26.09.2022

Wisch’n: Personalisierte Produktempfehlung komplett ohne Datensammlung

Das Wiener Startup Wisch'n will sich im Bereich digitale Produkt-Beratung etablieren und seinen B2B-Kunden dabei wichtige Einblicke liefern.
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Das Wisch'n-Gründer-Team v.l.n.r.: Florian Czech, Fritz Limbeck, Stefan Reinhardt, und Marcel Ertl
Das Wisch'n-Gründer-Team v.l.n.r.: Florian Czech, Fritz Limbeck, Stefan Reinhardt, und Marcel Ertl | Wisch'n

„Wisch’n ist eine Entscheidungshilfe bzw. ein Beratungstool, um dem übermäßigen Angebot an so ziemlich allem entgegenzuwirken“, sagt Fritz Limbeck, einer der vier Co-Founder des Wiener Startups Wisch’n. Das Prinzip der Anwendung ist schnell erklärt: User:innen bekommen Bilder zu sehen. Nach links swipen (bzw. eben wischen) heißt „gefällt mir nicht“, nach rechts swipen heißt „gefällt mir“. Am Ende gibt es eine Produktempfehlung.

Fotos sollen bei Wisch’n Emotionen wecken

Dabei sind es nicht die Produkte selbst, die den Nutzer:innen angezeigt werden, sondern eine bei jedem Aufruf zufällig zusammengestellte Serie von Fotos, die Emotionen wecken sollen. Jedem Foto sind Punkte-Werte für bestimmte Eigenschaften zugeordnet, aus denen dann das Ergebnis errechnet wird. „Bei einer Kampagne für Bob, wo es um Handy-Empfehlung ging, hatten wir zum Beispiel ein Bild von einem Bergsteiger, das mit der Eigenschaft Outdoor-Fähigkeit verknüpft war“, erläutert Limbeck.

Keine Anmeldung, keine Cookies, keine Daten-Speicherung

Die Unternehmenskunden von Wisch’n wiederum sollen aus den Ergebnissen der User:innen weitere Erkenntnisse zu den Präferenzen ihrer Kundschaft gewinnen. Dabei bekommen sie ausschließlich anonyme sowie aggregierte Daten. „Die Daten werden nicht personalisiert gespeichert, wie man das von Internet-Konzernen kennt. Jede Produktempfehlung ist isoliert. Wir wissen nicht, von wem die Informationen kommen, wir können nur auswerten, ob es gefällt, oder nicht“, erklärt Mitgründer Florian Czech. Das hat nicht nur Datenschutz-Gründe. „Uns war eine extreme Niederschwelligkeit wichtig. Man muss sich nirgends anmelden und keine Cookies akzeptieren. Es ist komplett anonym und in 10 bis 15 Sekunden erledigt“, sagt Fritz Limbeck.

Wisch’n am A1 Startup Campus

Aktuell werden alle Kunden-Kampagnen von Wisch’n individuell erstellt, später soll eine Plattform-Lösung mehr Automatisierung bringen. Denn man wolle, nachdem man aktuell noch vorwiegend Kundschaft im KMU-Bereich habe, auch immer mehr „Big Player“ gewinnen, sagt Florian Czech. Dazu gebe es auch bereits Gespräche. Schon überzeugt hat das Startup A1. Nach der oben erwähnten Kampagne mit dem Tochter-Unternehmen Bob zog Wisch’n kürzlich im A1 Startup Campus ein.

Bislang komplett eigenfinanziert

In weiterer Folge ist auch die Internationalisierung geplant. „Ein starker Plus-Punkt ist dabei, dass wir zu 99,9 Prozent über Bildsprache gehen. Und in Europa, Nordamerika und Australien werden Bilder sehr ähnlich assoziiert“, sagt Limbeck. Bislang ist Wisch’n übrigens komplett eigenfinanziert. „Aus aktueller Sicht ist auch keine Investment-Runde geplant. Aber wenn wir hochskalieren wird es über kurz oder lang ein Thema werden“, erklärt Czech.

