17.05.2021

Winemaster: Gründer schneidet Weinflasche ab, um ihr Luft zu entziehen

Um einen geöffneten Wein frisch zu halten, hat Winemaster-Gründer Hubert Koch erkannt, dass er die Luft in der Flasche loswerden muss. Seine Idee: eine abgeschnittene Flasche und ein verschiebbarer Boden.
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Winemaster, Hubert Koch, Wein frisch halten, Wein länger frisch halten
(c) Winemaster - Hubert Koch hat eine Lösung entwickelt, um Wein länger frisch zu halten.

Hubert Koch ist eigenen Angaben nach kein großer Weintrinker. Dennoch hat er jahrelang nach einer Lösung gesucht, mit der man den Sauerstoff aus der Weinflasche verdrängen und dadurch den Wein länger haltbar machen kann. „Ein Wein, der einmal offen ist, hat nur noch eine beschränkte Haltbarkeit, verliert im Kühlschrank sein Aroma, nimmt Fremdgerüche an oder kann ungenießbar werden“, weiß er. Seine Antwort auf dieses Problem: Die Winemaster Bottle besteht aus einer unten offenen Glasflasche, einem verschiebbaren Flaschenboden und einem Ventilverschluss. Der angebrochene Wein wird einfach in die „Bottle“ umgefüllt und der Flaschenboden nach oben gedrückt, sodass der Sauerstoff durch den Ventilverschluss entweichen kann.

(c) Winemaster – Ein verschiebbarer Flaschenboden drückt den Rest-Wein nach oben, bis sämtlicher Sauerstoff entweicht.

Dieses Prinzip des verschiebbaren Flaschenbodens, der durch ein Ventil im Verschluss den Wein vom Sauerstoff trennt, funktioniert derart, sodass man nach dem Umfüllen den variablen Boden so weit wie möglich nach oben schiebt und die Luft entweichen lässt. Der Winemaster ist dann nur in der oberen Hälfte mit dem Rebensaft gefüllt und jener kommt so nicht wie üblich mit Sauerstoff in Verbindung.

Winemaster auch mit Umweltaspekt

Die Idee Kochs dient nicht bloß dem länger haltendem Weingeschmack, sondern trägt auch einen Umweltaspekt in sich. In Deutschland, so der Gründer, werden ca. 60 Millionen Liter Wein weggekippt. Weiter gedacht bedeutet das, dass etwa sieben Milliarden Liter Wasser und sechs Millionen Liter Diesel für schlecht gewordenen Wein verbraucht werden. Und das bei einem Verbrauch von 240 Millionen Tonnen CO2.

Heute Abend ist Huber Koch zu Gast in der „Höhle der Löwen“ und hofft auf ein Investment für seinen Winemaster. Weiters mit dabei: Marschpat, mysleepmask, mellow NOIR und SMINNO.

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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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