09.12.2022

WKÖ: înno up und Startup Landscape Austria fördern den Wirtschaftsstandort Österreich

Zusammenarbeit stärken, Synergien nutzen, Know-How erweitern: Wie Matchmaking, also die Kollaboration von Startups und etablierten Unternehmen, den Wirtschaftsstandort Österreich stärkt, präsentierte die WKÖ im Zuge des dieswöchigen înno up Abschlussevents.
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Im Rahmen des înno up Abschlussevents wurden die Ergebnisse der Challenge sowie die interaktive Datenbank Startup Landscape Austria präsentiert. (c) Nadine Studeny Photography

Österreich ist als Wirtschaftsstandort beliebt: Aktuell zählt unser Ökosystem über 2.300 Startups. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch die Zahl der nationalen Venture-Capital-Investments verdreifacht, wie das DataTech-Unternehmen Dealroom im Rahmen des înno up Abschlussevents am 6. Dezember präsentierte.

Zahlen wie diese lassen auf positive Entwicklungen in der österreichischen Gründungsszene schließen. Um bislang unentdeckte Potenzial zu fördern und die agile Problemlösungskompetenz aufstrebender Jungunternehmen zu nutzen, hat die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Microsoft die beiden Flagship-Initiativen înno up und Startup Landscape Austria ins Leben gerufen.

înno up für gemeinsames, innovatives Wirtschaften

“Große Herausforderungen lassen sich gemeinsam leichter lösen”, so Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. In den letzten Jahren hat die WKÖ viele Initiativen mit Partner:innen und Fokus auf Kollaboration gestartet. Neue, innovative Services sollen nun sowohl regional als auch überregional gefunden und umgesetzt werden, betonte Mahrer im Zuge des înno up Abschlussevents.

Die înno up Challenge, die größte Co-Creation-Initiative Österreichs, soll die Problemlösungskompetenz von Startups, KMUs und Konzernen vereinen, Synergien nutzen und überbetriebliches Know-How generieren. Über einen mehrmonatigen Matchmaking-Prozess können etablierte Unternehmen Startups als Kooperationspartner:innen zur Unterstützung im innerbetrieblichen Problemlösungsprozess suchen. „Wir stehen heute in vielen Bereichen vor der Herausforderung, Dinge neu, anders und besser zu machen. înno up ist hier ein zentraler Technologie-Ermöglicher. Das verdeutlichen die heurigen înno up Challenges”, sagt WKÖ-Präsident Mahrer.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer (Mitte) mit Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (links) und Kambis Kohansal Vajargah, Head of Startup-Services der WKÖ (rechts). (c) Nadine Studeny Photography

Die înno up Challenges 2022

Jährlich werden fünf înno up Challenges in bestimmten Bereichen definiert und ausgeschrieben. 2022 waren dies die Kategorien PropTech mit Salzburg Wohnbau als Corporate Partner, Energiespeicherung mit Stoelzle Glas sowie digitale POS-Experiences mit opticon und klarsicht.online. Außerdem suchte Österreich Werbung als Corporate Partner Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Gastronomie sowie zur Nachverfolgung des innerbetrieblichen Energieverbrauchs. Auch die Außenwirtschaft Austria der WKÖ war auf der Suche nach einer Business Intelligence Lösung, um Export-Services bei strukturellen und personellen Änderungen in Partnerbetrieben rasch kommunizieren zu können. Für alle Challenges wurden Lösungen von nationalen wie internationalen Startups gefunden.

Startup Landscape Austria überblickt unser Ökosystem

Innovative Startups spielen eine entscheidende Rolle für die Transformation unserer Volkswirtschaft und den Erfolg heimischer Unternehmen. Im internationalen Vergleich bestünde für Österreich jedoch gerade in puncto Digitalisierung Aufholpotenzial. Aus diesem Grund entwickelte die WKÖ die Flagship-Initiative Startup Landscape Austria gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft. Ab sofort bietet die interaktive Datenbank einen Überblick über das österreichische Startup-Ökosystem, dessen Funktionsweise das DataTech-Unternehmen Dealroom als Entwickler im Rahmen des înno up Events präsentierte.

Interessierte können in der Datenbank durch Such- und Filterfunktionen Startups, Investor:innen und Akzelerator:innen einsehen. Die Daten sollen mittels künstlicher Intelligenz sowie per manueller Eingabe aggregiert werden, was die Akquisition von Kollaborationspartner:innen vereinfachen soll. Das Ziel der Flagship-Initiative sei es indes, Transparenz und Internationalisierung des Wirtschaftsstandortes Österreich zu fördern und überbetriebliche Prozessoptimierung zu unterstützen.

Startups sichern Wertschöpfung und Arbeitsplätze

„Startup Landscape Austria liefert uns grundlegende Daten über das österreichische Startup-Ökosystem und erleichtert uns dadurch, gezielte Maßnahmen in diesem Bereich setzen zu können. Es freut mich besonders, dass wir dadurch die internationale Sichtbarkeit unseres Startup-Standorts erhöhen können“, betont Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher im Zuge der înno up Veranstaltung.

Auch Harald Mahrer, Präsident der WKÖ, sieht Potenzial im Startup-Standort Österreich: “Startups werden in den nächsten Jahren zu einem wesentlichen Player unserer Wirtschaft aufsteigen. Mit Startup Landscape Austria wollen wir einen weiteren Baustein für ein florierendes Ökosystem beitragen, das tausende neue Startups in Österreich in den nächsten Jahren hervorbringt.” Aufstrebende Jungunternehmen würden zur Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen beitragen und Österreich als Wirtschaftsstandort weiterentwickeln.

Österreich hat EU-weit die meisten Female Startups

Dass die Startup-Landschaft Österreich Flagship-Charakter besitzt, zeigt der “Female Startups & Investment” Report des WU Gründungszentrums: Mit 36% weist Österreich aktuell den höchsten Anteil an Female Startups in der EU auf. Indes wird jedes fünfte neu gegründete Startup (21 Prozent) in der EU von Frauen gegründet. Seit 2010 wird zudem ein Anstieg des Frauenanteils in der Gründungsszene verzeichnet. Hierzulande habe sich der Frauenanteil in den letzten zwölf Jahren mehr als verdoppelt. Die positive Entwicklung bestünde unter anderem aufgrund von Awareness- und Förderungsmaßnahmen für Gründerinnen. Neben Österreich verzeichnen Dänemark, Finnland und Schweden sowie Deutschland ein Wachstum an Female Startups.

Gender Funding Gap trotz Anstieg weiblicher Gründungen

Trotz der steigenden Zahl an Female Startups würden weibliche Gründungen weniger finanzielle Mittel lukrieren, so der “Female Startups & Investing” Report: Nur etwa jeder neunte investierte Euro ginge an Startups mit zumindest einer weiblichen Gründerin. Das WU-Gründungszentrum interpretiert diese Entwicklung insofern, als dass vor allem Risiko-Investments überwiegend an männliche Gründerteams vergeben würden. Die Ursachen des Gender Funding Gaps ließen sich meist auf unbewusste Voreingenommenheit bei Investitionsentscheidungen zurückführen. Verstärkt würde dieser Effekt durch die Dominanz von Männern in der Risikokapital-Branche: 80 Prozent der europäischen Venture Capital Fonds würden von rein männlichen Partnerteams geführt. Darüber hinaus seien 95 Prozent der österreichischen Business Angels Männer. Initiativen wie Startup Landscape Austria und die înno up Challenge versuchen, Ungleichheiten im Startup-Ökosystem auszugleichen.

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Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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