14.07.2021

Wiener MedTech ImageBiopsy Lab mit Blick auf den US-Medizin-Markt

Das Wiener Scale-Up ImageBiopsy Lab bereitet ein US-Millionen-Investment für die US-Expansion vor. Co-Founder Richard Ljuhar über die Pläne 2022.
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Die ImageBiopsy-Lab-Gründer v.l.: Christoph Götz, Philip Meier, Richard Ljuhar.
Die ImageBiopsy-Lab-Gründer v.l.: Christoph Götz, Philip Meier, Richard Ljuhar | Foto: ImageBiopsy Lab

Die drei Wiener Christoph Götz, Philip Meier, Richard Ljuhar haben mit ImageBiopsy Lab ein Startup gegründet, das mit einer Software zur (Früh-)Erkennung und Diagnose von Knochenkrankheiten beitragen will. In den fünf Jahren seines Bestehens konnten neben namhaften Risikokapitalgebern wie APEX Ventures und dem aws Gründerfonds auch die Wiener Wirtschaftsagentur (WAW), der INiTS Startup Inkubator sowie die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als Unterstützer gewonnen werden – mit einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro.

Bis letzter Woche schien es so, als ob ein weiterer hoher Millionenbetrag in Richtung des KI-basierten Analyse-Unternehmens fließen würde. Allerdings hat sich das Gründerteam anders entschieden. „Kurz gesagt, wir wollten schlussendlich nicht so viele Anteile abgeben“, erklärt Ljuhar. Der Grund für die Absage an den, laut Founder, „sehr bekannten VC“ trägt drei Buchstaben: USA.

ImageBiopsy Lab: US-Zulassungen auf dem Weg

ImageBiopsy Lab hat seine bisher vorhandenen Software-Module bereits in den europäischen und zu Teilen auch in den US-Markt angebracht. Bis zum dritten Quartal 2022 soll eine Reihe weiterer US-Medizinproduktezulassungen folgen, sodass der bisherige Markteintritt in den Staaten weiter ausgebaut werden kann. Ljuhar dazu: „Wir legen den Fokus auf die USA. Der US-Markt ist sehr offen und auch finanziell höchst attraktiv für KI-Lösungen in der Medizin.“

Dignostik in Echtzeit

ImageBiopsy Lab wurde als ein unabhängiges Projektteam der Wiener High-Tech Schmiede Braincon Technologies gegründet. Dort wurden die ersten Produktideen zusammen mit Ärzten aus der Osteologie sowie Orthopädie entworfen, dazu zählen Partner wie die Donau-Universität Krems, die medizinische Universität Graz oder etwa das orthopädische Spital Speising.

Im Zeitalter von Netflix und iPhone hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, die radiologisch-orthopädische Befundung von Bildaufnahme bis Befunderstellung durchgehend zu digitalisieren. Ljuhar dazu: „Unsere Plattform ermöglicht eine präzisere Diagnostik in Echtzeit, ohne bestehende Arbeitsabläufe zu verändern. Dies bedeutet, dass die rein manuelle Messung und Beurteilung von radiologischen Parametern des Bewegungsapparates nicht mehr erforderlich ist. Die Software ist zu 100 Prozent wiederholgenau.“

Der Fokus ihrer ersten Produktversionen liegt aufgrund der hohen Fallzahlen auf 2D-Röntgenbildern der täglichen klinischen Routine. Die bisherigen Softwaremodule heißen HIPPO, LAMA, KOALA, PANDA und stehen für jeweils eine spezifische Körperregion bzw. Gelenke. Die Plattform für Endkunden der KI Anwendungen wurde in Anlehnung der Tiernamen IBLAB ZOO getauft. Die Module sind bisher in elf Ländern in 50 Krankenhäusern und 60 Praxen im Einsatz, markieren aber nur den Anfang wie Ljuhar betont. „Wir haben 14 medizinische 2D- und 3D-Anwendungsfälle identifiziert, die wir bis 2025 auf den Markt bringen möchten.“

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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