23.04.2026
BAUWIRTSCHAFT

WoodRocks: Vorarlberger Holzbau-Startup fertigt in Deutschland 12 Gebäude in 12 Monaten

WoodRocks hat im Wirtschaftsjahr 2025/26 zwölf mehrgeschossige Holzgebäude für Kommunen und Bauträger in Süddeutschland schlüsselfertig übergeben — mit eigener Fertigung von Wandelementen, vorinstallierten Bad- und Küchenmodulen und einem KI-Betriebssystem, das Vertrieb, Planung, Produktion und Baustelle in Echtzeit verbindet.
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WoodRocks
© zVg - (l.) Stefan Schrenk und Alexander Hilbe.

Zwölf vollständig fertiggestellte Mehrfamilienhäuser in zwölf Monaten: Diese Taktung gilt in der deutschen Bauwirtschaft bislang als untypisch. Das junge Holzbau-Unternehmen WoodRocks Bau GmbH aus Bregenz in Vorarlberg veröffentlichte in diesem Sinne seine Jahresbilanz 2025/26 und zeigte, dass industrielle Serienfertigung von Wohnhäusern auch außerhalb der großen Fertighaushersteller funktioniere und dass Software heute ein genauso entscheidender Produktionsfaktor sei wie Holz und Handwerk, heißt es vonseiten des Unternehmens.

WoodRocks in Bayern und Baden-Württemberg aktiv

Im Wirtschaftsjahr 2025/26 hat WoodRocks zwölf drei- bis viergeschossige Gebäude in serieller Holzbauweise produziert, vor Ort montiert und an die Bauherren übergeben — überwiegend in Baden-Württemberg und Bayern.

Die Projekte umfassten sozialen Wohnungsbau, Unterkünfte für Geflüchtete sowie gemischte Nutzungen für Auszubildende und Studierende. Abnehmer sind Kommunen, gemeinnützige Projektentwickler und private Bauträger.

„Unboxed Process“

Hinter der Taktung steht der sogenannte „Unboxed Process“ — eine Produktionslogik, die WoodRocks und die Schwestergesellschaft myblock Technikmodul GmbH gemeinsam im niederösterreichischen Werk Vitis anwenden. Statt dem klassischen linearen Ablauf von Rohbau, Ausbau und Haustechnik nacheinander werden hierbei alle Funktionssysteme parallel im Werk gefertigt. Auf der Baustelle werden sie nur noch gefügt.

Konkret heißt das: WoodRocks produziert großformatige 2D-Holzwandelemente mit vorinstallierter Dämmung, Fenstern und Fassade und myblock fertigt in derselben Produktionshalle vorinstallierte Bad- und Küchenmodule — komplette, geschlossene Raumzellen, die mit Sanitärinstallation, Elektrik, Fliesen und Möblierung werksseitig ausgestattet und an der Baustelle per Kran eingehoben werden. Zudem werden Wände, Decken und Technikmodule vor Ort zusammengefügt statt geschichtet.

Bauzeit verkürzt

Diese Parallelität verkürze die Bauzeit erheblich und entkoppele den Bauprozess weitgehend von Wetter und saisonalen Engpässen im Handwerk. Die eigentliche Beschleunigung entsteht allerdings nicht nur in der Fabrik, sondern in der Software, wie das Startup mitteilt.

Unter dem Namen WoodRocks.AI betreibt das Unternehmen ein eigenes, KI-optimiertes Betriebssystem, das die gesamte Wertschöpfungskette vom ersten Vertriebskontakt über Planung, Werksproduktion und Baustelle bis zur Schlüsselübergabe in einem einzigen digitalen Zwilling zusammenführt. Plattform-Basis ist das eigene Odoo-ERP-System, ergänzt durch KI-Modelle für Angebotskalkulation, Varianten-Optimierung, Flächen- und CO2-Szenarien sowie Termin- und Risiko-Monitoring.

WoodRocks-Angebotserstellung: Von Wochen auf Tage

Die konkrete Wirkung zeigt sich bei einem Prozess, der in der klassischen Bauwirtschaft als besonders langwierig gilt: der Angebotserstellung. Was früher rund drei Wochen dauerte, liefert WoodRocks.AI, eigenen Angaben nach, heute innerhalb von zwei Tagen als verbindliche Kostenschätzung an Kommunen und Bauherren. Planung, Produktion und Baustelle werden dabei in Echtzeit synchronisiert — Abweichungen auf der Baustelle fließen unmittelbar in die Werksplanung des nächsten Projekts zurück.