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Fahne der Europäischen Union
Foto: Adobe Stock

Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll hat Digitale Souveränität in einer Aussendung vom letzten Herbst klar zusammengefasst: „Digitale Souveränität heißt, dass Europa selbst entscheidet, wie es seine Technologien nutzt, Daten schützt und Innovationen gestaltet – unabhängig, sicher und im Einklang mit unseren Werten.“

Um Europas Digitale Souveränität zu sichern, stellt Brüssel heute das Gesetzespaket „European Tech Sovereignty“ vor, das die eigene Tech-Branche stärken und die Abhängigkeit von den größten Playern USA und China verringern soll.

Mit dem schrittweisen Inkrafttreten des EU AI Acts und neuen Souveränitätsgesetzen wandelt sich die Wichtigkeit des Themas: Der Gedanke der Digitalen Souveränität sowie der Unabhängigkeit von Tech-Riesen hat in Brüssel längst Einzug gefunden.

Der Cloud & AI Development Act: Eine Übersicht

Der EU AI Act, der 2024 in Kraft trat, reguliert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa streng nach Risikostufen, um Anwendern Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit zu garantieren.

Demgegenüber erlaubt der amerikanische Cloud Act den US-Behörden den Zugriff auf Daten von US-Tech-Konzernen, völlig unabhängig davon, in welchem Land diese Server physisch stehen. Wenn eine US-Behörde zum Beispiel Daten von Microsoft fordert, muss Microsoft diese laut US-Recht herausgeben – selbst wenn die Daten auf einem Server in Frankfurt liegen.

Als europäische Antwort darauf führt der Cloud and AI Development Act (CADA) nun ein verbindliches Bewertungssystem (SEAL) für öffentliche Ausschreibungen ein. Dieses Gesetz verpflichtet sensible staatliche Sektoren dazu, bevorzugt rein europäische Cloud-Infrastrukturen zu nutzen, die gegen ausländische Datenzugriffe rechtlich immun sind. Dadurch setzt sich in Zukunft nicht mehr das beste Preis-Leistung-Angebot durch, sondern es muss für besonders kritische Sektoren eine europäische Lösung verwendet werden.

Das Praxisbeispiel Qwant

Laut dem Nachrichtenportal Politico fordern auch die EU-Abgeordneten selbst mehr digitale Souveränität. Dabei soll statt der amerikanischen Suchmaschine Google in Zukunft das französische Qwant als Standard-Suchmaschine im EU-Parlament verwendet werden. Laut einer internen Mitteilung an die Abgeordneten, die Politico vorliegt, erfolgt dieser Schritt im Einklang mit der Verpflichtung des Parlaments zu „digitaler Souveränität und dem Schutz der personenbezogenen Daten von Nutzern“. Die Abgeordneten dürften schon letztes Jahr mehr Unabhängigkeit im Unternehmen gefordert haben.

Auch auf nationaler Ebene von Bedeutung

Zurück in Österreich. Auch hier sorgt die Digitale Souveränität am Mittwoch in der Bundesratssitzung für Gesprächsstoff.

Seitdem die geopolitische Lage gekippt ist, habe Europa bitter gelernt, was es heißt, im Energiebereich nicht souverän zu sein, sagte Staatssekretär Alexander Pröll. „Genau diesen Fehler dürfen wir bei digitalen Technologien kein zweites Mal machen.“ Daten, Clouds und Künstliche Intelligenz (KI) seien die Ressourcen des Jahrhunderts. Wer sie kontrolliert, habe die Macht. Wer sich abhängig macht, werde erpressbar, so Pröll. 

Gehen die Meinungen der österreichischen Parteien normalerweise auseinander, zeigt sich bei diesem Thema Einigkeit: Die Digitale Souveränität sollte auf allen Ebenen angedacht werden und die aktuelle digitale Abhängigkeit von ausländischen – insbesondere US-amerikanischen – Technologieanbietern, stelle ein massives Problem dar.

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