05.05.2020

Die WKO sucht nun ebenfalls einen eigenen Startup-Beauftragten

Gesucht wird explizit jemand, der bereits Erfahrung in einem Startup gesammelt hat und sich gut mit Investments und Förderungen auskennt.
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Vom Startup zumScale-up: ein Mann mit Rakete
(c) Adobe Stock / Анна Купревич

Erste Mitte April wurde Michael Altrichter zum Startup-Beauftragten im Wirtschaftsministerium ernannt, nun sucht sich die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) per Jobinserat einen eigenen Startup-Beauftragten zum ehestmöglichen Eintritt. Als Gehalt wird „ein marktkonformes Bruttojahresgehalt ab € 35.280,- mit der Bereitschaft zur Überzahlung je nach Qualifikation und Berufserfahrung“ angegeben.

+++Analyse: Altrichter als Startup-Beauftragter und der unausgesprochene Riss in der Szene+++

Die Aufgaben des WKO Startup-Beauftragten

Bei dem Job mit der exakten Bezeichnung „WKÖ-Start-Up-Beauftragte/r für die Abteilung Zielgruppenmanagement“ handelt es sich um eine Vollzeitstelle. Zu den Aufgaben des neuen Startup-Beauftragten gehört das Erkennen von Bedürfnissen der österreichischen Startup-Community und darauf basierend die Entwicklung von Serviceangeboten, das Tracking von Trends rund um Startups und ihre Unterstützungslandschaft, das Erstellen von Positionspapieren sowie Aufbereitung von Briefings auf Deutsch und Englisch, das Monitoren und Begleiten von wissenschaftlichen Studien zum Thema Startups sowie das Durchführen, Betreuen und Organisieren von Projekten und Veranstaltungen.

+++Zur Jobplattform des brutkasten+++

Der Startup-Beauftragte fungiert als Schnittstelle zu Ministerien, öffentlicher Förderinstitutionen, Inkubatoren und Businessangels/VCs und als Interessenvertretung im Rahmen der Begutachtungen und Gestaltungen von Richtlinien – insbesondere das Einbringen der Startup-Perspektive ist hier naturgemäß gewünscht.

Die Voraussetzungen…

Zu den Voraussetzungen gehört mehrjährige Erfahrung als Gründer oder mitarbeitender Teilhaber  in einem Startup. Umfassendes Know-How im Bereich Startup-Finanzierung wird ebenso gefordert wie Kenntnis der österreichischen Förderlandschaft für Startups und gute Vernetzung innerhalb der österreichischen Startup-Community.

Die formalen Kriterien: Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung und EU-/EWR-Staatsbürgerschaft. Ein abgeschlossenes Master- oder Diplomstudium (Universität oder FH) ist von Vorteil.

…und persönlichen Fähigkeiten

Naturgemäß wird ein ausgeprägtes Interesse für wirtschaftliche und politische Zusammenhänge vorausgesetzt. Hinzu kommen übliche Anforderungen wie hohe Flexibilität, Teamfähigkeit, Kommunikationsfreude, Verhandlungsgeschick, Kritikfähigkeit und ein überzeugendes Auftreten, sowie überdurchschnittliches Engagement, Kundenorientierung und hohe Belastbarkeit. Und freilich sollte der neue Startup-Beauftragte „Unternehmertum denken/handeln/leben“, wie es abschließend heißt.

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Die invest.austria conference fand im Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn statt | (c) invest.austria / Alexander Müller
Die invest.austria conference fand im Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn statt | (c) invest.austria / Alexander Müller

In dieser Eventlocation war das diesjährige Motto der invest.austria conference – „Postcard or Powerhouse“ – fast schon provokant: Auch heuer fand die Konferenz im Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn statt, also inmitten der Wiener Postkarten-Idylle. Dass es nicht – wie das Motto nahelegt – ein Entweder-oder sein muss, machte invest.austria-Geschäftsführerin Daniela Haunstein aber dann schon in ihren Eröffnungsworten klar: „Wir waren bislang sehr gut darin, Postkarten-Motiv zu sein und damit ist auch nichts falsch. Aber der Tourismus alleine wird uns nicht weiterbringen.“

Was ist es also, das Österreich und Europa weiterbringen soll? Mit dieser Frage beschäftigten sich bei der invest.austria conference rund 450 Teilnehmer:innen aus 22 Ländern. In einem Punkt sind sich wohl alle einig – invest.austria-Präsident Niki Futter wechselte dazu auf der Bühne vom Englischen ins Österreichische: „Wir müssen uns auf die Hinterfüß‘ stell’n!“ Dafür, wie das konkret passieren soll, wurden im Laufe der Konferenz aber durchaus unterschiedliche Konzepte vorgebracht.

