großflächige Cyberattacke“

Das Wiener Kinderfahrrad-Scaleup woom gab die Abwehr eines Cyber-Angriffs bekannt. Laut Unternehmen könnten Informationen von Kund:innen betroffen sein, allerdings keine sensiblen Daten.
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Das woom-Headquarter in Wien | (c) woom
Das woom-Headquarter in Wien | (c) woom

Wer ein qualitativ hochwertiges Kinderfahrrad sucht, kommt heute mittlerweile auch auf globaler Ebene kaum an der Marke des Wiener Scaleups woom vorbei. In mehr als 40 Ländern ist dieses inzwischen vertreten. Nach Verlusten im Vorjahr konnte im ersten Halbjahr 2025 ein Rekordumsatz von rund 90 Millionen Euro ausgewiesen werden, wie brutkasten berichtete.

Attacke durch „international agierenden Hackergruppe“

Doch der Erfolg schützt freilich nicht vor Böswilligkeit. Heute vermeldete das Scaleup einen Cyber-Angriff: „Trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen gelang es einer international agierenden Hackergruppe im Rahmen einer großflächigen Cyberattacke, in Teile der Systemlandschaft des Unternehmens einzudringen“, heißt es dazu von woom in einer Presseaussendung.

Informationen von woom-Kund:innen „könnten teilweise betroffen sein“

Man habe umgehend alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, heißt es weiter. „Gemeinsam mit einem internationalen Expertenteam der Agentur Cyberschutz hat woom den Vorfall sofort analysiert, eingedämmt und erfolgreich bearbeitet“, so das Scaleup. Durch die schnelle Reaktion und das koordinierte Vorgehen habe man alle Systeme schnellstmöglich und vollständig wiederherstellen können. Das Unternehmen räumt jedoch ein: „Es gibt Hinweise, dass teilweise Informationen von Kund:innen betroffen sein könnten, allerdings keine sensiblen Daten.“

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Hivesense
© Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer - Alexander Moosmann (l.) und Florian Entleitner von Hivesense.

Die beiden FH-Absolventen Florian Entleitner und Alexander Moosmann teilen eine Leidenschaft namens IT-Security. Daraus ist ein Startup geworden: Mit Hivesense entwickelten beide eine sogenannte Deception-Plattform, die Cyberangriffe frühzeitig erkennt, indem sie Angreifende mit gezielt platzierten digitalen Fallen aufdeckt und dadurch wichtige Informationen für Cyberdefense liefert. Dabei setzen sie bewusst auf europäische Infrastruktur und digitale Souveränität. Die Idee entstand im Studium an der FH Salzburg.

Hivesense mit „Deception Technology“

Konkret haben sich Entleitner und Moosmann im Studium Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg kennengelernt. Die Idee für das Startup entstand schließlich im Rahmen von Entleitners Abschlussarbeit. „Ich habe mich in meiner Masterarbeit intensiv mit sogenannten ‚Honeypots‘ beschäftigt, einem Teilbereich der Täuschungstechnologie. Dabei wurde mir klar, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt“, erklärt er.

Die Founder pitchten ihre Idee beim FHStartup Center und wurden im Herbst 2025 in die Startup Factory des Netzwerks Startup Salzburg aufgenommen. Im März 2026 gründeten sie schlussendlich ihr Unternehmen.

Hivesense entwickelt – wie erwähnt – eine „Deception Technology“, eine – eigenen Angaben nach – noch wenig verbreitete Form der Cyberabwehr. Das Prinzip: Im Netzwerk eines Unternehmens werden gezielt „Stolperdrähte“ platziert. Angreifer, die sich im System bewegen, sollen dann darauf stoßen und erkannt werden, so der Claim.

„Wir bauen keine klassische Schutzmauer“, sagt Entleitner. „Wir legen bewusst falsche Spuren und warten, bis jemand darüber stolpert – vergleichbar mit einem Stolperdraht, an dem ein Glöckchen platziert wurde.“ Moosmann ergänzt: „Viele Sicherheitslösungen erkennen nur bekannte Bedrohungen. Wir gehen einen Schritt weiter: Wir erkennen Verhalten und interagieren direkt mit Angreifern.“ Dabei setzt Hivesense im Inneren des Netzwerks an, einem der, wie beide Gründer sagen, kritischsten Bereiche.

Erste Pilotkunden

Die Decoy-Plattform von Hivesense befindet sich im Einsatz bei ersten Pilotkunden. Das Team treibt den Markteintritt im DACH-Raum aktiv voran und sucht weiterhin nach Unternehmen, die die Plattform in ihrer Infrastruktur einsetzen und gemeinsam mit Hivesense weiterentwickeln möchten.

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