13.07.2017

Wikitude: Neue AR-Generation soll die Welt verändern

Ein Jahr ist es nun her, dass mit dem Pokemon Go Hype ein größeres Interesse für das Thema Augmented Reality entstand. Die Wirklichkeit wird dabei nicht durch eine virtuelle Realität ersetzt, sondern verschmilzt mit ihr. Wikitude aus Salzburg hat sich mit seinem Softwaretool für Augmented Reality auf das Thema erweiterten Realität spezialisiert. Am Donnerstag erschien die nächste Generation der AR-Software, das Wikitude SDK 7. Smartphone, Tablets und Datenbrillen mit Wikitude Software erkennen nun reale Objekte.
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Mit dem Wikitude SDK 7 wird eine große Lücke zwischen echter und virtueller Welt geschlossen. Die Software erkennt nicht nur eines, sondern mehrere Bilder gleichzeitig und kann diese virtuell interagieren lassen. “Das Highlight des SDK 7 ist ie Objekterkennung”, sagt Wikitude CTO Philipp Nagele: “AR-Entwickler haben nun erstmals ein Tool, dass ein breites Spektrum an Funktionalitäten in nur einer Software vereint und diese sowohl auf Android als auch iOS Geräten verfügbar macht.”

AR auf Erfolgskurs

“Mehr als 100.000 Entwickler aus aller Welt verwenden bereits den AR-Baukasten von Wikitude und machen so das Unsichtbare sichtbar”, erzählt Wikitude Geschäftsführer Martin Herdina: “Der virtuelle Prototyp eines Autos steht dann beispielsweise in der Werkshalle und kann von allen Seiten betrachtet werden.” Die aktuellste Innovation der Salzburger ist die sogenannte Objekterkennung. Produktdesigner können einem Werkstück, wie zum Beispiel einem Motor, virtuell eine Neuerung verpassen oder eine bestehende Komponente verändern. So sehen sie die Auswirkung der geplanten Veränderung sofort und können die Folgen ganzheitlich besser einschätzen.

Redaktionstipps

Im Lift und im Flugzeug

Auch der Flugzeughersteller Boeing setzt bereits auf Augmented Reality in der Werkshalle, die Produktivität der Arbeiter soll dadurch um 25 Prozent gestiegen sein. Auch Anwendungen im Bereich der Fernwartung wandeln sich durch AR: Servicetechniker von ThyssenKrupp beheben mittels Datenbrillen-Kamera bereits Probleme bei ihren Liftanlagen auf der ganzen Welt.

Mit AR im Supermarkt

Der Handel profitiere von Augmented Reality doppelt, meint Herdina, so bestückt die US-Kette Walmart bereits jetzt seine Regale mit Hilfe von Augmented Reality. “Durch interaktive Anwendungen für den Endkunden können nicht nur Verkaufsumsätze gesteigert werden. AR spielt auch eine wichtige, zukünftige Rolle als Technologie zum Erzielen von Produktivitätssteigerungen in vielen Bereichen. Eine aktuelle Studie von Tractica prognostiziert, dass 2022 bereits 35 Prozent aller Firmen Apps mit integrierter AR-Funktion zur Produktivitätssteigerung nutzen werden. Arbeitsabläufe werden im Hintergrund smarter, Daten werden punktgenau und optimiert dargestellt und Produkte werden den Umsätzen entsprechend angeordnet.“

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb

Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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