24.01.2019

Wiener Startup Deernasty bekämpft mit Petition CBD-Erlass

Das Wiener Startup Deernasty hat sich auf die Herstellung von CBD-Produkte spezialisiert und möchte nun mit einer eigenen Online-Petition gegen den CBD-Erlass von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ankämpfen.
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Deernasty
(c) deernasty

Der Erlass über das Verkaufsverbot von CBD-haltigen Lebensmitteln und Kosmetika von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein sorgte bei zahlreichen Unternehmern in der heimischen CBD-Branche Mitte Dezember 2018 für Aufregung. Damals sprach Christoph Richter, CEO des Wiener CBD-Startups Blattgold, in einem ausführlichen Interview mit dem brutkasten über die negativen Konsequenzen des Erlasses für sein Startup und die heimische CBD-Branche.

+++ Christoph Richter: „Die legalen CBD-Produkte am Markt werden verboten“ +++

Mittlerweile formiert sich bei Unternehmern Widerstand: Das Wiener CBD-Startup Deernasty möchte dem Erlass nun mit einer eigens gestarteten Online-Petition entgegenwirken.

Online-Petition auf openPetition

Um die Regierung zum Umdenken zu bewegen, hat Martin Roderer, Co-Founder von Deernasty, dafür auf der Online-Plattform openPetition die Petition mit dem Namen „Ja zu CBD – Wir fordern die Liberalisierung von CBD-haltigen Produkten“ gestartet. Deernasty verfolge laut eigenen Angaben mit dieser Petition das Ziel, das Gesundheitsministerium zu einer „Reevaluierung der CBD-Regulierung“ zu bewegen. Ziel sei es einen „freien CBD-Markt“ in Österreich zu erhalten. Darüber hinaus möchte Deernasty verstärkt Aufklärung bezüglich CBD-haltigen Produkten und deren Wirksamkeit betreiben.

Aufklärung über Unterschied zwischen CBD und THC

Die Aufklärung soll insbesondere darauf abzielen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung klarer zwischen CBD und THC unterschieden wird. Wie Roderer betont, sollten CBD-Produkte nicht mit dem berauschend wirkenden THC verwechselt werden, das vom psychoaktiven Teil der Cannabis Pflanze stammt und österreichweit verboten ist, sobald ein Wert von 0.3 Prozent überschritten wird. Wie Deernasty darüber hinaus betont, würde die WHO CBD als „unbedenklich“ einstufen.

Deernasty möchte 18.000 Unterschriften erreichen

Auf der Online-Plattform wird das geplante Quorum für die Petition mit 18.000 Unterstützern angegeben. Die Sammlung der Unterschriften soll innerhalb von zwei Monaten erfolgen. Bis dato zählt die Petition rund 430 Unterstützer (Stand 24.01.). „Mit dieser Petition möchten wir ein starkes Zeichen setzen und die zuständigen Behörden sehen lassen, welch großer Teil der Bevölkerung bereits positiv dem Thema gegenüber eingestellt ist“, so Roderer.


=> zur Petition

Redaktionstipps

Video-Archiv: Talk mit Christoph Richter zur Blattgold-„Cannabis-Pizza“

Live aus Regina Margherita

Live-Talk mit Barbaro Luigi aus der Unternehmerfamilie Barbaro (Regina Margherita, Trattoria Martinelli) und Christoph Richter, dem CEO von Blattgold, über die neue "CBD-Pizza" Blattgold, das Familienunternehmen Barbaro uvm.

Gepostet von DerBrutkasten am Dienstag, 16. Oktober 2018

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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