03.05.2024
EXIT

Wiener AdTech-Startup GetNano geht an Influencer-Plattform

Die international tätige Influencer-Vergütungs-Plattform stylink hat das Wiener Startup GetNano übernommen.
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Das Gründerteam von GetNano: Daniel Keinrath, Claudio Rebernig und Late-Co-Founder Raphael Sperlich (c) LinkedIn

Unter dem Namen Nano Influence GmbH gründeten Claudio Rebernig – auch Regional Director der Sigma Squared Society – und Daniel Keinrath eine Plattform zur User-Generated-Content-Videovermarktung im DACH-Raum. Seit seiner Gründung 2020 entwickelte sich das Startup zu „GetNano“ – einer der „größten Plattformen für deutschsprachige User-Generated-Content-Videos (UGC)“. In vier Jahren erreichte GetNano über 2.500 B2B-Kund:innen und 20.000 registrierte Content Creators.

Switch zu UGC brachte Erfolg

Geschäftskern von GetNano waren ursprünglich Nano-Influencer – per Definition „die kleinste Variante des klassischen Influencers“, die auf Sozialen Medien eine Follower-Zahl von 1.000 bis etwa 10.000 zählen. In seiner Rohfassung vermarktete GetNano die Social-Media-Reichweite von Nano-Influencern.

Nach einem Switch des Business-Modells hat sich das Wiener Startup als Video-Vernetzungsplattform und Marketing-Tool aufgestellt: Marken oder Agenturen können über GetNano individuelle User-Generated-Content-Werbevideos beantragen.

User-Generated-Content (UGC) bedeutet: „Simple“ Social-Media-Nutzer:innen können Werbevideos produzieren, ohne den professionellen „Influencer-Stempel“ zu tragen. Auf demselben Prinzip basieren heute unter anderem die vor allem unter der Gen Z aufstrebende Plattform TikTok sowie das bekannte Social- und Marketing-Network Instagram.

AdTech hält Kunden wie ÖAMTC, Maresi und Stiegl

Marken, Unternehmen oder Agenturen können über GetNano Aufträge für UGC-Werbevideos erstellen, einen zur Corporate Identity des Unternehmens passenden Influencer wählen und im Anschluss ein individuell kreiertes UGC-Video erhalten. Der Content wurde für Social Media Ads optimiert – die Werbevideos der durch GetNano vermittelten Content Creators konnten bereits am 59 Euro pro Stück angeboten werden.

Wie das Gründerteam per Aussendung kommuniziert, soll es damit bereits Kunden wie ÖAMTS, Maresi, Isostar und Stiegl an Bord geholt haben. „Die Vorteile liegen auf der Hand – geringe costs per click, eine conversion rate von 200% und dreimal höherer return on advertising spending im Vergleich zu klassischen Werbevideos“, so CO-Founder Keinrath über ihr Erfolgsmodell. Aktuell soll GetNano sechsstellige Umsätze verzeichnen.

Das Geschäftsmodell erwies sich auch für Käufer aus dem DACH-Raum interessant. Gerade in Zeiten des hohen Streuverlusts und praktisch unvermeidbarer, Algorithmus-basierter Filterbubbles scheint eine Nano-Zielgruppe für Marken als optimale Engagement-Strategie.

Exit nach Münster

Potenzial sieht nun auch die internationale Influencer-Vergütungsplattform stylink: Wie GetNano-Co-Founder Rebernig gestern in einem LinkedIn-Posting verkündete, wurde das Wiener Startup von der deutschen Agentur akquiriert. Eine Summe oder Größenordnung wurde nicht genannt. Eine brutkasten-Anfrage blieb bislang unbeantwortet. Wie die Website des Käufers verrät, soll die in Münster sitzende Plattform stylink im DACH-Raum, in einigen Ländern Europas sowie Übersee in den USA und in Australien aktiv sein.