Kopetz: „Unser Bottleneck sind nicht Erfindungen“

Im Vordergrund standen dabei Kapital-Themen – wie sollte es auf der Jahreskonferenz der heimischen Risikokapital-Investor:innen-Szene anders sein. „Unser Bottleneck sind nicht Erfindungen – es ist die Überführung von technologischer Exzellenz zu globaler Marktführerschaft“, sagte TTTech-Gründer Georg Kopetz in seiner Keynote zum Start des Events und präzisierte: „Es braucht nicht nur Innovation, sondern Ökosysteme, Partnerschaften und Kapital – auch über Exits.“

TTTech-Gründer Georg Kopetz auf der Bühne | (c) invest.austria / Alexander Müller

Er sprach damit mehrere Themen an, die im Laufe des Tages noch intensiver behandelt werden sollten. Über ihre persönlichen Erfahrungen mit Exits an Tech-Riesen in Übersee sprachen etwa Ixopay-Gründer Rene Siegl und StreamUnlimited-Gründer Markus Rutz auf einem Panel mit i5invest-Gründer Markus Wagner. Der erzählte aus seiner langjährigen Erfahrung in der M&A-Beratung: „Niemand will ein Unternehmen kaufen, das zum Verkauf steht.“

Just: „Die Messlatte für unsere Startups höher legen“

Gelungen ist der Exit bekanntlich auch dem Linzer Startup Emmi AI – der Verkauf an den französischen KI-Riesen Mistral sorgte dieses Jahr für Aufsehen. Co-Founder Dennis Just, mittlerweile Vice President Manufacturing bei Mistral, brachte auf der Bühne eine These vor, die konträr zum allgemeinen Tenor der Speaker:innen steht: „Österreichs Problem ist nicht das Kapital, sondern die Entrepreneure.“ Sprich: Das Geld sei durchaus da, aber es brauche mehr investierbare Unternehmen. „Meine Meinung: Wir sollten nicht zu sehr auf Dinge wie den neuen Dachfonds fokussieren und lieber die Messlatte für unsere Startups höher legen, um mehr Leuchttürme hervorzubringen“, so Just.

Dennis Just auf der Bühne | (c) invest.austria / Alexander Müller

Das ist freilich eine provokante Ansage, war doch der erwähnte Dachfonds eines der (logischen) großen Themen auf der Konferenz. Er wurde nicht nur – wie zu erwarten – von den beiden auftretenden Staatssekretärinnen Barbara Eibinger-Miedl (Finanzen) und Elisabeth Zehetner (Startups) thematisiert, sondern auch auf einem Panel mit Erste-Bank-CEO Gerda Holzinger-Burgstaller, TTTech-Gründer Georg Kopetz, Marcel Müller-Marbach vom European Investment Fund und Rozalia Urbanek, die als Chefin von PFR Ventures für den polnischen Dachfonds Innovate Poland verantwortlich zeichnet.

Nötige Balance beim nationalen Dachfonds

Urbanek brachte die große Herausforderung beim Aufbau eines nationalen Dachfonds auf den Punkt: „Man muss die Balance schaffen, die Anforderungen des Ökosystems zu erfüllen, aber gleichzeitig marktorientiert und kommerziell getrieben zu sein – denn die Investoren müssen glücklich mit dem Return sein, sonst steigen sie wieder aus der Asset-Klasse aus.“

Rozalia Urbanek am Wort | (c) invest.austria / Alexander Müller

Es war freilich nicht die einzige Asset-Klasse, die bei der invest.austria conference diskutiert werden sollte. Private Equity für den Mittelstand – insbesondere im CEE-Raum – war ebenso Thema, wie klassische direkte Startup-Investments. Entsprechend kamen auch die Startups selbst auf der Konferenz nicht zu kurz – 26 davon konnten sich auf die eine oder andere Weise, unter anderem in einer Expo, präsentieren. Passend dazu durften auch die großen technologischen Themen, u.a. KI und Robotik, in den Keynotes und Panels nicht fehlen.

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