03.10.2025
AUSGEZEICHNET

Wirtschaftspreis Trigos 2025: Das sind die Preisträger:innen

Diese Unternehmen und Projekte wurden als Sieger:innen des Trigos 2025 ausgezeichnet. Einige bekannte Gesichter der Startup-Szene sind unter den Preisträger:innen.
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Die Sieger:innen von Trigos 2025 | Foto: TRIGOS/ Markus Korenjak

Der österreichische Preis Trigos zeichnet verantwortungsvolles Wirtschaften aus. Jährlich werden Unternehmen für ihre Beiträge zu Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung ausgezeichnet.

Dieses Jahr wurde der Preis bereits zum 22. Mal im Rahmen der jährlichen Gala vergeben. Stattgefunden hat dies gestern in der Wiener Markterei im ehemaligen Wasserbaulabor. Geladen waren über 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, wie Trigos auf seiner Website schreibt.

Trägerschaft aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft

Vergeben wird Trigos von einer „Trägerschaft“ aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Dazu gehören die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Industriellenvereinigung (IV), Das Österreichische Rote Kreuz, die Caritas sowie der Umweltdachverband und respACT – austrian business council for sustainable development.

Der Preis wird außerdem gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus sowie durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Das sind die diesjährigen Preisträger:innen

Gestern wurden bereits zum 22. Mal Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Trigos zählte über 3.100 Einreichungen und 318 ausgezeichnete Projekte seit seinem Bestehen.

Dieses Jahr wurden 19 der insgesamt 155 Einreichungen nominiert – sieben davon konnten die Jury des Preises überzeugen und die Trigos-Auszeichnung mit nach Hause nehmen, wie in einer Pressemeldung verkündet wird.

Insgesamt wurden Preisträger:innen in den Kategorien Klimaschutz, Regionale Wertschaffung, Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter-Initiativen, Internationales Engagement, Vorbildliche Projekte und Innovation & Future Challenges ausgezeichnet. Außerdem wurde ein Sonderpreis vergeben.

Klimaschutz: Laufen Austria

Den Sieg in der Kategorie Klimaschutz holte sich Laufen Austria. Das Unternehmen rund um Christian Schäfer hat – nach Angaben von Trigos – einen der ersten elektrischen Tunnelöfen für Sanitärkeramik in Betrieb. Laufen Austria positioniert sich als Spezialist für Badezimmer und Sanitärkeramik. Mit seiner Lösung spart Laufen Austria Energie, reduziert CO2 und ist damit Vorreiter im Bereich der klimafreundlichen Produktion.

Wertschaffung: Die Pflanzerei

In der Kategorie Wertschaffung wurde die Pflanzerei rund um Gründerin Nadina Ruedl ausgezeichnet. Hervorgehoben wurde das Projekt „Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen“. Damit unterstützt die Pflanzerei regionale Traditionsbetriebe wie Feinkostmanufakturen und Bäckereien beim Einstieg in pflanzliche Alternativen.

Mitarbeiter:innen-Initiativen: Kollar GmbH

In der Kategorie Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter-Initiativen wurde die Kollar GmbH aus Niederösterreich ausgezeichnet. Die GmbH ist tätig im Bereich der Installations- und Gebäudetechnik. Das von Maria Kollar geführte Familienunternehmen fördert ganzheitliche Gesundheitsvorsorge und persönliche Entwicklung von Mitarbeitenden mit Coachings, Körperarbeit, Trainings – bezahlt in der Arbeitszeit.

Internationales Engagement: Klimja

In der Kategorie Internationales Engagement wurde Klimja, Teil der crowd4project GmbH, aus Wien ausgezeichnet. Trigos spricht dabei von einer „führenden Crowdinvestment-Plattform für Klimaschutzprojekte in Österreich und Deutschland“. Anleger:innen können darüber in ausgewählte Projekte investieren.

Vorbildliche Projekte: öKlo

In der Kategorie Vorbildliche Projekte wurde öKlo aus Niederösterreich ausgezeichnet. Das Startup vermietet ökologische Komposttoiletten, die ohne Wasser, Strom und Chemie auskommen. In Zusammenarbeit mit Gemeinden, Forschungseinrichtungen und Umweltorganisationen startet öKlo nun „öKlo Land“ – man arbeitet dabei an einer Kreislaufwirtschaft, die menschliche Abfälle in Biogas, Dünger und Baustoffe verwandelt.

Social Innovation & Future Challenges: Rhomberg Bau

In der Kategorie Social Innovation & Future Challenges hat Rhomberg Bau aus Vorarlberg gewonnen. Das Unternehmen entwickelte eine der größten Nassaaufbereitungsanlagen in Österreich. Die „größte Waschmaschine Österreichs“ recycelt Aushub energieeffizient und mit minimalem Wasseraufwand zu hochwertigem Primärmaterial.

Sonderpreis: Technisches Museum Wien

Der Sonderpreis ging an das Technische Museum Wien mit dem Projekt „Klima. Wissen. Handeln!“. Das Museum vermittelt dabei komplexe Umwelt- und Klimathemen in einer interaktiven Ausstellung.

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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