Wolfgang Wegmayer tritt als Co-CEO vom Wiener PropTech Payuca zurück
Beim Wiener PropTech-Startup Payuca kommt es zu einer Veränderung auf Führungsebene: Wolfgang Wegmayer legt seine Funktion als Co-CEO nieder. Er kündigte an, sich beruflich neu zu orientieren.
“Ich bin sehr dankbar für diese intensive Zeit und stolz auf das, was wir als Team gemeinsam aufgebaut haben”, schreibt Wolfgang Wegmayer in einem LinkedIn-Post. Dort verkündet er, dass er künftig einen anderen beruflichen Weg einschlagen wird und seine Rolle als Co-CEO bei Payuca ablegen wird.
2023: Series-A-Investment
Payuca startete 2017 mit einer App, die es Kurzparker:innen in Wien ermöglicht, freie Stellplätze in privaten Tiefgaragen zu finden. In den darauffolgenden Jahren erweiterte das Unternehmen sein Geschäftsmodell und positionierte sich zunehmend als Anbieter für die Digitalisierung und Elektrifizierung von Garageninfrastruktur.
Anfang 2023 sicherte sich Payuca ein Series-A-Investment der ABB E-Mobility AG (brutkasten berichtete). Laut Wegmayer hat das Unternehmen seit 2021 insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro Kapital aufgestellt.
Seit 2020 bei Payuca
Wolfgang Wegmayer stieß im Dezember 2020 zum Unternehmen – wie er sagt, aus familiären Überlegungen. Seit Februar 2022 verantwortete er als Geschäftsführer die Bereiche Sales, Marketing, Business Development, Key Account Management und Administration.
“In dieser Zeit konnten wir den Umsatz verzehnfachen, von 55 auf 230+ Objekte wachsen und von 17.000 auf 140.000+ App-User skalieren. Über 50 neue Immobilienkunden und mehr als 1.000 E-Ladepunkte in AT/DE umgesetzt. Ich durfte Teams aufbauen, Teamleads entwickeln und gemeinsam mit einem starken Team viele große Kunden gewinnen”, schreibt Wegmayer auf LinkedIn.
Back to the roots
Seine berufliche Laufbahn habe sich laut Wegmayer in den vergangenen Jahren in drei Richtungen entwickelt: Immobilien, Polizei sowie zuletzt Startup- und E-Ladeinfrastruktur. Nun wolle er wieder stärker zur Immobilienwirtschaft zurückkehren, wie er auf LinkedIn verkündet. Die operative Führung von Payuca übernimmt sein Bruder Dominik Wegmayer seit Jahresanfang alleine.
“Ich freue mich ehrlich gesagt auch darauf, 2026 bewusster Zeit mit meiner Frau und meinen zwei Kindern zu verbringen”, schreibt Wegmayer abschließend.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo
Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.
„Aufs Patriarchat pinkeln“
Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo
Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel
Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.
Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.
Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“
Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.
Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.
Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations
Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“
Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“
Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.
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