Expansion in Aussicht

Mit der Übernahme sollen internationale Expansion und Volumen gestärkt werden. Skylink zählt – laut Aussendung des gekauften Ad-Techs – international 200.000 Content Creators und soll für Kund:innen einen jährlichen Bruttowarenwert von 600 Millionen Euro generieren.

Das GetNano-Founderteam Rebernig und Keinrath – später ergänzt durch Late-Co-Founder Raphael Sperlich und unterstützt von Investoren Michael Rosenzweig, Norbert Himmelbauer und Stefan Ortmair – tätigte erste Gründungsversuche noch während der Schulzeit. Die Gründung erfolgte in ihrem ersten Uni-Jahr 2020.

Nun trennen sich aber vorerst die Wege der seit Schulzeiten vereinten Co-Gründer: Keinrath verlässt GetNano und plant bereits sein nächstes Unternehmen. Rebernig wird die technische Produkt-Weiterentwicklung der Plattform fortführen: „Stylink wird die Marke GetNano weiterführen. Wir verfolgen mit der Übernahme und den neuen Ressourcen zwei Ziele: Eine Expansion innerhalb ganz Europas und den Ausbau unserer Plattform durch die Nutzung von KI.“

Auf LinkedIn verrät der Co-Founder, sich wieder in das österreichische Startup-Ecosystem stürzen zu wollen. Von Februar bis April dieses Jahres war Rebernig indes als Event & Startup Manager, zuvor in der Rolle des Partnerships Lead bei AustrianStartups tätig.

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Shirin Krall und Katrin Joschtel übernehmen Spitzenpositionen bei Bitpanda | (c) Bitpanda
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Beim britischen Fintech-Riesen Revolut war sie Global Head of Retail Marketing, nun wird Shirin Krall Chief Growth Officer (CGO) beim Wiener Unicorn Bitpanda. Als solche soll sie Neukundengewinnung, Performance Marketing sowie Brand- und Produktmarketing verantworten. Zeitgleich kommunizierte das Scaleup heute eine weitere Top-Besetzung: Katrin Joschtel, bislang Compliance-Leiterin bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, übernimmt als Senior Vice President Compliance, Risk & AFC die Leitung einer neu geschaffenen „Second Line of Defense“. Sie berichtet an Chief Legal Officer (CLO) Fabian Reinisch.

Enzersdorfer-Konrad: „entscheidend, Wachstum auf einem starken regulatorischen Fundament aufzubauen“

Man wolle mit den Neuzugängen „ambitioniertes Wachstum mit Risikomanagement auf institutionellem Niveau“ verbinden, heißt es von Bitpanda. „Mit dem weiteren Ausbau unserer europäischen Plattform und der Skalierung unserer globalen B2B-Infrastruktur ist es entscheidend, Wachstum auf einem starken regulatorischen Fundament aufzubauen. Shirin und Katrin ergänzen unser Führungsteam um die strategische Expertise, die wir für die nächste Phase unserer Entwicklung brauchen“, kommentiert CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad.

Krall: „alle Voraussetzungen, um in Europa eine führende Rolle einzunehmen“

Und die neue CGO Shirin Krall meint: „Bitpanda befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt: Mit starken Produkten, einer etablierten Marke und dem regulatorischen Fundament haben wir alle Voraussetzungen, um in Europa eine führende Rolle einzunehmen.“ Die Bündelung von Growth und Marketing in der neuen Position gebe dem Unternehmen „die Möglichkeit, einen integrierten Wachstumsmotor aufzubauen“.

Joschtl: „schaffen die Grundlage für klare Verantwortlichkeiten“

Mit der Bündelung der Second Line unter einem gemeinsamen Mandat schütze man das Geschäft und schaffe gleichzeitig den nötigen Rahmen für Produktinnovationen, meint CLO Reinisch. Mit Katrin Joschtel wolle er „gemeinsam neue Maßstäbe“ für die Branche setzen. Die wiederum kommentiert: „Mit einer einheitlichen, starken und zukunftsfähigen Second Line of Defense schaffen wir die Grundlage für klare Verantwortlichkeiten, eine wirksame Aufsicht und eine enge Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen.“

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