„Wir bauen keine Prototypen mehr, wir produzieren. Das klingt in der Baubranche nach einer Kleinigkeit, ist aber ein Paradigmenwechsel. Unsere Kunden erhalten heute die gleiche Liefertreue wie Kunden der Automobilindustrie — und das gelingt nur, weil Werk und Software ein einziges System sind“, sagt Alex Hilbe, Geschäftsführer WoodRocks Bau GmbH.

Steigerung als Ziel

In Deutschland werden jährlich rund 400.000 Wohnungen benötigt, tatsächlich fertiggestellt werden jedoch deutlich weniger. Kommunen stehen somit zusätzlich unter Druck, Unterkünfte für Geflüchtete bereitzustellen, oft mit Bauzeiten unter einem Jahr ab Planungsbeginn.

„Serielle und modulare Holzbauweisen gelten seit der Rahmenvereinbarung des GdW (Gemeinschaft der Wohnungseigentümer) als bevorzugter Lösungsansatz — und das Bundesbauministerium verweist in seiner Geschäftsstelle ‚Serielles Bauen‘ explizit auf diese Methoden“, heißt es per Aussendung.

Für das laufende Jahr plant WoodRocks eine weitere Steigerung der Stückzahl. Aktuell laufen unter anderem Projekte in Bayern und Baden-Württemberg sowie Auftragsakquise in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen ist Teil eines Ökosystems rund um die Rhomberg Gruppe und die Stiftung Hoffnungsträger, die gemeinsam seit mehreren Jahren in den industriellen Holzbau investieren.

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Hivesense
© Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer - Alexander Moosmann (l.) und Florian Entleitner von Hivesense.

Die beiden FH-Absolventen Florian Entleitner und Alexander Moosmann teilen eine Leidenschaft namens IT-Security. Daraus ist ein Startup geworden: Mit Hivesense entwickelten beide eine sogenannte Deception-Plattform, die Cyberangriffe frühzeitig erkennt, indem sie Angreifende mit gezielt platzierten digitalen Fallen aufdeckt und dadurch wichtige Informationen für Cyberdefense liefert. Dabei setzen sie bewusst auf europäische Infrastruktur und digitale Souveränität. Die Idee entstand im Studium an der FH Salzburg.

Hivesense mit „Deception Technology“

Konkret haben sich Entleitner und Moosmann im Studium Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg kennengelernt. Die Idee für das Startup entstand schließlich im Rahmen von Entleitners Abschlussarbeit. „Ich habe mich in meiner Masterarbeit intensiv mit sogenannten ‚Honeypots‘ beschäftigt, einem Teilbereich der Täuschungstechnologie. Dabei wurde mir klar, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt“, erklärt er.

Die Founder pitchten ihre Idee beim FHStartup Center und wurden im Herbst 2025 in die Startup Factory des Netzwerks Startup Salzburg aufgenommen. Im März 2026 gründeten sie schlussendlich ihr Unternehmen.

Hivesense entwickelt – wie erwähnt – eine „Deception Technology“, eine – eigenen Angaben nach – noch wenig verbreitete Form der Cyberabwehr. Das Prinzip: Im Netzwerk eines Unternehmens werden gezielt „Stolperdrähte“ platziert. Angreifer, die sich im System bewegen, sollen dann darauf stoßen und erkannt werden, so der Claim.

„Wir bauen keine klassische Schutzmauer“, sagt Entleitner. „Wir legen bewusst falsche Spuren und warten, bis jemand darüber stolpert – vergleichbar mit einem Stolperdraht, an dem ein Glöckchen platziert wurde.“ Moosmann ergänzt: „Viele Sicherheitslösungen erkennen nur bekannte Bedrohungen. Wir gehen einen Schritt weiter: Wir erkennen Verhalten und interagieren direkt mit Angreifern.“ Dabei setzt Hivesense im Inneren des Netzwerks an, einem der, wie beide Gründer sagen, kritischsten Bereiche.

Erste Pilotkunden

Die Decoy-Plattform von Hivesense befindet sich im Einsatz bei ersten Pilotkunden. Das Team treibt den Markteintritt im DACH-Raum aktiv voran und sucht weiterhin nach Unternehmen, die die Plattform in ihrer Infrastruktur einsetzen und gemeinsam mit Hivesense weiterentwickeln möchten.

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