06.08.2019

Wikitude bringt Whiskey-Flaschen das Sprechen bei

Mit Hilfe der Technologie des Salzburger AR-Startups Wikitude wurde eine App entwickelt, welche über Augmented Reality Einblick in die 150 Jahre alte Geschichte von Jack Daniel's gibt.
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Wikitude Jack Daniels
(c) Wikitude

Wenn sich auf der Whiskey-Flasche plötzlich seltsame Bilder entfalten, dann muss  das nicht zwingend am Konsum hochprozentiger Spirituosen liegen – sondern eher an der App von Jack Daniel’s, die mit der Technologie des Salzburger AR-Startups Wikitude entwickelt wurde und für iOs oder Android erhältlich ist.

+++Nicola Radacher wird COO bei Wikitude+++

Nach der Installation der App hält der User die Smartphonekamera an das Label. Daraufhin entfaltet sich ein dreidimensionales Bild mit Animation, und eine Stimme erzählt Details zur Herstellung der Spirituose, zur Destillerie oder zur Geschichte des Unternehmens. Insgesamt gibt es rund zehn Minuten Material rund um die 150 Jahre alten Whiskey-Marke.

Die App entwickelte Tactic aus San Francisco und nutzte dabei die Technologie des Salzburger Startups Wikitude. Im April 2019 wurde die App auf dem US-Markt veröffentlicht. Bisher nutzten schon mehr als 30.000 Whiskey-Fans die App. Nun ist sie auch auf Deutsch verfügbar.

Martin Herdina, CEO von Wikitude, gibt in diesem Kontext einen Ausblick, wie AR sich künftig bei Marketing- und Kundenbindungsmaßnahmen einsetzen lässt: „Die Zukunft wird sein, dass Smartphones die Verpackung selbst treffsicher erkennen. Das sollte mit der Chipstüte genauso gut funktionieren wie mit einer Whiskeyflasche, egal ob der Nutzer ein Apple, Android oder Windows Gerät verwendet“, sagt er: „Das ist technologisch hochkomplex und neu. Wir haben dazu bereits sehr gute Lösungen, die am Markt gefragt sind. Ich glaube, dass unsere Augmented Reality Software in der Welt des ’smart packaging‘ bald einiges bewegen wird.“ Wichtig sei dabei, dass die Lösung möglichst einfach funktioniert und dem Konsumenten einen klaren Nutzen bringt.

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Claus Schmidt | © Schrotter
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Das seit diesem Sommer börsennotierte Grazer Energie- und Atomkraft-Scaleup (bzw. je nach Lesart Unicorn) Emerald Horizon hat schon zuvor mit Personal-Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst holte man vergangenes Jahr Ex-Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, später Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer jeweils in Vice-President-Positionen ins Team. Eine nun verkündete Personalie weist etwas weniger Prominenz, dafür wohl mehr Pragmatismus auf: Der erfahrene österreichische Manager Claus Schmidt übernimmt den Verantwortungsbereich „Organizational Development & Quality Management“.

Ziel: fit für die ambitionierten Pläne

Für Emerald Horizon geht es darum, die gesamte Organisation fit für die ambitionierten Pläne zu machen. Denn sowohl mit dem erst teilweise marktreifen Energiespeichersystem „Dual Store Plus“ als auch mit den geplanten Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Mini-Atomkraftwerken „Ades“ (brutkasten berichtete) will man in den kommenden Jahren in die Serienproduktion, um in die weltweite Skalierung zu gehen. Als Produktionspartner hierfür ist die niederländische VDL Groep bereits fixiert.

„Wir kommen aus der Forschung und gehen in die Industrialisierung. Über diesen Übergang entscheidet die Organisation in wesentlichem Maße mit“, sagt Vice President Operations Philipp Pölzl. „Claus Schmidt hat in mehreren Industrien Verantwortung übernommen. Diese Erfahrung holen wir uns an Bord.“ Schmidt bringe mit, was ein Deep-Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase brauche: „Struktur, Qualitätsdenken und ein Gespür für Teams“.

Claus Schmidt: 25 Jahre Erfahrung im Top-Management

Konkret kommt der studierte Betriebswirt Schmidt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als CEO und CSO in unterschiedlichen Branchen und Ländern. Er war unter anderem Geschäftsführer der Umdasch Shopfitting Group mit 1.500 Mitarbeitern in 16 Ländern, CEO der Columbia S.r.l. in Italien und der Shoptec k.f.t in Ungarn, CEO der IDEAL Kältetechnik und zuletzt Generalbevollmächtigter der SIMACEK Holding in Wien und Hamburg.

„Emerald Horizon ist in einer Phase, in der aus einer Entwicklung Schritt für Schritt großartige Produktlösungen entstehen. Diese Herausforderung reizt mich enorm, und ich freue mich auf die Arbeit mit diesem großartigen und wachsenden Team“, kommentiert Schmidt.

Ungewöhnlicher Börsengang

In einem durchaus ungewöhnlichen Schritt ging Emerald Horizon Anfang dieses Sommers im Segment „standard market continuous“ an die Wiener Börse. Ungewöhnlich deshalb, weil das erste geplante Produkt „Dual Store Plus“ nach eigenen Angaben teilweise erst in der Prototypenphase ist – konkret der Wärmespeicher „CALStore“; vom geplanten Hauptprodukt „Ades“ gibt es noch keinen Prototypen. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit Verlusten, was zuletzt zu einem ungewöhnlichen Finanzierungsschritt führte. Dennoch wird das Unternehmen an der Börse bereits mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

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